Outsourcing - Modethema oder wirtschaftlicher Zwang?1. Die Bankenbranche ist in den letzten Jahren heftig unter Druck geraten. Die Ursachen hierfür sind zunehmende nationale und internationale Konkurrenz, sinkende Zinsmargen, Entwicklung des Wertpapiermarktes, konjunkturschwache Zeiten und zunehmende Kosten für Risikovorsorge. Um weiterhin profitabel zu arbeiten, bleibt oft als einzige Möglichkeit die Kostensenkung, da sich höhere Erlöse schwerlich realisieren lassen. Vor allem ausländische Banken haben im Vergleich zu deutschen Instituten deutlich bessere Aufwands-Ertrags-Relationen. Deshalb sind Effektivitätssteigerungen in bankbetrieblichen Arbeitsprozessen ein aktuelles Thema. Eine Möglichkeit dies zu erreichen kann Outsoucing sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 EDV-Outsourcing, Formen und Phasen des Outsourcings
2.1 Definition Outsourcing
2.2 Bedeutung und Umfang von EDV in Banken
2.3 Formen des Outsourcings
2.3.1 Konzerninternes Outsourcing
2.3.2 Totales Outsourcing
2.3.3 Partielles Outsourcing
2.3.4 Application-Service-Providing
2.3.5 Offshore-Outsourcing
2.4 Die vier Phasen des Outsourcings
2.4.1 erste Phase: Grundsatzentscheidung
2.4.2 zweite Phase: Auswahl des Outsourcing-Partners
2.4.3 dritte Phase: Durchführung des Outsourcings
2.4.4 vierte Phase: Qualitätskontrolle und Überprüfung
3. Gründe, Vor- und Nachteile von Outsourcing
3.1 Gründe für Outsourcing – damals und heute
3.2 Vorteile von Outsourcing
3.2.1 Kostensenkung
3.2.1.1 Betrachtung der direkten Kosten
3.2.1.2 Betrachtung der indirekten Kosten
3.2.1.3 Betrachtung des Kosten-/Leistungsverhältnis
3.2.2 Reduzierung der Kapitalbindung
3.2.3 Konzentration auf Kernkompetenzen
3.2.4 Personalbeschaffungsvorteil
3.2.5 Bessere IT-Qualität und Innovationsvorteil
3.2.6 Risikotransfer
3.3 Nachteile von Outsourcing
3.3.1 Abhängigkeit vom Dienstleister
3.3.2 Verlust von Know-How
3.3.3 Datenschutzrisikoerhöhung
3.3.4 Einheitslösungen
3.3.5 Störung des Betriebsklimas
4. gesetzliches Rahmenwerk für Outsourcing
5. Fazit und Bewertung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Outsourcing des EDV-Sektors in Kreditinstituten unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Das Ziel der Arbeit ist es, die Motive für Auslagerungsentscheidungen zu analysieren sowie die damit verbundenen Vorteile, Risiken und Nachteile kritisch zu beleuchten.
- Konzepte und Formen des EDV-Outsourcings in Banken
- Prozesshafte Gestaltung der Auslagerung in vier Phasen
- Analyse der Kostensenkungspotenziale und Effizienzsteigerungen
- Identifikation strategischer Risiken wie Know-how-Verlust und Abhängigkeit
- Rechtliche Anforderungen durch KWG und Aufsichtsbehörden (BaFin/BAKred)
Auszug aus dem Buch
3.2.1.2 Betrachtung der indirekten Kosten
Die direkten Kosten der Eigenerstellung werden in der Regel von Unternehmen vollständig erfasst. Ein Vergleich mit den Angebotspreisen der Fremdanbieter ist jedoch nicht ganz sinnvoll, da der Fremdanbieter in seinen Preisen auch seine indirekten Kosten mit einkalkuliert hat. Indirekte Kosten oder Gemeinkosten der Eigenerstellung sind nicht so einfach zu ermitteln.
