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Musik ist eine Waffe. Das Verhältnis von Musik, Politik und Protest am Beispiel von "Ton Steine Scherben"

Titre: Musik ist eine Waffe. Das Verhältnis von Musik, Politik und Protest am Beispiel von  "Ton Steine Scherben"

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 26 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anna Fehmel (Auteur)

Politique - Autres sujets
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Résumé Extrait Résumé des informations

1970 erschien in der Westberliner Untergrundzeitung Agit 883 unter der Überschrift „Musik ist eine Waffe!“ eine „programmatische Selbstdarstellung“ (Johler/Sichtermann/Stahl 2000: 41) der Band Ton Steine Scherben: „Musik kann zur gemeinsamen Waffe werden, wenn du auf der Seite der Leute stehst, für die du Musik machst! [...] Musik kann [...] zur Waffe werden, wenn du mit ihr die Ursachen deiner Aggressionen erkennst. Wir wollen, daß du deine Wut nicht verinnerlichst, daß du dir darüber klar wirst, woher deine Unzufriedenheit und deine Verzweiflung kommen. [...] Ein Lied hat Schlagkraft, wenn es viele Leute singen können. Unsere Lieder sind einfach, damit viele sie mitsingen können. Wir brauchen keine Ästhetik; unsere Ästhetik ist die politische Effektivität“ (Agit 883, Dezember 1970; zitiert in: Johler/Sichtermann/Stahl 2000: 41ff). Dieser Text stellt außer Frage, daß Musik eine politische Wirkung haben, zur „Waffe“ werden kann.

„Musik war immer schon das Medium, durch das Werte, Meinungen und Vorurteile weltweit und auf relativ einfache Art vermittelt werden konnten“ (Cokes in: Spiegel Spezial 2/1994: 110). Sie ist „eine großartige Form der Kommunikation, und in ihr finden sich Botschaften, die man woanders vergeblich sucht“ (Savage in: Spiegel Spezial 2/1994: 95). Doch kann Musik tatsächlich das leisten, was ihr im Agit-Text unterstellt wird? Kann Musik wirklich eine politische Wirkung haben? Wodurch wird Musik, wird ein Lied, wird eine Band tatsächlich „politisch“?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Musik als Protest oder: Was macht einen Song politisch?

3. Ton Steine Scherben

3.1. Eine kurze Geschichte der Scherben

3.2. Ton Steine Scherben - eine politische Band?

3.2.1. Texte und Musik

3.2.2. Politisches Selbstverständnis und politische Praxis

3.3. Rezeption der Scherben damals

3.4. Rezeption der Scherben heute

4. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Musik, Politik und Protest am Beispiel der deutschen Band Ton Steine Scherben. Dabei wird analysiert, inwieweit die Band durch ihre Texte, ihre musikalische Ästhetik und ihre gelebte politische Praxis tatsächlich als politisches Aushängeschild ihrer Zeit fungierte und wie diese Wirkung bis in die heutige Zeit nachwirkt.

  • Die Definition von politischer Musik und Protestsongs im Kontext der Musikwissenschaft.
  • Die historische Entwicklung und der ideologische Werdegang der Band Ton Steine Scherben.
  • Die Analyse der Texte und des anarchistischen Selbstverständnisses der Musiker.
  • Die Rezeption der Band in ihrer Entstehungszeit sowie deren Bedeutung für heutige soziale Bewegungen.
  • Die Problematik der politischen Vereinnahmung und Umdeutung von Symbolen und Musik durch extremistische Gruppierungen.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Texte und Musik

Sind die Songs der Scherben politische Lieder im klassischen Sinne? Betrachtet man sich die Merkmale des politischen Liedes und des Polit Rock, so treffen diese auf Scherben-Songs nur bedingt zu. Den „Schwerpunkt auf der agitatorischen Funktion des Textes“, der sich die Musik vorrangig als „Transportmittel“ unterzuordnet hat (Wicke/Ziegenrücker 1997: 385), findet man bei ihnen nicht. „Das Wort hatte bei den ‚Scherben‘ nie Vorrang vor Klang und Rhythmus. Die Stimme ist nicht mehr und nicht weniger als ein Instrument. Das ist das Prinzip der Rock-Musik“ (Reiser 1998: 225).

Viele Scherbensongs haben dennoch schon auf den ersten Blick eine klare politische Aussage: Stücke wie „Ich will nicht werden was mein Alter ist“ (1971), „Warum geht es mir so dreckig“ (1971), „Paul Panzers Blues“ (1972) oder „Feierabend“ (1972) prangern die Ausbeutung und (gerade auch geistige) Abstumpfung des Menschen durch stupide, entfremdete und entfremdende Arbeit an. Dem gegenüber propagieren sie „den anarchistischen Gedanken, daß jeder seine Arbeit frei wählen kann“ (Kneschke: Politik in Rio Reisers Texten): „Ich will nen Job haben, der mir Spaß macht“ („Mole Hill Rockers“ 1983).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die programmatische Selbstdarstellung der Band Ton Steine Scherben und stellt die grundlegende Forschungsfrage nach der politischen Wirkung von Musik.

