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Kausale versus teleologische Erklärungen - Über den Ansatz von Georg Hendrik Wright

Title: Kausale versus teleologische Erklärungen - Über den Ansatz von Georg Hendrik Wright

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Philipp Mattheis (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

A) Einleitung
1. Georg Hendrik Wright: Erklären und Verstehen
Erklären und Verstehen lautet der Titel des Buches von Georg Hendrik
Wright, welches 1974 erschienen ist. Grundfrage des Buches ist: Inwieweit
können Handlungen mit Hilfe von Intentionen kausal erklärt werden? Oder
bedarf es hierzu einer spezifischen teleologischen Begründung?
Auch wenn es letztlich nicht zu einer Beantwortung dieser Frage kommen
mag, so schärft Wright den Blick auf die Problematik von einer anderen
Perspektive heraus.
2. Absicht der vorliegenden Arbeit und Vorgehensweise
Vorliegende Arbeit soll zum einen einen Überblick über das Buch „Erklären
und Verstehen“ liefern, zum anderen insbesondere eine sinnvolle Brücke
zum Thema des Seminars „Finalität in der Natur“ schaffen.
Der Aufbau der Arbeit orientiert sich dabei im Großen und Ganzen an den
Kapiteln des Buches, wobei relevante Punkte hervorgehoben, weniger
ausschlaggebende zusammengefasst und gekürzt wurden.
In den folgende Kapiteln soll der wesentliche Gedankengang des Autors
rekonstruiert und verständlich wiedergegeben werden.
Am Ende der vorliegenden Arbeit folgt eine Zusammenfassung und eine
Kritik bzw. persönliche Evaluation der Problematik.
Zur Zitiertechnik sei angemerkt, dass Zitate und Verweise auf das Buch
„Erklären und Verstehen“ von George Hendrik Wright gewöhnlich nur mit
Seitenangaben gekennzeichnet sind. Verweise auf andere Quellen sind im
Index jeweils mit Titel versehen.

B) Hauptteil
1.1 Vorbemerkungen
Erklären und Verstehen – Ideengeschichtliche Annäherung
Wright unterscheidet zwei grundlegende Traditionen von
Erklärungsmodellen. „Der eine besteht in der Feststellung (...) von
Tatsachen, der andere in der Konstruktion von Hypothesen und Theorien.
Diese beiden Aspekte wissenschaftlicher Tätigkeit werden manchmal als
deskriptive und theoretische Wissenschaft bezeichnet.“
Laut Wright lassen sich diese beiden Positionen ideengeschichtlich zum
einen auf Aristoteles und zum anderen auf Galileo Galilei zurückführen.
Während erstere Erklärungen dazu benutzt, Phänomene im Nachhinein zu
verstehen, fokussiert letztere hingegen das Erklären und damit das
Voraussagen des Eintretens bestimmter Phänomene. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

1. Georg Hendrik Wright: Erklären und Verstehen

2. Absicht der vorliegenden Arbeit und Vorgehensweise

B) Hauptteil

1. Vorbemerkungen: Ideengeschichtliche Annäherung

1.2 Was ist eine Erklärung? – Das Hempel-Oppenheim-Schema, Ansätze aus der Kybernetik

2. Kausale Erklärungen

2.1 Handlung und Kausalität

2.2 Experiment und Kausalität

3. Teleologische Erklärungen

3.1. Charakteristika teleologischer Erklärungen

3.2 Verträglichkeit von kausaler und teleologischer Erklärung

4.1 Erklärungen in den Geschichts- und Sozialwissenschaften

4.2 Determinismus in einem neuen Licht?

C) Schluss

1. Fazit

Zusammenfassung der Argumentation und Arbeitsweise Wrights

2. Kritik

In wie weit wird Wright seinem Anspruch gerecht? Welche für die Beantwortung der Ausgangsfrage relevanten Problemkreise werden möglicherweise ausgespart?

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den wissenschaftstheoretischen Ansatz von Georg Hendrik Wright, insbesondere die Frage, ob Handlungen kausal erklärt werden können oder ob sie einer spezifischen teleologischen Begründung bedürfen. Ziel ist es, die Brücke zwischen dem Buch „Erklären und Verstehen“ und dem Thema „Finalität in der Natur“ zu schlagen.

  • Unterscheidung zwischen kausalen und teleologischen Erklärungen
  • Analyse des Hempel-Oppenheim-Schemas
  • Die Rolle von Kausalität und Intentionalität in Handlungen
  • Anwendung teleologischer Erklärungen in Sozial- und Geschichtswissenschaften
  • Kritische Evaluation der Methode Wrights im Kontext moderner Wissenschaft

Auszug aus dem Buch

2.1 Handlung und Kausalität

Noch immer stellt sich Kausalität als zentrales Problem der Wissenschaftstheorie dar. Russel schlug deshalb vor den Begriff der Kausalität durch den der Funktion zu ersetzen. Wright macht auf Seite 45 einen weiteren Vorschlag; er schlägt den Begriff Bedingung vor. Die darauf folgende Diskussion von Ursache und Wirkung führt er mit Hilfe von Bedingungen anstatt von funktionalen Relationen. 14 Laut Wright bietet ein solches Vorgehen zwar keine Lösung der mit dem Begriff der Kausalität verknüpften Probleme, aber es hilft diese Probleme klarer zu formulieren. In der Aussagenlogik aber besteht eine Assymetrie zwischen Ursache und Wirkung, die sich nicht ausschließlich über die zeitliche Komponente lösen lässt.

