Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Grundlagen, Wirtschaftskreislauf, Bruttosozialprodukt, Markt und Preis, Geld- und Wirtschaftspolitik


Skript, 2004

80 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen
1.1 Arten von Bedürfnissen
1.2 Ursachen zur Bedürfnisabgrenzung
1.3 Bedarf
1.4 Nachfrage
1.5 Arten von Gütern
1.6 Ökonomisches Prinzip
1.7 Arbeitsteilung
1.7.1 Beruflich
1.7.2 Betriebliche
1.7.3 Volkswirtschaftlich
1.7.4 International/ Regional
1.7.5 Arbeitsteilung im Hinblick auf Qualifikation
1.7.6 Exkurs: Arbeitslosigkeit
1.8 Produktionsfaktoren
1.8.1 Arbeit
1.8.2 Kapital = Sachkapital + Geldkapital
1.8.3 Boden
1.9 Produktionsmöglichkeit durch Kapitalbildung (Investition)

2 Wirtschaftskreislauf
2.1 Einfacher Wirtschaftskreislauf
2.2 Erweiterter Wirtschaftskreislauf
2.3 Gruppenarbeit: Indikatoren volkswirtschaftlicher Zusammenhänge

3 Arten-, Einflüsse von und mit Werbung
3.1 Werbezielgruppen
3.2 Werbeträger
3.3 Werbewert berechnen
3.4 Aussichten in die Zukunft

4 Bruttoinlandsprodukt (BIP) & Volkseinkommen
4.1 Definition
4.2 Hemmnisse des BIP
4.3 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
4.3.1 Verteilungsrechnung
4.3.2 Entstehungsrechnung
4.3.3 Verwendungsrechnung
4.3.4 Lohnquote & Gewinnquote

5 Preisbildung
5.1 Markt
5.1.1 Vollkommener Markt
5.1.2 Unvollkommener Markt
5.2 Preisbildung
5.2.1 Marktgleichgewicht/ Gleichgewichtspreis (Gp)
5.2.2 Angebotsüberschuss (AÜ) und Käufermarkt (1)
5.2.3 Nachfrageüberschuss (NÜ) und Verkäufermarkt (2)
5.2.4 Konsumentenrente (3)
5.2.5 Produzentenrente (4)
5.3 Funktion der Marktpreise
5.3.1 Signalfunktion (Informationsfunktion)
5.3.2 Ausschaltungsfunktion (Ausgleichs- / Auslesefunktion)
5.3.3 Lenkungsfunktion (Allokations- / Verteilungsfunktion)
5.4 Politische Preisbildung
5.4.1 Direkte Eingriff über Mindestpreise (Gruppe A-G als Nachnahmen
5.4.2 Direkte Eingriff über Höchstpreise (Gruppe A-G als Nachnahmen
5.4.3 Indirekte Eingriffe
5.5 Politische Wirtschaftssysteme
5.5.1 Freie Marktwirtschaft
5.5.2 Soziale Marktwirtschaft
5.5.3 Zentralwirtschaft (sozialistisches Prinzip)
5.6 Mono-, poly- und Oligopol
5.6.1 Preisbildung im Monopol
5.6.2 Polypol (vollkommene Konkurrenz)
5.6.3 Oligopol
5.7 Nachfrageverhalten der Haushalte
5.7.1 Bestimmungsgröße der Nachfrager
5.7.2 Substitutive Güter
5.7.3 Komplementäre Güter
5.7.4 Indifferente Güter
5.7.5 Anormales Verhalten des Nachfragers
5.7.6 Verschiebung der Nachfrage
5.7.7 Nichtsättigungsgut
5.7.8 Sättigungsgut
5.7.9 Inferiores Gut (inferior = unterlegen, untergeordnet):
5.8 Preiselastizität der Nachfrage (EN) (Preispolitik)
5.8.1 EN > 1 Elastische Nachfrage
5.8.2 EN < 1 unelastische Nachfrage
5.8.3 EN = 1 starre Nachfrage
5.8.4 EN = ¥ vollkommen elastische Nachfrage.
5.8.5 EN = > 0 Positiv preiselastisch
5.9 Unternehmenspolitik (Anbieterverhalten)
5.9.1 Bestimmungsgröße des Angebotes
5.9.2 Verschiebung der Angebotskurve
5.9.3 Anormales Verhalten des Anbieters
5.10 Zusammenschlüsse von Wirtschaftsunternehmen
5.10.1 Unternehmenskonzentration nach Produktionsstufen
5.10.2 Unternehmenskonzentration nach Kapitalbeteiligung
5.10.3 Preiskartelle