Zu solchen Kosten gehören zum Beispiel laufende Betriebskosten für PC-Arbeitsplätze, Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter, Wartungsmaßnahmen, Entwicklungskosten oder anteilige Netzwerkkosten für einen neuen PC-Arbeitsplatz. Unbeachtet bleibt auch der Zeitaufwand in Stunden, den ein Mitarbeiter der EDV-Abteilung zur Lösung von Problemen beziehungsweise für den Support benötigt.
Der Aufwand für Wartung und Entwicklung von Systemen ist mittlerweile beträchtlich und wird auch in Zukunft nicht abnehmen. Dieser Aufwand existiert auch beim externen Anbieter. Im Gegensatz zur Bank gehört Softwareentwicklung, Systembetreuung und Problemlösung beim ihm zur spezialisierten Kernkompetenz. Das damit vorhandene Know-How schlägt sich in effizienterer Entwicklung, Wartung und Problemlösung nieder. Zusätzlich kann er einmalig anfallende Kosten, zum Beispiel Softwareentwicklungskosten für eine Internet-Banking-Software die von mehreren Banken genutzt wird, auf seine Kunden aufteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik des Outsourcings im Bankensektor ein und begründet die Notwendigkeit von Effizienzsteigerungen durch Kostensenkungen.
2 EDV-Outsourcing, Formen und Phasen des Outsourcings: Es werden die Begriffsdefinition, die Bedeutung der IT in Banken sowie die verschiedenen Auslagerungsformen und der vierstufige Implementierungsprozess erläutert.
3. Gründe, Vor- und Nachteile von Outsourcing: Dieses zentrale Kapitel analysiert detailliert die Motive, Kostenvorteile, strategischen Vorteile sowie die Risiken und Nachteile wie Abhängigkeiten und Know-how-Verlust.
4. gesetzliches Rahmenwerk für Outsourcing: Das Kapitel erläutert die regulatorischen Anforderungen für Banken, insbesondere die Vorgaben des § 25a KWG und der Aufsichtsbehörden.
5. Fazit und Bewertung: Abschließend wird die Notwendigkeit des Outsourcings in der Kreditwirtschaft bestätigt, wobei auf die Sorgfalt bei der Planung und Durchführung hingewiesen wird.
Schlüsselwörter
Bankwesen, EDV-Outsourcing, IT-Dienstleistungen, Kostenmanagement, Kostensenkung, Kernkompetenzen, Prozessoptimierung, Bankenaufsicht, KWG, BaFin, Risiko-Management, IT-Strategie, Outsourcing-Phasen, Bankgeheimnis, Effizienzsteigerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Entscheidung von Kreditinstituten, ihre EDV-Infrastruktur und Dienstleistungen an externe Anbieter auszulagern, um dem wirtschaftlichen Druck in der Bankenbranche zu begegnen.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Formen des Outsourcings, dem Ablauf der Implementierungsphasen, der Kosten-Nutzen-Analyse sowie den rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Implikationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse der Vorteile (wie Kostensenkung) im Vergleich zu den Nachteilen (wie Abhängigkeit und Know-how-Verlust), um eine Entscheidungsgrundlage für Outsourcing-Projekte zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die theoretische Konzepte des Outsourcings mit den spezifischen regulatorischen und prozessualen Anforderungen des deutschen Bankensektors verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung von Outsourcing-Modellen, eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosteneinsparpotenziale und eine kritische Auseinandersetzung mit den Nachteilen für Banken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Bankwesen, EDV-Outsourcing, Kostenmanagement, Kernkompetenzen, IT-Strategie und Bankenaufsicht charakterisiert.
Wie sieht das Fazit hinsichtlich der Kostenremanenz aus?
Der Autor argumentiert, dass durch Outsourcing Kostenremanenz abgebaut werden kann, da Fixkosten in variable Kosten umgewandelt werden und das Management entlastet wird.
Welche Rolle spielt das regulatorische Umfeld?
Die Arbeit betont, dass Kreditinstitute aufgrund des § 25a KWG sicherstellen müssen, dass ihre Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten durch eine Auslagerung nicht eingeschränkt werden.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. Thomas Wolf (Author), 2004, Outsourcing des EDV-Sektors - Vorteile und Probleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32923