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Theodor Storms Gedichtpoetik

Title: Theodor Storms Gedichtpoetik

Intermediate Examination Paper , 2000 , 33 Pages , Grade: 1+

Autor:in: Max Borkowski (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Einführung

Das lyrische Werk Theodor Storms ist, verglichen mit anderen Dichtern seiner Zeit, von recht geringem Umfang. Während er über die gesamte Dauer seines Schaffens hinweg, wie auch nach seinem Tode, vordergründig als Novellist zur Kenntnis genommen wurde und noch wird, so steht dies ganz im Gegensatz zu dem Bild, welches Storm von sich selbst als Schriftsteller hatte. „Meine Novellistik ist aus meiner Lyrik erwachsen [...]” schreibt er 1882 an den Literaturwissenschaftler Erich Schmidt. In einem Brief an Eduard Mörike äußert Storm folgende Selbsteinschätzung:

„Sobald ich recht bewegt werde, bedarf ich der gebundnen Form. Daher ging von allem was an Leidenschaftlichem und Herbem, an Charakter und Humor in mir ist, die Spuhr meist nur in die Gedichte hinein. In der Prosa ruhte ich mich aus von den Erregungen des Tages; dort suchte ich grüne, stille Sommereinsamkeit.”

In diesem Sinne hat sich Storm mehrfach verschiedenen Briefpartnern gegenüber ausgesprochen. In einem Brief an Klaus Groth schreibt er sieben Jahre später:

„Ich bin mir dessen klar genug bewußt, daß mein Talent eigentlich ein rein lyrisches ist [...]; was an Leidenschaft, Humor, Charackter in mir ist, spricht sich vorzugsweise, jedenfalls vollständig nur in den Gedichten aus.”
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Lyrik im 19. Jahrhundert

3. Storms Lyriktheorie

4. Gedichtbeispiele

4.1 Hyazinthen

4.2 Oktoberlied

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zugrunde liegende Lyriktheorie von Theodor Storm. Das primäre Ziel ist es, den theoretischen Rahmen seiner Lyrikproduktion und -rezeption historisch einzuordnen und aufzuzeigen, wie Storm sein Konzept des „Erlebnisgedichts“ in seinen Werken praktisch umsetzt und gegenüber den zeitgenössischen literarischen Strömungen abgrenzt.

  • Theoretische Grundlagen von Theodor Storms Lyrikverständnis
  • Die Rolle des "Erlebnisses" und des "Naturlauts" in der Lyrik
  • Analyse der Gedichte "Hyazinthen" und "Oktoberlied"
  • Storms Positionierung im literarischen Kontext des 19. Jahrhunderts
  • Die Einheit von Form und Inhalt als ästhetisches Ideal

Auszug aus dem Buch

3. Storms Lyriktheorie

Die Ablehnung des Großteils der zeitgenössischen Lyrik hat ihren Ursprung in Storms unnachgiebiger Haltung, mit der er seine Lyriktheorie, um derentwillen er einem hohen Maß an Kritik ausgesetzt war, propagierte. In einem Brief an Ludwig Eichrodt äußert er 1876, also zu einem Zeitpunkt, zu dem die Produktion seines lyrischen Werks zum größten Teil abgeschlossen war, folgende Einschätzung zur Situation der deutschen Lyrik:

„Was nun die Lyrik anbelangt, so bin ich allgemach dahin gekommen, daß mir fast Alles nicht tief, nicht knapp, nicht ursprünglich genug erscheint; das Stichhaltige in der Lyrik kann meiner Meinung nach in ein kleines Buch zusammengefaßt werden; und glauben Sie mir nicht, daß ich mich dabei selber schone. Mir ist, als hätten selbst die größten Meister es kaum über ein paar Blätter guter Lyrika gebracht.”

Storm hat diese Kritik „wenig originell”, wie Harro Müller feststellt, einmal in lyrischer Form festgehalten und zugleich seinen Standpunkt offenbart:

Poeta laureatus: Es sei die Form ein Goldgefäß, In das man goldnen Inhalt gießt. Ein anderer: Die Form ist nichts als der Kontur, Der den lebend´gen Leib beschließt.

