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Was ist Umgangssprache? Historische und systematische Anmerkungen

Title: Was ist Umgangssprache? Historische und systematische Anmerkungen

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Stefanie Langner (Author)

German Studies - Linguistics
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Was ist Umgangssprache? Die Klärung dieser Frage zeigt vielerlei Schwierigkeiten auf, denn eine exakte Definition für diesen Terminus gibt es nicht. Als Umgangssprache wird allgemein die „im persönlichen Gespräch gebräuchliche Sprache“ bezeichnet. Das heißt also, Umgangssprache bezieht sich im Gebrauch in den meisten Fällen auf die gesprochene Sprache, so dass eine Darstellung über Entwicklung und Einordnung des Begriffs als problematisch herausstellt, da altes, überliefertes Material schriftliches Material ist. Ein weiteres Problem bei der Betrachtung ist, dass Umgangssprache im Umgang realisiert wird. Den Begriff hier eindeutig zu definieren, ist nicht möglich, da verschiedene Personen oder Gruppen in verschiedenen Situationen miteinander sprechen. Es gibt also verschiedene „Umgänge“ und Umgangssprache kann aus verschiedenen Richtungen betrachtet werden, so dass sich auch verschiedene Bedeutungen des Begriffs herauskristallisieren.
In der folgenden Arbeit wird zunächst auf die historische Entwicklung von Umgangssprache eingegangen. Auch wenn Modelle des 18. Jahrhunderts aus den oben genannten Ursachen nicht vollständig sind, geben sie Grundlagen für die sprachgermanistische Forschung. Nach Darstellung einiger Forschungsansätze, beispielsweise die von Wunderlich oder Behaghel, wird dann der Versuch der Systematisierung unternommen. Hilfreich hierbei ist die Untersuchung des Begriffs von Hugo Steger. Seine Untersuchungsergebnisse geben ansatzweise systematische Anmerkungen, denn Steger betrachtet den Begriff aus verschiedenen Perspektiven. Zwar gelingt dadurch keine genaue Definition aber eine Einordnung des Terminus. Anschließend werden die verschiedenen Bedeutungsvarianten von Umgangssprache erläutert. Zum einen gibt es hier zwei spezielle, sich aufeinander beziehende Varianten: Umgangssprache als Varietät einer Sprache und als eine Sprachverwendungsart. Zum anderen wird im „Deutschen Wörterbuch“ von Paul zwischen sprachgermanistischen und nicht-germanistischen Bedeutungen unterschieden. Auf letztere soll zum Abschluss näher eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES BEGRIFFS „UMGANGSSPRACHE“

2.1 ERSTE BELEGE

2.2 SPRACHGERMANISTISCHE FORSCHUNG AM BEGRIFF „UMGANGSSPRACHE“

3. DER SPRACHGERMANISTISCHE ENTWURF ZU „UMGANGSSPRACHE“ VON HUGO STEGER – ANSÄTZE ZUR SYSTEMATISIERUNG

4. SYSTEMATISCHE ANMERKUNGEN

4.1 ZWEI BEDEUTUNGSVARIANTEN VON „UMGANGSSPRACHE“ ZUR VERSTÄNDNISHILFE DES GESAMTKOMPLEXES

4.2 BESCHREIBUNG DER NICHT-GERMANISTISCHEN BEDEUTUNGEN DES UMGANGSSPRACHEBEGRIFFS MIT HIFE DES WÖRTERBUCHARTIKELS

5. FAZIT

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die begrifflichen Unschärfen und die historische sowie systematische Entwicklung des Terminus „Umgangssprache“ zu durchleuchten. Im Zentrum steht die Frage, wie sich dieser schillernde Begriff wissenschaftlich fassen lässt und welche Bedeutungsvarianten sich aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven ergeben.

  • Historische Entwicklung des Begriffs von Gottsched bis ins 19. Jahrhundert
  • Sprachgermanistische Forschungsansätze (u. a. Wunderlich, Behaghel)
  • Systematisierungsversuch nach Hugo Steger
  • Abgrenzung von Umgangssprache, Mundart und Standardsprache
  • Differenzierung zwischen sprachgermanistischen und nicht-germanistischen Bedeutungsvarianten

Auszug aus dem Buch

Der sprachgermanistische Entwurf zu „Umgangssprache“ von Hugo Steger – Ansätze zur Systematisierung

Steger sieht Umgangssprachen als „Diasysteme des Deutschen“. Sie stehen als eigene Sprachvarietät zwischen den Varietätentypen Mundarten (Ort-/Gemeindemundart) und der deutschen Standardsprache. Steger ist zwar der Ansicht, daß sie aus dem Sprachkontakt herzuleiten ist, aber er vertritt nicht die Meinung, Umgangssprachen entstünden aus dem Kontakt von Mundarten und Standardsprache.

