Belästigungen, Schikanen, Psychoterror oder andere zwischenmenschliche Konflikte gibt es seit Menschen interaktiv zusammenarbeiten. Innerhalb weniger Jahre ist der Begriff „Mobbing“ in unsere Alltagssprache eingegangen und ist als Synonym für Intrigen, Psychoterror, Schikane oder Krieg am Arbeitsplatz geläufig.
Jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter wird mindestens einmal im Verlauf ihres Arbeitslebens Opfer von Mobbing. Zu diesem Ergebnis kommt der von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin initiierte und von der Sozialforschungsstelle Dortmund durchgeführte "Mobbing-Report", der erstmals repräsentativ Ausmaß, Arten sowie Folgen von Mobbing in Deutschland darstellt.
Nach Meinungsumfragen beklagt sich sogar jeder zweite Beschäftigte in Deutschland über systematische Anfeindungen am Arbeitsplatz.
Die psychischen und physischen Folgen des zwischenmenschlichen Kleinkriegs äußern sich in vielfältiger Weise, und nicht zuletzt ist auch der durch Mobbing in Deutschland ausgelöste volkswirtschaftliche Schaden beträchtlich.
Ich will zu aller erst den Begriff Mobbing definieren und einige Statistiken nennen. Danach werden die Ursachen, Mobbingvarianten und die Folgen dargestellt. Hauptaugenmerk liegt anschließend auf den rechtlichen Schritten, die ein Betroffener einleiten kann.
Natürlich stelle ich noch dar, an wen sich ein Mobbingopfer wenden kann, und wie ihm geholfen wird.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Definition Mobbing
1.1. Mobbing nach Leymann
2. Statistiken
3. Ursachen
4. Horizontales und vertikales Mobbing
5. Die Folgen des Mobbings
6. Rechtliche Schritte
6.1. Anspruch auf Abwehr / Unterlassen
6.2. Anspruch auf Schadensersatz
6.3. Anspruch auf Schmerzensgeld
6.4. Der Straf- und zivilrechtliche Weg
6.5. Versetzung / Umsetzung
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz auseinander. Ziel ist es, den Begriff Mobbing präzise zu definieren, die Ursachen und Erscheinungsformen zu beleuchten sowie insbesondere die rechtlichen Handlungsmöglichkeiten für Betroffene, insbesondere im beamtenrechtlichen Kontext, aufzuzeigen.
- Wissenschaftliche Definition und Abgrenzung von Mobbing
- Analyse betrieblicher und individueller Mobbingursachen
- Unterscheidung zwischen horizontalem und vertikalem Mobbing
- Aufarbeitung der psychischen und physischen Folgen für Betroffene
- Detaillierte Darstellung rechtlicher Schritte, einschließlich zivil- und strafrechtlicher Optionen
Auszug aus dem Buch
1.1. Mobbing nach Leymann
Prof. Dr. Heinz Leymann, der als Begründer der modernen Mobbingforschung gilt, hat das Wort aufgenommen, um (zuletzt 1995) systematische Vorgänge in der Arbeitswelt zu beschreiben, die auf das Schikanieren von Mitarbeitern hinausliefen, um diese fertig zu machen und aus der Organisation zu verdrängen.
Bisherige Untersuchungen berufen sich zumeist auf die von Leymann in Schweden durchgeführten Untersuchungen, durch sie wurde das Thema auch hierzulande publik und öffentlichkeitsfähig. Anhand eigener Befragungen und Beobachtungen erstellte er einen umfassenden Katalog von Handlungen und Situationen, die eine Erfassung des Mobbingverhaltens ermöglichen. Diese abgrenzende Definition war notwendig, um eine gesonderte Behandlung des Problems überhaupt erst zu rechtfertigen. Mittlerweile erlauben die intensivierten Bemühungen in der Mobbingforschung eine recht genaue Unterscheidung der Mobbingaktionen von den normalen Stressreaktionen bei kurzzeitig erhöhter Arbeitsbelastung oder Meinungsverschiedenheiten unter Mitarbeitern.
Nachfolgend sind Beispiele aufgeführt, die den Begriff Mobbing konkretisieren:
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitende Betrachtung über die zunehmende Relevanz des Begriffs Mobbing und die Zielsetzung der Hausarbeit.