6 Geldpolitik
6.1 Binnenwert des Geldes
6.1.1 Preisindex der Lebenshaltung (Inflation)
6.1.2 Kaufkraft
6.1.3 Nominal- und Realeinkommen
6.2 Außenwert des Geldes
6.2.1 Freie Wechselkurssysteme
6.2.2 Feste Wechselkurssysteme
6.2.3 Festes Wechselkurssysteme mit Bandbreite
6.2.4 Zahlungsbilanz
6.3 Geldwertänderungen
6.3.1 Formen der Inflation
6.3.2 Ursachen der Inflation
6.3.3 Aktuell: „Die hohe Inflation spaltet die Gesellschaft“
6.4 Geld und Geldmenge
6.4.1 Zentralbankgeld
6.4.2 Geschäftsbankengeld
6.4.3 Geldmenge
6.4.4 Steuerung der Geldmenge

7 Wirtschaftspolitik
7.1 Konjunktur
7.1.1 Konjunkturzyklen
7.1.2 Konjunkturindikatoren
7.2 Ziele der Wirtschaftspolitik
7.3 Fiskalpolitik
7.4 Außenwirtschaftspolitik
7.4.1 Währungspolitik
7.4.2 Außenhandelspolitik

8 Aufgaben und Fragen
8.1 Markt
8.2 Preisbildung am Markt:
8.3 Marktformen
8.4 Unternehmerangebot
8.5 Konjunktur
8.6 Elastizitäten
8.7 Haushaltsnachfrage
8.8 Binnenwert des Geldes
8.9 Außenwert des Geldes und Zahlungsbilanz
8.10 Geldwertänderungen → Inflation
8.11 Lösungen
8.11.1 Markt
8.11.2 Preisbildung am Markt
8.11.3 Marktfor0men
8.11.4 Unternehmerangebot
8.11.5 Konjunktur
8.11.6 Elastizitäten
8.11.7 Haushaltsnachfrage
8.11.8 Binnenwert des Geldes
8.11.9 Außenwert des Geldes und Zahlungsbilanz
8.11.10 Geldwertänderungen → Inflation

Literaturempfehlungen:

Grundlagen der Volkswirtschaftslehre;

Seidel; Gehlen, Bad Hombg.; ISBN: 3-441-00194-X; Taschenbuch - 17. Auflage (1999)

Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaftslehre;

Baßeler; Bachem Wirtschaft, K.; ISBN: 3-891-72300-8; Taschenbuch - 783 Seiten (1995)

Grundkurs der Volkswirtschaftslehre;

Richard, Hartmann, Schneider; Merkur Vlg., Rinteln; ISBN: 3-812-00173-X; Taschenbuch (1998)

1 Grundlagen

1.1 Arten von Bedürfnissen

- materielle Bedürfnisse
- können durch materielle Güter befriedigt werden
- immaterielle Bedürfnisse
- können nicht durch Güter befriedigt werden (Anerkennung, Status, Selbstverwirklichung).
- Existenzbedürfnisse (Grundbedürfnisse)
- dienen der Lebenserhaltung (Nahrung, Kleidung, Wohnung)
- Kulturbedürfnisse
- Bedürfnisse, die dem normalen gesellschaftlichen Anspruch entsprechen. Sie sind vom
kulturellen Umfeld abhängig. (Bildung, Reisen, Kunst, Mode)
- Luxusbedürfnisse (Hobbys)
- übersteigen den normalen gesellschaftlichen Anspruch (Pelz, Kaviar u.a.)
- individuelle Bedürfnisse
- können individuell befriedigt werden (Auto, Pelz, Hobby/ Freizeit)
- kollektive Bedürfnisse
- können nur im Kollektiv befriedigt werden (innere u. äußere Sicherheit, Recht, Straße).
- offene Bedürfnisse
- sind uns bewusst (Kinderwunsch, Haus, Fahrzeug, TV..)
- latente (geschlossen) Bedürfnisse
- unbewusst und müssen erst geweckt werden (z.B. durch Werbung)
- siehe auch Bedürfnispyramide nach Maslow[1]

Aufgaben: 1. Versuche die Bedürfnisarten in einem Übersichtsbaum zu untergliedern. Stelle die
Zusammenhänge so grafisch dar.

