Selbstrelativierung als Möglichkeit zur Interkulturellen Bewegungserziehung am Beispiel von Flagfootball


Hausarbeit, 2003

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Warum überhaupt interkulturelle Erziehung?

3 Was meint interkulturelle Bewegungserziehung?
3.1 Was sind die Ziele der interkulturellen Bewegungserziehung?

4 Methodische Prinzipien der Interkulturellen Bewegungserziehung

5 Was ist Flagfootball?
5.1 Welche ist die Spielidee?
5.2 Wie ist der Spielablauf?
5.3 Wie sieht das Team aus und welche Aufgaben haben die einzelnen Spieler?
5.4 Welche Spielausrüstung wird benötigt?
5.5 Wie sieht das Spielfeld aus?
5.6 Welche Regelverstöße gibt es und welche Strafen resultieren daraus?

6 Selbstrelativierung und Flagfootball

7 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit gibt zunächst einen allgemeinen Einblick in das Thema interkulturelle Erziehung. Dazu wird als erstes der Begriff der Kultur umschrieben und aufgezeigt, warum Erziehung überhaupt interkulturell sein kann bzw. muss. Danach werden unterschiedliche Definitionen und Sichtweisen dargelegt, um sich anschließend genauer mit dem speziellen Feld der interkulturellen Bewegungserziehung zu beschäftigen. Hier werden auch Ziele dieses Sportpädagogischen Teilgebietes genannt.

Nachdem die Methodischen Prinzipien - insbesondere die Selbstrelativierung - der interkulturellen Bewegungserziehung erläutert wurden, wird ein Praxisbezug hergestellt. Als Praxisbeispiel wurde Flagfootball gewählt. Unter anderem, weil sich die Selbstrelativierung sehr gut an dieser Art der Bewegungsform veranschaulichen lässt.

2. Warum überhaupt interkulturelle Erziehung?

Im Zuge von immer häufiger werdenden politisch erzwungenen Emigrationen, aber auch durch das starke Zusammenrücken der insbesonders europäischen Völker, gehört das Thema interkulturelle Kommunikation zum Alltag. Wir begegnen Menschen die das, was wir zu tun gewohnt sind, anders tun[1] und treffen auf völlig andersartige Kulturen. Doch wie definiert man Kultur?

Bock (1994) versteht unter dem Begriff der Kultur, das Ergebnis der Notwendigkeit, sich als Mensch in Auseinandersetzung mit der umgebenen Welt zu realisieren. Die so entstehenden Werke, aber vor allem die Werte, werden den nachfolgenden Generationen vererbt und sind der Kern einer Kultur[2]. Jede Kultur hat Regeln, wie das Leben als Mann oder Frau, Kind oder alter Mensch zu gestalten ist. Man wird bereits in eine bestehende Kultur hineingeboren und eignet sich diese im Laufe seines Lebens an. Diese sogenannte Enkulturation, wird in zwei Phasen unterteilt. Die sogenannte primäre Enkulturation findet während der Kindheit statt. Dieser Vorgang der sozialen Fixierung, kann als Disziplinierung des Körpers verstanden werden. In der sekundären Enkulturation, kommt es zu einer Übernahme der Kulturgüter, Aneignung des Wissensvorrates und somit zu einem Hineinwachsen in eine spezifische Kultur.

Rothe (1984) wiederum schreibt: „ Unter Kultur wollen wir hier das Gesamt der von Menschen hervorgebrachten und vorgefundenen Bedingungen verstehen, die ihm die verantwortliche Führung seines Lebens erlauben und ihm eine unverwechselbare eigenständige Prägung geben.“ Vereinfacht ausgedrückt, ist Kultur alles das, was der Mensch in Bearbeitung der Natur geschaffen hat.[3]

Zur Kultur gehören demnach die Wissenschaft, die Religion, die Kunst, aber auch die Formen des Umgangs mit dem Körper, die sich in unserer Art von Sport widerspiegelt. Die hier geltenden Normen und abgeleiteten Regeln unterscheiden sich in einzelnen Kulturen und zeigen auf, dass jeder Kulturbereich seine eigene Körper- und Bewegungskultur besitzt. Hierauf wird später genauer eingegangen.

Interkulturelle Erziehung hat nun zur Aufgabe, eine Einsicht in die relative Geltung verschiedener Kulturen zu schaffen und somit Vorurteile abzubauen.

