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Globale Abhängigkeiten, Drogenkrieg und mögliche Alternativen durch neue drogenpolitische Ansätze

Title: Globale Abhängigkeiten, Drogenkrieg und mögliche Alternativen durch neue drogenpolitische Ansätze

Term Paper , 2002 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Haug (Author)

Social Work
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„Der peruanische Psychologe Baldomero Cáceres, bezeichnet das aktuelle Verbot von Kokablättern als Zeichen westlicher Arroganz. ‘Kokain wurde in Deutschland, nicht in Peru, entdeckt. (...)’ “ (BMZ / gtz 1998, S. 10)
Dieses Zitat erinnert an zwei wichtige Fakten. Erstens ist in der Drogendiskussion der natürliche Ausgangsstoff (z.B. Kokablätter) keinesfalls dem Endprodukt (z.B. Kokain) gleichzusetzen. Zweitens ist die Drogenproblematik der sogenannten Industrienationen wie in diesem Fall ‘hausgemacht’. Die Endprodukt-Drogen (z.B. Kokain, Heroin, LSD) wurden zumindest in den Ländern erfunden und verbreitet, in denen sie nun mehrheitlich ge- und missbraucht werden. Dazu kommt, dass oft erst in westlichen bzw. westlich geprägten Gesellschaften der Konsum psychoaktiver Pflanzen und Substanzen zu Problemen geführt hat. Das komplexe Drogenproblem ist einerseits maßgeblich von den Hauptkonsumländern selbst verursacht; andererseits maßen sich diese an, es durch Eingriffe in und Angriffe auf die Hauptanbauländer zu lösen.
Bei näherer Beschäftigung mit den Ursachen und Wirkungen der Problematik, sowie der auf sie einwirkenden Drogenpolitik, tauchen Fragen auf: Ist der Anbau oder der Konsum der Anfang allen Übels? Wer hängt wie von wem ab? Wie sehen die Verbindungen aus? Wer sind die Gewinner der Drogengeschäfte, wer die Verlierer? Bildet das Einwirken auf die Hauptanbauländer einen oder gar den Schwerpunkt der Drogenpolitik? Wie sehen diese Eingriffe aus? Gibt es auch versteckte Zielsetzungen drogenpolitischer Maßnahmen? Was bewirkt die aktuelle Drogenpolitik? Besteht die Notwendigkeit, diese Drogenpolitik zu verändern und wie sehen konkrete Vorschläge aus?
Diesen Fragen folgend, gestaltet sich der Aufbau meiner vorliegenden Arbeit. Zunächst versuche ich, den Weg vom Anbau bis zum Konsum zu skizzieren und dabei bedeutsame Zusammenhänge und Abhängigkeiten herauszuarbeiten. Im Anschluss stelle ich in drei Schritten die weltweit vorherrschende Drogenpolitik dar: Ihre konkreten Umsetzungsformen, die hinter ihr stehenden Interessen und die Folgen dieser Vorgehensweise. Schließlich gebe ich einen Einblick in fortschrittliche Ansätze notwendiger drogenpolitischer Alternativen. Im Anhang zitiere ich einen Text, der weitere wichtige und dringende Fragen stellt und zum kritischen Weiterdenken anstößt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zusammenhängende Abhängigkeiten: Konsum – Handel – Anbau

III. Einseitige und repressive Drogenpolitik

1. Rücksichtsloser Drogenkrieg

2. Verdeckte aber gewichtige Interessen

3. Verheerende Folgen

IV. Alternative Ansätze wirksamer und gerechter Drogenpolitik

V. Fazit

VI. Literatur

VII. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die globale Drogenproblematik als komplexes System, das über den reinen Anbau und Konsum hinausgeht, und kritisiert die repressive Ausrichtung der aktuellen Drogenpolitik, um alternative, ganzheitliche Lösungsansätze aufzuzeigen.

  • Globale Zusammenhänge zwischen Konsum, Handel und Anbau
  • Kritik an der militärisch-repressiven Drogenbekämpfung
  • Instrumentalisierung der Drogenpolitik für wirtschaftliche und geopolitische Interessen
  • Ökologische und soziale Folgen des Drogenkrieges
  • Entwicklungsperspektiven durch eine neue, gerechte Drogenpolitik

Auszug aus dem Buch

II. Zusammenhängende Abhängigkeiten: Konsum – Handel – Anbau

Um die Drogenproblematik in ihrer Ganzheit und Globalität zu sehen – und nicht nur einzelne Aspekte – muss sie als komplexes System von Zusammenhängen und wechselseitigen Abhängigkeiten vielschichtiger Elemente wahrgenommen und analysiert werden. Diese differenzierte, ganzheitliche Wahrnehmung ist die unbedingte Voraussetzung für wirklich zielgerichtete und zukunftsfähige drogenpolitische Konzepte.

„Durch Verbote und Strafverfolgung allein sind Produktion und Konsum illegaler Drogen nicht zu stoppen. Solange es eine Nachfrage gibt, wird es auch am Angebot nicht mangeln.“

Der Konsum auf der einen und der Anbau auf der anderen Seite sind die zwei Extreme einer Kette mit zumeist folgenden Gliedern: Anbau und Ernte der Pflanze bzw. der relevanten Pflanzenteile (z.B. Kokablätter) durch Kleinbauern – Vorverarbeitung (z.B. zu Kokapaste) meist durch Zwischenhändler, vermehrt auch durch die Kleinbauern selbst – Transport durch den Zwischenhandel zu versteckten Labors und/oder Sammelstellen – Weiterverarbeitung durch Drogen-Organisationen (z.B. zu Kokain) – Transport durch Drogen-Organisationen vom Anbau-/Herstellungsland ins Konsumland (über Kombinationen von Luft-, See- und Landwegen) – Verteilung durch Drogen-Organisationen – Verkauf durch Zwischenhändler an die Endkonsumenten.

