Methodische Entscheidungen bei der Unterrichtsplanung


Seminararbeit, 2002

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Definition von Methodik
1.2 Was ist und was will die Methodik?
1.2.1 Funktionen der Methodik
1.3 Das didaktische Dreieck
1.4 Was soll und kann die Methodik?
1.4.1 Allgemeine und spezielle Methodik

2 Die drei Ebenen „guten Unterrichts“
2.1 Das unterrichtliche Handeln eines Lehrers muss zweckmäßig imHinblick auf die von ihm verfolgten Ziele sein
2.1.1 Sachgerechtigkeit und Angemessenheit
2.2 Sportunterricht muss vor allem zielgerichtet und intensiv sein
2.2.1 „Kontrollkriterium“ für Zielstrebigkeit und Intensität
2.3 „Generalisierbare Handlungsanleitungen“
2.3.1 Phasen optimaler Lernfähigkeit nutzen
2.3.2 Lieber weniger, das aber richtig tun
2.3.3 Aus wenigem viel machen
2.3.4 Möglichst wenig falsch machen

3 Die methodischen Übungsreihen
3.1 Die Untergliederung der methodischen Übungsreihen
3.1.1 Vorbereitende Übungen
3.1.2 Vorübungen
3.2 Die drei Prinzipien der methodischen Übungsreihen
3.2.1 Prinzip der verminderten Lernhilfe
3.2.2 Prinzip der graduellen Annnäherung
3.2.3 Prinzip der Aufgliederung in funktionale Teileinheiten
3.3 Grundsätze und Gefahren der methodischen Übungsreihen

4 Methodische Verfahrensweisen
4.1 Strukturierte Lehrwege
4.2 Offene Lehrwege
4.3 Ganzmethode
4.4 Teilmethode

5 Unterrichtsformen

6 Methodische Maßnahmen

7 Zum Problem der Methodenauswahl

8 Zusammenfassung

9 Fazit

10 Schlussdiskussion

10 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Jeder Lehramtsstudierende (hier speziell auf das Unterrichtsfach Sport bezogen) sollte sich mit der Problematik der Unterrichtsplanung und damit auch mit den Unterrichtsgegenständen selbst während seiner Studienzeit beschäftigt haben. Denn die Entscheidungen, welche man für die Unterrichtsplanung als Lehrer später im Schulwesen fällen muss, sind doch von mehreren Variablen geprägt, als man sich vorstellen mag. Einer von vielen Faktoren, der hier nur kurz als Beispiel aufgeführt wird, ist die Auseinandersetzung mit der Situation der „betroffenen“ Schüler (in bezug auf die Individualität der einzelnen Schüler). Schon dies zeigt auf, dass es sehr schwer machbar sein wird der Individualität der Lernenden genügend Beachtung zu schenken, da die Klassenkonstellation meist bei cirka 20-25 Schülern liegt.

Die Planung von Sportunterricht stellt hohe Ansprüche. Sie ist ein Vorgang von hoher Komplexität, in dem eine Vielzahl von gegenseitig abhängigen Faktoren (Interdependenz) zu beachten ist (vgl. Heymen & Leue, 1985, S.1).

Eine wesentliche Rolle bei der Unterrichtsplanung spielen die hier aufgeführten Fragen:

- Was will ich machen?
- Wie will ich es machen?
- Wozu soll es gut sein?

Oder anders formuliert:

- Welche Ziele sollen erreicht werden?
- Mit welchen Mitteln will ich dies erreichen?
- Worauf kommt es dabei an?

Der Sportunterricht ist, wie jeder andere Unterricht in der Schule (z.B. Religion, Deutsch) mit pädagogischen Zielen verbunden. Daraus ergibt sich, dass der Sportunterricht auch eine Veranstaltung geplanten und organisierten Lernens ist. Von diesem Ansatz lassen sich die folgenden drei Merkmale ableiten:

- Lernziele und Inhalte des Unterrichts (Didaktik),
- Bedingungen des Unterrichts,
- Planen, Organisieren und Durchführen des Unterrichts (Methodik).

Wie schon das Thema dieser Seminararbeit (Methodische Entscheidungen bei der Unterrichtsplanung) aussagt, wird in den folgenden Abschnitten auf die Frage: „Wie will ich es machen?“ ausführlich eingegangen. Doch zuerst werden noch Begriffe und Definitionen genannt, die es erleichtern sollen, sich auf diesem Themengebiet zu Recht zu finden.

