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Frauen erobern die Universitäten - die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland um 1900

Titre: Frauen erobern die Universitäten - die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland um 1900

Mémoire d'Examen Intermédiaire , 2004 , 31 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Andrea Anschütz (Auteur)

Sociologie - Relations et Famille
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„Es ist kein Rock noch Kleid, das einer Frau oder Jungfrauen übeler anstehet, als wenn sie klug will sein.“ (Martin Luther)
Die Geschichte der Frauenbildung reicht nach neueren Forschungserkenntnissen bis in die Antike zurück. Auch in den mittelalterlichen Klöstern unterrichteten gebildete Nonnen, in der italienischen Renaissance sind vereinzelt Professorinnen der Rechtswissenschaften zu finden. Dass sich „weibliches Wissen“ jedoch erst im 19. Jahrhundert einen festen Platz an den Universitäten in Europa sichern konnte, deutet auf den Verdrängungsprozess hin, in dem den Frauen wiederholt errungene Gebiete streitig gemacht wurden. Deutlich wir dies an einzelnen weiblichen Ausnahmen wie Christiane Marianne Ziegeler, Anna Maria Balthasar und Dorothea Schlözer. Besonders hervorzuheben ist Dorothea Christiane Erxleben, die in ihrem Buch „Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten“ anderen Frauen Mut zum Studium. „Als Wunder des Jahrhunderts angestaunt, jedoch damit auch durchaus als Ausnahme empfunden“ gingen sie einen ersten Schritt in Richtung wissenschaftlicher Bildung. Der geregelte Weg in die Universitäten für Frauen musste erst noch erkämpft werden.
Auf diesen Prozess, den Kampf um das Frauenstudium, wird im ersten Abschnitt näher eingegangen. Dabei stehen vor allem die Kritiker mit ihren Vorurteilen im Mittelpunkt. Aber auch die Frauenbewegung und erste Erfolge werden zur Sprache kommen. Im zweiten Teil wird ein Blick auf die ersten Gasthörerinnen an deutschen Universitäten geworfen. Hier geht es um die Frage der sozialen Herkunft, sowie der Religionszugehörigkeit und der Studienfachwahl. Außerdem werden anhand des Studienalltags die bestehenden Probleme und Einschränkungen der Gasthörerinnen verdeutlicht. Unter ähnlichen Gesichtspunkten wird danach das ordentliche Studium von Frauen erläutert. Dabei werden Besonderheiten in der sozialen Herkunft, aber auch in der Studienfachwahl und damit verbunden die Konfessionszugehörigkeit, näher beleuchtet. Die Beziehungen zwischen männlichen und weiblichen Kommilitonen und die finanzielle Belastung der Studentinnen werden unter dem Gesichtspunkt des Studienalltages behandelt. Mit einem kurzen Exkurs in den Bereich der Studentinnenvereine werden das ordentliche Frauenstudium und seine Entwicklung abgeschlossen. Im letzten Teil wird die jetzige Situation der Studentinnen an Universitäten beschrieben und noch immer bestehende Auffälligkeiten hervorgehoben.


Extrait


Gliederung

1) Einleitung

2) Der Kampf um das Studium

3) Erste Gasthörerinnen

3.1. Soziale Herkunft, Religionszugehörigkeit und Studienfachwahl

3.2 Studienalltag

4) Das ordentliche Studium

4.1 Soziale Herkunft

4.2 Studienfachwahl und Religionszugehörigkeit

4.3 Studienalltag

4.4 Studentische Vereinigungen

5) Die Situation heute und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Anfänge und die strukturelle Entwicklung des Frauenstudiums in Deutschland um 1900, wobei ein besonderer Fokus auf den gesellschaftlichen Widerständen, den Lebensumständen der ersten Studentinnen sowie der heutigen Situation an deutschen Hochschulen liegt.

  • Historische Entwicklung der akademischen Bildung für Frauen
  • Soziale Herkunft und Motivation der ersten Gasthörerinnen und Studentinnen
  • Herausforderungen und Diskriminierung im universitären Alltag
  • Rolle studentischer Vereinigungen als Kompensationsraum
  • Kontinuitäten und aktuelle Ungleichheiten in der Wissenschaftslandschaft

