„Mediation/Streitschlichtung“ spielte das erste Mal in der praktischen Tätigkeit als Schulsozialarbeiter am Förderzentrum “Schule am Fernsehturm“ eine Rolle.
Diese Thematik wird in diesem Buch vertieft, wobei aufgezeigt werden soll, welche Potenziale der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule bezugnehmend auf Streitschlichtung innewohnen.
Im ersten Kapitel wird eine kurze Einführung in die Problematik Gewalt und Konflikte vorgenommen, da Gewalt und Konflikte im Arbeitsalltag eines Schulsozialarbeiters eine große Rolle spielen.
Ziel des zweiten Kapitels ist es, eine Übersicht über die Mediation als Verfahren zur Konfliktlösung zu geben, da die Streitschlichtung, die im dritten Kapitel analysiert wird, eine Form der Mediation ist.
Im dritten Kapitel geht es um die Streitschlichtung und im Speziellen um die Schülerstreitschlichtung. Dieses Kapitel stellt den Schwerpunkt der Arbeit dar und soll aufzeigen, welche Möglichkeiten der Streítschlichtung als institutionalisierte Form der Konfliktaustragung innewohnen und welche Perspektiven sich daraus auch für die Jugendhilfe/ Schulsozialarbeit ergeben können.
Das vierte Kapitel soll aufzeigen, wie die Kooperation von Jugendhilfe und Schule zustande gekommen ist und welche Möglichkeiten der Schulsozialarbeit auf der Basis des Kinder- und Jugendhilfegesetzes
(im Folgenden KJHG) innewohnen, um Streitschlichtung in der Schule umzusetzen.
Im fünften Kapitel wird die Theorie mit der Praxis der Schülerstreitschlichtung am Förderzentrum Schwerin „Schule am Fernsehturm“ verglichen und es werden kritische Ausblicke gegeben.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
ERSTES KAPITEL- GEWALT UND KONFLIKTE
1. EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
1.1 GEWALT UND AGGRESSIONEN
1.1.1 Definitionen von Gewalt
1.1.2 Unterschiede zwischen Aggression und Gewalt
1.2 FORMEN VON GEWALT
1.2.1 Psychische Gewalt
1.2.2 Physische Gewalt
1.2.3 Sexuelle Gewalt
1.2.4 Frauenfeindliche/Fremdenfeindliche/Rassistische Gewalt
1.2.5 Institutionelle Gewalt und Strukturelle Gewalt
1.3 URSACHEN VON GEWALT
1.3.1 Familie als mögliche Ursachenquelle von Gewalt
1.3.2 Schule als mögliche Ursachenquelle von Gewalt
1.3.3 Peergroup/ Clique als eine Ursachenquelle von Gewalt
1.4.1 Was ist ein Konflikt?
1.4.2 Soziale Konflikte nach Glasl
1.4.3 Funktion von Konflikten
1.4.4 Konflikttypen
1.4.4.1 Konflikttypen nach Moore
1.4.4.2 Konflikttypen nach Glasl
1.5 AKTUELLES GEWALT- UND KONFLIKTVERHALTEN AN SCHULEN
1.6 ZUSAMMENFASSUNG
ZWEITES KAPITEL- MEDIATION
2. MEDIATION ALS INSTRUMENT EINER ALTERNATIVEN KONFLIKTLÖSUNG
2.1 WAS IST MEDIATION?
2.2 GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER MEDIATION
2.3 DAS MEDIATIONSVERFAHREN- MERKMALE, ZIELE UND PRINZIPIEN
2.4 ANWENDUNGSGEBIETE DER MEDIATION
2.5 MEDIATION ALS RITUAL NACH RISTO
2.6 ZUSAMMENFASSUNG
DRITTES KAPITEL- STREITSCHLICHTUNG
3. STREITSCHLICHTUNG ALS FORM DER MEDIATION
3.1 STREIT – SCHLICHTUNG - EINE FORM DER MEDIATION
3.2 MEDIATION IM SCHULALLTAG/ SCHÜLER-STREITSCHLICHTUNG ALS EINE FORM DER GEWALTPRÄVENTION AN SCHULEN
3.3 SCHÜLER - STREIT – SCHLICHTUNG, EINE FORM DER MEDIATION
3.4 GRUNDELEMENTE DER SCHLICHTERAUSBILDUNG
3.5 ALLGEMEINE SCHRITTE DES MEDIATIONS-/STREITSCHLICHTERVERFAHRENS
3.5.1 Die Vorphase
3.5.2 Einleitung in das Mediations-/ Streitschlichtergespräch
3.5.3 Sichtweise der Konfliktparteien
