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Definition eines soziologischen Schlüsselbegriffes: Schicht

Title: Definition eines soziologischen Schlüsselbegriffes: Schicht

Term Paper , 2000 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Schröder (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Eine nach Barley (1978, S.65) unverwechselbare „Allgemeinerscheinung“ der sozialen Organisation ist die soziale Schichtung. Darunter wird allgemein eine Struktur verstanden, die die Rangunterschiede einer Gesellschaft festlegt. Gesellschaften unterscheiden sich zum Teil erheblich hinsichtlich ihrer Haltung gegenüber solchen Rangunterschieden. Generell lassen sich zwei Formen im gesellschaftlichen Umgang hiermit und somit zwei unterschiedliche Typen von Gesellschaft unterscheiden:
(1.) Gesellschaften die es nicht ermöglichen, die soziale Schicht zu wechseln, wie z.B. die indische Kastengesellschaft oder Feudalgesellschaften; diese Gesellschaftsform wird als „geschlossen“ (ebenda, S.65) bezeichnet. Dem gegenüber steht (2.) die „offene“ Form von Gesellschaft, in der zumindest theoretisch jedes Mitglied jede gesellschaftliche Ebene erreichen kann, sofern die Leistungsanforderungen erfüllt werden.

Die Soziologie hat zur Analyse sozialer Ungleichheit zwei Konzepte entwickelt:

- Das Klassen-Konzept nach Karl Marx identifiziert Klassen- bzw. Soziallagen durch die Zugehörigkeit zur Klasse der Kapitalbesitzer oder zur Klasse der Arbeiter.
- Das später entwickelte Schichtungsmodell nach Theodor Geiger unterscheidet sich im Wesentlichen durch eine stärkere Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Gruppen in verschiedene Schichten.

Gemeinsam sind beiden Modellen die Merkmale, nach denen Schicht- bzw. Klassenzugehörigkeiten bestimmt werden. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Voraussetzung, dass Menschen, die in ähnlichen Klassen- oder Soziallagen leben, ähnliche Erfahrungen machen. Es kommt zu spezifizierten Ausprägungen des Denkens, der Vorstellungswelt und der Mentalität. Die so spezifizierten Ausprägungen vollziehen sich nach dem Prinzip der Wahrscheinlichkeit, d.h. - wider dem allgemein als verifiziert geltenden Prinzip der Zwangsläufig von spezifischer Bewusstseinsbildung („Das Sein bestimmt das Bewußtsein“) - lässt sich eine spezifische Ausprägung nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit annehmen. Marx spricht von einem „Klassenbewußtsein“, Bourdieu hat in seinem sozio-kulturellen Ansatz hierzu den Begriff des „Klassenhabitus“ geprägt, während Geiger von einem „Schichtbewußtsein“ ausgeht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsbestimmung

1.1. Definition des Begriffes

1.2. Etymologie des Begriffes

2. Forschung

2.1. Forschung der 50er Jahre

2.2. Neuere Schicht- und Ungleichheitsforschung

2.3. Milieuforschung

3. Theorien und Theoriekritik

3.1. Objektive und subjektive Kriterien der Schichtung

3.2. Marxistische Theorie

3.3. Funktionalismus-Theorie

3.4. Theorie der Schichtung nach Marktmechanismen

3.5. (Fazit:)

4. Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem soziologischen Schlüsselbegriff der sozialen Schichtung auseinander. Ziel ist es, die terminologischen Grundlagen zu klären, die Entwicklung der Schichtungsforschung nachzuzeichnen und die zentralen theoretischen Erklärungsansätze für soziale Ungleichheit in Industriegesellschaften gegenüberzustellen und zu hinterfragen.

