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Ist das Dionysische eine mögliche Ursachen jugendlichen Suchtverhaltens?

Title: Ist das Dionysische eine mögliche Ursachen jugendlichen Suchtverhaltens?

Research Paper (undergraduate) , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Kulow (Author)

Social Work
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Nietzsche beschreibt in der Geburt der Tragödie das Dionysische, als eine der zwei ursprünglichen Kräfte des Griechentums. Das Dionysische steht für das Rauschhafte und Rasende. Können wir also davon ausgehen, dass in unserem tiefsten Inneren, ein unbeeinflussbarer Drang, zur Versetzung in einen Rauschzustand vorhanden ist? Wenn ja, wann kommt er zum Ausbruch und ist jeder betroffen? Wenn nicht, warum? Die Antworten dieser Fragen hätte eine enorme Relevanz für die Drogentherapie. Das Vorhandensein eines solchen Triebes stellt die Erfolgschancen und Notwendigkeit dieser Hilfeform in Frage. Der Betroffene ist nach der möglicherweise erfolgreichen Beendigung der Therapie entlassen und wenn der innere Trieb ihn zu einem Rückfall veranlasst, war die Therapie umsonst. Die Notwendigkeit der Hilfe ist ebenfalls zweifelhaft, denn der innere Trieb ist nicht beeinflussbar und unbewusst gesteuert. Für die Heilung der Sucht wäre die Aufarbeitung der Kindheit die Vermittlung eines strukturierten Tagesablauf nur eine Bearbeitung der Symtome nicht der Ursachen.

Da ich in der CHANCE Jugendhilfe und Therapie, einer geschlossenen Einrichtung für drogenabhängige Jugendliche bei Berlin arbeite, waren das meine ersten Überlegungen und Fragestellungen in diesem Zusammenhang. Mit meiner Studienarbeit versuche ich diesen Überlegungen mit Hilfe weiterführender Literatur und meinen Erfahrungen aus der Praxis nachzugehen. Beginnen will ich mit Nietzsche und „Der Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“, anschließend bringe ich einen Zusammenhang zur Lebenssituation von Jugendlichen. Diese Ausführungen sind immer wieder kritisch reflektiert und beinhalten meine Erfahrungen aus der Drogentherapie. Um den Ursachen jugendlichem Suchtverhaltens auf den Grund gehen zu können, gebe ich im 3. Kapitel eine kurze Begriffsklärung des Suchtverhaltens. Meine Arbeit wird von einer Zusammenfassung der für mich wichtigsten Erkenntnisse und der entgültigen Antwort nach dem Dionysischen als eine mögliche Ursache jugendlichem Suchtverhaltens abgerundet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Nietzsche

2.1 Zur Lebenssituation von Jugendlichen

2.2 Freud - Nietzsche

2.3 Ethische Bedeutung des Dionysischen

2.4 Kritik Nietzsche

3. Zum Begriff Sucht/ Suchtverhalten

4.Multifaktorielle Suchtursachen

4.1 Mögliche Ursachen für Sucht (allgemein)

4.2 Sozioökonomische Einflussfaktoren

4.2.1 Eltern

4.2.2 Gleichaltrige/ Freunde/ Peers

4.3 Intrapersonelle Einflussfaktoren

4.3.1 Geschlecht

4.3.2 Genetische Faktoren

4.3.3 Dispositionelle Faktoren

5. Resume

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das von Nietzsche beschriebene "Dionysische" als existentieller Trieb eine mögliche Ursache für jugendliches Suchtverhalten darstellen kann. Dabei wird die theoretische Verbindung zwischen philosophischen Konzepten und modernen psychologischen Erkenntnissen zur Suchttherapie analysiert, um zu hinterfragen, ob der Rausch als unbewusster Kompensationsmechanismus für mangelnde Lebensqualität oder fehlende psychische Ressourcen fungiert.

