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"Der Name der Rose" und der Armutsstreit

Title: "Der Name der Rose" und der Armutsstreit

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. theol. Peter H. Görg (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Die Entstehung der so genannten Bettelorden gehört sicher zu einem der bedeutendsten Beispiele mittelalterlicher Frömmigkeit und Christusnachfolge. In ihren Eigenarten unterscheiden sich besonders die großen Mendikantenorden der Franziskaner und Dominikaner deutlich von den klassischen monastischen Orden der Kirche.
In allen Jahrhunderten musste sich die Kirche mit dem Aufkommen neuer Strömungen und Gemeinschaften auseinandersetzen. Sie musste prüfen, inwiefern neue Gruppierungen ihren Platz noch innerhalb der Kirche haben, ob sie der Bereicherung des Glaubenslebens dienen, oder ob sie durch Sonderlehren oder ihre Lebensform den Glauben und das Sittenleben der Gläubigen gefährden. Es war auch immer ein Ringen um die rechte Form der Imitatio Christi, der Christusnachfolge.
Diesen Prüfungen mussten sich auch die Mendikantenorden aussetzen. Außerdem erlebten sie innerhalb ihrer Gemeinschaften immer wieder die Auseinandersetzungen zwischen gemäßigteren und extremeren Gruppierungen sowie die Bildung neuer Bewegungen.
In diese Zeit hinein, genauer ins Jahr 1327, datiert Umberto Eco seinen Roman „Der Name der Rose“. Trotz seiner Mischung aus Fiktion und Historie ist er doch geeignet, das Interesse an den Geschehnissen des 13./14. Jahrhunderts zu wecken und soll uns als Vehikel dienen, in diese Zeit vorzudringen. So wird im ersten Teil dieser Arbeit kurz der Inhalt des Buches vorgestellt. Im zweiten Teil wird dann der geschichtliche Hintergrund mit Schwerpunkt auf dem „Armutsstreit“ um Michael von Cesena, Johannes XXII., Ludwig dem Bayern und der Synode von Perugia behandelt, um im dritten Teil einen Überblick zu geben über maßgebende Persönlichkeiten und Gruppierungen des behandelten Zeitalters.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Roman

2. Der Armutsstreit

2.1 Die Privilegierung der Mendikanten

2.1 Der literarische Armutsstreit

2.2 Die Spiritualen

2.3 Der theoretische Armutsstreit

3. Personen und Bewegungen im Roman „Der Name der Rose“

3.1 Papst Johannes XXII. (1316-1334)

3.2 Michael von Cesena (+1342)

3.3 Ubertino von Casale

3.4 Die Katharer

3.5 Die Apostoliker

4. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert den historischen Kontext des Romans „Der Name der Rose“ von Umberto Eco, wobei der Schwerpunkt auf dem mittelalterlichen Armutsstreit und den damit verbundenen kirchenpolitischen Spannungen liegt. Ziel ist es, die historischen Hintergründe der fiktiven Erzählung aufzuzeigen und die zentralen Akteure sowie religiösen Bewegungen dieser Epoche in ihren realen historischen Dimensionen zu beleuchten.

  • Die Darstellung und Bedeutung der Armutsfrage im 13./14. Jahrhundert.
  • Die Auseinandersetzung zwischen dem Papsttum und den Franziskanerorden.
  • Die Rolle maßgeblicher historischer Persönlichkeiten wie Johannes XXII. und Michael von Cesena.
  • Die Charakterisierung religiöser Bewegungen wie der Spiritualen, Katharer und Apostoliker.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Privilegierung der Mendikanten

Die weltweite Ausbreitung des Ordens und die Seelsorgetätigkeit führten zu einer Ausstattung mit zahlreichen päpstlichen Privilegien und zur Preisgabe der ursprünglichen Armut. So hatte Innozenz IV. in seiner Bulle „Ordinem vestrum“ vom 14.11.1245 das gesamte Gut der Franziskaner zum Eigentum der römischen Kirche erklärt. Die Privilegien der Mendikanten, die sie vor allem durch Tüchtigkeit als Theologen, Ratgeber und Beichtväter erwarben, hatten wiederum Missgunst auf Seiten des Weltklerus zur Folge. Um welche Privilegien ging es? Zunächst ist die Exemtion zu nennen: die Mitglieder der neuen Orden wurden mehr und mehr der Jurisdiktion der Bischöfe entzogen und hatten weitestgehende Freiheit, ihren Dienst in der Kirche auszuüben. So störten sich die Inhaber der Pfarrstellen daran, dass die Mendikanten Seelsorge an ihren Gläubigen ausübten. Vor allem das Begräbnisprivileg führte zu Missstimmungen. Aufgrund des Rechtes der freien Wahl des Begräbnisortes ließen sich viele Gläubige auf Klosterfriedhöfen beerdigen, womit den Pfarrgeistlichen nicht zuletzt ein finanzieller Schaden entstand.