Diese Verse drücken einen Teil des lyrischen Programms Theodor Storms aus, sie deuten sein dichterisches Selbstverständnis und somit die Stellung, die er für sich beansprucht, an. Storm stellt hier zwei gegensätzliche Dichtertypen, folglich gegensätzliche Auffassungen vom Wesen und Anspruch der Lyrik einander gegenüber: Während der ‚Poeta laureatus’, womit zweifelsohne Emanuel Geibel gemeint ist, mit seiner zwar formschönen, aber nichtssagenden, gleichsam toten Lyrik populistische Dichtung verkörpert, dichtet der anonyme andere, weil er nicht anders kann. Seine Gedichte entstehen aus einem inneren Drang, sich lyrisch mitzuteilen, sie sind beseelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel erläutert Storms Selbstverständnis als Lyriker im Gegensatz zu seiner primären Wahrnehmung als Novellist und skizziert seinen biografischen Werdegang.

2. Lyrik im 19. Jahrhundert: Hier wird der historische Kontext der deutschen Lyrik nach 1848 sowie Storms isolierte Stellung innerhalb der literarischen Strömungen dieser Zeit analysiert.

3. Storms Lyriktheorie: Dieses Kapitel arbeitet Storms zentrales Postulat des "Erlebnisgedichts" und die Bedeutung von Formgebung und Unmittelbarkeit heraus.

4. Gedichtbeispiele: Eine detaillierte Untersuchung der Gedichte "Hyazinthen" und "Oktoberlied" dient der praktischen Veranschaulichung der theoretischen Postulate.

4.1 Hyazinthen: Analyse des Gedichts vor dem Hintergrund der Thematisierung von Treue und subjektiver Innerlichkeit.

4.2 Oktoberlied: Untersuchung der Argumentationsstruktur und Symbolik dieses Gedichts als Ausdruck eines Lebensbejahens trotz gesellschaftlicher Widrigkeiten.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Storms poetologischem Beitrag und seiner Rolle als "Realist des Fühlens" im 19. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Theodor Storm, Lyriktheorie, Erlebnisgedicht, Realismus, 19. Jahrhundert, Naturlaut, Formgebung, Innerlichkeit, Literaturkritik, Gedichtanalyse, Ästhetik, Hyazinthen, Oktoberlied, Werkinterpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der poetologischen Theorie Theodor Storms und untersucht, wie er sein Verständnis von Lyrik als "Erlebnisdichtung" formuliert und in die Praxis umgesetzt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Erlebnisgedichts, dem Verhältnis von Form und Inhalt, der Abgrenzung zur zeitgenössischen "Vielschreiberei" sowie der Bedeutung von Naturlaut und subjektiver Innerlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Storms theoretisches "Glaubensbekenntnis" zur Lyrik darzustellen und zu zeigen, wie seine theoretischen Anforderungen in seinen eigenen Gedichten Gestalt annehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor wählt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der Storms theoretische Äußerungen (aus Briefen und Vorworten) mit ausgewählten Gedichtbeispielen abgleicht und diese in den historischen Kontext der Literatur des 19. Jahrhunderts stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Lyrik im 19. Jahrhundert, eine systematische Erläuterung der Stormschen Lyriktheorie und eine detaillierte Analyse der beiden Gedichte "Hyazinthen" und "Oktoberlied".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Namen des Autors und der Epoche sind Begriffe wie "Erlebnisgedicht", "Unmittelbarkeit", "Formgebung" und "Innerlichkeit" zentral für das Verständnis der Arbeit.

Warum betrachtet der Autor Storm als "Realist des Fühlens"?

Storms Realismus bezieht sich nicht auf eine objektive Abbildung der Gesellschaft, sondern auf die wahrhaftige Vermittlung subjektiver emotionaler Erfahrungen und Stimmungslagen durch die Sprache.

Welche Rolle spielt Emanuel Geibel in Storms Theorie?

Geibel dient Storm in seinen Briefen und Schriften regelmäßig als Negativbeispiel für eine "schönschreibende", phrasenhafte und inhaltlich leere Dichtung, die dem Ideal des unmittelbaren Erlebnisses entgegensteht.

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Details

Title
Theodor Storms Gedichtpoetik
College
University of Duisburg-Essen  (Germanistik)
Course
Seminar Lyrik des 19. Jahrhunderts
Grade
1+
Author
Max Borkowski (Author)
Publication Year
2000
Pages
33
Catalog Number
V327
ISBN (eBook)
9783638102360
Language
German
Tags
Theodor Storms Gedichtpoetik Seminar Lyrik Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Max Borkowski (Author), 2000, Theodor Storms Gedichtpoetik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/327
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