Die Programmiersprache ABAP/4 - Abkürzung für "Advanced Business Application Programming, 4th generation language" - ist die konzerneigene Programmiersprache der deutschen Firma SAP AG und zentraler Bestandteil ihrer Software-Produkte. SAP, der drittgrößte Softwarekonzern der Welt, ist ein Hersteller betrieblicher Standardsoftware mit dem Schwerpunkt auf "Enterprise Resource Planning" und besitzt im 1. Quartal 2004 einen um 3% gesteigerten weltweiten Marktanteil von 54% in diesem Segment.
Im Umfeld des wichtigsten SAP-Produktes, dem modularen Gesamtsystem "R/3" mitsamt seinen aktuellen Erweiterungen "mySAP Technologie" und "SAP NetWeaver" zur Unterstützung moderner Technologien wie Internet und Java, spielt ABAP eine entscheidende Rolle. Sämtliche R/3-Module sowie Teile des Basissystems wurden von SAP in ABAP erstellt. SAP stellt auch eine eigene ABAP-Entwicklungsumgebung
zur Verfügung, mit der vorhandene Geschäftsmodule angepasst oder neue Programme hinzugefügt werden können.
Aus dieser Bedeutung ergibt sich die Motivation, sich näher mit dieser SAP-eigenen Programmiersprache zu befassen. Im Folgenden wird im zweiten Kapitel zunächst auf grundlegende Eigenschaften der Sprache ABAP und ihres SAP-Entwicklungsumfeldes eingegangen. Im dritten Kapitel werden die besonders hervorstechenden Merkmale, die ABAP von herkömmlichen Programmiersprachen unterscheiden, untersucht sowie die wichtigsten, ABAP zugrunde liegenden Konzepte betrachtet. Seit neuestem konzentriert sich SAP auch auf die Einbeziehung von Java als gleichberechtigte Sprache neben ABAP. Daher wird abschließend ein Ausblick auf die zu erwartende zukünftige Bedeutung der Sprache ABAP im SAP-Kontext gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlegendes über ABAP
2.1 Entstehungsgeschichte des modernen ABAP
2.2 Grundlegende Sprachprinzipien von ABAP
2.3 Umfeld und Anwendungsgebiete von ABAP
3 Besonderheiten und Konzepte von ABAP
3.1 Abgrenzung und Unterschiede zu herkömmlichen Programmiersprachen
3.2 Untersuchung wesentlicher Konzepte von ABAP
3.2.1 Integrierte Tabellenverarbeitung
3.2.2 Datentypen und Data Dictionary
3.2.3 Objektorientierung
3.2.4 Ereignisverarbeitung
4 Ausblick: Zukunftspotentiale und weitere Entwicklung
Anhang A: Quicksort in ABAP
Anhang B: Quicksort in JAVA
Anhang C: Syntax von ABAP anhand von Beispielen
Anhang D: Quelltextbeispiele zur Objektorientierung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Programmiersprache ABAP im Kontext des SAP-Gesamtsystems, analysiert ihre spezifischen Merkmale im Vergleich zu Standard-Sprachen wie Java oder C++ und beleuchtet zentrale Konzepte wie die Tabellenverarbeitung und Objektorientierung.
- Historische Entwicklung und Sprachprinzipien von ABAP
- Strukturmerkmale und datenbankorientierte Sprachkonzepte
- Objektorientierte Erweiterungen und Ereignisverarbeitung
- Vergleichende Analyse zwischen ABAP und anderen Programmiersprachen
- Zukunftsperspektiven von ABAP im SAP-Umfeld
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Integrierte Tabellenverarbeitung
Da der wesentliche Aspekt der Sprache ABAP die Datenverarbeitung in großem Stil ist, liegt ein besonderer Schwerpunkt dieser Untersuchung auf den Möglichkeiten, die ABAP bei der Datendefinition und -verarbeitung bietet. In der professionellen ABAP Entwicklung hat man es meist mit tabellarischen Massendaten zu tun [vgl. FK03, S.198]. Während bei der Entwicklung in Java die Programmerstellung und Tabellenerstellung getrennt sind und spezielle Treiber für den Datenaustausch nötig sind, kann man in ABAP Datenbank-Tabellen mit einfachen Befehlen direkt im Programm ansprechen und verwenden. Durch diese Integration ist die Lauffähigkeit der Kombination aus Programm und Datenbanktabellen gewährleistet [vgl. FK03, S.200].