2. Nimm Bezug auf die Bedürfnispyramide nach Maslow und ordne
die einzelnen Bedürfnisarten jeweils zu.

1.2 Ursachen zur Bedürfnisabgrenzung

- persönliche Präferenzen (freundschaftliche Beziehungen)
- Kulturelle Einflüsse (auch Religion)
- Art der sozialen Beziehungen (Interessengruppen, Vereine, Freizeit….)
- Werbeeinflüsse, Erziehung
- örtliche und zeitliche (Jahreszeit, Tageszeit) Situation

1.3 Bedarf

- Bedarf = Bedürfnis + Kaufkraft (Geld, siehe auch Volkseinkommen)
- Verteilung des Volkseinkommens mittels Marktforschung

1.4 Nachfrage

- Umsetzung des Bedarfes am Markt (s.h. Kap.5)

1.5 Arten von Gütern

- freie Güter (Luft, Wind, Sauerstoff, Sonnenstrahlen….)
- sind in ausreichendem Maße vorhanden und verursachen keine Kosten der Bereitstellung
- wirtschaftliche Güter (alle nicht freie Güter)
- nicht in ausreichendem Maße vorhanden (Bedürfnisse sind größer als die Gütermenge) (knappe
G.) und die Bereitstellung verursacht Kosten
- Sachgüter
- materieller Natur, aber auch z.B. Strom
- Dienstleistung
- immaterielle Natur. Sie können nicht angefasst werden. Sie ergeben sich aus der unmittelbaren Leistung eines Menschen (Haarschnitt, Rechtsberatung, Lehrer, Software)
- Rechte
- Patente, Lizenzen
- Konsumgüter
- dienen unmittelbar der Bedürfnisbefriedigung. Güter, die an den Endverbraucher gehen (Brot,
Kaffee) (siehe auch Umlaufvermögen)
- Produktionsgüter
- nur mittelbar der Bedürfnisbefriedigung. Güter, die der Produktion anderer Güter dienen (Maschinen)
- Gebrauchsgüter
- werden über einen längeren Zeitraum mehrmals verwendet (Auto, Messer) (Anlagevermögen)
- Verbrauchsgüter
- können nur einmal verwendet werden. Mit der Verwendung gehen Sie unter (Brot, Benzin)
- komplementäre Güter, die sich gegenseitig ergänzen (Auto und Reifen)
- substitutive Güter, die untereinander austauschbar sind
(Butter und Margarine)
- homogene Güter, die gleichartig sind
- heterogene Güter, die ungleichartig (verschieden) sind

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1-1: Einteilung der Güter

1.6 Ökonomisches Prinzip

Zur Befriedigung der Bedürfnisse steht nur eine begrenzte Anzahl von Gütern zur Verfügung. Wir sprechen von Knappheit. Ursache der Knappheit ist ein begrenzter Vorrat an Rohstoffen, Arbeitskräften und Zeit (Ressourcen). Die Knappheit zwingt uns mit den vorhandenen Ressourcen zu wirtschaften, sie sinnvoll und effektiv einzusetzen.

- Maximalprinzip
- Mit den gegebenen Mitteln soll ein möglichst großer Erfolg erzielt werden
- Minimalprinzip
- Ein bestimmter Erfolg soll mit möglichst geringen Mitteleinsatz erzielt werden.

1.7 Arbeitsteilung

Früher haben die Menschen sich selbst versorgt. Sie haben nur für den eigenen Bedarf produziert. Sie lebten in einer Subsistenzwirtschaft. Arbeitsteilung bedeutet, dass eine Spezialisierung auf eine bestimmte Tätigkeit erfolgt.