3.5.4 Konflikterhellung
3.5.5 Konfliktlösung
3.5.6 Vereinbarung und Vertrag
3.5.7 Nachtreffen zur Auswertung
3.6 GRUNDLEGENDE INHALTE IN EINEM SCHLICHTERGESPRÄCH
3.6.1 Aktives Zuhören
3.6.2 Ich-Botschaften
3.6.3 Brainstorming (Gehirnsturm)
3.7 ROLLE UND AUFGABEN DER MEDIATOREN/ STREITSCHLICHTER
3.8 UNTERSCHIEDE DER SCHÜLERSTREITSTREITSCHLICHTUNG ZUR MEDIATION
3.9 SCHÜLER- STREITSCHLICHTUNG EINE FORM DER PEERGROUPARBEIT
3.10 SCHÜLER-STREIT-SCHLICHTUNG, EIN BEITRAG ZUR SCHULENTWICKLUNG
3.11 CHANCEN/VORTEILE/GEWINNE DER SCHÜLER – STREITSCHLICHTUNG
3.12 GRENZEN DER SCHÜLER – STREITSCHLICHTUNG
3.13 SYSTEMISCHER ANSATZ IN DER MEDIATION/STREITSCHLICHTUNG NACH FALLER
3.13.1 Das "Pädagogische Hexagon"
3.13.1.1 Konstruktive Konfliktbearbeitung
3.13.1.2 Begleitende Programme
3.13.1.3 Soziale Lernziele im Unterricht
3.13.1.4 Trainings zum Lehrerverhalten
3.13.1.5 Öffnung der Schule
3.13.1.6 Prävention und Schulprogramm
3.13.2 Kurzer Bezug zur Streitschlichtung
3.14 ZUSAMMENFASSUNG
VIERTES KAPITEL- KOOPERATION VON SCHULE UND JUGENDHILFE BEZUGNEHMEND AUF STREÍTSCHLICHTUNG
4. SCHULSOZIALARBEIT ALS MULTIPLIKATOR FÜR STREITSCHLICHTUNG AN SCHULEN
4.1 DIE KOOPERATION VON JUGENDHILFE UND SCHULE
4.1.1 Entstehung der Kooperation von Schule und Jugendhilfe
4.1.2 Verhältnis zwischen Schule und Jugendhilfe
4.1.3 Die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule in Mecklenburg-Vorpommern
4.2 SCHULBEZOGENE JUGENDSOZIALARBEIT /SCHULSOZIALARBEIT
4.2.1 Arbeitsfelder von Schulsozialarbeitern
4.2.2 Methoden der Schulsozialarbeit
4.2.3 Ansätze (Kooperationsformen) von Schulsozialarbeit
4.2.4 Strukturen von Schulsozialarbeit
4.2.5 Gesetzliche Grundlagen der Schulsozialarbeit
4.3 PROBLEME UND GRENZEN DER KOOPERATION VON SCHULE UND JUGENDHILFE/SCHULSOZIALARBEIT
4.4 EINFLUSSNAHME DER SCHULSOZIALARBEIT AUF DIE UMSETZUNG DER STREITSCHLICHTUNG IN DER SCHULE
4.5 ZUSAMMENFASSUNG
FÜNFTES KAPITEL - SCHÜLERSTREITSCHLICHTUNG AN EINER SCHWERINER FÖRDERSCHULE
5. SCHULFORM
5.1 ENTWICKLUNG DER STREITSCHLICHTUNG AN DER SCHULE IN MECKLENBURG/VORPOMMERN
5.2 UMSETZUNG THEORETISCHER GRUNDLAGEN/PRAXISERFAHRUNGEN
5.2.1 Einstieg in die Schüler- Streitschlichtung
5.2.2 Gewinnung und Unterstützung
5.2.3 Fortbildung der interessierten Lehrkräfte
5.2.4 Vorbereitung der Schülerschaft auf die Mediation
5.2.5 Mediatoren/ Streitschlichterausbildung
5.2.6 Die Streitschlichterarbeit
5.2.7 Ständige Begleitung der Schülerschlichter
5.2.8 Evaluation
5.3 ZUSAMMENGEFASSTE ARBEITSSCHRITTE ZUR EINFÜHRUNG DER SCHÜLER-STREITSCHLICHTUNG IM „SONDERPÄDAGOGISCHEN FÖRDERZENTRUM AM FERNSEHTURM“ SCHWERIN
5.4 SCHWIERIGKEITEN UND HERAUSFORDERUNGEN DER PRAKTISCHEN ARBEIT
5.5 ZUSAMMENFASSUNG
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule im Kontext der Streitschlichtung. Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten der Streitschlichtung als institutionalisierte Konfliktlösung an Schulen aufzuzeigen und deren Beitrag zur Gewaltprävention sowie zur Schulentwicklung zu analysieren.
- Grundlagen von Gewalt, Aggression und Konflikten im schulischen Umfeld.
- Mediation als Instrument der gewaltfreien Konfliktlösung.
- Methoden, Durchführung und Herausforderungen der Streitschlichtung an Schulen.
- Die Rolle der Schulsozialarbeit als Multiplikator in diesem Prozess.
- Praxisbeispiel einer Förderschule unter Anwendung des systemischen Ansatzes nach Faller.
