Zur Zeit einer starken Arbeitslosigkeit wird immer mehr der Ruf nach Reformen und Veränderungen laut. So wird auch in der Lehrerbildung über systemkonforme Möglichkeiten nachgedacht, die dem Lehrer einen Einstieg in andere Berufssparten ermöglichen soll. War die Tätigkeit des Lehrers, dem Abschluss nach, nur für die Institution der Schule vorgesehen, soll er nun in Form von Polyvalenz in der Berufsausbildung, seiner bisherigen monovalenten Qualifikation zum Trotz, andere Branchen erschließen können. Diese Arbeit befasst sich nun gezielt mit den Problemen und Vorzügen einer solchen problemadäquaten, polyvalenten Lehrerbildung, welche ich versuchen werde anhand von praxisorientierten Modellen darzustellen. Aufgrund der vorgegebenen Begrenzung der Arbeit kann dies nur ein kleiner Teil des doch sehr komplexen und weitreichenden Themas sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Polyvalenz – eine Begriffsdefinition
1.1 Polyvalenz in der Lehrerausbildung
2. Einführung in das Thema
3. Der Bachelor als Schritt in Richtung Polyvalenz der Bildungsreform
3.1. positive Stimmen zum Bachelor
3.2 negative Stimmen zum Bachelor
4. Modell einer integrierten, professionalisierten und polyvalenten Lehrerausbildung nach J. Schützenmeister
4.1 positive und negative Kritik
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik und die Vorzüge einer polyvalenten Lehrerausbildung im Kontext aktueller Bildungsreformen. Ziel ist es, anhand von praxisorientierten Modellen aufzuzeigen, wie Lehrer durch eine breitere Qualifizierung den Einstieg in alternative Berufssparten finden können, um so auf die Herausforderungen der aktuellen Arbeitsmarktsituation zu reagieren.
- Definition und Bedeutung von Polyvalenz in der Lehrerausbildung
- Einfluss des Bolognaprozesses und Einführung des Bachelorstudiengangs
- Analyse der Vor- und Nachteile von Bachelorstudiengängen für Lehramtsstudierende
- Vorstellung des Modells von J. Schützenmeister zur integrierten Professionalisierung
- Diskussion über alternative Berufsfelder und die Rolle des Vorbereitungsdienstes
Auszug aus dem Buch
Modell einer integrierten, professionalisierten und polyvalenten Lehrerausbildung nach J. Schützenmeister
Dieses Modell ist als Beitrag zur Annäherung an eine Lösung der Lehrerbildung entstanden und berücksichtigt den werdenden Lehrer in seiner Ausbildung, sowie den schon lehrenden Staatsdiener. So ist die erste Überlegung nach den möglichen Einsatzfeldern, die dem Lehrerberuf verwandt sind, bzw. die in diesem gefordert werden, schließlich „ist der außerschulische Arbeitsmarkt für Lehrer ja erst noch zu schaffen“.
So werden hier Bildung, Freizeit, Medien und Politik, Beratung und Betreuung, sowie Organisation und Entwicklung genannt. Des weiteren unterscheidet Schützenmeister als nächste Kategorie die Altersstufen, in denen Menschen von Lehrern betreut, bzw. begleitet werden könnten. Interessanterweise lässt er hierbei keine Altersstufe unberücksichtigt, räumt also dem Lehrer eine ständige Möglichkeit der Präsenz und Tätigkeit ein. Als letzten Punkt unterscheidet der Autor die eigentliche Lerntätigkeit, die sich in kultur-, sprach- und geisteswissenschaftliche, sowie musische Bereiche zum einen, zum anderen in die mathematisch – natur – und technikwissenschaftlichen Bereiche unterteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Polyvalenz – eine Begriffsdefinition: Das Kapitel definiert den Begriff der Polyvalenz als Verwendbarkeit eines Abschlusses in verschiedenen beruflichen Zusammenhängen.
1.1 Polyvalenz in der Lehrerausbildung: Hier wird der Begriff speziell auf den Lehrerberuf bezogen, um Lehrern den Wechsel in andere Branchen zu ermöglichen.
2. Einführung in das Thema: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung vor dem Hintergrund hoher Arbeitslosigkeit und der Notwendigkeit für Lehrer, sich für andere Berufsfelder zu öffnen.
3. Der Bachelor als Schritt in Richtung Polyvalenz der Bildungsreform: Es wird analysiert, wie der Bolognaprozess und die Einführung des Bachelors die Studienstruktur und die Verwertbarkeit des Studiums verändern.
3.1. positive Stimmen zum Bachelor: Beleuchtung der Vorteile wie Modularisierung, Creditpointsystem und eine breitere, polyvalente Grundausbildung.
3.2 negative Stimmen zum Bachelor: Kritikpunkte wie die Verkürzung der Studienzeit, mangelnde Professionalisierung und die Sorge vor einer Verschulung des Studiums.
4. Modell einer integrierten, professionalisierten und polyvalenten Lehrerausbildung nach J. Schützenmeister: Vorstellung eines Reformkonzepts, das alternative Einsatzfelder und eine stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis vorsieht.
4.1 positive und negative Kritik: Eine kritische Würdigung des Modells hinsichtlich seiner Umsetzbarkeit und der Reaktion des konservativen Lehrkörpers.
5. Fazit: Eine abschließende persönliche Einschätzung des Verfassers zu den Hoffnungen und Risiken, die mit dem neuen Bachelor-System verbunden sind.
Schlüsselwörter
Polyvalenz, Lehrerausbildung, Bachelor, Bologna-Prozess, Professionalisierung, Lehrerberuf, Arbeitsmarkt, Schützenmeister, Creditpointsystem, Modularisierung, Lehramtsstudium, Berufsfelder, Bildungsreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Polyvalenz in der Lehrerausbildung, also der Frage, wie Lehrer so ausgebildet werden können, dass sie auch außerhalb der Schule berufliche Perspektiven haben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Reformen der Lehrerbildung durch den Bachelor, die Definition von Polyvalenz, die Kritik am neuen Studiensystem sowie ein spezifisches Modell zur integrierten Professionalisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine problemadäquate und polyvalente Ausbildung die bisherige Monovalenz des Lehrerberufs aufgebrochen werden kann.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Darstellung sowie Diskussion praxisorientierter Modelle zur Reform der Lehrerausbildung.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden der Einfluss des Bolognaprozesses, die Vor- und Nachteile von Bachelorstudiengängen und das Modell von J. Schützenmeister detailliert erörtert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Polyvalenz, Professionalisierung, Bachelor, Lehrerausbildung und alternative Berufsfelder.
Was kritisiert der Verfasser am Bachelor-Modell?
Der Verfasser sieht die Gefahr einer "Verschulung" der Hochschule und bemängelt, dass durch den straffen Modulaufbau wichtige Freiheiten und die Tiefe des Studiums verloren gehen könnten.
Warum lehnt Schützenmeister das Referendariat ab?
Schützenmeister betrachtet das Referendariat als zu konservativ, lähmend und als Hindernis für eine echte Professionalisierung und Polyvalenz.
- Quote paper
- Dennis Michel (Author), 2004, Vorzüge und Probleme einer polyvalenten Lehrerausbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32992