Im Zentrum dieser Arbeit steht die Analyse von Städten in den USA und wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Städte sind keine statischen Räume, sondern sind ständig im Entwicklungsprozess. Im Rahmen der Städteentwicklung hört man sehr oft den Begriff der Metropolitanisierung. Doch was wird mit diesem Begriff gemeint? Auch in der Literatur kann man keine genaue Definition des Begriffs finden.
Die Metropolitanisierung umschreibt eine Form der Stadtentwicklung, die sich aus Dezentra-lisierung, Suburbanisierung sowie einer räumlichen Ausweitung des Stadtgebietes zusam-mensetzt. Es kommt nicht nur zu einer Verlagerung der Wohnbevölkerung, sondern auch von Arbeitsplätzen, Wirtschaftsaktivitäten und anderen speziellen Funktionen aus der Kern-stadt in die Randgemeinden (L. Holzner, L. 1996, Seite 71). All diese Prozesse haben in US-amerikanischen Städten in den letzten fünfzig Jahren stattgefunden. Die räumliche Auswei-tung führte in den USA zur Bildung neuer statistischer Einheiten im amerikanischen Zensus-system. Ab 1983 wurden die großen Kernstädte mit ihrem Umland zu so genannten metro-politan statistical areas zusammengefasst. Dies ist nur eine der zahlreichen Folgen der ame-rikanischen Stadtentwicklung, auf die in der folgenden Arbeit eingegangen werden soll. Ne-ben der Metropolitanisierung lässt sich auch das Phänomen der Fragmentierung aufzeigen. Das heißt, dass sich die Bevölkerung anhand eines bestimmten Schemas anordnet. Aber auch neben der Bevölkerung ordnen sich Wirtschaftsbetriebe und Versorgungseinrichtungen nach einem bestimmten Muster an. Die Gründe für diese Entwicklung, daraus resultierende Probleme, sowie Lösungsstrategien bilden den inhaltlichen Schwerpunkt dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Metropolitanisierung US-amerikanischer Städte
2. Gründe für die Metropolitanisierung in US-amerikanischen Städten
2.1. Bevölkerungssuburbanisierung
2.2. Dezentralisierung des Einzelhandels
2.3. Dezentralisierung des Großhandels und der Industrie
2.4. Dezentralisierung der Dienstleistungsunternehmen
2.5. Fazit
3. Probleme in den US-amerikanischen Kernstädten
4. Fragmentierung
4.1. Merkmale des Segregationsprozesses
4.2. Vorraussetzungen des Segregationsprozesses
4.3. Allgemeine Segregationsprozesse
4.4. Das Prisma Cluster Modell
5. Revitalisierung
5.1. Der neue CBD
5.2. Die New towns – in Town
5.3. Gentrification
5.3.1. Phasen der Gentrification
5.3.2. Gründe für Gentrification
5.3.3. Fazit
6. Das Beispiel Atlanta
6.1. Wachstumspolstrategie
6.2. Wohnfunktion
6.3. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die räumlichen und strukturellen Veränderungsprozesse US-amerikanischer Städte in den letzten fünfzig Jahren, wobei der Fokus auf den interdependenten Dynamiken von Metropolitanisierung, Fragmentierung und städtischen Revitalisierungsmaßnahmen liegt.
- Analyse der Ursachen und Auswirkungen der Suburbanisierung und Dezentralisierung.
- Untersuchung der sozioökonomischen und ethnischen Fragmentierung der Kernstädte.
- Bewertung moderner Revitalisierungsstrategien am Beispiel von "New Towns in Town".
- Fallstudie zur städtischen Planungsallianz und Wachstumsstrategie in Atlanta.
Auszug aus dem Buch
2.2. Dezentralisierung des Einzelhandels:
Aufgrund der Bevölkerungssuburbanisierung ging die Kaufkraft in den Kernstädten zurück, deswegen orientierte sich der Einzelhandel zunächst an den Ausfallstraßen (commercial strips) und war damit an die hohen Verkehrspendlerströme gebunden. Man versuchte die Pendler, die aus den Außenstädten in die Stadt zur Arbeit fuhren, mit großen Werbetafeln auf das Angebot aufmerksam zu machen und sie zu einer Unterbrechung ihrer Fahrt zu animieren.