„Wenn p ein Ursache-Faktor bezüglich q und q daher ein Wirkungsfaktor bezüglich p ist, dann sehen wir – zumindest normalerweise – q nicht als einen Ursache-Faktor bezüglich p bzw. p nicht als einen Wirkungsfaktor bezüglich q an. (...) Ich nenne dieses Problem das Problem der Asymmetrie von Ursache und Wirkung.“15 Die Annahme, dass diese Asymmetrie einfach die zeitliche Asymmetrie widerspiegele, führt, laut Wright, nicht weit, da auch sie neue Probleme wie zum Beispiel das der Gleichzeitigkeit oder der zeitlichen Überschneidung von Ursache und Wirkung aufwerfe. Die Wurzel dieser Asymmetrie liegt demnach nicht in der zeitlichen Relation, sondern woanders.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Ideengeschichtliche Annäherung: Wright zeichnet den historischen Konflikt zwischen der kausalen naturwissenschaftlichen Tradition und der teleologischen geisteswissenschaftlichen Perspektive nach.

1.2 Was ist eine Erklärung? – Das Hempel-Oppenheim-Schema, Ansätze aus der Kybernetik: Dieses Kapitel erläutert das deduktiv-nomologische Modell wissenschaftlicher Erklärungen und prüft, ob kybernetische Prozesse teleologische Erklärungen ersetzen können.

2. Kausale Erklärungen: Hier wird untersucht, wie Kausalität in experimentellen Wissenschaften als notwendige oder hinreichende Bedingung definiert wird.

3. Teleologische Erklärungen: Wright führt den praktischen Syllogismus ein, um intentionale Handlungen ohne Rückgriff auf Naturgesetze zu erklären.

4.1 Erklärungen in den Geschichts- und Sozialwissenschaften: Das Kapitel diskutiert, warum historische Ereignisse primär teleologisch motiviert interpretiert werden müssen, da harte Naturgesetze fehlen.

4.2 Determinismus in einem neuen Licht?: Der Begriff des Determinismus wird im Hinblick auf den Unterschied zwischen Voraussagbarkeit in der Natur und Verständlichkeit menschlichen Handelns neu bewertet.

1. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Handlungen aufgrund ihrer Intentionalität grundlegend von rein kausalen Ereignissen unterschieden werden müssen.

2. Kritik: Der Autor hinterfragt die methodische Strenge von Wright und bemängelt das Fehlen neurobiologischer Perspektiven bei der Erklärung menschlicher Handlungsmotivation.

Schlüsselwörter

Georg Hendrik Wright, Erklären und Verstehen, Kausalität, Teleologie, Hempel-Oppenheim-Schema, praktischer Syllogismus, Intentionalität, Wissenschaftstheorie, Determinismus, Handlungsphilosophie, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaften, analytische Philosophie, Kybernetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung mit dem Buch „Erklären und Verstehen“ von Georg Hendrik Wright und dessen Unterscheidung zwischen kausalen und teleologischen Erklärungsmodellen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Logik wissenschaftlicher Erklärungen, dem Verhältnis von Handlung und Kausalität sowie der Anwendbarkeit teleologischer Ansätze in den Humanwissenschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Gedankengang Wrights zu rekonstruieren und zu prüfen, ob teleologische Handlungen in kausale Prozesse übersetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rekonstruktive und analytische Methode, um die Argumentationsstruktur von Wright im Kontext der Wissenschaftstheorie zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Hempel-Oppenheim-Schema, die Abgrenzung von Kausalität und Handlung sowie die Bedeutung teleologischer Erklärungen in der Geschichts- und Sozialforschung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Intentionalität, Kausalität, Teleologie, praktischer Syllogismus und die Differenz zwischen Erklären und Verstehen geprägt.

Warum lehnt Wright die Kybernetik als Erklärung für menschliche Handlungen ab?

Wright argumentiert, dass kybernetische Modelle zwar selbstregulierende Prozesse erfassen können, jedoch an ihre Grenzen stoßen, sobald Intentionalität und subjektive Absichten in Handlungen eine zentrale Rolle spielen.

Welche Kritik übt der Autor an der Methodik von Georg Hendrik Wright?

Der Autor kritisiert, dass Wright eine rein sprachanalytische Methode wählt und die Erkenntnisse der modernen Neurobiologie vernachlässigt, die für ein tieferes Verständnis von Täterschaft und Kausalität notwendig wären.

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Details

Title
Kausale versus teleologische Erklärungen - Über den Ansatz von Georg Hendrik Wright
College
Munich School of Philosophy
Course
Finalität in der Natur
Grade
2,0
Author
Philipp Mattheis (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V32811
ISBN (eBook)
9783638334341
ISBN (Book)
9783640113200
Language
German
Tags
Kausale Erklärungen Ansatz Georg Hendrik Wright Finalität Natur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Mattheis (Author), 2004, Kausale versus teleologische Erklärungen - Über den Ansatz von Georg Hendrik Wright, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32811
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