Outsourcing des EDV-Sektors - Vorteile und Probleme


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 EDV-Outsourcing, Formen und Phasen des Outsourcings
2.1 Definition Outsourcing
2.2 Bedeutung und Umfang von EDV in Banken
2.3 Formen des Outsourcings
2.3.1 Konzerninternes Outsourcing
2.3.2 Totales Outsourcing
2.3.3 Partielles Outsourcing
2.3.4 Application-Service-Providing
2.3.5 Offshore-Outsourcing
2.4 Die vier Phasen des Outsourcings
2.4.1 erste Phase: Grundsatzentscheidung
2.4.2 zweite Phase: Auswahl des Outsourcing-Partners
2.4.3 dritte Phase: Durchführung des Outsourcings
2.4.4 vierte Phase: Qualitätskontrolle und Überprüfung

3. Gründe, Vor- und Nachteile von Outsourcing
3.1 Gründe für Outsourcing – damals und heute
3.2 Vorteile von Outsourcing
3.2.1 Kostensenkung
3.2.1.1 Betrachtung der direkten Kosten
3.2.1.2 Betrachtung der indirekten Kosten
3.2.1.3 Betrachtung des Kosten-/Leistungsverhältnis
3.2.2 Reduzierung der Kapitalbindung
3.2.3 Konzentration auf Kernkompetenzen
3.2.4 Personalbeschaffungsvorteil
3.2.5 Bessere IT-Qualität und Innovationsvorteil
3.2.6 Risikotransfer
3.3 Nachteile von Outsourcing
3.3.1 Abhängigkeit vom Dienstleister
3.3.2 Verlust von Know-How
3.3.3 Datenschutzrisikoerhöhung
3.3.4 Einheitslösungen
3.3.5 Störung des Betriebsklimas

4. gesetzliches Rahmenwerk für Outsourcing

5. Fazit und Bewertung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Outsourcing - Modethema oder wirtschaftlicher Zwang?[1]. Die Bankenbranche ist in den letzten Jahren heftig unter Druck geraten. Die Ursachen hierfür sind zuneh- mende nationale und internationale Konkurrenz, sinkende Zinsmargen, Entwicklung des Wertpapiermarktes, konjunkturschwache Zeiten und zunehmende Kosten für Risikovorsorge. Um weiterhin profitabel zu arbeiten, bleibt oft als einzige Möglichkeit die Kostensenkung, da sich höhere Erlöse schwerlich realisieren lassen. Vor allem ausländische Banken haben im Vergleich zu deutschen Instituten deutlich bessere Aufwands-Ertrags-Relationen. Deshalb sind Effektivitätssteigerungen in bankbetrieb-lichen Arbeitsprozessen ein aktuelles Thema. Eine Möglichkeit dies zu erreichen kann Outsoucing sein.

2 EDV-Outsourcing, Formen und Phasen des Outsourcings

2.1 Definition Outsourcing

Outsourcing ist ein Kunstwort welches sich aus den Wörtern „outside“ (außerhalb), „resource“ (Quelle/Beschaffung) und „using“ (nutzen) zusammensetzt[2]. Unter Outsourcing versteht man die Tatsache, Leistungen welche ehemals vom Unternehmen selbst erbracht worden sind, an ein externes Dienstleistungs-unternehmen zu übertragen[3]. Die ehemalige Wertschöpfungskette wird durch Outsourcing um die ausgelagerten Leistungen vermindert. Outsourcing kommt einem Verkauf von Unternehmensteilen gleich und impliziert in der Regel einen Übergang

von Mitarbeitern und physischen Ressourcen (Maschinen, Gebäude) vom Kunden auf den Service-Provider[4]. Ein weiteres Merkmal für Outsourcing ist, dass der zukünftige Outsourcing-Partner eine eigene Rechtspersönlichkeit aufweist in Form einer Tochtergesellschaft oder eines unabhängigen, externen Unternehmens[5]. Outsourcing ist damit das Ergebnis einer Make-or-Buy Entscheidung. Speziell unter EDV-Outsourcing wird die langfristige Abdeckung von Dienstleistungen im Sektor der Informationstechnologie durch einen externen Anbieter verstanden.