1.7.1 Beruflich

- Berufsbildung
- Grundberufe (Bauer, Handwerker, Händler, Priester….usw.)
- Berufsspaltung
- Aufgabenteilung innerhalb des Berufes

1.7.2 Betriebliche

- Innerbetrieblich
- Innerhalb des Betriebes wird der Produktionsprozess in einzelne Arbeitsschritte aufgeteilt oder die Mitarbeiter spezialisieren sich nach bestimmten betrieblichen Funktionen (Marketing (Marktforschung) – Beschaffung – Fertigung – Absatz – Entsorgung)
- Arbeitszerlegung (Fließband,
Job Rotation – Vorteil: Verringerung von Personalabhängigkeit, Flexibilität, Motivation Teilautonome Arbeitsgruppen – Vorteil: Organisation innerhalb der Gruppe, Eigenverantwort liches Arbeiten
- Zwischenbetrieblich (z.B. Automobilindustrie)
- Produktionsteilung (Outsourcing)

Vorteile:

- Hohe Produktivität: mehr Güter bei gleichem Einsatz der Produktionsfaktoren (siehe 1.8)
- Jeder wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt, Steigerung der Flexibilität weil weniger
Anlagevermögen notwendig
- Auslagerung von kostenintensiven Sonderanfertigungen
- Modularisierung in der Fertigung
- Verringerung von Lagerhaltungskosten

Nachteile

- Fremdbestimmtheit bis zur Abhängigkeit von Zulieferern
- ggf. örtliche Entfernung zu den Zulieferern
- Verlagerung in Billiglohnländer? Erhöhung der Arbeitslosigkeit, nur bei volkswirtschaftlicher
Betrachtungsweise

1.7.3 Volkswirtschaftlich

- Primär Sektor
- Urerzeugung (Land-, Forst-, Fischereiwirtschaft und Rohstoffabbau)
- Sekundär Sektor
- Weiterverarbeitung (z.B. Sägewerk)
- Tertiär Sektor
- Dienstleistung

1.7.4 International/ Regional

- Die Ursache dafür sind klimatische Unterschiede (z.B. Südfrüchte), Rohstoffvorkommen, Umweltrecht, Lohnkosten, Qualität (Mentalität) der Arbeitskräfte, technische Entwicklung, u.a.

1.7.5 Arbeitsteilung im Hinblick auf Qualifikation

- geistig/ körperlich,
- burnout (Depressionen, Überforderungsgefühl – häufig im Konflikt mit Menschen)
- dispositiv (leitend, schöpfen, entwickeln)/ exekutiv (ausführend)
- gelernt, angelernt, ungelernt,
- selbständig / unselbstständig
→ zurück zu 1.8-Produktionsfaktoren

1.7.6 Exkurs: Arbeitslosigkeit

- Vollbeschäftigung (wann: 50ziger Jahre..wann noch: Zentralwirtschaft)
- bis max. 3% Arbeitslosenquote (Aq)
- Überbeschäftigung (wann: im Augenblick „Fachkräftemangel“?)
- mehr offene Stellen als Arbeitsmarkt hergibt 0% Aq

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Unterbeschäftigung (weit verbreitet in sozialer Marktwirtschaft)

- über 3% Aq

Abbildung 1-2: Formen der Unterbeschäftigung

a) Saisonbedingt ( Bau, Gastgewerbe, ... ).
Staat agiert nicht

b) Eine Branche ein Gebiet (Bergbau, Ruhrgebiet)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

d) Mensch wird durch Maschine ersetzt.
Staat : Umschulung, bzw. Qualifikationsgrad erhöhen (Zeit- und Organisationsproblem) bzw. in Bildung investieren.

e) Kurzfristige Arbeitslosigkeit 1 – 2 Monate (Zwischen Studium oder Ausbildung und Job).
Staat greift nicht ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* alle Erwerbstätigen + registrierte Arbeitslose

1.8 Produktionsfaktoren

Güter müssen hergestellt werden was in den Unternehmen erfolgt. Dort werden die Produktionsfaktoren eingesetzt, um Güter oder Dienstleistungen zu realisieren. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer Kombination der Produktionsfaktoren.