Die Umgangssprachen sind vielschichtig, da sie je nach Situation nach verschiedenen Laut-, Formen- und Syntaxregeln verwendet werden. Auch aufgrund des umfangreichen Wortschatzes sind Umgangssprachen vieldeutig. Beispielsweise durch die Übernahme von niederen Mundarten oder auch durch Eigenbildungen hat Umgangssprache eine abwertende Bedeutung. Dann spricht man von der Gossensprache oder der Gruppensprache (Soldaten, Jugendliche), von einem Wortgebrauch, der nicht gesellschaftsfähig ist. Andererseits gibt es wiederum Umgangssprachen, die einen fachsprachlichen Wortschatz besitzen, das heißt die Standardsprache wurde übernommen und eingeformt.

In einem weiteren Punkt kritisiert Steger die Auffassung, Umgangssprache sei die Sprache des „alltäglichen Umgangs“. Auch ich stehe dieser Auffassung kritisch gegenüber, denn Umgangssprache kann nicht uneingeschränkt als Sprache der Lebenspraxis und der Alltagswelt bezeichnet werden, da zum einen ein lebenspraktischer Zusammenhang auch mit Hilfe von Mundarten und Standardsprache dargestellt werden kann. Der Begriff der Alltagssprache als funktionale Erscheinungsform des Deutschen bezieht sich also nicht allein auf die Umgangssprache. Zum anderen kann hinzugefügt werden, daß auch in nicht-lebenspraktischen und nicht-alltagsweltlichen Bereichen Umgangssprachen verwendet werden. Steger führt hier beispielsweise die mündliche Kommunikation in der Technik, in der Wissenschaft, in Institutionen und auch das Vorhandensein von „umgangssprachlichen Literaturwerken“ an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten einer exakten Begriffsdefinition und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit, von der historischen Herleitung bis hin zur systematischen Einordnung.

2. HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES BEGRIFFS „UMGANGSSPRACHE“: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung und den Wandel des Begriffs nach, beginnend mit ersten literaturtheoretischen Belegen im 18. Jahrhundert bis hin zur Etablierung durch Campe.

3. DER SPRACHGERMANISTISCHE ENTWURF ZU „UMGANGSSPRACHE“ VON HUGO STEGER – ANSÄTZE ZUR SYSTEMATISIERUNG: Hier wird Hugo Stegers Modell diskutiert, das Umgangssprachen als Diasysteme begreift und die soziale sowie situationsbedingte Variabilität in den Fokus rückt.

4. SYSTEMATISCHE ANMERKUNGEN: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Bedeutungsvarianten, insbesondere der Unterscheidung von Umgangssprache als Sprachvarietät gegenüber einer funktionalen Sprachverwendung.

5. FAZIT: Das Fazit resümiert die theoretischen Schwierigkeiten der Begriffsfindung und betont die anhaltende Relevanz der Untersuchung angesichts sich stetig wandelnder Lebens- und Sprachformen.

Schlüsselwörter

Umgangssprache, Sprachgeschichte, Sprachvarietät, Sprachgermanistik, Hugo Steger, Standardsprache, Mundart, Sprachgebrauch, Diasysteme, Soziolinguistik, Sprachfunktion, Alltagssprache, Sprachwandel, Sprachkontakt, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Begriff „Umgangssprache“ aus historischer und systematischer Sicht, um die Schwierigkeiten bei seiner wissenschaftlichen Definition aufzuzeigen und einzuordnen.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die historische Genese des Begriffs, die sprachgermanistische Forschung, der Systematisierungsansatz von Hugo Steger sowie die Abgrenzung zu anderen Sprachformen wie Dialekt und Hochsprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine Struktur in die vielschichtigen Bedeutungsdimensionen von „Umgangssprache“ zu bringen und die Variabilität des Sprachgebrauchs durch theoretische Konzepte greifbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse bestehender sprachwissenschaftlicher Literatur und Wörterbucheinträge (insbesondere Hermann Paul und Hugo Steger) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Begriffsentwicklung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Hugo Stegers Thesen zur Systematisierung und eine differenzierte Betrachtung verschiedener Bedeutungsvarianten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Umgangssprache, Sprachvarietät, Diasysteme, Sprachfunktion, Soziolinguistik sowie die Abgrenzung von Mundarten und Schriftsprache.

Warum kritisiert der Autor den Begriff „alltäglicher Umgang“?

Der Autor argumentiert mit Steger, dass Umgangssprache nicht rein auf die Lebenspraxis begrenzt werden kann, da sie auch in fachlichen, wissenschaftlichen und literarischen Kontexten vorkommt.

Was ist die Bedeutung von Umgangssprache als „Mittel sozialer Distanz“?

In nicht-germanistischen Kontexten kann Umgangssprache als Werkzeug dienen, um sich sozial von einer breiten Masse abzuheben, beispielsweise durch die Zurschaustellung von Fremdsprachenkenntnissen oder spezifischem Sprachgebrauch.

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Details

Title
Was ist Umgangssprache? Historische und systematische Anmerkungen
College
Technical University of Braunschweig
Course
Proseminar: Einführung in das Studium historischer Sprachstufen
Grade
sehr gut
Author
Stefanie Langner (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V32939
ISBN (eBook)
9783638335294
ISBN (Book)
9783640319046
Language
German
Tags
Umgangssprache Historische Anmerkungen Proseminar Einführung Studium Sprachstufen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Langner (Author), 2001, Was ist Umgangssprache? Historische und systematische Anmerkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32939
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