1.1 Definition von Methodik

Methodik (methodos = Weg) ist „die Darstellung, Erörterung und kritische Durchdringung der pädagogischen Methoden als den Wegen der Erziehung und des Unterrichts. Die allgemeine Methodik bezeichnet die Lehre von den methodischen Problemen eines umfassenden Erziehungsbereichs oder einer Schulart; die besondere Methodik richtet sich auf einzelne Erziehungsfragen oder Unterrichtsfächer (Fach- Methodik)." (Brockhaus, 1971, S. 480)

1.2 Was ist und was will die Methodik?

Von einem sehr weiten Methodikverständnis wird die Theorie des Sportunterrichts beherrscht. Die Methodik umfasst Fragen der Unterrichtsplanung und Stoffanalyse, Darstellung der Lehr- und Lernwege, sowie die der Strukturierung und Organisation des Unterrichts. Durch diese Bandbreite an Themengebieten muss man einerseits zwischen einem engeren Methodikbegriff, der auf die Aufbereitung und Darbietung des Unterrichtsstoffes begrenzten sich bezieht, differenzieren. Andererseits darf man nicht den weiten Methodikbegriff, der die benachbarten Theoriebereiche miteinbezieht, vernachlässigen. ( vgl. Söll, 1996, S.157)

1.2.1 Funktionen der Methodik

Der Methodik werden folgende Funktionen beigemessen:

1. Die Methodik soll die Mittel bereitstellen, die Überblick, Ordnung und Zielstrebigkeit in das unterrichtliche Handeln bringen können.

2. Die Methodik soll die Prinzipien bestimmen, nach denen der Lehrer sein Handeln ausrichten und kritisch bewerten kann. (Söll, 1996, S.157)

1.3 Das didaktische Dreieck

Es existieren zwei relevante Aufgaben, die das unterrichtliche Handeln eines Lehrers bestimmen. Die erste Aufgabe lautet, dass er den Lehrstoff bzw. die Lern- oder Unterrichtsgegenstände so verpacken soll, dass der Schüler diese „vermittelt“ bekommt. Die zweite Aufgabe befasst sich mit der Suche nach Bedingungen und Möglichkeiten, die dem Schüler ermöglichen sollen, den vorgegeben Stoff „sich anzueignen“.

Diese zwei Aufgaben haben im Prinzip das gleiche Anliegen. Sie möchten nämlich eine Beziehung zwischen Schüler und Stoff herstellen. Da der Lehrer diesen Prozess steuern kann, ergibt sich daraus das sogenannte didaktische Dreieck (hier in leicht veränderter Form). (vgl. Söll, 1996, S.157/158)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4 Was soll und kann die Methodik?

Durch dieses „didaktische Dreieck“ können auch einige Hinweise auf die Frage: „Was soll und kann die Methodik?“ gegeben werden. Die Methodik ist ein Hilfsmittel, das zur Lernerleichterung dienen soll, und nicht zur Erschwernis. Zudem kommt noch ein weiteres Anliegen hinzu. Sie soll nämlich den Lehrern helfen ein größeres Budget an Möglichkeiten und Wege zu erlangen. Das entscheidende Kriterium bleibt, dass die Methodik nicht zum Spielball des Lehrers werden soll. Er darf sie nicht missbrauchen, dies bedeutet, dass er durch die gewonnenen Erkenntnisse (Dank der Methodik) nicht dieses Wissen/Macht vor den Schülern demonstrieren soll. Er muss vielmehr sein neugewonnenes Wissen an die Lernenden weitergeben, um sie zu dem geplanten Erfolg (gute Note, Fertigkeiten, etc.) zu führen.

1.4.1 Allgemeine und spezielle Methodik

Die Sportmethodik, hinter der die Methodik als wissenschaftliches Theoriefeld steht, ist als themen- und inhaltsübergreifende allgemeine Methodik vorwiegend für den Sportunterricht konzipiert. Ihr steht die spezielle Methodik gegenüber, welche die Lehrwege zu bestimmten Fähigkeiten und Fertigkeiten beschreibt. An dieser Stelle soll kurz der Zusammenhang zwischen Didaktik und Methodik anhand der unten dargestellten Abbildung erläutert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Zusammenhang von Didaktik und Methodik

(Clemens Czwalina (1988). Methodisches Handeln im Sportunterricht. Schorndorf: Hofmann –Verlag, S. 35)

Unter der allgemeinen Methodik versteht man, dass das methodische Handeln des Lehrers anhand übergeordneter Kriterien überprüfbar und das Konzept seines methodischen Handelns in sich selbst schlüssig sein muss. Um diese zwei Kriterien erfüllen zu können, ist die allgemeine Methodik zur Verantwortung gezogen worden. Ein relevanter Aspekt in der Praxis bezieht sich darauf, dass methodisches Handeln stets konsequent aus der Struktur des Gegenstandes abzuleiten ist. Der zweite wichtige Faktor bezieht Stellung für die konsequente Ausrichtung, welche auf die Voraussetzungen und Bedürfnisse der jeweiligen Schüler näher bzw. besser eingehen soll.

Die spezielle Methodik, welche ihren Focus auf die Lehr- und Lernwege zu speziellen sportlichen Fertigkeiten oder Übungen gelegt hat, basiert auf „Erfahrungswissen“. Der Lehrende weiß teilweise vielleicht nur, dass diese Übung bzw. Fertigkeit so funktioniert, aber nicht wieso. Hier kann ein größeres Problem entstehen, wenn sich der Lehrer mit dieser Situation zufrieden gibt. Die Biomechanik der einzelnen Übungen bzw. Fertigkeiten sollte man als „Vermittler“ den Schülern schon näher bringen können und ihnen die plausiblen Gründe für den Ablauf nennen. (Söll, 1996, S.160 f.)