1.8.1 Arbeit

Unter Arbeit verstehen wir jede Art von körperlichen und geistigen Tätigkeit von Menschen, um Einkommen für die Bedarfsdeckung zu erzielen. Die Höhe der Einkommen ist über die Steuererklärungen bei den Finanzbehörden registriert und somit berechenbar. Zum Thema Arbeit siehe auch „Kap. 1.7 Arbeitsteilung“.

1.8.2 Kapital = Sachkapital + Geldkapital

Es umfasst das gesamte Sachkapital (auch häufig als Realkapital bezeichnet) und Geldkapital.

Das Realkapital entspricht der Summe aus Anlagen, Maschinen und Gebäuden, die der Produktion der Güter dienen. Diese Summen sind ebenfalls über die Finanzbehörden erfassbar (doppelte Buchführung, Abschreibung etc.).

Wird das Realkapital im Produktionsprozess der Unternehmungen eingesetzt, handelt es sich um produktives Kapital. Wird es vom Staat für kollektive Bedürfnisse verwendet handelt es sich um soziales Kapital.

1.8.3 Boden

Er umfasst die genutzte Bodenfläche und die Bodenschätze. Er dient zum Anbau (Landwirtschaft), Abbau (Bergbau) und als Standort (für Unternehmen, Straßen…)

- unvermehrbar (absolut knapp)
- nicht transportierbar (an eine bestimmte Lage gebunden)
- Mobilisierbar (Eigentum an Boden ist übertragbar)

1.9 Produktionsmöglichkeit durch Kapitalbildung (Investition)

Damit die Unternehmen mit Hilfe der Produktionsfaktoren produzieren können sind Investitionen notwendig. In diesem Zusammenhang unterscheiden wir folgende Parameter:

- Bruttoinvestition (Abschreibungen und U.St.)
- Summe alles Investitionen
- Ersatzinvestition (messbar über die Abschreibungen, Abschreibungskreislauf)
- Abschreibungen = Summe der Investitionen, die den Werteverzehr (Verschleiß, technischer
Fortschritt) des Kapitals im Vergleich zur Vorperiode ausgleichen soll. siehe WS-BWL,S60
- Nettoinvestition (Bilanzverlängerung) siehe WS-BWL,S23
- Summe der Investitionen, die den Kapitalstock im Vergleich zur Vorperiode vergrößern (Erweiterungsinvestition)

Zusammenhang: Bruttoinvestitionen = Nettoinvestitionen + Abschreibungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1-3: Arten der Investition

2 Wirtschaftskreislauf

In einer Volkswirtschaft bestehen die unterschiedlichsten Beziehungen zwischen verschiedenen Wirtschaftssubjekten. Zur einfacheren Darstellung werden diese zu einheitlichen Gruppen zusammengefasst (private Haushalte, Unternehmen, Staat (Inland), Ausland und Vermögensbildung (Kapitalsammelstellen)). In einem Wirtschaftskreislauf werden zwei Stromgrößen dargestellt:

- Güterstrom:
- stellt dar, wie viel „Güter“ in Form von Produktionsfaktoren die Unternehmen von wem bezo
gen und an wen sie die produzierten Güter in welchen Mengen abgeben werden.
- Wirtschaftssubjekte:
- stellen die Güter natürlich nicht kostenlos zur Verfügung. Jedem Güterstrom steht ein gleich
hoher Geldstrom gegenüber. Die Produktionsfaktoren erhalten
- Löhne, Mieten, Zinsen und Gewinne und für die Konsum- und Produktionsgüter werden Preise
gezahlt.

2.1 Einfacher Wirtschaftskreislauf

Der „Einfache Wirtschaftskreislauf“ stellt das Beziehungsgeflecht zwischen diesen Gruppen in vereinfachter Form dar. Voraussetzungen hierfür sind:

- Es bestehen nur zwei Wirtschaftsakteure
- Private Haushalte und Unternehmen
- Staat greift nicht in den Wirtschaftsprozess ein
- Beziehungen zum Ausland bestehen nicht
- gesamtes Einkommen wird konsumiert
- Kapitalstock ist dauerhaft nutzbar und wird nicht vergrößert

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1: Einfacher Wirtschaftskreislauf

2.2 Erweiterter Wirtschaftskreislauf

Der „Erweiterte Wirtschaftskreislauf“ stellt das Beziehungsgeflecht zwischen diesen Gruppen in ausführlicher Form dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-2: Erweiterter Wirtschaftskreislauf