2.2 Bedeutung und Umfang von EDV in Banken

Die Nutzung von IT in Banken ist von sehr großer Bedeutung für sämtliche Unter-nehmensbereiche, da Sie eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung von Geschäfts-strategien spielt. Die Informationstechnologie ist Mittel zur effizienten Abwicklung von Arbeitsprozessen und ist somit ein Wettbewerbsfaktor für die Bank. Die hohe Verfügbarkeit und Qualität der Systeme stellen die wichtigen Anforderungen der Bank an die EDV dar.

An der Effizienz von Arbeitsprozessen ist die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Software hauptsächlich beteiligt. Die von Banken benutzten Programme sind sehr vielfältig, dazu gehören zum Beispiel Programme zur Konten- und Kundendatenver-waltung als zentrale Anwendung, Inlands- und Auslandszahlungsverkehrssoftware, Wertpapierinformationssysteme, Ratingprogramme, Software zum Verwalten von Kreditsicherheiten, Software zur Kreditsachbearbeitung, Risk-Controllingsoftware, Office-Anwendungen und viele weitere Anwendungen. Die Softwareanwendungen haben meist einen modulartigen Charakter und können so in bestehende Anwen-dungen integriert werden.

Zur Hardware-Ausstattung von Banken zählt man zum Beispiel Geldautomaten, SB-Terminals, Desk-Top-Systeme, Drucker, Rechenzentren, Netzwerke, Server, Daten- leitungen und Belegerfassungssysteme.

2.3 Formen des Outsourcings

2.3.1 Konzerninternes Outsourcing

Beim konzerninternen Outsourcing werden sämtliche IT-Abteilungen aus den ein-zelnen Unternehmungen des Konzerns in einem Tochterunternehmen, meist GmbH oder GmbH & Co. KG, konzentriert[6]. Dieses Tochterunternehmen erbringt dann die

IT-Leistungen für den gesamten Konzern. Zusätzlich kann das neu gegründete Un-

ternehmen als Dienstleister für andere Firmen am Markt auftreten[7].

2.3.2 Totales Outsourcing

Unter totalem oder komplettem IT-Outsourcing versteht man die vollständige Ausgliederung oder Übertragung des IT-Betriebes an einen externen Anbieter. Dabei wird in einer so genannten Due Diligence[8] der IT-Betrieb des Outsourcing-Kunden durch den Anbieter analisiert und bewertet. Nach umfangreicher Analyse entscheidet der Outsourcing-Anbieter, ob er den Unternehmensteil kaufen wird. Danach wird zwischen Kunde und Anbieter ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, in welches der Outsourcing-Kunde seine komplette IT einbringt. Im Kooperationsvertrag werden Dinge wie Rechtsform, Kapitalausstattung und Geschäftsführung zwischen beiden Geschäftspartnern geregelt. Der Fremdanbieter übernimmt meist die Führung der Joint-Venture-Gesellschaft und der Outsourcing-Kunde hat weiterhin Einblicks- und Steuerungsmöglichkeiten. Nach bis zu 3 jährigem Bestehen der Joint-Venture-Gesellschaft wird diese dann komplett an den Outsourcing-Anbieter verkauft.

2.3.3 Partielles Outsourcing

Partielles Outsourcing wendet man an, wenn nur Teile des IT-Betriebes ausgelagert werden sollen[9]. Man benutzt diejenigen Anbieter, welche auf die individuelle Situation der Bank am besten reagieren können. Typische Beispiele für partielles IT-Outsourcing sind z.B. Auslagerung des Rechenzentrums, Beschaffung und Wartung von Hardware oder Betreuung von Desk-Top-Systemen per User-Help-Desk[10]. Partielles Outsourcing ist bei Banken im Hardwarebereich heutzutage schon weit verbreitet. Eine spezielle Form des partiellen Outsourcings ist das Multi-Vendor-Outsourcing. Dabei wird der IT-Betrieb auf verschiedene Anbieter aufgeteilt. Die positive Eigenschaft dieser Art des Outsourcings ist die Nutzung der besonderen Spezialisierungen der einzelnen Anbieter. Ein Nachteil ist die Kommunikationsproble-matik zwischen den Anbietern, zum Beispiel wenn verschiedene Support-Stufen der Fehlerbehebung von verschiedenen Anbietern übernommen werden[11].