Mit dem Verzicht auf die stabilitas loci ging das Wirken der neuen Orden auch über alle Pfarr- und Diözesangrenzen hinaus. Gemäß dem Urteil von Max Bierbaum ging es der Kurie in der Privilegierung der Mendikanten allein um das Gemeinwohl und Heil der Gesamtkirche, der die neuen Orden unschätzbare Dienste erwiesen. Dies kann vor allem damit begründet werden, dass der Glaube und die tätige Nächstenliebe im Volk durch das Wirken der Ordensbrüder gesteigert wurde. Außerdem konnten die waldensischen und albigensischen Häresien so mit ihren eigenen Waffen bekämpft werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Bettelorden und die Einbettung des Romans in den historischen Kontext des 14. Jahrhunderts.

1. Der Roman: Zusammenfassung der Romanhandlung, der fiktiven Ebene des Berichts von Adson von Melk und der zentralen Mordfälle in der Abtei.

2. Der Armutsstreit: Darstellung der theologischen und kirchenrechtlichen Kontroversen um das Armutsideal in den Bettelorden.

2.1 Die Privilegierung der Mendikanten: Analyse der Privilegien und der daraus resultierenden Konflikte mit dem Weltklerus.

2.1 Der literarische Armutsstreit: Erörterung der publizistischen Auseinandersetzungen über die Existenzberechtigung der Bettelorden.

2.2 Die Spiritualen: Überblick über die Bewegung der Spiritualen und deren Konflikt mit dem Papsttum.

2.3 Der theoretische Armutsstreit: Untersuchung der Frage nach dem Eigentum Christi und der Macht der Kirche im Verhältnis zur weltlichen Gewalt.

3. Personen und Bewegungen im Roman „Der Name der Rose“: Biografische und inhaltliche Einordnung der zentralen Akteure.

3.1 Papst Johannes XXII. (1316-1334): Porträt des Papstes und seiner kirchenpolitischen Entscheidungen in Avignon.

3.2 Michael von Cesena (+1342): Darstellung des Wirkens des Generalministers der Franziskaner im Kontext des Armutsstreits.

3.3 Ubertino von Casale: Porträt des Anführers der Spiritualen und dessen Bedeutung im Roman und in der Realgeschichte.

3.4 Die Katharer: Erklärung des dualistischen Glaubens und der Ablehnung durch die Kirche.

3.5 Die Apostoliker: Historische Einordnung der Apostelbrüder und ihres Anführers Fra Dolcino.

4. Schluss: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Armutsfrage und die aktuelle Relevanz kirchlicher Reformbewegungen.

Schlüsselwörter

Umberto Eco, Der Name der Rose, Armutsstreit, Bettelorden, Franziskaner, Johannes XXII., Spiritualen, Michael von Cesena, Ubertino von Casale, Katharer, Apostoliker, Fra Dolcino, Kirchengeschichte, Mittelalter, Häresie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Wirklichkeit hinter Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ mit Fokus auf den mittelalterlichen Armutsstreit.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die Arbeit behandelt die Konflikte zwischen Bettelorden und Weltklerus, das Papsttum in Avignon sowie verschiedene häretische Strömungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Roman als Vehikel zu nutzen, um die historischen Geschehnisse des 13. und 14. Jahrhunderts fundiert darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-theologische Seminararbeit, die auf wissenschaftlicher Literatur zur Kirchengeschichte und zum Roman basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Armutsstreit, die Rolle prominenter Persönlichkeiten wie Michael von Cesena und die Bewegungen der Spiritualen, Katharer und Apostoliker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Armutsstreit, Bettelorden, Häresie, Johannes XXII. und Umberto Eco.

Warum spielt die Person Johannes XXII. eine so zentrale Rolle?

Er war der Papst, unter dem der Konflikt zwischen der Amtskirche und dem Armutsideal der Franziskaner eskalierte und der maßgeblich die Geschicke des avignonesischen Papsttums prägte.

Welche Bedeutung hat Fra Dolcino für die Arbeit?

Fra Dolcino wird als Anführer der Apostoliker behandelt, deren apokalyptische Erwartungen eine wichtige Rolle in der religiösen Landschaft des 14. Jahrhunderts spielten.

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Details

Title
"Der Name der Rose" und der Armutsstreit
College
University of Augsburg  (Theologische Fakultät)
Grade
1,0
Author
Dr. theol. Peter H. Görg (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V33002
ISBN (eBook)
9783638335829
ISBN (Book)
9783638789813
Language
German
Tags
Name Rose Armutsstreit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. theol. Peter H. Görg (Author), 2003, "Der Name der Rose" und der Armutsstreit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33002
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