Individuum und Persönlichkeit

Eine Darstellung der menschlichen Entwicklung zum einzigartigen Lebewesen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1. Individuum
2.2. Persönlichkeit

3. Individuum im interkulturellen Vergleich

4. Entstehung von Individuum und Persönlichkeit

5. Kindliche Persönlichkeitsentwicklung

6. Wirkungszusammenhang von Individuum und Persönlichkeit

7. Quintessence

Literatur

1. Einleitung

In hohem Alter verfasste der griechische Philosoph Theophrast ein Buch über die Ethische Charaktere, in dessen geheimnisvollem Proemium die Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht wird,

„... wie es denn nun kommt, dass wir, während (ganz) Griechenland dasselbe Klima und alle Griechen auf die gleiche Weise erzogen werden, nicht dieselbe Ordnung der Sitten haben (scil. der Sinnesart oder der Charaktere).“. (Eyseneck 1987, S. 3)

Setzt man anstelle der Griechen die Menschen schlechthin, so steht die Frage vor uns, die wohl seit jeher das Streben nach Erkenntnis über die Natur des Individuums und der Persönlichkeit motiviert hat. (vgl. ebd., S. 3)

Die Neugier, die Strukturen des menschlichen Individuums und seiner Persönlichkeit aufzuzeigen, diente als Motivation diese Hausarbeit zu schreiben. Allerdings stellt sie nur ein Versuch dar, der Komplexität und Vielschichtigkeit des menschlichen Wesens auf den Grund zu gehen.

In der begrenzt zur Verfügung stehenden Seitenzahl ist es nur in Ansätzen gelungen, komplexe Begriffe wie Individuum und Persönlichkeit zu erklären (2. Kapitel). Der interkulturelle Vergleich des Verständnisses um das Individuum findet im dritten Kapitel seine kurze Darstellung, um die Begriffsklärung abzurunden. Das vierte Kapitel befasst sich mit der Entstehung der Strukturen von Individuum und Persönlichkeit, dabei ist es wichtig, verstärkt auf die Entwicklung der Persönlichkeit im kindlichen Alter einzugehen. Dieser erfolgt im 5. Kapitel. Das sechste Kapitel stellt den Wirkungszusammenhang von Individuum und Persönlichkeit dar. Mit der Zusammenfassung wird die Arbeit im letzten Kapitel abgeschlossen.

2. Begriffserklärungen

2.1. Individuum

Unter einem Individuum (lat.: das Unteilbare) versteht man einen einzelnen Menschen mit Wünschen, Bedürfnissen und Rechten. Wobei sich der Begriff insbesondere auf den einzelnen Menschen in seiner Einzigartigkeit bezieht.

Dieser Begriff wird insbesondere benutzt, um eine Person mit individuellen Eigenschaften bzw. Interessen innerhalb von Personenmehrheiten wie der Gemeinschaft oder der Gesellschaft zu betonen. (vgl. Angleiter 1993, S. 15)

Die Bedeutung des Individuums ist sowohl epochen- wie kulturenabhängig. Die Moderne, die heute Europa und Nordamerika bestimmt, betont das Individuum im historischen wie auch im interkulturellen Vergleich sehr stark. Diese starke Betonung des Individuums wird auch Individualismus genannt. Die Gegenposition zum Individualismus ist der Kollektivismus. Diese nehmen besonders sozialistische Systeme ein. Es gibt allerdings Ausnahmen von dieser groben Orientierung. So betont etwa der Liberale Max Weber das Volk als hohen Wert, während es Sozialisten gibt, die eine Gesellschaftsordnung anstreben, in der der einzelne ohne gesellschaftliche Bindung leben kann. (vgl. Weede 1992, S. 14)

Einer der ersten, die im europäisch-abendländischen Kulturkreis das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft thematisiert haben, war Aristoteles, der in seiner Politik den Menschen als zoon politikon, also als Gemeinschaftslebewesen bezeichnete. In neuerer Zeit war es vor allem Jean-Jacques Rousseau, der sich mit diesem Thema auseinandersetzte. Er unterschied in der Gesellschaft zwischen dem persönlichen Willen der Individuen einerseits und dem allgemeinen Willen der Gemeinschaft andererseits. Diese Unterscheidung findet heute z. B. ihre Anwendung im Versicherungsparadoxon. Danach hat jeder individuelle Versicherte ein Interesse daran, möglichst viel aus einer Versicherung herauszuholen. Wenn dies aber alle tun, wird die Versicherung immer teuerer, was dem Interesse der Versichertengemeinschaft widerspricht. (vgl. ebd., S. 15)

In der liberalen Wirtschaftsideologie von Adam Smith hingegen wird - ganz im Gegensatz zur Aussage von Rousseau - davon ausgegangen, dass die Summe der Eigenegoismen automatisch zum größtmöglichen Glück der größten Zahl führt. Lediglich für die wenigen Ausnahmen muss der Staat Sicherheit gewähren, was polemisch häufig als Nachtwächterstaat bezeichnet wird . (vgl. ebd., S. 15)

2.2. Persönlichkeit

Mit der Zunahme der Bedeutung eines jeden Individuums entstehen Begriffe wie Masse und Persönlichkeit. Individuen werden ohne soziale Einbindung zur einsamen Masse, wie der Soziologe David Riesmann es nennt. (vgl. Sallinger 1987, S. 21)

Unter einer Persönlichkeit versteht man im allgemeinen ein Individuum, dem es gelingt, sich aus der Masse zu erheben. (vgl. Angleiter 1993, S. 15) So sieht denn die Kritik am Individualismus zwei Möglichkeiten: Das anonyme Aufgehen des Einzelnen in der Masse, welcher unter Umständen von kollektivistischen Bewegungen organisiert wird. Die andere Möglichkeit ist die Höherentwicklung des Individuums zur eigenständigen, emanzipierten Persönlichkeit. (vgl. Sader 2000, S. 32)

Daraus ergeben sich zwei Bewegungsrichtungen. Eine optimistische unterstellt, dass sich die meisten Individuen zur Persönlichkeit weiterentwickeln können und der Individualismus daher ein Fortschritt auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft ist. Die entgegengesetzte pessimistische unterstellt, dass die Individuen dies nicht schaffen, sondern als Masse lediglich Spielball einer Minderheit sind bzw. dazu werden oder von Demagogen ausgenutzt werden, der Individualismus daher eine Fehlentwicklung sei. (vgl. ebd., S. 32)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Individuum und Persönlichkeit
Untertitel
Eine Darstellung der menschlichen Entwicklung zum einzigartigen Lebewesen
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Individuum und Gemeinschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V32668
ISBN (eBook)
9783638333320
ISBN (Buch)
9783656073871
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Individuum, Persönlichkeit, Individuum, Gemeinschaft
Arbeit zitieren
Elena Rauch (Autor), 2004, Individuum und Persönlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32668

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