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Grundlagen des biologischen Konstruktivismus bei Maturana und Varela in ihrer Erkenntnistheorie

Title: Grundlagen des biologischen Konstruktivismus bei Maturana und Varela in ihrer Erkenntnistheorie

Seminar Paper , 2003 , 14 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Frank Christian Petersen (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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1. Einleitung

In den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts formulierten der chilenische Neurophysiologe Humberto Maturana und sein studentischer Zögling und späterer wissenschaftlicher Mitarbeiter Francisco Varela eine biologisch-konstruktivistische Theorie des Erkennens.
Maturana und Varela vertraten in ihren Publikationen die These, dass die Realität in einem objektiven Sinne nicht existent ist, sondern allein ein Produkt unserer Art der Sinneswahrnehmung.

Weiterhin beschreiben sie Lebensformen als komplexe Systeme, die die Eigenschaft der Autopoiese aufweisen.

Diese Grundlagen einer biologischen, konstruktivistischen Systemtheorie nahm auch der deutsche Soziologe Niklas Luhmann zur Kenntnis, die ihm als Anregung und Ideengeber für seine soziologische Systemtheorie dienten.

In diesem Referat versuchen wir die Ideen Maturanas und Varelas zu skizzieren, aus denen sich späterhin Bezüge zur Luhmannschen Systemtheorie ergaben.
Dabei beziehen wir uns hauptsächlich auf das Werk „Der Baum der Erkenntnis – Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens“ der beiden oben genannten Autoren, ohne das Buch zu reproduzieren.
Es ist nicht Anliegen dieses Referates, Bezüge und Analogien zwischen Maturana/Varela und Luhmann beziehungsweise deren Theoriegebäuden zu verdeutlichen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstruierte Realität

3. Komplexe Systeme

3. 1. Sebstreferentialität

3. 2. Operative Geschlossenheit

3. 3. Strukturelle Kopplung

3. 4. Autopoiese

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, die Grundlagen des biologischen Konstruktivismus von Humberto Maturana und Francisco Varela, wie sie in ihrem Werk "Der Baum der Erkenntnis" dargelegt werden, zu skizzieren und deren Bedeutung als theoretisches Fundament für komplexe Systeme zu verdeutlichen.

  • Biologisch-konstruktivistische Erkenntnistheorie nach Maturana und Varela
  • Mechanismen der Realitätskonstruktion durch Sinneswahrnehmung
  • Definition und Eigenschaften komplexer Systeme
  • Konzepte der Autopoiese, Selbstreferentialität und strukturellen Kopplung
  • Bezüge zur systemtheoretischen Perspektive von Niklas Luhmann

Auszug aus dem Buch

3. 1. Selbstreferentialität

Die Zelle ist als eine in sich geschlossene - nicht abgeschlossene! - Einheit konzipiert mit einem gewissen Grad von Autonomie. Braucht eine Zelle nun Bausubstanz für den eigenen Zellleib, zum Beispiel für die Synthese der zur Umwelt abgrenzenden Zellmembran, so werden die dafür verwendeten Proteine und Lipide zwar von extern importiert (Endozytose), der Um- und Aufbau der spezifischen Moleküle erfolgt jedoch durch die zelleigenen Ribosomen und das endoplasmatische Retikulum.

Den „Bauplan“ hat die Zelle selber per mRNS aus ihrer eigenen, zellinternen Bibliothek im Nukleolus abgelesen und umgesetzt. Sowohl die Synthese definierter Zellmoleküle als auch deren Transport und Einbau erfolgt durch Zugriff der Zelle auf die ihr innewohnenden Möglichkeiten und Mittel.

Es gibt sogar DNS-Referenz Substanzen, die das „Korrekturlesen“ der mRNS besorgen, und Fehler korrigieren bzw. annullieren. Die Zelle sorgt also kontinuierlich für einen korrekten Abgleich der ihr innewohnenden Informationen und der daraus resultierenden Funktionen, sie ist somit selbstreferentiell.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die biologisch-konstruktivistische Theorie von Maturana und Varela ein und erläutert deren Relevanz für die Systemtheorie.

