Ursachen für Lernschwächen im Fremdsprachunterricht nach Peter Skehan


Hausarbeit, 2004
8 Seiten, Note: 2+

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Motivation

3. Strategien zum Lernen

4. Sprachbegabung

5. Einflüsse auf den Fremdspracherwerb

6. Erklärungen für Lernschwächen

7.Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In Peter Skehans Buch „Individual Differences in Second-Language Learning“ benennt er als Voraussetzungen für den erfolgreichen Fremdspracherwerb vor allem Motivation, die angewandten Strategien des Lerners sowie die Einstellung des Lerners gegenüber der Fremdsprache. Eine Fremdsprache wird demnach besser und schneller erlernt, wenn man sich in der Lernumgebung und in der Lerngruppe wohl fühlt und wenn man einen Sinn darin sieht die Sprache zu erwerben. Hierbei stellt sich das Problem, dass die Übertragung dieser Hypothesen auf Messungen in der Forschung kaum umsetzbar ist. Es entsteht eine große Fehlerauffälligkeit bei dem was und dabei wie es gemessen wird. Problematisch bei solchen Untersuchungen ist auch, dass die Testpersonen teilweise dazu neigen eher positiv zu antworten und dass sie Antworten bevorzugen, die von ihnen als sozial erwünscht angesehen werden. Um diese Fallen zu minimieren und eine möglichst exakte Messung zu garantieren, müssen so viele Menschen wie möglich untersucht werden, da auf diese Weise widersprüchliche Aussagen nicht zu Verfälschung der Ergebnisse führen. Weiter ist es sehr wichtig alle Tests exakt durchzuführen.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Einflüsse auf den Fremdspracherwerb charakterisiert werden. Weiter soll anhand Peter Skehans Buch herausgearbeitet werden, wodurch Lernschwächen im Fremdsprachunterricht entstehen.

2. Motivation

„Mit Motivation kann jeder eine Fremdsprache lernen“[1]. Dieses Zitat von Scott Corder macht deutlich, wie wichtig Motivation für den Fremdspracherwerb ist. Motivation kann andere, weniger willkommene, Einflüsse ausgleichen.

Für Motivation gibt es eine Vielzahl von Gründen. Die Lernaktivität selbst oder die Situation in der Klasse kann als positiv empfunden werden und somit Auslöser für die Motivation sein.

Erfährt der Lerner einen Misserfolg in seinem Lernprozess, wird er entmutigt und sein Motivation verschwindet. Ohne Motivation stellt sich die Hartnäckigkeit des Lerners nicht ein und der Erfolg des Spracherwerbs bleibt weiterhin aus. Hieraus ergibt sich, dass Motivation die Konsequenz des Erfolges und nicht ausschließlich dessen Grund ist. Einflüsse auf die Motivation eines Sprachenlerners können, neben dem Erfolg, auch die individuelle Rolle innerhalb der Lerngruppe, das verwendete Lernmaterial, die Unterrichtsgestaltung und Lerninhalte sein.

John Atkinson und David McClelland (1953) entwarfen zur Rolle der Motivation die „Need Achievement Theory“. Diese Theorie beantwortet die Frage, weshalb ein Mensch eine Tätigkeit aussucht und nicht eine andere. Die Furcht zu versagen, hilft dem Menschen, gewisse Tätigkeiten, die er nicht beherrscht, zu umgehen, um einen Misserfolg zu vermeiden. Eine Tätigkeit, die ein Individuum hingegen beherrscht, macht es mit viel Elan und Freude. Im Fremdsprachunterricht gilt es, den Konflikt, der bei der Motivation ein Ziel zu erreichen entstehen könnte, zu vermeiden. Die Theorie von Atkinson und McClelland wurde zur Attributionstheorie ergänzt. Diese gibt vier Erklärungen für den erfolgreichen Fremdspracherwerb: Begabung, Bemühung, Glück sowie den Schwierigkeitsgrad der gestellten Aufgaben. Ein Individuum wird demnach immer wieder die Aktionen ausüben, die in seinem Begabungsbereich liegen. Wichtig ist, dass zunächst die individuelle Begabung erkannt wird. Bei der Attributionstheorie stellt sich nicht mehr die Frage warum, sondern wie etwas erreicht wurde.

Gardener und Lambert (1972) unterschieden in ihrer Motivationstheorie zwischen instrumentellen und integrativen Einstellungen eine Sprache zu erwerben. Die instrumentellen Gründe bestanden beispielsweise darin, dass man durch eine Fremdsprache seinen Job besser ausüben kann. Die integrativen Ausrichtungen dagegen beinhalteten das Interesse an fremden Kulturen und die Verständigung mit Menschen aus dem Land der Fremdsprache. Die instrumentellen Gründe, eine Sprache zu erwerben, wurden von Gardener und Lambert als nicht so effektiv gesehen, da sie nicht in der eigenen Persönlichkeit verwurzelt sind. Zu dieser Theorie gab es zahlreiche Untersuchungen, mit dem Resultat, dass die Motivation, eine andere Sprache zu lernen, an Orten, an denen viele Kulturen aufeinander treffen, besonders groß war.

1985 erforschte Gardener die Komponenten von Motivation. Sein Ergebnis war, dass Motivation sich aus Bemühungen, dem Verlangen ein Ziel zu erreichen und der Einstellung gegenüber der Fremdsprache zusammensetzt. Unter Bemühungen versteht Gardener auch das Bestreben eine Schülers seinem Lehrer oder den Eltern zu gefallen.

3. Strategien zum Lernen

Ein Sprachenlerner hat die Möglichkeit zwischen vielen verschiedenen Lernstrategien zu wählen. Die jeweils angewandte Strategie kann Einfluss auf den Lernprozess haben.

Die Wong-Filmore Studie (1979) beschäftigte sich mit sozialen und kognitiven Lernstrategien. Es wurden mexikanische Kinder beobachtet, die in Kalifornien zur Schule gingen. Nach Wong-Filmore sind die sozialen Strategien wichtiger als die kognitiven, da die Kinder Beziehungen aufbauen und hierfür Englisch sprechen müssen. In den Beobachtungen der Studie sah man, dass die Kinder zunächst so taten, als verstünden sie die amerikanischen Kinder. Hierdurch wurden sie in der Gruppe aufgenommen. Der nächste Schritt war, dass die mexikanischen Kinder durch ausgewählte Worte so taten als können sie sprechen und wurden von ihren Mitschülern akzeptiert. Diese Strategie wurde von Wong-Filmore „speak now- learn later“ (Spreche jetzt – Lerne später) genannt.

[...]


[1] Peter Skehan, Individual Differences In Second-Language Learning ( London: 1989), 49.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Ursachen für Lernschwächen im Fremdsprachunterricht nach Peter Skehan
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Theories of Language and Language Learning II
Note
2+
Autor
Jahr
2004
Seiten
8
Katalognummer
V32879
ISBN (eBook)
9783638334921
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursachen, Lernschwächen, Fremdsprachunterricht, Peter, Skehan, Theories, Language, Learning
Arbeit zitieren
Lenka Eiermann (Autor), 2004, Ursachen für Lernschwächen im Fremdsprachunterricht nach Peter Skehan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32879

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