Auszug aus dem Buch

3.2 Studienalltag

Der Studienalltag der Gasthörerinnen gestaltete sich oft problematisch, da er mit vielfältigen Einschränkungen verbunden war. Zwar konnten sie sich nach einem langen und beschwerlichen Weg über den Kultusminister ihre Zulassung erkämpfen, aber die letzte Entscheidung blieb dem Dozenten überlassen. In der Zeitschrift „Die Frauenbewegung“ von 1896 wird dieser Kampf folgendermaßen beschrieben: „Frauen, die den Vorlesungen als Hospitantinnen beiwohnen wollen, müssen die Erlaubnis des Unterrichtsministers nachsuchen; in der Eingabe an denselben müssen die wissenschaftlichen Fächer bezeichnet werden, über welche man Vorlesungen hören will, auch werden Angaben über die Vorbildung und über die persönlichen Verhältnisse verlangt. Ist eine Genehmigung vom Minister erfolgt, so muss die Petentin sich mit ihren Papieren und Zeugnissen persönlich beim Rektor der Universität melden. Hat der Rektor einen Erlaubnisschein erteilt, so ist noch die Einwilligung der Professoren und Dozenten zu holen.“ (Mertens, S.36) Somit konnte jeder Professor, ohne in einen Erklärungszwang zu geraten, die Gasthörerinnen von den Veranstaltungen ausschließen. Oft vertraten die Dozenten die Auffassung, dass „diverse Wissensgebiete im Beisein von Frauen zu heikel seien“ oder dass „Frauen die Unbefangenheit und den geregelten Ablauf der Vorlesung störten“ (Costas, S.26).

Erschwerend kam die Bestimmung hinzu, „dass ihnen als Nichtimmatrikulierte die aktive Teilnahme an den Seminarübungen und die Benützung der Seminarbibliothek versagt ist“ (Mertens, S.38). Costas erläutert diese Situation wie folgt: „Mit dieser Genehmigung, die häufig erst im schon laufenden Semester erfolgte, waren sie Gäste in den Vorlesungen ohne akademische Rechte.“ (Costas, S.26)

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Verdrängungsprozess von Frauen aus der Wissenschaft und legt den Grundstein für die Untersuchung des Kampfes um das Frauenstudium.

2) Der Kampf um das Studium: Dieses Kapitel thematisiert die gesellschaftlichen und ökonomischen Faktoren des 19. Jahrhunderts, die den Widerstand gegen den Zugang von Frauen zur Universität prägten.

3) Erste Gasthörerinnen: Es werden die Lebensumstände, die soziale Herkunft und die Fächerwahl der ersten Hörerinnen beleuchtet, die unter strengen Auflagen Zugang zur akademischen Welt erhielten.

4) Das ordentliche Studium: Dieses Kapitel analysiert die Situation nach der offiziellen Zulassung und beleuchtet die fortbestehenden sozialen Barrieren sowie die Bedeutung studentischer Vereinigungen.

5) Die Situation heute und Fazit: Der abschließende Teil vergleicht die historische Entwicklung mit der heutigen Geschlechterverteilung in der Wissenschaft und zeigt auf, dass strukturelle Diskriminierungen teils bis in die Gegenwart fortbestehen.

Schlüsselwörter

Frauenstudium, Bildungsgeschichte, Gasthörerinnen, Emanzipation, Universität, Bildungsbürgertum, Geschlechterrollen, Studienfachwahl, Soziale Herkunft, Akademische Laufbahn, Diskriminierung, Preußen, Frauenbewegung, Hochschulzugang, Wissenschaftskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den Anfängen des Frauenstudiums in Deutschland um 1900 und dem gesellschaftlichen sowie akademischen Kampf um die Öffnung der Universitäten für Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die soziale Herkunft der Studentinnen, die geschlechtsspezifische Studienfachwahl, die Hindernisse im Studienalltag und die Rolle von Frauenvereinen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, den historischen Prozess des universitären Zugangs für Frauen aufzuarbeiten und Parallelen sowie Unterschiede zur heutigen Situation von Studentinnen darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine sozialhistorische und bildungssoziologische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung zeitgenössischer Quellen und historischer Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Gasthörerschaft und der späteren Vollimmatrikulation, wobei der Fokus auf soziologischen Faktoren wie Klassen- und Konfessionszugehörigkeit liegt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildungsgeschichte, Frauenemanzipation, Hochschulsoziologie und Strukturwandel des Frauenstudiums charakterisieren.

Warum war die soziale Herkunft für das Studium um 1900 entscheidend?

Ein Studium war damals ein finanziell kostspieliges Privileg, das fast ausschließlich Töchtern aus dem wohlhabenden Bildungs- oder Besitzbürgertum vorbehalten blieb.

Welche Rolle spielten Professoren bei der Zulassung von Frauen?

Professoren hatten oft eine enorme Machtfülle, da sie die Gasthörerinnen individuell ablehnen konnten, was teilweise zu willkürlichen Ausschlüssen von Lehrveranstaltungen führte.

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Résumé des informations

Titre
Frauen erobern die Universitäten - die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland um 1900
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Soziologie)
Note
1,3
Auteur
Andrea Anschütz (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
31
N° de catalogue
V33031
ISBN (ebook)
9783638336086
ISBN (Livre)
9783638652117
Langue
allemand
mots-clé
Frauen Universitäten Anfänge Frauenstudiums Deutschland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andrea Anschütz (Auteur), 2004, Frauen erobern die Universitäten - die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland um 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33031
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Extrait de  31  pages
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