2 Die drei Ebenen „guten Unterrichts“

Zuerst man erwähnen, dass diese drei Ebenen „guten Unterrichts“ nur auf einer sehr hohen Abstraktionsstufe formuliert werden können. Es gibt natürlich nicht für alle Unterrichtsstunden einen perfekten Leitfaden und ein Kontrollorgan für das unterrichtliche Handeln. Gerade deshalb wird im folgenden Abschnitt erläutert, dass nicht nur „Maßnahmen“ und „Verfahrensweisen“ existieren, die sich auf das Lehren und Lernen beziehen, sondern dass speziell der Sportunterricht auch sehr relevante Funktionen im Hinblick auf individual- und sozialpsychologische Funktionen indirekt behandelt. Der Lehrende sollte nie vergessen, dass er Lernende vor sich hat, die mit Emotionen und neuen Bewegungen zu kämpfen haben. Durch dieses Auseinandersetzen mit neuen Bewegungsmustern und Empfindungen machen die Schüler neue Erfahrungen, welche erst mal aufgenommen und verarbeitet werden müssen. (vgl. Söll, 1996, S. 158)

2.1 Das unterrichtliche Handeln eines Lehrers muss zweckmäßig im Hinblick auf die von ihm verfolgten Ziele sein

In dieser ersten Ebene des „guten Unterrichts“ handelt es sich um die Umsetzung des Imaginären (Vorhaben des Lehrers) in die Realität (Handeln des Lehrers). Wie schon vorhin erwähnt, gibt es eigentlich kein perfektes Konzept. Man kann nicht zwischen „richtig“ und „falsch“ differenzieren, sondern muss vielmehr auf die „mehr oder weniger zweckmäßig im Hinblick auf spezielle Ziele und Absichten“ analysieren.

Wie schon aber das „didaktische Dreieck“ aufzeigte, dass die Aufgabe des Lehrers darin besteht, den Schüler und Stoff „zusammenzubringen“, muss man das generelle Kriterium der Zweckmäßigkeit in zwei Faktoren zerlegen. Diese beiden Faktoren sind die Sachgerechtigkeit und die Angemessenheit.

2.1.1 Sachgerechtigkeit und Angemessenheit

Die Sachgerechtigkeit legt ihr Hauptaugenmerk auf die Art und Struktur des Unterrichtsgegenstandes, die Angemessenheit befasst sich mit den Voraussetzungen und Bedürfnissen der Schüler.

Die entscheidende Aussage für den Lehrenden bezieht sich hiermit dann also auf das Gleichgewichtsverhältnis von „gerecht werden“ gegenüber der Sache, wie auch dem Schüler.

2.2 Sportunterricht muss vor allem zielgerichtet und intensiv sein

Die beiden Kriterien für den Sportunterricht, nämlich einerseits zielgerichtet, andererseits intensiv sein, können zu Übersteigerungen führen und aus diesem Grund unterliegen diese beiden Begriffe einem sogenannten „Kontrollkriterium“.

2.2.1 „Kontrollkriterium“ für Zielstrebigkeit und Intensität

Nicht zu bloßer Betriebsamkeit darf die Intensität führen, ebenso wenig darf die Zielstrebigkeit zur Monotonie (Einseitigkeit) ausarten. Aus diesen zwei „Kontrollkriterien“ ergibt sich folgende Faustregel für den Sportunterricht: Er sollte zielgerichtet sein, aber es darf auch nicht die Vielseitigkeit in bezug auf die inhaltliche Gestaltung fehlen. Hinzu kommt, dass der Sportunterricht ruhig intensiv sein darf, allerdings sollte man ihn in einem gewissen Maße auch ausgewogen im Hinblick auf die physische und motorische Belastung der Schüler konzipieren.

Der Lehrer sollte, wobei dies eigentlich als gute Basisvoraussetzung immer wünschenswert ist, eine möglichst entspannte Atmosphäre kreieren, die es den Schülern ermöglicht, eine Sportstunde mit viel Elan und Motivation zu absolvieren. (vgl. Söll, 1996, S. 159)

[...]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Methodische Entscheidungen bei der Unterrichtsplanung
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Sport und Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Methodik und Didaktik
Note
2,0
Autoren
Jahr
2002
Seiten
29
Katalognummer
V32855
ISBN (eBook)
9783638334716
ISBN (Buch)
9783638684309
Dateigröße
788 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methodische, Entscheidungen, Unterrichtsplanung, Methodik, Didaktik
Arbeit zitieren
Tobias Schwarzwälder (Autor:in)Lars Günthner (Autor:in), 2002, Methodische Entscheidungen bei der Unterrichtsplanung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32855

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