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Herrschererhebung im 10. Jahrhundert. Die Nachfolgebestrebungen Heinrichs I.

Title: Herrschererhebung im
10. Jahrhundert. Die Nachfolgebestrebungen Heinrichs I.

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 18 Pages , Grade: Gut (plus)

Autor:in: Robert Bongen (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Ernennung Ottos zum Nachfolger Heinrichs I. und die anschließende Krönungszeremonie in Aachen stehen am Anfang einer Rebellion, die erst fünf Jahre später, am Weihnachtsabend 941, ihren Abschluss finden sollte. Im Zentrum dieser Aufstände, die Otto vorübergehend in den Zustand einer nicht zu überwindenden Lähmung versetzten, sieht man stets Heinrich, den jüngeren Bruder Ottos. Dessen ehrgeizige Nachfolgebestrebungen sollten ihm ein Recht zurückgeben, was ihm seiner Ansicht nach zu Unrecht verwehrt worden war: das Recht auf die Königswürde.

Diese Arbeit will in diesem Zusammenhang wichtigen Fragen nachgehen: Warum wurde Otto und nicht Heinrich zum Thronfolger ernannt? Mit welcher Legitimation versuchte Heinrich dennoch die Krone zu erlangen? Und warum konnten seine Nachfolgebestrebungen letztlich nicht erfolgreich sein?

Die Quellenlage für den zu behandelnden Zeitraum ist breit gefächert – allerdings ist es oft schwierig zu entscheiden, was Wirklichkeit, was Topos, was Tatsache und was übertragenes Geschehen ist.

Die Intensität der Verwendung einer Quelle in dieser Arbeit ist von ihrer Glaubwürdigkeit sowie ihrer Brauchbarkeit abhängig gemacht worden. Der Lesbarkeit halber ist darauf verzichtet worden, im Text die Quellen lateinisch zu zitieren; dies wird in den Fußnoten nachgeholt. Die verwendete Literatur wird nicht nur als Quellenergänzung verstanden, sondern als Möglichkeit, bestimmte Problemfelder kompetent und kontrovers zu diskutieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Nachfolge Heinrichs I.

1. Von der Reichsteilung zur Unteilbarkeit

2. Heinrich als Opfer der Unteilbarkeit

3. Designation Ottos

4. Legitimer Anspruch Heinrichs?

4.1. Der in Purpur Geborene

4.2. Legitimität des Anspruchs in den Quellen

III. Bruderkrieg - Heinrichs Aufstände

1. Möglichkeiten Heinrichs nach der Krönung Ottos

2. Ottos Feinde im Reich

3. Verlauf der Aufstände

3.1. 938 - Entführung und Verschwörung

3.2. 939 - Erster Aufstand und Schlacht bei Birten

3.3. 939 - Zweiter Aufstand und das pactum mutuum

3.4. 941 - Verratener Mordanschlag

IV. Heinrich und die Königsherrschaft

1. Zur Stärke Heinrichs

2. Zur Aussichtslosigkeit des Aufstandes

2.1.1. Heinrich als Herzog von Bayern

V. Fazit

VI. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Nachfolgebestrebungen Heinrichs gegen seinen Bruder Otto I. im 10. Jahrhundert, mit einem Fokus auf der Frage nach der Legitimität dieser Ansprüche sowie den Gründen für das Scheitern der Rebellionen. Es wird analysiert, wie die Quellen den Konflikt vor dem Hintergrund des ottonischen Herrschaftsverständnisses bewerten.

  • Reichsteilung und das Prinzip der Unteilbarkeit im 10. Jahrhundert
  • Die Designation Ottos durch Heinrich I. und die Konsequenzen für den jüngeren Bruder
  • Die Rolle von Purpurgeburt und fürstlicher Parteinahme als Legitimationsgrundlagen
  • Verlauf und Scheitern der verschiedenen Aufstände Heinrichs (938–941)
  • Die Entwicklung der Beziehung zwischen den Brüdern bis zur Einsetzung Heinrichs als Herzog von Bayern