- Steuern von Unternehmer an Staat
- Indirekte (Umsatz, Mineralöl, Tabak, Branntwein, Vergnügens-,)
- Direkte (Gewerbe, Körperschafts-,)
- Transferzahlungen sind alle Zahlungen für die kein ökonomischer Gegenwert geleistet werden muss (Sozialhilfe, Kindergeld, Wohngeld, Beamtenpension, . ).
- Steuern von privatem Haushalt an Staat
- nur direkte Steuern (Lohn, Hunde, Erbschafts-, )
- Staat an Ausland
- Beitrage : EU, UNO, NATO-,
- Entwicklungshilfe, Schenkungen
- Ausland an Staat
- Subventionen (Landwirtschaft aus EU)

2.3 Gruppenarbeit: Indikatoren volkswirtschaftlicher Zusammenhänge

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sich die Marktsituation der Unternehmen – ob als Hersteller oder Dienstleister – möglicherweise gravierend verändern. Um weiter bestehen zu können, reicht es nicht mehr aus, seine Produkte gut zu verkaufen.

Vielmehr ist es:

zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden, ob das Unternehmen kundenorientiert agiert und die Bedürfnisse des Kunden befriedigt.

Darüber hinaus werden sich mit dem Anbruch dieses Zeitalters die für die Unternehmen erfolgsrelevanten Faktoren völlig verschieben. Es werden von Industrieunternehmen und Dienstleistern ständig neue Ideen verlangt, die die Marktstellung auf Dauer sichern sollen.

Diese Werte befähigen ein Unternehmen maßgeblich, die Befriedigung der Kundenwünsche sicherzustellen. Die Veränderungen hin zu einem neuen Zeitalter zwingen das moderne Management zur Entwicklung eines Systems, welches die wichtigsten Erfolgsfaktoren berücksichtigt.

Unser Projekt soll eine Landkarte sein in der die von Ihnen entwickelten volkswirtschaftlichen Zusammenhänge und deren gegenseitige Abhängigkeit verdeutlicht werden soll. Einflüsse sind u.a.:

Finanziell:

- Geldmenge im Umlauf
- Inflation
- Steuerpolitik
- Investitionen/ Kredite/ Zinsen
- Börsenentwicklung
- Lohnentwicklung

Sozial- und gesellschaftlich:

- Bevölkerungsentwicklung (Populationspyramide?)
- Arbeitslosigkeit/ Schwarzarbeit
- Bildungsstand/ Technologie, Zukunftsorientierung?
- Globalisierung/ Politische Richtung, Import/Export,
- Gesellschaftspsychologische Zusammenhänge
Gesellschaftsdynamik in folge sinkendem Einkommen
oder kulturelle Unterschiede (als Auswirkung)

Umwelt:

- Klimaentwicklung?
- Rohstoffvorkommen
- Rohstoffpreise
- Erneuerbare Energie/
- Rohstoffwiederverwertung

3 Arten-, Einflüsse von und mit Werbung

Sie gehören im Auftrag der Geschäftsleitung einem Kompetenzteam an, welches in Bezug auf Werbestrategien nach Lösungen suchen und Visionen entwickeln soll. Nachdem das Produkt vorgestellt und Zielgruppen (siehe auch Kapitel 1.2) definiert sind müssen geeignete Werbeträger zugeordnet werden die Sie vorschlagen sollen.

Hierbei ist eine geeignete Darstellungsweise aus der hemmende und fördernde Faktoren hervorgehen anzufertigen. Schlagen Sie zu den Werbestrategien ggf. entsprechende Produkte vor.

Beziehen Sie außerdem auch kritisch Stellung zu dem Auswirkungen von Medien und Werbung auf unsere Gesellschaft.

