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Ludwig der Bayer

Title: Ludwig der Bayer

Seminar Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Thomas Mrotzek (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Ludwig der Bayer stellte ohne Zweifel einen der stark umstrittensten Herrscher des Mittelalters dar. Bekannt ist er durch seinen Streit mit der Kurie geworden. Sein eigenwilliges Verhalten stieß in päpstlichen Kreisen auf starken Widerstand. Trotz zahlreicher Versuche der Vermittlung bzw. Versöhnung seitens Ludwigs, konnte sich der von gebannten Kirchenvertretern gekrönte Kaiser mit dem Papsttum nicht einigen. Im Gegenteil, die Feindschaft zwischen beiden Partnern, Ludwig und der Kurie, verschärfte sich im Laufe der Jahre zunehmend.
Im Rahmen des Seminars „Vom Interregnum bis zur Goldenen Bulle“ habe ich mir das Thema „Ludwig der Bayer und sein Streit mit dem Papsttum“ ausgewählt. Nach einer kurzen Darstellung der politischen Situation in Deutschland um 1314 möchte ich die Anfänge der Auseinandersetzung Ludwigs mit Papst Johannes XXII. darlegen. Im Anschluss daran gehe ich in chronologischer Reihenfolge auf die wichtigsten historischen Ereignisse, die den Konflikt betreffen, ein. Die Hausmachtpolitik des Bayern sowie die politischen Verhältnisse in Oberitalien bleiben in meiner Seminararbeit weitgehend unberücksichtigt. Nur wenn diese in unmittelbaren Zusammenhängen mit dem Streit zwischen Ludwig und der Kurie stehen, werden diese in meine Betrachtungen mit einbezogen.
Die Versuche der deutschen Kurfürsten, mit dem Rhenser Weistum die päpstlichen Eingriffe in Deutschland zu unterbinden und ihr eigenes Recht zu wahren, werde ich zum Ende meiner Darstellung betrachten, jedoch werde ich darauf verzichten, das Rhenser Weistum in seiner Ausführlichkeit zu untersuchen. Vielmehr möchte ich dieses in Zusammenhang mit einer Festigung der Position Ludwigs des Bayern bringen. Das Ziel meiner Seminararbeit ist es, vor allem Gründe und Ursachen darzustellen, die zum Bruch zwischen der Kurie und Ludwig dem Bayer führten. Das Hauptaugenmerk meiner Betrachtungen liegt dabei auf der Krönung des Bayern in Rom, die in Abwesenheit des Papstes stattfand. War nur sie der Ausgangspunkt der Streitigkeiten oder gab es noch andere Punkte zwischen dem Hause Wittelsbach und dem Papsttum, die ein langjähriges feindschaftliches Verhältnis zwischen beiden schufen?
Auch will ich die Anfangsjahre der Regierung Ludwigs des Bayern untersuchen, um hier mögliche Anhaltspunkte zu finden, die das Verhältnis von Kurie und dem Bayern für die gesamte Regierungszeit Ludwigs nachhaltig belasteten. Darüber hinaus möchte ich die Bedeutung dieses Streites für das späte Mittelalter darlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Situation um 1314: Tod des Papstes und Doppelwahl - Beginn der Konflikte

2. Ludwig siegt über Friedrich den Schönen - Johannes XXII. mischt sich in den Thronstreit

2.1 Ludwigs Italienzug - Der Griff nach der Kaiserkrone

2.2 Ludwig am Ziel - Die Kaiserkrönung in Rom am 17. Januar 1328

2.3 Die Fronten verhärten sich - Ludwig erklärt Johannes XXII. für abgesetzt

3. Ludwig als Kaiser zurück in Deutschland - Erste Versuche der Versöhnung mit der Kurie

3.1 Ein neuer Papst tritt an - Ludwigs Chance zur Aussöhnung?

3. 2 Das Rhenser Weistum und Tod Benedikts XII. - Die Jahre 1338 bis 1342

3.3 Karl IV. und Ludwigs Niedergang

4. Ludwig der Bayer und sein Wirken - Zusammenfassung der Betrachtungen

5. Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit analysiert die Ursachen und den Verlauf des langjährigen Konflikts zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und dem Papsttum. Das primäre Ziel ist es, die politischen und rechtlichen Hintergründe des Bruchs mit der Kurie sowie die Auswirkungen auf das deutsche Königtum und die Verfassungsgeschichte des Spätmittelalters zu ergründen.

  • Anfänge des Thronstreits nach der Doppelwahl von 1314.
  • Die Eskalation durch den Italienzug und die Kaiserkrönung in Rom.
  • Die Auseinandersetzungen um päpstliche Approbation und kirchliche Hoheit.
  • Die Rolle des Rhenser Weistums für die Unabhängigkeit des deutschen Königtums.

Auszug aus dem Buch

2.2 Ludwig am Ziel - Die Kaiserkrönung in Rom am 17. Januar 1328

Zu Beginn des Jahres 1328 traf Ludwig der Bayer endlich in Rom ein. Nach kurzen Verhandlungen mit Sciarra Colonna über den Einzug des Bayern in die Stadt, wurden die Vorbereitungen zur Krönung getroffen. Wie die Krönung stattgefunden haben könnte, wurde von dem Florentiner Chronisten Giovanni Villani niedergeschrieben.

Diese Quelle stellt den Ablauf der Zeremonie und deren Besonderheiten dar. Deutlich wird in diesem Schriftstück, dass Ludwig bereits römischer König sei und die Krönungsfeier in St. Peter in Rom stattgefunden habe. Villani berichtet, dass die Feierlichkeiten traditionsgemäß und nach alten Vorschriften durchgeführt worden waren. Die einzige wichtige Besonderheit der Krönungsfeier war, dass weder der Papst (Johannes XXII.) noch der für den Krönungsakt benötigte Pfalzgraf vom Lateran anwesend waren.