„Der illegale Drogenhandel ist das entscheidende Verbindungsglied in der Kette zwischen Produktion und Konsum. Er ist bei weitem der lukrativste Teil im ganzen Prozess, den Drogen durchlaufen. Die Profite sind so hoch, dass Beschlagnahmungen der Produkte sie kaum wirklich beeinträchtigen.“

Hauptverdiener sind dabei alle am Transport, Handel und Endverkauf beteiligten Personen und Organisationen (z.B. Drogenkartelle), die sich potentielle Risiken und notwendige Zusatzausgaben (z.B. Bestechungsgelder) natürlich gut bezahlen lassen. Drogen-Organisationen sind moderne, transnationale Unternehmen, die von staatlichen Stellen und Funktionären – nicht selten genau denen, die eigentlich für die Drogenbekämpfung zuständig sein sollten – gedeckt und unterstützt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Dimension der Drogenproblematik und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen und Wirkungen der aktuellen, oft einseitigen Drogenpolitik.

II. Zusammenhängende Abhängigkeiten: Konsum – Handel – Anbau: Dieses Kapitel skizziert die komplexe Kette vom Anbau bis zum Endkonsum und verdeutlicht die wirtschaftlichen Strukturen hinter dem illegalen Drogenhandel.

III. Einseitige und repressive Drogenpolitik: Hier wird die militärische Strategie der Drogenbekämpfung analysiert, ihre versteckten politischen Interessen aufgedeckt und die verheerenden sozialen wie ökologischen Folgen für die Anbauländer kritisiert.

IV. Alternative Ansätze wirksamer und gerechter Drogenpolitik: Das Kapitel präsentiert Vorschläge für eine notwendige Neuausrichtung der Politik, die auf ganzheitlichen Ansätzen, Entkriminalisierung und sozialer Gerechtigkeit basiert.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine grundlegende Reform der Drogenpolitik unumgänglich ist, um der Globalität des Problems wirksam und nachhaltig zu begegnen.

VI. Literatur: Das Literaturverzeichnis führt die wissenschaftlichen und journalistischen Quellen auf, die der Argumentation zugrunde liegen.

VII. Anhang: Der Anhang enthält kritische Fragen zum aktuellen Umgang mit der Drogenproblematik und regt zur Reflexion über die westliche Perspektive an.

Schlüsselwörter

Drogenpolitik, Drogenkrieg, Globalisierung, Anbau, illegaler Handel, Kriminalisierung, Kleinbauern, Geldwäsche, Menschenrechtsverletzungen, Prohibition, Legalisierung, Nord-Süd-Konflikt, Drogenbekämpfung, Interessenkonflikte, Drogenökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die globale Drogenproblematik und die damit verbundenen komplexen Abhängigkeiten zwischen Anbau-, Handels- und Konsumländern sowie die Rolle aktueller politischer Strategien.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der globale Drogenmarkt, die Folgen der repressiven Prohibition, die ökonomischen Interessen hinter der Drogenbekämpfung sowie mögliche alternative Konzepte für eine gerechtere Drogenpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die einseitige und oft kontraproduktive Ausrichtung der aktuellen, militärisch geprägten Drogenpolitik zu demaskieren und notwendige reformorientierte Alternativen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Literatur- und Diskursanalyse, um die ökonomischen und politischen Zusammenhänge der Drogenproblematik systemisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Prozesskette illegaler Drogen, die Kritik am repressiven Vorgehen (inklusive der Folgen für die Bevölkerung) und die Vorstellung ganzheitlicher politischer Lösungsansätze.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die wichtigsten Begriffe sind Drogenpolitik, Drogenkrieg, Prohibition, globale Abhängigkeiten, Entkriminalisierung und soziale Gerechtigkeit.

Inwiefern spielt das Thema „Geldwäsche“ eine Rolle für die Argumentation?

Der Autor zeigt auf, dass der Drogenhandel eng mit dem legalen Finanzsystem verknüpft ist, wobei Banken und internationale Finanzinstitutionen erheblich von den generierten Drogenmilliarden profitieren.

Warum hält der Autor den „Krieg gegen die Drogen“ für ineffektiv?

Laut Arbeit führen Verbote und militärische Maßnahmen lediglich zu einer Verlagerung des Anbaus und schädigen massiv die Umwelt sowie die lokale Bevölkerung, ohne die Nachfrage oder die Profite der großen Organisationen nennenswert zu mindern.

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Details

Title
Globale Abhängigkeiten, Drogenkrieg und mögliche Alternativen durch neue drogenpolitische Ansätze
College
University of Applied Sciences Freibug
Course
Drogenrecht, Drogenpolitik
Grade
1,0
Author
Thomas Haug (Author)
Publication Year
2002
Pages
15
Catalog Number
V33029
ISBN (eBook)
9783638336062
Language
German
Tags
Globale Abhängigkeiten Drogenkrieg Alternativen Ansätze Drogenrecht Drogenpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Haug (Author), 2002, Globale Abhängigkeiten, Drogenkrieg und mögliche Alternativen durch neue drogenpolitische Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33029
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