Auszug aus dem Buch
1.4.1 Was ist ein Konflikt?
Das Wort Konflikt geht auf den lateinischen Terminus „conflictus“ zurück und lässt sich am besten ins deutsche übertragen mit den Begriffen Zusammenstoß, Wiederstreit, Zwiespalt (vgl. Risto 2003, S. 22).
Nach Dahrensdorf bezeichnet der Begriff des Konfliktes zunächst jede Beziehung von Elementen, „[...] die sich durch objektive (latente) oder subjektive (manifeste) Gegensätzlichkeiten kennzeichnen lässt" (Dahrensdorf 1963, S. 201 zitiert nach „Konflikt ABC“ Stand:21.06.04). Dahrensdorf scheint nach dieser Definition nur Gegensätzlichkeiten in einem Konflikt zu sehen.
Johan Galtung definiert den Konflikt folgendermaßen: „Wir definieren Konflikt als eine Eigenschaft eines Systems, in dem es miteinander unvereinbare Zielvorstellungen gibt, so dass das Erreichen des einen Zieles das Erreichen des anderen ausschließen würde. Das nennt er Disput. Wenn eine Person zwischen zwei Zielen gleichzeitig zu wählen hat, nennt er das Dilemma. Der Konflikt birgt einerseits etwas negatives zerstörerisches in sich, auf der anderen Seite birgt er aber auch Chancen und etwas aufbauendes“ („Konflikt nach Galtung“ Stand:23.10.04).
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik und Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Bereich der Streitschlichtung.
ERSTES KAPITEL- GEWALT UND KONFLIKTE: Analyse der Begriffe Gewalt und Aggression sowie Darstellung von Konfliktursachen und deren Bedeutung im schulischen Alltag.
ZWEITES KAPITEL- MEDIATION: Überblick über Mediation als Verfahren zur Konfliktlösung, inklusive der geschichtlichen Entwicklung und methodischen Prinzipien.
DRITTES KAPITEL- STREITSCHLICHTUNG: Fokus auf Schülerstreitschlichtung als institutionalisierte Form der Mediation, deren Ablauf, Methoden und Bedeutung für die Schulentwicklung.
VIERTES KAPITEL- KOOPERATION VON SCHULE UND JUGENDHILFE BEZUGNEHMEND AUF STREÍTSCHLICHTUNG: Untersuchung der Schulsozialarbeit als verbindendes Element zur Umsetzung von Streitschlichtungsangeboten an Schulen.
FÜNFTES KAPITEL - SCHÜLERSTREITSCHLICHTUNG AN EINER SCHWERINER FÖRDERSCHULE: Praxisbericht über die Einführung eines Streitschlichtungsprojekts an einem Sonderpädagogischen Förderzentrum.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die notwendige Etablierung einer konstruktiven Streitkultur an Schulen.
Schlüsselwörter
Streitschlichtung, Mediation, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Gewaltprävention, Schulentwicklung, Konfliktlösung, Förderschule, Peer-Mediation, soziales Lernen, Kooperation, Schulklima, Partizipation, systemischer Ansatz, Konfliktmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Implementierung von Streitschlichtung als Angebot der Jugendhilfe an Schulen, um Konflikte konstruktiv zu lösen und Gewaltprävention zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Gewalt- und Konfliktanalysen an Schulen, theoretische Grundlagen der Mediation, die praktische Ausgestaltung von Schülerschlichtung sowie die Kooperationsformen zwischen Schule und Jugendhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Streitschlichtung als institutionalisiertes Verfahren an Schulen etabliert werden kann und welche Chancen sich daraus für die Schul- und Sozialkultur ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Gewalt, Mediation und Schulsozialarbeit, ergänzt durch die reflektierte Darstellung eines Praxisbeispiels aus einem sonderpädagogischen Förderzentrum.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen der Mediation, vertieft das Konzept der Streitschlichtung, analysiert die Rolle der Schulsozialarbeit als Multiplikator und beschreibt die Umsetzung in einem konkreten schulischen Fallbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakteristische Begriffe sind Mediation, Streitschlichtung, Schulsozialarbeit, Gewaltprävention, Konfliktkultur und systemischer Ansatz.
Wie wird das "Pädagogische Hexagon" im Kontext der Arbeit bewertet?
Es dient als systemischer Orientierungsrahmen, um die Streitschlichtung nicht als isoliertes Projekt, sondern als Teil eines ganzheitlichen Konzepts zur Veränderung sozialer Prozesse an der Schule zu implementieren.
Welche spezifischen Schwierigkeiten werden bei der praktischen Umsetzung in Schwerin genannt?
Der Autor benennt unter anderem mangelnde Einbindung des Kollegiums im Vorfeld, Zeitdruck durch Schulstrukturen, Unsicherheiten der Schlichter in der Erprobungsphase sowie divergierende Zielvorstellungen zwischen Lehrkräften und Schulsozialarbeitern.
- Arbeit zitieren
- Norman Röper (Autor:in), 2004, Streitschlichtung als ein Angebot der Jugendhilfe an Schulen am Beispiel der Kooperation „Jugendhilfe- Schule“ an einer Förderschule in Schwerin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32938