3.1 Werbezielgruppen

- alt, jung weiblich, männlich

- siehe auch 1.3 Ursachen zur Bedürfnisabgrenzung

3.2 Werbeträger

- Studi VZ, IP Adresse, Payback
- Betriebssysteme (Vista warum große Datenmengen, was geschieht mit Information, wie können diese verwertet werden? Wie kann sich der Einzelne schützen?
- Flugzeugsitze/ Bahnsitze
- Außenwerbung

3.3 Werbewert berechnen

- Blickkontakte

3.4 Aussichten in die Zukunft

- Hemmend
- Fördernd

Aufgaben:

1. Zusammenfassen und Dokumentieren der Ergebnisse

2. Bitte nehmen Sie auch kritisch zu neuartigen Werbeträgern Stellung. Inwiefern halten Sie sich durch Werbeeinflüsse beeinflussbar (gerne an Hand einem Beispiel aus dem Alltag).

3. Präsentieren der Ergebnisse (mit der Gruppe)

4 Bruttoinlandsprodukt (BIP) & Volkseinkommen

4.1 Definition

Es ist die Summe aller in einem Jahr produzierten Güter und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Es ist ein Indikator für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und für den Wohlstand eines Volkes.

- Anteil Export am BIP?
- Indikator als Kennzahl…pro Kopf xy € in der BRD und im Vergleich…

4.2 Hemmnisse des BIP

- BIP allein gibt keine Auskunft über Einkommensverteilung.
- negative Auswirkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit wie Umweltverschmutzung, erhöhte Unfallzahlen oder die Reduktion von Freizeit werden nicht sichtbar
- Arbeitslosigkeit findet keine Berücksichtigung.
- Es werden nur Leistungen bewertet die über den Markt getauscht werden. Eigenleitungen der Unternehmen (Eigenverbrauch) oder der privaten Haushalte (Kindererziehung) werden nicht berücksichtigt.

4.3 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Sie ist ein statistisches Instrument zur Erfassung der gesamtwirtschaftlichen Vorgänge. Sie gibt Auskunft über:

- Höhe der Sozialproduktes
- Entstehung, Verteilung und Umverteilung der Einkommen
- Produktion und Verwendung der Güter

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist Voraussetzung für die Analyse der Wirtschaftlage uns bildet die Grundlage für die Wirtschaftpolitik und Lohnverhandlungen. Außerdem dienst sie dem internationalen Vergleich und dem Vergleich mit Vorjahren.

4.3.1 Verteilungsrechnung

Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit

+ Bruttoeinkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= Nettosozialprodukt zu Faktorpreisen ( Unternehmen )

= Volkseinkommen (private Haushalte)

./. Subventionen

+ indirekte Steuern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= Nettosozialprodukt (NSP) zu Marktpreisen

+ Abschreibung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.3.2 Entstehungsrechnung

1. Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft

+ 2. Produzierendes Gewerbe

+ 3. Handel

+ 4. Dienstleistungsunternehmen

+ 5. Staat

+ 6. private Haushalte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu Marktpreisen (Gütererstellung im Inland)
= Inlandskonzept

./. Inlandseinkommen von Ausländern (alle Personen die im Ausland Steuern zahlen)

+ Auslandseinkommen von Inländern (alle Personen die im Inland Steuern zahlen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= Bruttosozialprodukt (BSP) zu Marktpreisen (Gütererstellung von Inländern)
= Inländerkonzept

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

./. Abschreibung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= Nettosozialprodukt (NSP) zu Marktpreisen

./. indirekten Steuern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= Nettosozialprodukt zu Faktorpreisen (Unternehmen)

= Volkseinkommen (private Haushalte)

4.3.3 Verwendungsrechnung

Gibt Auskunft darüber welcher Teil des BIP´s konsumiert (Unternehmen und private Haushalte), Investiert bzw. exportiert wurde.

Allgemein:

Real BSP ist Inflationsbereinigt, zum Vergleichen der Perioden.

Nominales BSP ohne Berücksichtigung der Inflation.

4.3.4 Lohnquote & Gewinnquote

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In BRD Lohnquote > Gewinnquote (zu erreichendes Ziel in der Volkswirtschaft)

5 Markt und Preisbildung

5.1 Markt

Er ist der Ort an dem Angebot und Nachfrage aufeinander treffen (Gemüsemarkt, Kaufhaus, Börse, Internet). Wir unterschieden:

- Faktormärkte (Produktionsfaktoren)
- Arbeitsmarkt, Kapitalmarkt, Bodenmarkt
- Gütermärkte
- Konsumgütermarkt, Produktionsgütermarkt
- Geldmärkte
- Geld-, Wertpapier-, Devisenmarkt

5.1.1 Vollkommener Markt

Bei dem Model des vollkommenen Marktes wird unterstellt, dass alle Marktteilnehmer ausschließlich nach ökonomischen Prinzipien handeln. Alle haben die gleichen Güter. Außerdem müssen folgende Bedingungen erfüllt werden.