Auszug aus dem Buch

1. Von der Reichsteilung zur Unteilbarkeit

Im alten großfränkischen Reich war der Wille des alten Königs dadurch zum Ausdruck gekommen, dass er die von ihm zu vergebene Reichsmacht unter seinen Söhnen aufteilte. Dieser Vorgang war selbstverständlich und wurde vom alten König nicht angezweifelt. Lediglich die exakte Machtverteilung, die über den Einfluss der Söhne entschied, konnte er bestimmen. Dieses Prinzip der Reichsteilung wurde nicht als Trennung, sondern vielmehr als Intensivierung der Herrschaft verstanden. Denn der Glaube an das so genannte „Königsheil“ bezog sich auf das gesamte Königsgeschlecht, auf jeden einzelnen königlichen Spross, nicht auf einen einzelnen König. Jeder Nachkomme konnte in seinem ihm zugeteilten Reichsgebiet uneingeschränkt die Macht seiner Königssippe ausüben – das königliche Heil in der Person des Herrschers war dem Volke somit viel näher. Der Akt der Reichsteilung war ergo ein Zeichen der Stärke der Königsfamilie.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Ausgangslage der Nachfolgekonflikte zwischen Otto und Heinrich und benennt die kritischen Forschungsfragen bezüglich der Thronfolgeentscheidung und der Legitimation der Rebellionen.

II. Die Nachfolge Heinrichs I.: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von traditionellen Reichsteilungsprinzipien zur Unteilbarkeit der Herrschaft und die daraus resultierende Marginalisierung Heinrichs gegenüber seinem Bruder Otto.

III. Bruderkrieg - Heinrichs Aufstände: Es wird der Verlauf des militärischen Konflikts untersucht, einschließlich der Verschwörungen, der Schlacht bei Birten und der gescheiterten Versuche zur Machtübernahme.

IV. Heinrich und die Königsherrschaft: Dieses Kapitel erörtert die Stärken Heinrichs als Opponent sowie die grundsätzliche Aussichtslosigkeit seines Unterfangens im Kontext des sakralen ottonischen Herrscherverständnisses und führt zur Einsetzung als Herzog von Bayern.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das Scheitern Heinrichs historisch ein, wobei der Widerspruch zwischen seiner Rolle als Täter und seiner späteren Rehabilitation betont wird.

VI. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten zeitgenössischen Quellen und der herangezogenen wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Heinrich I., Otto der Große, Thronfolge, Unteilbarkeit des Reiches, Rebellion, Herrschererhebung, Purpurgeburt, Widukind, Liudprand, Sakralität, Sachsen, Bayern, Lothringen, Ottonen, Legitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Nachfolgebestrebungen Heinrichs gegen seinen Bruder Otto I. zwischen den Jahren 936 und 948 und analysiert die politischen sowie legitimatorischen Hintergründe dieser Konflikte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Unteilbarkeitsprinzips, der Rolle von Verwandten in der ottonischen Machtpolitik und der Darstellung des Bruderkonflikts in zeitgenössischen Geschichtsquellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, warum Heinrich gegen die Designation Ottos rebellierte, mit welcher Legitimation er dies tat und warum seine Bestrebungen trotz militärischer Unterstützung letztlich scheiterten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primäre Quellen wie Widukind von Corvey und Liudprand von Cremona unter Einbeziehung aktueller mediävistischer Forschungsliteratur kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Thronfolgeregelung, die detaillierte Analyse der Aufstände (inklusive Mordanschlägen und Bündnissen) sowie die abschließende Einordnung der Versöhnung der Brüder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Thronfolge, ottonisches Königtum, Reichsunteilbarkeit, Legitimation, Rebellion und Sachsen.

Warum galt Heinrichs Anspruch laut Quellen als zweifelhaft?

Da Otto als Erstgeborener und durch die väterliche Designation legitimiert war, wurde Heinrichs Handeln in den Quellen häufig als Rebellion gegen den göttlichen Heilsplan und als Versuch gewertet, sich widerrechtlich den Thron anzueignen.

Wie endete der Konflikt zwischen den Brüdern?

Nachdem Heinrich bei mehreren Aufständen scheiterte, unterwarf er sich seinem Bruder, wurde von diesem begnadigt und schließlich im Jahr 948 zum Herzog von Bayern ernannt, wodurch er in das ottonische Herrschaftssystem integriert wurde.

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Details

Title
Herrschererhebung im 10. Jahrhundert. Die Nachfolgebestrebungen Heinrichs I.
College
University of Hamburg  (Institut für Geschichte)
Course
Hauptseminar: Herrschererhebung im 10. Jahrhundert (919-1024)
Grade
Gut (plus)
Author
Robert Bongen (Author)
Publication Year
1999
Pages
18
Catalog Number
V32611
ISBN (eBook)
9783638332866
ISBN (Book)
9783668105188
Language
German
Tags
Nachfolgebestrebungen Heinrichs Hauptseminar Herrschererhebung Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Bongen (Author), 1999, Herrschererhebung im 10. Jahrhundert. Die Nachfolgebestrebungen Heinrichs I., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32611
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