Lern' ich Schauen und Greifen, lern' ich auch bald Schreiben! Hand- und graphomotorisches Training als Vorübung zum Erstschreiben


Unterrichtsentwurf, 2003

16 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

I Informierender Teil

Schule: Erich Kästner-Schule

Städt. Schule für Sprachbehinderte (Primarbereich)

Datum: 16.10.2003

Uhrzeit: 10:15 – ca. 11:00

Fach: Deutsch

Klasse: E 1

Mentor: B. S.

Fachleiterin: C. Y.

Thema der Unterrichtsreihe:

Lern’ ich Schauen und Greifen, lern’ ich auch bald Schreiben

Die SchülerInnen entdecken, verfeinern und trainieren - teilweise mit Hilfe von Montessori-Materialien - ihre Hand- und Fingergeschicklichkeit – insbesondere den Pinzettengriff -, ihr taktiles Wahrnehmungsempfinden und ihre visuellen Wahrnehmungskompetenzen. Sie stärken ihre Hand- und Fingermuskulatur, ihre Zielgenauigkeit, ihre Eigenwahrnehmung und ihre gesamten psychomotorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten als Vorübung im Hinblick auf das Erstschreiben. Die SchülerInnen lernen die für sie neuen Arbeitsformen des Lernens an Arbeitsstationen und in Partnerarbeit kennen und üben diese.

Fachdidaktischer Schwerpunkt: Erstschreiben / Schriftspracherwerb

Fachlicher Zielschwerpunkt: Hand- und graphomotorisches Training als Vorübung zum Erstschreiben

Thema der Unterrichtsstunde:

Schauen, Greifen, Schreiben lernen – Wir veranstalten eine Mäuseolympiade

Die SchülerInnen trainieren im Rahmen einer Olympiade ihrer zuvor selbst erstellten Stab-Mäuse an verschiedenen Stationen ihre Hand- und Fingergeschicklichkeit – insbesondere den Pinzettengriff -, ihr taktiles Wahrnehmungsempfinden sowie die visuellen Wahrnehmungskompetenzen der visuomotorischen Koordination, der Formkonstanz, der Raumlage und der Wahrnehmung räumlicher Beziehungen. Sie schulen ihre Auge-Hand-Koordination und ihre Hand-Hand-Koordination. Die noch neuen Arbeitsformen des Lernens an Arbeitsstationen sowie in Partnerarbeit wird bei den SchülerInnen vertiefend eingeübt. Am Ende der Unterrichtsstunde steht eine ‚Siegerehrung’ aller TeilnehmerInnen.

Aufbau der Unterrichtsreihe

1. „Wir lernen und üben das Binden einer Schleife.“

Die SchülerInnen lernen im Rahmen der ‚Übungen des täglichen Lebens’ nach Maria Montessori den Schleifenrahmen kennen, an dem fünf Schleifen gebunden werden können. Im Anschluss an die Einführungs- und Übungslektion erhält jedes Kind Schnur, mit der es individuell zu Hause üben kann und soll. Die feinmotorische Fertigkeit, eine Schleife zu binden, ist bei vielen der SchülerInnen noch nicht vorhanden oder noch nicht gefestigt.

Übung der Hand- und Fingermotorik und –geschicklichkeit, Einüben der Koordination beider Hände, Auge-Hand-Koordination, Förderung der Selbstständigkeit und Eigenwahrnehmung als konstruktiv handelndes Wesen

2. „Wir trainieren unsere Fingerspitzen mit den Tast-Täfelchen“

Die SchülerInnen schulen ihren Tastsinn und ihre Fingergeschicklichkeit, indem sie die unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheit der montessori’schen Tast-Täfelchen erkennen und die Täfelchen zuordnen.

Schulung der Empfindsamkeit der Fingerspitzen der Finger, die beim Schreiben benötigt werden, um den Stift zu halten; vertiefende Entwicklung der Feinmotorik, Hand-Hand-Koordination (lockeres Handgelenk)

3. „Wir schauen, fühlen und sortieren die Einsatzzylinder korrekt ein.“

Die SchülerInnen lernen das Montessori-Material der vier Einsatzzylinderblöcke kennen, die sich bezüglich der Dimensionen Höhe, Breite, Tiefe und Durchmesser verändern. Jeder Zylinder hat oben einen Knopf zum Anfassen.

Visuelle Wahrnehmungsschulung durch das Erkennen von Dimensionsunterschieden bei gleichbleibender Form, Auge-Hand-Koordination, Figur-Grund-Wahrnehmung, Formkonstanz, Ausbildung der Feinmotorik der Schreibhand, Vorbereitung auf die Stifthaltung beim Schreiben durch den Pinzettengriff an den Knöpfen

4. „Wir brauchen beide Hände zum Ummalen“

Den SchülerInnen werden die Metallenen Einsatzfiguren von Montessori näher gebracht, bei denen verschiedene geometrische Formen mit Rahmen in rot und blau ummalt werden. Jede Form hat in der Mitte einen Knopf zum Anfassen, an dem das Kind sie hochhebt und auf ein Blatt Papier drückt. Während die Haltehand die Form am Knopf festhält, malt das Kind mit der Schreibhand um die Form herum und schraffiert anschließend die entstandenen Figur auf dem Papier aus.