An den commercial strips lagen Geschäfte, die alles für den alltäglichen Bedarf anboten, aber auch Tankstellen, Geschäfte für Autoteile und Reifen, Autohändler, Billigrestaurants, Drive In’s, Baumärkte und Möbelgeschäfte (L. Holzner 1996, Seite 82). In den Außenstädten fand man zunächst nur kleinere Geschäfte, die Waren für den kurzfristigen Bedarf anboten. Große Kaufhäuser suchte man in den Außenbezirken vergebens, denn die Kaufhausbesitzer waren davon überzeugt, dass die Gehsteiglage, sowie die Schaufenster unverzichtbar für den Kundenfang seien. Außerdem wollten sie sich mit der Errichtung von Filialen im suburbanen Raum keine Konkurrenz zu den Kaufhäusern im Stadtzentrum schaffen. Sie sahen nicht voraus, dass die zentrale Lage bald eher ein Handicap für guten Umsatz seien würde (L. Holzner 1996, Seite 86-87).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Metropolitanisierung US-amerikanischer Städte: Dieses Kapitel führt in den Prozess der räumlichen Ausweitung der US-Städte und die Bildung metropolitaner statistischer Einheiten ein.
2. Gründe für die Metropolitanisierung in US-amerikanischen Städten: Hier werden die Treiber der Stadtentwicklung beleuchtet, insbesondere die Suburbanisierung von Bevölkerung, Einzelhandel, Industrie und Dienstleistungen.
3. Probleme in den US-amerikanischen Kernstädten: Das Kapitel thematisiert die negativen Folgen wie Kaufkraftverlust, fiskalische Krisen und soziale Probleme in den Innenstädten.
4. Fragmentierung: Es wird die sozioökonomische und ethnische Segregation bis hin zur Hypersegregation sowie das "Zellenmosaik der Privatsphäre" detailliert erläutert.
5. Revitalisierung: Hier wird der Wandel zur unternehmerischen Stadtpolitik und Instrumente wie Gentrification oder "New Towns in Town" zur Aufwertung der Downtown vorgestellt.
6. Das Beispiel Atlanta: Eine praxisnahe Fallstudie zeigt die Strategien der "Central Atlanta Progress" zur wirtschaftlichen Belebung der City durch public-private-partnerships.
Schlüsselwörter
Metropolitanisierung, Suburbanisierung, Fragmentierung, Segregation, Revitalisierung, Gentrification, Kernstadt, Dezentralisierung, Edge Cities, Shopping Malls, USA, Stadtentwicklung, Atlanta, Public-Private-Partnership, Industrial Parks.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die dynamische Stadtentwicklung in den USA über die letzten fünf Jahrzehnte und untersucht, wie Prozesse wie die Suburbanisierung die Strukturen der Städte grundlegend verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Metropolitanisierung, der daraus resultierenden Fragmentierung der Stadtgesellschaft und nachfolgenden Revitalisierungsversuchen durch die Stadtplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Ursachen für den Bedeutungsverlust der traditionellen Kernstädte zu ergründen und die daraus resultierenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung städtebaulicher Modelle (wie dem Modell nach Roland Hahn) und einer Fallstudie zur Stadtentwicklung in Atlanta.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Dezentralisierung verschiedener Wirtschaftssektoren, die Analyse der Segregationsprozesse und die Darstellung strategischer Ansätze zur Stadterneuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Metropolitanisierung, Suburbanisierung, Fragmentierung, Segregation und Revitalisierung.
Welche Rolle spielen die "New Towns in Town" bei der Revitalisierung?
Sie dienen als geplante funktionale Areale, die durch Kooperationen zwischen öffentlicher Hand und privaten Investoren gezielt aufgewertet werden sollen, um Wettbewerbsvorteile für die Stadt zu generieren.
Warum wird das Prisma-Cluster-Modell eingeführt?
Es dient dazu, die heterogene amerikanische Gesellschaft in spezifische sozioökonomische Gruppen zu unterteilen und deren unterschiedliche räumliche Wohnkonzentrationen im metropolitanen Raum besser verständlich zu machen.
- Quote paper
- Joerg Geuting (Author), Sandra Schlüter (Author), 2004, Die US-amerikanische Stadt zwischen Metropolitanisierung, Fragmentierung und Revitalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32984