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Zur Bedeutung der Mediennutzung am Beispiel des Phänomens Kultfilm

Title: Zur Bedeutung der Mediennutzung am Beispiel des Phänomens Kultfilm

Term Paper , 2001 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Quapp (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Einleitung
Auf der Webseite www.freedomforum.org die sich mit dem ersten Zusatz zur US-amerikanischen Verfassung beschäftigt, wird über ein Gerichtsverfahren berichtet, in dem sich Oliver Stone und die Produktions- und Vertriebsfirma Warner Brothers dem Vorwurf ausgesetzt sahen, mit dem Film ,,Natural Born Killers" zwei Jugendliche quasi zur Nachahmung der gesehenen Gewalttaten aufgefordert zu haben. Sowohl die Anwälte eines inzwischen verstorbenen Überfallopfers als auch die Anwälte der Täter klagten gegen Stone und Warner Brothers und begründeten:
Among her claims is one that "all of the Hollywood defendants" had intended for people like Edmondson and Darras to watch the movie repeatedly and then go on a rampage. The movie did this, the court papers claim, "via subliminal suggestion or glorification of violent acts."
Hier wie in anderen Fällen haben die Gewalttäter ein und denselben Film immer wieder gesehen. Sechs andere Mordfälle oder -serien in den USA und Frankreich wurden mit Stones Film in Zusammenhang gebracht. John Hinckley wurde durch den Film Taxi Driver zu seinem Mordversuch an dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan animiert. Die Reihe Child´s Play wird mit drei Verbrechen und insgesamt 37 Todesopfern in Verbindung gebracht. Nach dem Erscheinen von Clockwork Orange häuften sich England Vergewaltigungsfälle, die von den Tätern mit dem Lied ,,singing in the rain" begleitet wurden. Auch das Massaker an einer High school in Littleton wurde mit einem Film in Verbindung gebracht. Ausgerechnet Leonardo di Caprio in dem Film ,,The Basketball Diaries" war für die jugendlichen Täter anscheinend das Vorbild für das Blutbad, das sie unter ihren Mitschülern und Lehrern anrichteten. vergl. jeweils: ,,The village voice" unter.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffes Kultfilm

3. Theorien zur Medienwirkung und Mediennutzung

3.1 Die Wirkungsforschung

3.1.1 Die Katharsisthese / Inhibitionsthese

3.1.2 Die Stimulationsthese

3.1.3 Die Lerntheorie

3.1.4 Die Suggestionsthese

3.1.5 Allgemeine Erregung

3.1.6 Die Habitualisierungsthese

3.1.7 Bemerkungen zum Bereich der klassischen Wirkungsforschung

3.1.8. Die Erweiterung der Wirkungsforschung um den rezipienten-orientierten Ansatz

3.2 Zum Ansatz der Mediennutzung

3.2.1 ,,Uses and Gratifications Approach" bzw. Nutzenansatz

3.2.2 Theorien zu Nutzungsmotiven bei Kultfilmfans

4. Filmbeispiele

4.1 Clockwork Orange

4.2 Taxi Driver

4.3 Pulp Fiction

4.4 Natural Born Killers

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem Konsum von gewalthaltigen Kultfilmen und realem aggressivem Verhalten bei Jugendlichen. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob eine direkte Kausalität zwischen Medienrezeption und Gewalt besteht oder ob es sich vielmehr um einen komplexen Aneignungsprozess handelt, bei dem Rezipienten Filme zur Identitätsstiftung und Lebensbewältigung nutzen.

  • Kritische Auseinandersetzung mit klassischen medienpsychologischen Wirkungs- und Nutzensansätzen.
  • Analyse der Definition und Entstehungsbedingungen des Phänomens Kultfilm.
  • Untersuchung der Rolle von Kultfilmen als Identitätsressource in Subkulturen.
  • Fallstudien zu vier kontrovers diskutierten Kultfilmen hinsichtlich ihrer Nutzungsmotive.

Auszug aus dem Buch

4.1 Clockwork Orange

Die Geschichte von Alex und seinen drei ,,Droogs", die ihre Nächte auf den Straßen mit Schlägereien und Vergewaltigungen verbringen, beeindruckt und bewegt auch fast dreißig Jahre nach ihrem Erscheinen noch Jugendliche und Erwachsene. Wo Filmposter verkauft werden, findet sich in der Regel mindestens ein Exemplar, auf dem Alex unheilvoll unter dem Rand seiner Melone hervorblickt. Stanley Kubrick erklärte sich die Faszination seines Films damit, ,,dass wir uns auf der Stufe des Unterbewussten wohl mit Alex identifizieren können. Die Psychiatrie lehrt uns, dass das Unterbewusste kein Gewissen kennt - im Unterbewussten sind wir potentiell alle ein Alex. Vielleicht ist es nur auf Gesetz, Moral und manchmal unseren angeborenen Charakter zurückzuführen, dass wir nicht werden wie er."