  • Philosophische Grundlegung durch Nietzsche ("Die Geburt der Tragödie")
  • Psychologische Analyse des Suchtverhaltens bei Jugendlichen
  • Multifaktorielle Betrachtung von Suchtursachen (Person, Umwelt, Suchtmittel)
  • Kritische Reflexion therapeutischer Ansätze vor dem Hintergrund eines "inneren Triebes"

Auszug aus dem Buch

2.3 Ethische Bedeutung des Dionysischen

Nietzsche beschreibt das Dionysische als existenziell und ich interpretiere dies wie folgt: Der Mensch folgt mit diesem Trieb nur seiner Selbsterhaltung und der Selbsterhaltungstrieb gilt durchaus als ethisch. Im Rahmen der Ethik ist das Ziel des Lebens so definiert, dass das Ziel des Menschen einstimmig mit der Natur zu leben ist. Nur so erreicht er die Harmonie, die zu einem guten Fluss des Lebens führt und zur Glückseligkeit.

Übertrage ich nun das Dionysische auf das Ziel des Lebens bedeutet dies, dass der Rauschzustand ein Teil des Lebens ist und wir in diesem nur unser Lebensziel verfolgen. Meines Erachtens nach ist es durch aus nachzuvollziehen, wenn man von einem maßvollen Alkoholgenuss ausgeht. Jeden Abend ein Glas Wein zu trinken ist gesundheitsfördernd und damit lässt sich ein Selbsterhaltungstrieb erkennen. Vielleicht kann man auch davon ausgehen, dass Menschen in einer scheinbar ausweglosen Situation, sich mit bewusstseinverändernden Substanzen entspannen, abreagieren oder trösten. Der Abstand zu dieser Krise bietet eine Außensicht und kann durchaus zu einer Lösung des Problems führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Forschungsfrage, ob ein unbewusster Drang zum Rausch eine Suchtursache sein kann, und Verknüpfung mit der praktischen Arbeit in der Jugendhilfe.

2. Nietzsche: Analyse von Nietzsches Konzept des Dionysischen als ursprüngliche Kraft im Gegensatz zum Apollinischen und dessen Bedeutung für das menschliche Rausch-Erleben.

2.1 Zur Lebenssituation von Jugendlichen: Untersuchung der spezifischen Entwicklungsbedingungen Jugendlicher und deren Zusammenhang mit Orientierungslosigkeit und Suchtmittelkonsum.

2.2 Freud - Nietzsche: Gegenüberstellung der Freudschen Topik und der Nietzschescher Psychologie zur Erklärung des unbewussten Triebhaften.

2.3 Ethische Bedeutung des Dionysischen: Philosophische Einordnung des Rauschtriebes als Selbsterhaltungsversuch und die kritische Abgrenzung zur pathologischen Sucht.

2.4 Kritik Nietzsche: Auseinandersetzung mit der dionysischen Kritik als Impuls zur Entlarvung gesellschaftlicher Selbstentfremdung.

3. Zum Begriff Sucht/ Suchtverhalten: Definition von Sucht nach DSM-4 Kriterien und Erläuterung der psychischen sowie physischen Abhängigkeitsmechanismen.

4.Multifaktorielle Suchtursachen: Darstellung des Faktorendreiecks aus Person, Umwelt und Suchtmittel als Grundlage für eine differenzierte Suchtbetrachtung.

4.1 Mögliche Ursachen für Sucht (allgemein): Analyse der verschiedenen psychischen und sozialen Ressourcen, die einen Schutz oder ein Risiko gegenüber Suchtgefährdung darstellen.

4.2 Sozioökonomische Einflussfaktoren: Diskussion der Bedeutung von Status, sozialer Deprivation und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für den Drogenkonsum.

4.2.1 Eltern: Untersuchung des Einflusses von Erziehungsstilen, Familienstruktur und elterlicher Vorbildfunktion.

4.2.2 Gleichaltrige/ Freunde/ Peers: Analyse der Bedeutung von Peer-Gruppen, Gruppendruck und Selektionsprozessen bei Jugendlichen.