  • Historische Herleitung und Definition des Begriffs Schichtung
  • Entwicklungslinien der Schichtungs- und Milieuforschung
  • Kritische Analyse klassischer marxistischer Klassentheorien
  • Untersuchung funktionalistischer Erklärungsmodelle
  • Betrachtung von Schichtungsphänomenen durch Marktmechanismen

Auszug aus dem Buch

3.1. Objektive und subjektive Kriterien der Schichtung

Bei der Beobachtung des Phänomens der Schichtung lassen sich zwei Grundtendenzen unterscheiden. Anders gesagt, das Schichtungsphänomen wird unter zwei einander entgegengesetzten Gesichtspunkten betrachtet, nämlich entweder als eine objektive Erscheinung, die sich anhand von Begriffen wie materiellem Besitz, Macht, Reichtum, Lebensstil und anderen quantifizieren läßt oder als subjektives, von derartigen Merkmalen unabhängiges Phänomen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Bedeutung sozialer Schichtung als zentrale Struktur gesellschaftlicher Rangunterschiede eingeführt und zwischen „offenen“ und „geschlossenen“ Gesellschaftssystemen differenziert.

1. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel liefert eine präzise soziologische Definition von Schichtung und beleuchtet die etymologische Herkunft des Begriffs.

2. Forschung: Es wird der Wandel der Schichtungsforschung von deskriptiven Studien der 50er Jahre über die neue Unübersichtlichkeit der 80er Jahre bis hin zur modernen Milieuforschung dargestellt.

3. Theorien und Theoriekritik: In diesem Hauptteil werden die marxistische Theorie, der Funktionalismus sowie marktmechanische Erklärungsansätze für soziale Ungleichheit auf ihre Erklärungskraft hin geprüft.

4. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Literatur und Quellen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Soziale Schichtung, Soziale Ungleichheit, Klassentheorie, Milieuforschung, Funktionalismus, Marktmechanismen, Status, Macht, Ressourcenverteilung, Gesellschaftsstruktur, Soziallagen, Lebensstile, Klassenbewusstsein, soziale Mobilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem soziologischen Phänomen der sozialen Schichtung, ihrer Definition, ihrer historischen Erforschung und den theoretischen Modellen, die versuchen, soziale Ungleichheit zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die begriffliche Abgrenzung, die methodische Forschung zur Schichtung, die Differenzierung von Soziallagen sowie eine theoretische Reflexion über Klassenbildung und soziale Hierarchien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Schichtungsbegriff, um zu verstehen, wie Soziologen soziale Unterschiede modellieren und welche Reichweite diese Modelle bei der Erklärung moderner Industriegesellschaften haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Basis soziologischer Fachliteratur und klassischer Theorien (Marx, Weber, Parsons, etc.) eine vergleichende Theoriekritik vornimmt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Theorieblöcke: die marxistische Perspektive (Produktionsverhältnisse), den Funktionalismus (Arbeitsteilung und Leistung) und die ökonomische Betrachtung über Marktmechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Schichtung, Soziale Ungleichheit, Klassen, Milieus, Funktionalismus, Marktmechanismen und Statusindikatoren.

Warum ist laut der Arbeit eine allgemeingültige Schichtungstheorie schwer zu finden?

Die Arbeit argumentiert, dass soziale Phänomene zu komplex sind, um sie allein durch eine Dimension wie ökonomische Produktionsverhältnisse oder rein funktionale Wichtigkeit von Positionen vollständig zu erfassen.

Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten „Kontrollfaktor“?

Der Kontrollfaktor beschreibt die Funktion von Besitz und Rang als Instrument zur Steuerung der Gesellschaft, da sie soziale Auf- und Abstiegschancen und die damit verbundenen Ängste regulieren.

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Details

Title
Definition eines soziologischen Schlüsselbegriffes: Schicht
College
University of Constance  (Institut für Soziologie)
Course
Einführung in die Soziologie
Grade
1,0
Author
Thomas Schröder (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V3291
ISBN (eBook)
9783638120029
ISBN (Book)
9783638756266
Language
German
Tags
Definition Schlüsselbegriffes Schicht Einführung Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schröder (Author), 2000, Definition eines soziologischen Schlüsselbegriffes: Schicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3291
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