2.3.4 Application-Service-Providing

Application-Service-Providing ist kein direktes Outsourcing, hat aber erhebliche Ver-

wandtschaft dazu. Ein ASP-Unternehmen bietet dem Kunden einen Fernzugriff auf

Software-Applikationen oder leistungsfähige Rechenzentren über Netzwerk oder Internet. Der ASP-Kunde kauft nicht die Software oder die Hardware, sondern benutzt diese gegen eine Gebühr. Application-Service-Providing stammt aus den USA, dort Nutzen bereits 80% aller Unternehmen ASP-Angebote[12].

2.3.5 Offshore-Outsourcing

Unter Offshore-Outsourcing bezeichnet man die Auslagerung der IT in andere Regionen der Erde. Bevorzugt werden aus Kostengründen Regionen in Osteuropa

und Indien. Bei Offshoring wird hauptsächlich die Softwareentwicklung und Softwarewartung an fremde Anbieter vergeben[13], diese überzeugen durch sehr gute

Qualität und große Kapazitäten[14].

2.4 Die vier Phasen des Outsourcings

2.4.1 erste Phase: Grundsatzentscheidung

In der 1. Phase wird die Grundsatzentscheidung getroffen, welche Leistungen fremd bezogen werden sollen. Leistungen mit hoher Kernkompetenz und Kundenbezogen-heit verschaffen dem Institut Wettbewerbsvorteile und eignen sich deshalb nicht zum auslagern. Die IT-Abteilung ist unterstützendes Funktionsglied in der Wertschöp-fungskette und eignet sich deshalb gut zum auslagern. Dabei ist zu klären, ob sich der Fremdbezug in das bestehende Unternehmen integrieren lässt, den Qualitäts-anforderungen entspricht und zudem kostengünstiger als die Eigenleistung ist[15].

2.4.2 zweite Phase: Auswahl des Outsourcing-Partners

In der 2. Phase vollzieht sich die Suche und Auswahl möglicher Outsourcing-Kandidaten. Bei der Auswahl dieser spielen Kriterien wie Know-How, Referenzen, wirtschaftliche Situation, Reputation, zukünftige Unternehmensentwicklung, Sicherheitskonzepte, Datenschutz und Qualitätssicherung eine große Rolle. Dabei kann es von Nutzen sein, wenn mögliche Anbieter in einem Scoring-Verfahren bewertet werden[16]. Mit dem Anbieter, welcher die vorgenannten Anforderungen erfüllt und zusätzlich den Preisvorstellungen entspricht, wird anschließend das Vertragswerk ausgehandelt. Es enthält Informationen zu Erstellungsvorgaben, Terminen, Preisen, Rechten, Pflichten, Haftungsvereinbarungen und Vertragsende[17].

[...]


[1] vgl. Sparkassenverlag (Sparkassen): S.5

[2] vgl. Achenbach, W., Moormann, J., Schober, H. (Bankwirtschaft): S.4

[3] vgl. Söbbing, T. (Handbuch) S.21

[4] vgl. Achenbach, W., Moormann, J., Schober, H. (Bankwirtschaft): S.189

[5] vgl. Picot, A./Maier, M. (Gestaltungskonzepte): S.14 ff.

[6] vgl. Hamann, D. (Sparkassen): S.76

[7] vgl. Bongard, S. (Entscheidungen): S.90

[8] sorgfältige Prüfung bei Unternehmensakquisition

[9] Bongard, S. (Entscheidungen): S.91

[10] zentrale Anwenderhilfe und Anwenderunterstützung per Internet oder Telefon, welche durch den Outsourcing-Partner erbracht wird

[11] vgl. Söbbing, T. (Handbuch): S.47

[12] vgl. Söbbing, T. (Handbuch): S.50 f.

[13] vgl. o.V. (India): S.1

[14] vgl. Achenbach, W., Moormann, J., Schober, H. (Bankwirtschaft): S.196

[15] vgl. Klimpke, T. (Sparkassen): S.39

[16] vgl. o.V. (Wartung und Services): S. 35

[17] vgl. Klimpke, T. (Sparkassen): S.49

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Outsourcing des EDV-Sektors - Vorteile und Probleme
Hochschule
Universität Leipzig  (Professur Bankwesen)
Veranstaltung
Hauptseminar Banken SS 2004
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V32923
ISBN (eBook)
9783638335157
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Aktuelle Probleme im deutschen Kreditgewerbe
Schlagworte
Outsourcing, EDV-Sektors, Vorteile, Probleme, Hauptseminar, Banken
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. Thomas Wolf (Autor), 2004, Outsourcing des EDV-Sektors - Vorteile und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32923

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