2. Konstruierte Realität: Hier wird dargelegt, wie der Mensch seine Realität durch die Einschränkungen seines Sinnesapparates und durch Interpretation aktiv konstruiert.

3. Komplexe Systeme: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Eigenschaften lebender Systeme, die für das Verständnis von Autopoiese notwendig sind.

3. 1. Sebstreferentialität: Die Fähigkeit eines Systems, auf eigene Ressourcen und Informationen zurückzugreifen, wird am Beispiel der Zelle verdeutlicht.

3. 2. Operative Geschlossenheit: Hier wird erläutert, wie ein System seine internen Prozesse für den Eigenbedarf organisiert und aufrechterhält.

3. 3. Strukturelle Kopplung: Dieses Kapitel beschreibt, wie ein System trotz operativer Geschlossenheit mit seiner Umwelt in Interaktion tritt und von dieser beeinflusst wird.

3. 4. Autopoiese: Die zentrale Eigenschaft lebender Systeme, sich selbst zu reproduzieren und als autonome Einheiten zu erhalten, wird hier abschließend definiert.

4. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert die Erkenntnistheorie im Kontext philosophischer Traditionen und verweist auf deren Übertragbarkeit auf andere wissenschaftliche Disziplinen.

Schlüsselwörter

Biologischer Konstruktivismus, Humberto Maturana, Francisco Varela, Erkenntnistheorie, Autopoiese, Komplexe Systeme, Selbstreferentialität, Operative Geschlossenheit, Strukturelle Kopplung, Wahrnehmung, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Wirklichkeitskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen des biologischen Konstruktivismus von Humberto Maturana und Francisco Varela und deren Bedeutung für das Verständnis komplexer Systeme.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Konstruktion von Realität durch Sinneswahrnehmung, die Definition lebender Systeme sowie die Konzepte der Autopoiese und der systemischen Autonomie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Kernideen von Maturana und Varela zu skizzieren, um zu verdeutlichen, wie diese die biologische Erkenntnistheorie prägen und als Ideengeber für die systemtheoretische Forschung fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit folgt einem wissenschaftlich-analytischen Ansatz, der auf der Literaturarbeit basiert und die Theorien anhand biologischer Beispiele, insbesondere der Zelle, veranschaulicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der konstruierten Realität sowie in die detaillierte Analyse der vier Eigenschaften komplexer Systeme: Selbstreferentialität, operative Geschlossenheit, strukturelle Kopplung und Autopoiese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Konstruktivismus, Autopoiese, strukturelle Kopplung, operative Geschlossenheit und Selbstreferentialität.

Warum wird die Zelle als exemplarisches Beispiel herangezogen?

Die Zelle dient als Modell für ein komplexes System, um abstrakte theoretische Begriffe wie Autonomie und Selbstreferentialität an biologischen Vorgängen nachvollziehbar zu machen.

Welche Verbindung besteht zwischen Maturana/Varela und Niklas Luhmann?

Luhmann nutzte die biologischen Erkenntnisse von Maturana und Varela als Anregung, um seine soziologische Systemtheorie zu entwickeln und Prinzipien wie die Selbstreferenz auf das System Gesellschaft zu übertragen.

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Details

Title
Grundlagen des biologischen Konstruktivismus bei Maturana und Varela in ihrer Erkenntnistheorie
College
University of Flensburg  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar zur Systemtheorie
Grade
sehr gut
Author
Frank Christian Petersen (Author)
Publication Year
2003
Pages
14
Catalog Number
V32624
ISBN (eBook)
9783638332989
ISBN (Book)
9783640859122
Language
German
Tags
Grundlagen Konstruktivismus Maturana Varela Erkenntnistheorie Seminar Systemtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Christian Petersen (Author), 2003, Grundlagen des biologischen Konstruktivismus bei Maturana und Varela in ihrer Erkenntnistheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32624
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