Homogenität der Güter

Sachlich gleichartig in Bezug auf Qualität, Verpackung (keine Werbung). Es bestehen keine Sachlichen Präferenzen.

Fehlen von Präferenzen

- keine räumliche Präferenzen (keine Standortvorteile)
- keine zeitlichen Präferenzen (keine Lieferfristen)
- keine persönlichen Präferenzen (keine freundschaftlichen Beziehungen)

Vollständige Markttransparenz

Anbieter und Nachfrager müssen eine vollständige Übersicht über den Markt haben. Sie müssen über die Geschäftsbedingungen (Preis, Rabatte, Qualitäten, ... ) informiert sein.

Punktmarkt
Angebot und Nachfrage treffen sich am gleichen Ort und zum gleichen Zeitpunkt. Unendlich schnelle Reaktion der Marktteilnehmer auf Veränderungen. Der Zeitbedarf für Anpassungen ist gleich Null (annähernd Börse).

5.1.2 Unvollkommener Markt

Werden ein oder mehrere Kriterien des Vollkommen Marktes nicht erfüllt, handelt es sich um einen unvollkommenen Markt. Dieses entspricht der Realität. Unternehmen sind bemüht durch Werbung und Marketing homogene Güter, heterogen erscheinen zu lassen. Im Weiteren sind Standortwahl und Servicequalität von Bedeutung, für ein unverwechselbares Profil des Anbieters.

5.2 Preisbildung

Der „Preis“ ist der in Geld ausgedrückte Tauschwert einer Ware.

5.2.1 Marktgleichgewicht/ Gleichgewichtspreis (Gp)

Der Markt ist im Gleichgewicht (GG), wo sich Angebotskurve und Nachfragekurve schneiden. Hier entspricht das Angebot der Nachfrage. Der Umsatz auf dem Markt ist am größten, wenn sich der Markt im Gleichgewicht befindet. Hier ist das Produkt aus Menge mal Preis
(X * P) am größten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4-1: Gleichgewichtspreis

5.2.2 Angebotsüberschuss (AÜ) und Käufermarkt (1)

Ein AÜ liegt vor, wenn das Angebot größer als die Nachfrage ist. Die Käufer haben hier die größere Marktmacht. Deshalb wird diese Situation auch Käufermarkt genannt. Hier setzen sich die Nachfrager durch.

Auswirkungen:

Die Lager werden größer. Um sie abzubauen, werden die Anbieter sich im Preis solange gegenseitig unterbieten, bis GG erreicht ist (z.B. Neue Produktvariante).

5.2.3 Nachfrageüberschuss (NÜ) und Verkäufermarkt (2)

Ein NÜ liegt vor, wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist. Die Verkäufer haben hier die größere Marktmacht. Deshalb auch Verkäufermarkt. Hier setzen sich die Anbieter durch.

Auswirkungen:

Es werden nicht alle Bedürfnisse befriedigt. Um den Mangel abzubauen, werden sich die Nachfrager solange gegenseitig im Preis überbieten, bis GG erreicht ist (z.B. exklusive Luxusgüter).

[...]


[1] Kreis, Handbuch der Betriebswirtschaftslehre, S. 343

Ende der Leseprobe aus 80 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Volkswirtschaftslehre
Untertitel
Grundlagen, Wirtschaftskreislauf, Bruttosozialprodukt, Markt und Preis, Geld- und Wirtschaftspolitik
Veranstaltung
Vorlesung
Autor
Jahr
2004
Seiten
80
Katalognummer
V32705
ISBN (eBook)
9783638333603
ISBN (Buch)
9783638703956
Dateigröße
1020 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Einführung, Volkswirtschaftslehre, Vorlesung
Arbeit zitieren
Rolf Mohr (Autor), 2004, Einführung in die Volkswirtschaftslehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32705

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