Unter dem Begriff der Konsumgesellschaft versteht man lt. Brockhaus eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform, die hauptsächlich auf Konsum und damit auf dem Wachstum der privaten und öffentlichen Haushalte aufbaut sowie durch ein gesellschaftliches Wertesystem gekennzeichnet ist, in dem soziales Prestige wesentlich von Warenbesitz und Konsumfähigkeit abhängt. Als Mitglieder der heutigen Gesellschaft werden wir im alltäglichen Leben permanent mit Botschaften konfrontiert wie „Geiz ist geil“, „Die Lust am Kaufen“ oder „Heute kaufen – morgen bezahlen“, die uns insbesondere in unserer Rolle als Konsumenten ansprechen sollen. Diese auf geschickten Werbestrategien basierenden Botschaften sollen den Konsumenten schon lange nicht mehr nur dazu veranlassen lediglich seine täglichen Grundbedürfnisse mittels eines bestimmten Produktes zu befriedigen. Vielmehr wird heute seitens der Hersteller versucht dem Käufer eines Produktes ein bestimmtes Lebensgefühl zu vermitteln, um ihm auf diesem Wege die Bestimmung seiner Identität und seines gesellschaftlichen Status zu ermöglichen. Dass aufgrund der bestehenden gesellschaftlichen Architektur immer häufiger Konsumaufwand und das dazu erforderliche Einkommen, mit der Folge der Überschuldung privater Haushalte, voneinander abweichen, ist heute in der Bundesrepublik Deutschland längst kein Einzelschicksal mehr. In diesem Zusammenhang dient die vorliegende Arbeit neben der entwicklungsgeschichtlichen Untersuchung der heutigen Konsumgesellschaft insbesondere einer Darstellung der sozialstrukturellen Ursachen und Folgen einer zunehmenden Verschuldung privater Haushalte vor dem Hintergrund der Geschichte und Funktion des Konsumentenkredits.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Fordistische Modell als Ursprung der heutigen Konsumgesellschaft
- Die Geschichte und Funktion des Konsumentenkredites
- Individualisierung und Konsum als Ursache der Schuldenproblematik
- Der Weg von der konsumbedingten Verschuldung zur Überschuldung
- Zahlen zur Verschuldung privater Haushalte in Deutschland
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der heutigen Konsumgesellschaft und analysiert insbesondere die sozialstrukturellen Ursachen und Folgen einer zunehmenden Verschuldung privater Haushalte vor dem Hintergrund der Geschichte und Funktion des Konsumentenkredits.
- Entwicklungsgeschichte der Konsumgesellschaft
- Das Fordistische Modell und seine Auswirkungen
- Funktion und Geschichte des Konsumentenkredits
- Individuelle und gesellschaftliche Ursachen der Verschuldung
- Folgen der Überschuldung privater Haushalte
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung führt den Begriff der Konsumgesellschaft ein und beleuchtet die Rolle des Konsums im modernen Leben. Es werden auch die Problematik der Überschuldung privater Haushalte und die Zielsetzung der Arbeit dargelegt.
Das Fordistische Modell als Ursprung der heutigen Konsumgesellschaft
Dieses Kapitel untersucht die Entstehung und Entwicklung des Fordistischen Modells als Grundlage für die heutige Konsumgesellschaft. Es werden die Produktionsweise, der Arbeitsmarkt und die Rolle der Massenproduktion im Kontext der Kapitalakkumulation betrachtet.
Die Geschichte und Funktion des Konsumentenkredits
Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte des Konsumentenkredits und untersucht seine Funktionen im modernen Finanzsystem. Es werden verschiedene Formen des Konsumentenkredits und deren Auswirkungen auf die Konsumgesellschaft erläutert.
Individualisierung und Konsum als Ursache der Schuldenproblematik
Dieses Kapitel analysiert die Rolle der Individualisierung und des Konsums als Ursachen für die zunehmende Verschuldung privater Haushalte. Es wird untersucht, wie Konsummuster und Lebensentwürfe zu finanziellen Schwierigkeiten führen können.
Der Weg von der konsumbedingten Verschuldung zur Überschuldung
Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Phasen der Verschuldung und den Weg von der konsumbedingten Verschuldung zur Überschuldung. Es werden die Faktoren und Mechanismen untersucht, die zur Eskalation von Schulden führen.
Zahlen zur Verschuldung privater Haushalte in Deutschland
Dieses Kapitel präsentiert statistische Daten zur Verschuldung privater Haushalte in Deutschland. Es werden verschiedene Kennzahlen zur Verschuldungsrate, zur Entwicklung der Überschuldung und zu den Ursachen für die Verschuldung analysiert.
Schlüsselwörter
Konsumgesellschaft, Fordismus, Konsumentenkredit, Überschuldung, Verschuldung privater Haushalte, Individualisierung, Konsummuster, Lebensentwürfe, Finanzsystem, Massenproduktion, Produktivität, Arbeitsmarkt, Kapitalakkumulation.
Häufig gestellte Fragen
Was definiert eine moderne "Konsumgesellschaft"?
Eine Gesellschaft, in der soziales Prestige maßgeblich von Warenbesitz und Konsumfähigkeit abhängt und Identität über Produkte definiert wird.
Welches Wirtschaftsmodell bildet den Ursprung der Konsumgesellschaft?
Das Fordistische Modell mit seiner Massenproduktion und Koppelung von Produktivität und Lohn gilt als historische Grundlage.
Welche Funktion hat der Konsumentenkredit?
Er ermöglicht es Konsumenten, Produkte sofort zu erwerben ("heute kaufen – morgen bezahlen"), auch wenn das aktuelle Einkommen nicht ausreicht.
Warum führt Individualisierung oft zu Schuldenproblemen?
Im Streben nach einem bestimmten Lebensgefühl und sozialem Status weichen Konsumausgaben und tatsächliches Einkommen häufig voneinander ab.
Was ist der Unterschied zwischen Verschuldung und Überschuldung?
Überschuldung tritt ein, wenn ein privater Haushalt über einen längeren Zeitraum nicht mehr in der Lage ist, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Wie beeinflussen Werbestrategien das Konsumverhalten?
Werbung vermittelt heute nicht mehr nur die Befriedigung von Grundbedürfnissen, sondern ein Lebensgefühl zur Bestimmung der gesellschaftlichen Identität.
- Quote paper
- Carsten Ulferts (Author), 2004, Aktuelle Aspekte des Konsums in der kapitalistischen Gesellschaft. Der Konsumentenkredit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32863