Diese Unregelmäßigkeit löste der Bayer jedoch im Vorfeld, indem er dem Volkskapitän und Herzog von Lucca, Sciarra Colonna, den Titel des Pfalzgrafen übertrug. Der Papst wurde in der Zeremonie durch zwei italienische Bischöfe ersetzt:

„Darauf ließ sich also der Baier zum Kaiser krönen und zwar in Abwesenheit des Papstes und der Kardinäle desselben von Schismatikern und Gebannten, nämlich dem Bischof von Venedig, einem Nepoten des Kardinals da Prato, und dem Bischof von Ellera. In derselben Weise wurde seine Gemahlin zur Kaiserin gekrönt.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsintention, Ludwig den Bayern im Kontext seines Konflikts mit der Kurie zu beleuchten.

1. Die Situation um 1314: Tod des Papstes und Doppelwahl - Beginn der Konflikte: Analyse der politischen Ausgangslage nach dem Tod Kaiser Heinrichs VII. und Papst Clemens V.

2. Ludwig siegt über Friedrich den Schönen - Johannes XXII. mischt sich in den Thronstreit: Untersuchung der militärischen Auseinandersetzungen und des Beginns des direkten Streits mit Johannes XXII.

2.1 Ludwigs Italienzug - Der Griff nach der Kaiserkrone: Darstellung des Italienfeldzugs, der Bündnisse mit oberitalienischen Städten und der Krönungspläne.

2.2 Ludwig am Ziel - Die Kaiserkrönung in Rom am 17. Januar 1328: Fokus auf den Ablauf und die kirchenrechtliche Besonderheit der eigenmächtigen Krönung in Rom.

2.3 Die Fronten verhärten sich - Ludwig erklärt Johannes XXII. für abgesetzt: Erläuterung der kaiserlichen Gegenmaßnahmen, einschließlich der Absetzung des Papstes und der Einsetzung eines Gegenpapstes.

3. Ludwig als Kaiser zurück in Deutschland - Erste Versuche der Versöhnung mit der Kurie: Bewertung der Bemühungen um einen Ausgleich nach der Rückkehr aus Italien.

3.1 Ein neuer Papst tritt an - Ludwigs Chance zur Aussöhnung?: Analyse der veränderten Ausgangslage unter Papst Benedikt XII.

3. 2 Das Rhenser Weistum und Tod Benedikts XII. - Die Jahre 1338 bis 1342: Erörterung der verfassungsrechtlichen Bedeutung des Rhenser Weistums für die Unabhängigkeit des Königs.

3.3 Karl IV. und Ludwigs Niedergang: Beschreibung des Machtverlusts Ludwigs gegenüber dem Haus Luxemburg.

4. Ludwig der Bayer und sein Wirken - Zusammenfassung der Betrachtungen: Resümee des Konflikts und Einordnung in die deutsche Verfassungsgeschichte.

Schlüsselwörter

Ludwig der Bayer, Kurie, Papst Johannes XXII., Kaiserkrönung, Rhenser Weistum, Doppelwahl, Haus Wittelsbach, Kirchenrecht, Approbation, Italienzug, Spätmittelalter, Goldene Bulle, Verfassungsgeschichte, Exkommunikation, Reichspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der langwierigen politischen und rechtlichen Auseinandersetzung zwischen dem römisch-deutschen Kaiser Ludwig dem Bayern und dem Papsttum in Avignon.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Legitimität der Königswahl, die Rolle der Kurfürsten, die päpstliche Approbation sowie die Auswirkungen von Ludwigs Italienpolitik auf seine Herrschaftssicherung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für den Bruch zwischen Ludwig und der Kurie darzustellen und zu analysieren, ob es alternative Möglichkeiten einer Schlichtung gab oder ob der Konflikt strukturell begründet war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer Chroniken (insb. Giovanni Villani) und einschlägiger moderner Fachbiographien sowie Urkundeneditionen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil folgt chronologisch den Etappen des Konflikts: von der Doppelwahl 1314 über den Italienzug und die Kaiserkrönung bis hin zu den gescheiterten Versöhnungsversuchen und der Etablierung des Rhenser Weistums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Ludwig der Bayer, Kurie, Kaiserkrönung, Rhenser Weistum, Doppelwahl und die verfassungsrechtliche Autonomie des deutschen Königtums gegenüber dem Papst.

Warum war die Krönung in Rom 1328 kirchenrechtlich so problematisch?

Die Krönung fand ohne die Anwesenheit des Papstes oder legitimer Legaten statt und wurde durch Kirchenvertreter vollzogen, die selbst gebannt waren, was für die zeitgenössische Kurie einen massiven Tabubruch darstellte.

Welche Bedeutung hatte das Rhenser Weistum für die Zukunft des Reiches?

Das Weistum legte fest, dass die Wahl zum römischen König durch die Kurfürsten keine päpstliche Approbation benötigt, was einen entscheidenden Schritt zur Unabhängigkeit der deutschen Staatsgewalt markierte und in die Goldene Bulle von 1356 einfloss.

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Details

Title
Ludwig der Bayer
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Course
Vom Interregnum bis zur Goldenen Bulle
Grade
2,3
Author
Thomas Mrotzek (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V32953
ISBN (eBook)
9783638335409
ISBN (Book)
9783656468813
Language
German
Tags
Ludwig der Bayer Interregnum Goldene Bulle 1356 Kurverein Rhense Rhenser Weistum Köln Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Mrotzek (Author), 2004, Ludwig der Bayer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32953
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