Gewalt ist das bestimmende Element von Clockwork Orange. Einerseits die sinnlose Gewalt um ihrer selbst willen, die von Alex und seinen Droogs ausgeht. Aber es sind eben nicht nur Alex und seine Freunde, die nach dieser Maxime leben; auch für Billiboy und seine Bande stellt Gewalt anscheinend den Lebenszweck dar. Und so erinnert die Schlägerei im Theater denn auch an die Gelegenheiten bei denen Hooligans aufeinandertreffen. Man trifft sich, man schlägt sich zusammen. Dabei geht es nicht um Territorien oder unterschiedliche Lebensauffassungen sondern eben nur darum den anderen zu verletzen. Fast noch schlimmer wirkt die strukturelle Gewalt, die Alex nach seiner Verhaftung erfährt. Den Quälereien im Gefängnis ist Alex hilflos ausgesetzt, dennoch sind seine Gewaltphantasien immer noch vorhanden. Nach der Behandlung in der Ludovico-Klinik schließlich ist er nur noch Spielball seiner ehemaligen Freunde, Opfer und der Politik. Für Kubrick war es die zentrale Frage, ob ein Mensch der seines freien Willens beraubt ist, noch menschlich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problematik der Medienwirksamkeit anhand prominenter Kriminalfälle, die mit gewalthaltigen Filmen in Verbindung gebracht wurden.

2. Definition des Begriffes Kultfilm: Erörterung der Entstehungsbedingungen von Kultfilmen, wobei die Rolle der Fangemeinde und deren aktive Rezeptionshaltung betont wird.

3. Theorien zur Medienwirkung und Mediennutzung: Umfassender Überblick über klassische Wirkungsforschung (u.a. Katharsis-, Lern- und Stimulationsthese) sowie die Abgrenzung zum rezipienten-orientierten Nutzenansatz.

4. Filmbeispiele: Detaillierte Analyse von vier Kultfilmen (Clockwork Orange, Taxi Driver, Pulp Fiction, Natural Born Killers) auf ihre reale Wirkungsweise und Aneignungsformen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Kultfilme lediglich ein Instrument unter vielen zur Identitätsbildung darstellen und nicht pauschal als Ursache für reale Gewalt gelten können.

Schlüsselwörter

Kultfilm, Medienwirkung, Jugendgewalt, Mediennutzung, Uses and Gratifications Approach, Identitätsstiftung, Sozialisation, Aggression, Rezeption, Subkultur, Filmtheorie, Clockwork Orange, Natural Born Killers, Mediengewalt, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Kultfilm und hinterfragt die verbreitete Annahme, dass der Konsum gewalthaltiger Filme direkt zu aggressivem Verhalten oder Straftaten bei Jugendlichen führt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die medienpsychologische Wirkungsforschung, die theoretische Definition des Kultfilms sowie die Analyse spezifischer Filmbeispiele im Kontext jugendlicher Subkulturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der simple Kausalzusammenhang von Medienkonsum als Ursache und Gewalt als Wirkung zu kurz greift und Kultfilme eher als komplexe Identitätsressourcen verstanden werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse und eine fallorientierte Untersuchung, bei der bestehende medienwissenschaftliche Thesen auf aktuelle und historische Kultfilme angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Diskussion verschiedener Wirkungsmodelle sowie die detaillierte Analyse der Kultfilme Clockwork Orange, Taxi Driver, Pulp Fiction und Natural Born Killers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Medienwirkung, Kultfilm, Identitätsstiftung, Rezeptionsforschung, Subkultur und die kritische Distanz zur direkten Medieneffekt-Hypothese.

Wie unterscheidet der Autor zwischen verschiedenen Typen von Kultfilm-Rezipienten?

Er differenziert zwischen dem erwachsenen Kultisten, der Filme primär als eskapistisches Mittel zum Alltagsumbruch nutzt, und dem jugendlichen Rezipienten, der Filme stärker zur Wertverstärkung und zur Suche nach sozialen Vorbildern einsetzt.

Warum wird der Film "Natural Born Killers" als Fallbeispiel angeführt?

Der Film dient als Beispiel für die öffentliche Debatte um Gewaltverherrlichung, wobei der Autor verdeutlicht, wie Fans den Film zur Bestätigung ihres Selbstbildes als "unterdrückte" Subkultur umdeuten können.

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Details

Title
Zur Bedeutung der Mediennutzung am Beispiel des Phänomens Kultfilm
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Soziologie)
Grade
1,0
Author
Christian Quapp (Author)
Publication Year
2001
Pages
33
Catalog Number
V3270
ISBN (eBook)
9783638119870
Language
German
Tags
Kultfilm Medienwirkung Mediennutzung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Quapp (Author), 2001, Zur Bedeutung der Mediennutzung am Beispiel des Phänomens Kultfilm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3270
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