Übung der Feinmotorik (klassische Schreib-Vorübung nach Montessori) Trainieren der Hand- und Fingermuskulatur und des Pinzettengriffs, Koordination von Auge und Hand, Hand-Hand-Koordination, Formkonstanz, Figur-Grund-Wahrnehmung, Wahrnehmung räumlicher Beziehungen, gezielte Stiftführung

5. „Wir hören die Geschichte von der Maus Frederic und schneiden/prickeln Stab-Mäuse“

Die SchülerInnen der Mäuse-Eingangsklasse hören die Geschichte und sehen das Bilderbuch von der Maus Frederic, die für den Winter Farben und Bilder sammelt während ihre Mäusefreunde Essensvorräte für den Winter sammeln. Im Anschluss daran schneiden bzw. prickeln die SchülerInnen Frederic-ähnliche Mäuse aus und kleben sie auf Stäbe, so dass jedes Kind eine Maus aus dem Freundeskreis von Frederic besitzt. Die Namen der Kinder werden von ihnen selbst – mit Hilfestellung – auf die Rückseite der ausgeprickelten Mäuse geschrieben.

Schulung der auditiven Wahrnehmung, der Konzentration und Merkspanne, trainieren der Finger- und Handmuskulatur, der Stifthaltung und des angemessenen Drucks mit der Prickelnadel, Vertiefen bzw. Erlernen des Schreibens des eigenen Vornamens

6. „Schauen, Greifen, Schreiben lernen - wir veranstalten eine Mäuseolympiade“

Die SchülerInnen vertiefen und üben an verschiedenen Stationen zusammen mit einem Partner mit bekannten (Montessori-) Materialien ihre Fähigkeit zur visuellen Differenzierung sowie ihre hand- und graphomotorischen Fertigkeiten.
Dies wird eingebunden in das spielerische Rahmenthema einer Mäuseolympiade, angelehnt an das zuvor behandelte Bilderbuch der Maus Frederic.

Vertiefende Schulung der Hand- und Fingermuskulatur und –sensorik (Stifthaltung durch den Pinzettengriff) und der visuellen Kompetenzen der visuomotorischen Koordination, der Hand-Hand-Koordination, der Auge-Hand-Koordination, der Figur-Grund-Wahrnehmung, der Wahrnehmung räumlicher Beziehungen, der Raumlage sowie der Formkonstanz.

7. „Wir schreiben unseren Namen mit vielen verschiedenen Stiften und Farben“

Die SchülerInnen erlernen bzw. üben das Aufschreiben ihres eigenen Vornamens mit vielen verschiedenen Stiften und Farben. Die Bedeutung dieser Fertigkeit wird ihnen anhand der Signierung / Beschriftung der täglichen Arbeitsblätter verdeutlicht. Als Hilfsmittel stehen ihnen dabei die Sandpapierbuchstaben von Montessori zur Verfügung.

Nutzung der zuvor als logographische Repräsentanten gefestigten Schriftbilder der eigenen Vornamen –Nutzung der Sandpapierbuchstaben als Weiterführung der Tast-Täfelchen - Bezug zu den hand- und graphomotorischen Vorübungen zum Erstschreiben von Buchstaben – Erhöhung des Selbstwertgefühls der SchülerInnen in Bezug auf ihre Kompetenz zum selbstständigen Handeln

Nach den Herbstferien beginnt voraussichtlich das Kennenlernen, Differenzieren und Schreiben der ersten Buchstaben des Schreiblehrgangs.

Fachliches Ziel der Unterrichtsstunde:

Hand- und graphomotorisches Training als Vorübung zum Erstschreiben.

Die SchülerInnen sollen in ihrer hand- und graphomotorischen Handlungskompetenz gefördert werden, indem sie an verschiedenen Stationen in Partnerarbeit ihre Hand- und Fingergeschicklichkeit, ihr taktiles Wahrnehmungsempfinden sowie die visuellen Wahrnehmungskompetenzen der Formkonstanz, der visuomotorischen Koordination, der Raumlage, der Hand-Hand- und Auge-Hand-Koordination und der Wahrnehmung räumlicher Beziehungen trainieren.

Zielorientierte Handlungsschritte:

Das Stundenziel soll erreicht werden, indem die SchülerInnen

- Frederic bei seinen Erklärungen aufmerksam zuhören.
- sich - angeregt durch die Motivation der bekannten Geschichte von Frederic, seiner Familie und Freunde und die gestalteten Mäuse-Stabpuppen – bereit erklären, den Mäusen zu helfen u. an der Mäuseolympiade teil zu nehmen.
- sich an die Materialien und deren Handhabung erinnern und es Manni erklären.
- die Handhabung der Hilfekarte erkennen und evtl. erklären können.
- ihren Vornamen auf den Stationspässen erkennen.
- überlegen, was in Bezug auf den individuellen Stationspass zu tun ist und es erklären können.
- mit dem ihnen zugeordneten Partner ein Team bilden und helfend zusammen arbeiten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Lern' ich Schauen und Greifen, lern' ich auch bald Schreiben! Hand- und graphomotorisches Training als Vorübung zum Erstschreiben
Veranstaltung
Unterrichtsbesuch nach OVP
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V32887
ISBN (eBook)
9783638334952
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Namen der Kinder wurden durch ... ersetzt.
Schlagworte
Lern, Schauen, Greifen, Schreiben, Hand-, Training, Vorübung, Erstschreiben, Unterrichtsbesuch
Arbeit zitieren
Kerstin Holländer (Autor), 2003, Lern' ich Schauen und Greifen, lern' ich auch bald Schreiben! Hand- und graphomotorisches Training als Vorübung zum Erstschreiben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32887

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