1. Definition Mobbing: Theoretische Herleitung des Begriffs durch renommierte Mobbingforscher und Eingrenzung durch spezifische Zeit- und Häufigkeitskriterien.
1.1. Mobbing nach Leymann: Detaillierte Betrachtung der von Prof. Leymann begründeten Mobbingforschung und Katalogisierung von Handlungen, die Mobbing definieren.
2. Statistiken: Überblick über die Häufigkeit, Dauer und betroffene Branchen sowie Personengruppen im Mobbing-Kontext.
3. Ursachen: Untersuchung der wechselseitigen Beziehung zwischen Arbeitsklima und Mobbing sowie betrieblicher und individueller Entstehungsfaktoren.
4. Horizontales und vertikales Mobbing: Differenzierung zwischen Konflikten unter Kollegen sowie dem Phänomen „Bossing“ (Top-down) bzw. Bottom-up.
5. Die Folgen des Mobbings: Aufzeigung der schwerwiegenden psychischen und physischen Gesundheitsfolgen für das Opfer sowie negativer Auswirkungen auf die Organisation.
6. Rechtliche Schritte: Erläuterung der Voraussetzungen für rechtliche Maßnahmen gegen Mobbing gemäß der Rechtsprechung.
6.1. Anspruch auf Abwehr / Unterlassen: Darstellung der Fürsorge- und Schutzpflicht des Dienstherrn bei Konflikten zwischen Beamten.
6.2. Anspruch auf Schadensersatz: Erläuterung der Bedingungen, unter denen Schadensersatzansprüche wegen Verletzung der Fürsorgepflicht entstehen.
6.3. Anspruch auf Schmerzensgeld: Abgrenzung der beamtenrechtlichen Schadensersatzansprüche hinsichtlich Vermögensschäden und immaterieller Schäden.
6.4. Der Straf- und zivilrechtliche Weg: Übersicht über strafrechtliche Tatbestände und zivilrechtliche Sanktionen gegen mobbende Mitbeschäftigte.
6.5. Versetzung / Umsetzung: Analyse der Möglichkeiten, durch personelle Veränderungen ein Spannungsverhältnis in der Dienststelle zu befrieden.
Fazit: Zusammenfassendes Plädoyer für den aktiven Umgang mit Mobbing und die Wahrnehmung der Führungsverantwortung.
Schlüsselwörter
Mobbing, Psychoterror, Arbeitsplatz, Fürsorgepflicht, Bossing, Beamtenrecht, Arbeitsklima, Mobbingforschung, Diskriminierung, Konfliktbewältigung, Schadensersatz, Gesundheit, Mobbingursachen, Betriebsklima, Psychosomatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Definition, den Ursachen und den rechtlichen Konsequenzen von Mobbing am Arbeitsplatz, insbesondere innerhalb behördlicher Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition nach Leymann, die statistische Erfassung, die Auswirkungen von Mobbing auf die Gesundheit sowie die rechtliche Absicherung des Opfers gegenüber dem Dienstherrn und den Tätern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Aufklärung über das Phänomen Mobbing sowie die Darlegung, welche rechtlichen Wege Betroffene gehen können, um ihre durch die Rechtsordnung geschützten Rechtsgüter zu verteidigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Ansätze der Mobbingforschung (z.B. Leymann, Zapf) sowie einschlägige rechtliche Grundlagen und beamtenrechtliche Bestimmungen integriert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Analyse der Mobbingursachen und Folgen sowie in eine ausführliche juristische Prüfung von Ansprüchen auf Unterlassen, Schadensersatz und Versetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Mobbing, Fürsorgepflicht, Bossing, Beamtenrecht und Konfliktbewältigung charakterisieren.
Was unterscheidet horizontales von vertikalem Mobbing?
Horizontales Mobbing beschreibt Konflikte unter Kollegen auf derselben Hierarchieebene, während vertikales Mobbing die ungleiche Machtverhältnisse zwischen Vorgesetzten und Untergebenen (Bossing oder Bottom-up) betrifft.
Welche juristischen Möglichkeiten hat ein gemobbter Beamter primär?
Beamte können sich auf die Fürsorge- und Schutzpflicht des Dienstherrn berufen, zivilrechtlich gegen Täter vorgehen oder bei Vorliegen strafrechtlicher Tatbestände Anzeige erstatten.
- Quote paper
- Stefan Kohlschmidt (Author), 2004, Mobbing und wie man sich wehren kann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32796