Dietrich (1994) definiert das interkulturelle Lernen als: Vorgang [...], in dem (eigene und fremde) kulturelle Wahrnehmungsmuster als solche erkannt und reflektiert werden [...]“

Sie ist nicht auf Harmonie und Gleichmacherei gerichtet, sondern auf die Bereitschaft zum gegenseitigen Respektieren. Interkulturelle Erziehung nach Bock (1994), ist das gegenseitige Lernen voneinander, was im Laufe der Zeit nicht zur Integration einer Gruppe in die andere führt, aber doch mit Notwendigkeit eine allmählich immer größere Angleichung im Gefolge haben wird. Es muss eine Überprüfung des Bestehenden und seine Weiterentwicklung unter Einbeziehung des uns mehr oder weniger Fremden stattfinden. Erste Voraussetzung hierfür ist, eine „kulturelle Selbstreflexion“[4], die ungefragt Übernommenes einer kritischen Sichtung unterwirft. Zweite Voraussetzung ist das wirkliche Kennenlernen des Fremden, das allzu häufig sehr oberflächlich geschieht.

3. Was meint interkulturelle Bewegungserziehung?

Diese interkulturelle Pädagogik wird nun auf das Feld der Bewegung bezogen, wobei der Begriff „Sport“ bewusst vermieden wird. Der klassische Sport, wie wir ihn verstehen, ist durch seine festen Regelvorgaben, die über alle kulturellen Differenzen hinweg, aber eben nicht durch die kulturellen Differenzen hindurch, das Einverständnis aller Beteiligten einfordern[5], ein eher ungeeigneter Ort für interkulturelle Kommunikation. Es wird also nicht an einen engen Sportartenbezug gedacht.

Erdmann (1999) nennt drei Argumente, warum man gerade das Feld der Bewegungserziehung zu den geeignetsten Feldern für interkulturelle Erziehung zählen kann. Die Rückmeldungen in diesem Bereich erfolgen meist direkt, ohne den Umweg über Dritte zu machen, was gerade die Lernvorgänge von Kindern und Jugendlichen vereinfacht bzw. ihnen deutlicher werden lässt. Ein weiteres Argument ist die leichte Erreichbarkeit von eben diesen Kindern und Jugendlichen durch Bewegungserfahrungen. Als letztes Argument nennt Erdmann (1999) die Unmittelbarkeit körperlichen Erlebens und Erfahrens.

Nach Thiele (1999) hat das Feld der Bewegung, zwei elementare Vorzüge. Zum einen lässt sich hier die Fremdheitserfahrung, besser als in jedem anderen Bereich dosieren, was einem vorzeitigem Abbruch der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen vorbeugt. Außerdem existiert im Bereich der Bewegung eine Ambivalenz der Nicht-Ernsthaftigkeit. Holenstein (1993) verweist aber auch auf zehn Regeln, die interkulturelle Kommunikation und somit Bewegungserziehung vereinfacht wenn nicht sogar erst ermöglicht:

[...]


[1] vgl. Dietrich K. (1994). Interkulturelles Lernen. In Sportpädagogik 18, 6, 20-25

[2] vgl. Smolicz (1982). Verinnerlichte Werte und kulturelle Identität. In Nitschke, V. (Hrsg.), Multikulturelle Gesellschaft? – Multikulturelle Erziehung? (S. 29-48). Stuttgart: Metzler.

[3] vgl. Löwisch, D. (1989). Kultur und Pädagogik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

[4] vgl. Nestvogel (1988). Kann die Aufrechterhaltung einer unreflektierten Mehrheitskultur eine Aufgabe öffentlicher Erziehung sein? Zeitschrift für Pädagogik 23. S. 39-49.

[5] vgl. Thiele, J. (1999). Bewegungskulturen im Widerstreit – ein Beitrag zur Begrenzung des Verstehens. In Erdmann, R. (Hrsg.), Interkulturelle Bewegungserziehung. (S.22-41). Sankt Augustin: Academia.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Selbstrelativierung als Möglichkeit zur Interkulturellen Bewegungserziehung am Beispiel von Flagfootball
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V33044
ISBN (eBook)
9783638336192
Dateigröße
3594 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit gibt zunächst einen Einblick in das Thema interkulturelle Erziehung. Nachdem die Methodischen Prinzipien - insbesondere die Selbstrelativierung - der interkulturellen Bewegungserziehung erläutert wurden, wird ein Praxisbezug hergestellt.
Schlagworte
Selbstrelativierung, Möglichkeit, Interkulturellen, Bewegungserziehung, Beispiel, Flagfootball
Arbeit zitieren
Fabian Maid (Autor), 2003, Selbstrelativierung als Möglichkeit zur Interkulturellen Bewegungserziehung am Beispiel von Flagfootball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33044

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