4.3 Intrapersonelle Einflussfaktoren: Fokus auf geschlechtsspezifische, genetische und dispositionelle Temperamentsfaktoren.

4.3.1 Geschlecht: Erörterung der unterschiedlichen Risikoprofile von Jungen und Mädchen bei Problemkonsum.

4.3.2 Genetische Faktoren: Zusammenfassung von Erkenntnissen aus Zwillings- und Adoptionsstudien zur erblichen Komponente bei Suchterkrankungen.

4.3.3 Dispositionelle Faktoren: Beschreibung von Persönlichkeitsmerkmalen wie mangelnder Ich-Kontrolle und Stressverarbeitung.

5. Resume: Zusammenfassende Bewertung der Arbeit, in der das Dionysische als ein möglicher, aber nicht zwangsläufiger Faktor für Suchtverhalten bestätigt wird.

Schlüsselwörter

Dionysisches, Nietzsche, Suchtverhalten, Jugendliche, Drogentherapie, Unbewusstes, Selbsterhaltungstrieb, Rausch, multifaktorielle Suchtursachen, Psychologie, Suchtprävention, Persönlichkeitsmerkmale, Lebenssituation, Entwicklungsphase.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die philosophische These, ob das Nietzsche-Konzept des "Dionysischen" – ein unbewusster Drang zum Rausch – eine der ursächlichen Faktoren für jugendliches Suchtverhalten sein kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Verbindung von Nietzsches Philosophie mit der Tiefenpsychologie, die Analyse der Lebenssituation Jugendlicher, die multifaktoriellen Ursachen von Sucht sowie die therapeutische Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, durch die Verknüpfung von Literaturanalyse und Praxiserfahrungen in der Jugendhilfe ein tieferes Verständnis für die Hintergründe von Sucht zu entwickeln und kritisch zu prüfen, ob der Trieb zum Rausch als menschliche Konstante pathologisiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse philosophischer und psychologischer Standardwerke, die kritisch mit dem Verfasser-Erfahrungshintergrund aus der geschlossenen Drogentherapie reflektiert und in den Kontext der Suchtprophylaxe gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einführung durch Nietzsche, eine Erläuterung der psychologischen Suchtdiagnostik nach DSM-4 sowie eine detaillierte Aufschlüsselung der multifaktoriellen Suchtursachen (Person, Umwelt, Suchtmittel).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Dionysisches, Suchtverhalten, Jugendliche, Selbsterhaltungstrieb, multifaktorielle Suchtursachen, Ich-Kontrolle und Persönlichkeitsstruktur.

Inwiefern beeinflussen Eltern das Suchtrisiko ihrer Kinder?

Laut der Arbeit spielt der Erziehungsstil eine wesentliche Rolle. Ein konstruktiver, unterstützender Stil mit klaren Werten wirkt protektiv, während inkonsistentes Verhalten oder ein Mangel an emotionaler Bindung die Anfälligkeit für Suchtmittelkonsum erhöhen können.

Warum reicht nach Ansicht des Autors eine reine Symptombehandlung nicht aus?

Weil der Trieb zum Rausch (das Dionysische) nach Nietzsches Verständnis tief im Unbewussten verwurzelt ist. Wenn die Therapie nur das Symptom bekämpft, ohne alternative Problemlösungsstrategien und neue Werte zu vermitteln, ist die Gefahr für Rückfälle hoch, da der innere Drang nach Schwerelosigkeit oder Geborgenheit bestehen bleibt.

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Details

Title
Ist das Dionysische eine mögliche Ursachen jugendlichen Suchtverhaltens?
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)  (Staatliche Studienakademie)
Course
Ethik
Grade
1,3
Author
Stefanie Kulow (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V32974
ISBN (eBook)
9783638335591
Language
German
Tags
Dionysische Ursachen Suchtverhaltens Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Kulow (Author), 2004, Ist das Dionysische eine mögliche Ursachen jugendlichen Suchtverhaltens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32974
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