In den meisten bekannten Sprachen wie Pascal oder C ist es möglich, Datenelemente zu Strukturen zusammenzufassen und diese als einen neuen Datentyp zu verwenden. In ABAP ist auch die Schachtelung solcher Strukturen erlaubt. Zusätzlich bietet ABAP die Möglichkeit, von der Definition einer Struktur ausgehend ohne zusätzlichen Aufwand eine Tabelle zur Laufzeit zu erstellen. Jedes Datenelement der Struktur kennzeichnet dann eine Tabellenspalte. Es existieren alle nötigen Befehle zum Befüllen, Manipulieren und Löschen von Datensätzen solcher „internen Tabellen“. Durch diese eingebaute Unterstützung zur Verarbeitung von gleichartigen Massendaten unterscheidet sich ABAP deutlich von anderen Sprachen [vgl. FK03, S.150-151].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Programmiersprache ABAP/4 als SAP-eigene Sprache und Motivation der Arbeit.
2 Grundlegendes über ABAP: Überblick über die Entstehungsgeschichte, grundlegende Sprachprinzipien, das Entwicklungsumfeld und die Anwendungsgebiete.
3 Besonderheiten und Konzepte von ABAP: Detaillierte Analyse der Abgrenzung zu anderen Sprachen sowie Untersuchung von Tabellenverarbeitung, Datentypen, Objektorientierung und Ereignisverarbeitung.
4 Ausblick: Zukunftspotentiale und weitere Entwicklung: Bewertung der zukünftigen Rolle von ABAP in Kombination mit Java im SAP-Umfeld.
Schlüsselwörter
ABAP, SAP, Programmiersprache, Enterprise Resource Planning, R/3, Objektorientierung, Ereignisverarbeitung, Tabellenverarbeitung, Data Dictionary, Dynpro, Software-Entwicklung, Java, Betriebswirtschaftliche Anwendungen, Datentypen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der SAP-eigenen Programmiersprache ABAP, ihren speziellen Eigenschaften, der Einbettung in das SAP-System und ihren Konzepten zur Datenverarbeitung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Sprache, die prozedurale und objektorientierte Programmierung, den Umgang mit Massendaten und die Integration von Datenbank-Tabellen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Motivation und die Funktionsweise von ABAP zu vermitteln und die Besonderheiten im Vergleich zu Allzweck-Sprachen wie Java herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse und Untersuchung, ergänzt durch eine praktische Implementierung eines Quicksort-Algorithmus zur Laufzeitmessung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Abgrenzung von Standard-Sprachen, der Funktionsweise des Data Dictionarys, dem objektorientierten Modell in ABAP sowie der ereignisgesteuerten Programmierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie ABAP, SAP, Objektorientierung, Tabellenverarbeitung und Software-Entwicklung beschreiben.
Warum ist ABAP eine sogenannte Interpreter-Sprache?
ABAP ist eine Interpreter-Sprache, da der Code nicht vorab vollständig in Maschinencode übersetzt wird, sondern erst zur Laufzeit befehlszeilenweise vom Interpreter verarbeitet wird.
Welchen Stellenwert nimmt die Ereignisverarbeitung in ABAP ein?
Die Ereignisverarbeitung ist elementar, da ABAP eine dialogorientierte Sprache ist, bei der Benutzeraktionen auf Bildschirmmasken (Dynpros) oder in objektorientierten Modellen über definierte Ereignisse gesteuert werden.
- Quote paper
- Dipl. Wirt.-Inf. Markus Dreßler (Author), 2004, APAB/4 - Programmiersprache der SAP, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33034