2. Musik als Protest oder: Was macht einen Song politisch?: In diesem Kapitel werden theoretische Kriterien für Protestlieder und politische Musik diskutiert, wobei auch kommunikationstheoretische Aspekte der Rezeption beleuchtet werden.

3. Ton Steine Scherben: Dieser Hauptteil widmet sich detailliert der Historie, den Texten, der politischen Praxis sowie der Rezeption der Band, unterteilt in vier Unterkapitel.

3.1. Eine kurze Geschichte der Scherben: Dieser Abschnitt beschreibt den Werdegang der Gruppe von der Gründung aus dem Hoffmanns Comic Teater bis hin zur schlussendlichen Auflösung.

3.2. Ton Steine Scherben - eine politische Band?: Hier wird kritisch hinterfragt, ob die Bezeichnung „Polit-Rock-Band“ für die Gruppe zutreffend ist.

3.2.1. Texte und Musik: Die Untersuchung der textlichen Inhalte und der anarchistischen Visionen innerhalb der Songs steht hier im Fokus.

3.2.2. Politisches Selbstverständnis und politische Praxis: Dieses Kapitel beleuchtet das Handeln der Band abseits der Musik, insbesondere ihr Engagement bei Hausbesetzungen.

3.3. Rezeption der Scherben damals: Die zeitgenössische Wahrnehmung der Band durch die Jugend und politische Gruppen wie Studentenbewegungen wird hier analysiert.

3.4. Rezeption der Scherben heute: Hier wird untersucht, wie die Band als kulturelles Symbol fortbesteht und warum ihre Musik teilweise von politischen Extremisten umgedeutet wird.

4. Abschließende Bemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese über die Wechselwirkung zwischen Musik und gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Schlüsselwörter

Ton Steine Scherben, Polit-Rock, Rio Reiser, Anarchismus, Protestsong, Musikgeschichte, Hausbesetzungen, Politische Kommunikation, Subkultur, Musikrezeption, Politische Praxis, Deutschland, 1970er Jahre, Protestkultur, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Potenzial der Musik von Ton Steine Scherben und untersucht das Wechselspiel zwischen ihrer künstlerischen Arbeit und ihrem politischen Aktivismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Neben der Musiktheorie stehen die Geschichte der Hausbesetzerbewegung, die libertären Ansätze der Bandmitglieder und die gesellschaftliche Bedeutung von Protestliedern im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, wie die Band Musik als „Waffe“ im sozialen und politischen Kampf einsetzte und warum ihr Einfluss auch Jahrzehnte nach der Bandauflösung fortbesteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine musik- und politikwissenschaftliche Analyse, die sowohl Liedtexte und Begleitmaterialien als auch zeitgenössische Berichterstattung und theoretische Grundlagen der Protestmusik auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bandbiografie, die inhaltliche Auseinandersetzung mit ihren Texten, die Analyse der politischen Praxis der Band sowie die Untersuchung ihrer historischen und gegenwärtigen Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ton Steine Scherben, Polit-Rock, Anarchismus, Protest, gesellschaftliche Veränderung und politische Kommunikation.

Wie gehen die Scherben mit dem Begriff "Polit-Rock-Band" um?

Die Bandmitglieder selbst bezeichneten sich nicht als „Polit-Rocker“, sondern verstanden sich als Rockband, deren politische Aussagen ein direktes Resultat ihrer Lebenspraxis waren.

Warum wird heute versucht, Lieder der Scherben von politisch rechten Gruppen umzudeuten?

Rechte Gruppierungen nutzen die Popularität und die eingängigen Parolen der Band, um eine „rebellische“ Identität vorzutäuschen und linke Symbole durch Umcodierung zu besetzen, um Jugendliche anzusprechen.

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Résumé des informations

Titre
Musik ist eine Waffe. Das Verhältnis von Musik, Politik und Protest am Beispiel von "Ton Steine Scherben"
Université
Free University of Berlin
Cours
HS Politische Kommunikation in der Lebenswelt
Note
1,0
Auteur
Anna Fehmel (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
26
N° de catalogue
V32736
ISBN (ebook)
9783638333870
ISBN (Livre)
9783638651974
Langue
allemand
mots-clé
Musik Waffe Verhältnis Musik Politik Protest Beispiel Steine Scherben Politische Kommunikation Lebenswelt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Fehmel (Auteur), 2004, Musik ist eine Waffe. Das Verhältnis von Musik, Politik und Protest am Beispiel von "Ton Steine Scherben", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32736
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Extrait de  26  pages
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