In der folgenden Hausarbeit werde ich versuchen die vier verschiedenen Formen von Rede- und Gedankenwidergabe, die Döblin in „Berlin Alexanderplatz“ verwendet näher zu beschreiben und ihr Vorkommen im Roman zu untersuchen. Die Arbeit ist in vier größere Abschnitte unterteilt, die den entsprechenden Wiedergabeformen zugeordnet sind. Die ersten drei Abschnitte, die die direkte, indirekte und erlebte Rede behandeln, sind jeweils in zwei Punkte unterteilt, wobei der erste eine kurze Zusammenfassung über Form, Auftreten und grammatische Besonderheiten der jeweiligen Personenrede bietet und der zweite ihr Vorkommen im Werk untersucht. Der vierte Abschnitt, der sich mit dem inneren Monolog beschäftigt, ist ein wenig umfangreicher. Da in der Literaturwissenschaft mehrere Meinungen, über Definition, Klassifikation und genauen Gebrauch, vertreten sind, habe ich einen kurzen Exkurs über dieses Begriffschaos gemacht. Die Beispiele für erlebte und indirekte Rede sind nicht sehr umfangreich, da der Autor die direkte Rede der indirekten und den inneren Monolog der erlebten Rede vorgezogen hat um den schnellen Rhythmus und die größere Lebendigkeit der Großstadt unvermittelt wiederzugeben.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Die direkte Rede
1.1 Kurze Übersicht über Form, auftreten und grammatische Besonderheiten
1.2 Direkte Rede im „Berlin Alexanderplatz“
1.2.1 Das Berlinische
1.2.2 Der Ganovenjargon
2. Die indirekte Rede
2.1 Kurze Übersicht über Form, Auftreten und grammatische Besonderheiten
2.2 Die indirekte Rede in „Berlin Alexanderplatz“
3. Die erlebte Rede
3.1 Kurze Übersicht über Form, Auftreten und grammatische Besonderheiten
3.2 Die erlebte Rede in „Berlin Alexanderplatz“
4. Der innere Monolog
4.1 Vorgeschichte, Entstehung und Bedeutung für die Literatur
4.2 Das Begriffschaos um den inneren Monolog und die Technik des „stream of consciousness“
4.3 Form und grammatische Besonderheiten
4.3.1 Der nicht-assoziativ hervorgerufene innere Monolog
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die vier zentralen Formen der Rede- und Gedankenwiedergabe in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ zu analysieren und deren jeweilige Verwendung im Text zu untersuchen.
- Analyse der direkten Rede und ihrer Einbettung in das Berliner Milieu.
- Untersuchung der indirekten Rede und ihrer formalen Besonderheiten im Roman.
- Erörterung der erlebten Rede und ihrer Abgrenzung zum Erzählerbericht.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem inneren Monolog und der Technik des „stream of consciousness“.
- Stilistische Untersuchung der Sprachschichten wie Berliner Umgangssprache und Ganovenjargon.
Auszug aus dem Buch
4.2 Das Begriffschaos um den inneren Monolog und die Technik des „stream of consciousness“
In der literaturwissenschaftlichen Diskussion um den „inneren Monolog“ herrschte von Beginn an eine begriffliche Konfusion. Der Begriff Innerer Monolog wird in der Fachliteratur unterschiedlich gebraucht: am häufigsten für die oben genannte, von Dujardin beschriebene, Technik, ein andermal als Sammelbegriff für alle Formen der Gedankenwiedergabe mit Ausnahme des auktorialen Gedankenberichts (vgl. Vogt 1990:191), aber auch als Synonym für erlebte Rede (vgl. Wellek/Warren 1971:244).
Dieses Begriffschaos wird noch verwirrender, wenn man an die Technik des „stream of consciousness“ denkt. Dieser Begriff wurde Ende des 19. Jh.s von dem amerikanischen Psychologen William James geprägt. Er wird manchmal als eine extremere Form des inneren Monologs angesehen, „manchmal als Abgrenzungs- oder Gegenbegriff verwendet“ (s. Vogt 1990:191), und manche sind der Meinung, dass der stream of consciousness nur das Rohmaterial des Bewusstseins darstellt, für dessen literarische Transkription die Techniken des inneren Monologs, der erlebten Rede und der psycho-narration benutzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Vorhaben, die vier Formen der Redewiedergabe in Döblins Werk unter Berücksichtigung der Forschungsdiskussion zu untersuchen.
1. Die direkte Rede: Das Kapitel erläutert die grammatischen Grundlagen der direkten Rede und deren spezifische Funktion als authentisches Ausdrucksmittel des Berliner Milieus im Roman.
2. Die indirekte Rede: Hier wird die Anwendung der indirekten Rede im Roman analysiert, wobei auf die im Vergleich zur direkten Rede geringere Verwendung und die spezifischen Modus-Wahlen eingegangen wird.
3. Die erlebte Rede: Der Abschnitt diskutiert die theoretischen Bestimmungen der erlebten Rede und zeigt anhand von Beispielen die Schwierigkeiten bei deren Abgrenzung im Roman auf.
4. Der innere Monolog: Dieses umfangreiche Kapitel behandelt die literarischen Ursprünge, die begriffliche Definition des inneren Monologs sowie seine verschiedenen Intensitätsstufen im Roman.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Würdigung der sprachlichen Gestaltung Döblins, welche den Roman zu einem bedeutenden Großstadtroman erhebt.
Schlüsselwörter
Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz, Redewiedergabe, direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede, innerer Monolog, stream of consciousness, Berliner Umgangssprache, Ganovenjargon, Erzähltechnik, Bewusstseinswiedergabe, Literaturwissenschaft, Franz Biberkopf, Montagetechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Formen der Rede- und Gedankenwiedergabe, die Alfred Döblin in seinem Roman „Berlin Alexanderplatz“ einsetzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede sowie der innere Monolog, ergänzt durch soziolinguistische Aspekte der Berliner Mundart und des Ganovenjargons.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, das Vorkommen und die formale Gestaltung dieser Wiedergabeformen innerhalb des Romans detailliert zu beschreiben und zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung von Standardwerken zur Erzähltechnik, um Definitionen und Klassifikationen auf die Textbeispiele aus dem Roman anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die vier Hauptformen der Redewiedergabe jeweils in einer theoretischen Einleitung und einer anschließenden Untersuchung der Textbeispiele aus „Berlin Alexanderplatz“ behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Redewiedergabe, innerer Monolog, Berlin Alexanderplatz, Erzähltechnik und Berliner Umgangssprache.
Wie unterscheidet der Autor zwischen dem inneren Monolog und dem „stream of consciousness“?
Der Autor betrachtet den „stream of consciousness“ als eine extremere Variante des inneren Monologs, die weniger auf logische Struktur und stärker auf den ungefilterten Bewusstseinsfluss setzt.
Warum ist es laut der Arbeit schwierig, die erlebte Rede zu identifizieren?
Die Identifikation ist schwierig, da die Grenzen zum Erzählerbericht fließend sind und der Autor in diesem Roman die direkte Rede und den inneren Monolog für die Lebendigkeit der Darstellung bevorzugt.
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- Petia Trojca (Author), 2004, Wiedergabeformen in Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32841