Was wären wir ohne die Schrift?
Wie wichtig für uns die Schrift als Kommunikationsmittel in vielen Bereichen des täglichen Lebens und im Beruf ist, merken wir manchmal schon nicht mehr, weil sie bereits unbewusst und automatisch eingesetzt wird. Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man den Schulanfängern am günstigsten die Schrift lehrt, damit auch sie später fähig sind, sich problemlos schriftlich zu äußern.
Bei dem allgemeinen Begriff „Schriftspracherwerb“ sind verschiedene Teilbereiche zu berücksichtigen. Dazu gehört zum einen die Feinmotorik, die der technischen Ausführung der Buchstaben dient. Zum anderen wird eine korrekte Rechtschreibung erwartet, die ebenfalls als Ziel des Schriftspracherwerbs gesetzt wird. Der Lehrplan für den Sprachunterricht sieht vor, dass mit dem Verlassen der Grundschule die Kinder fähig sein sollten, Texte zu entwickeln und zu differenzieren.
Das Problem, das sich mir zu diesem Thema stellt, ist die Frage nach der besten Methode, die Schrift zu lehren.
Dazu werde ich allgemein die Ziele des Schriftspracherwerbs und die beiden Möglichkeiten, die Schriftsprache zu lehren, herausstellen und näher auf ihre Vor- und Nachteile eingehen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der Autor
III. Inhalt
IV. Kapitel 1: Freude
4.1 Der Lehrer im Zentrum
4.2 Scheinbare Kinderzentriertheit
4.3 Radikaler Kurswechsel
V. Kapitel 2: Erlebnis
5.1 Interesse, aber wie?
5.2 Wahlfreiheit und Stundenplan
VI. Kapitel 3: Theoretiker
6.1 Gebundener Ansatz – gefesselte Kinder
6.2 Aufsätze als Erziehungsmittel
VII. Kapitel 4: Erstes Schreiben
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der traditionellen Aufsatzerziehung auseinander und analysiert im Vergleich dazu die Ansätze eines schülerzentrierten Schreibenlernens. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine stärkere Berücksichtigung der kindlichen Interessen und Bedürfnisse die Freude am Schreiben gefördert und demotivierende Strukturen des klassischen Unterrichts überwunden werden können.
- Kritik an lehrerzentrierten Unterrichtsstrukturen und wissenschaftlich konstruierten Lernvorgaben.
- Die Bedeutung von persönlichem Erleben und Interesse als Fundament für schriftsprachliche Kompetenz.
- Notwendigkeit der Wahlfreiheit und des Abbaus starrer Stundenplanzwänge für den Schreibprozess.
- Diskussion über die Rolle der Rechtschreiberziehung im Kontext des freien Schreibens.
- Rückbesinnung auf reformpädagogische Ansätze zur Förderung der kindlichen Schreibfreude.
Auszug aus dem Buch
4.1 Der Lehrer im Zentrum
Nach G. Sennlaub hat sich der heutige Unterricht zu einem wissenschaftlichen Unterricht entwickelt der genauso auch ohne Kinder funktionieren würde. Dieser läuft neben den Interessen und Bedürfnissen der Kinder her oder sogar gegen ihre Interessen an. Dies verdeutlicht, dass der Lehrer wichtiger geworden ist als die Kinder. Er/Sie bestimmt die Ziele des Unterrichts und auch, wie diese zu erreichen sind. Die Wege dorthin werden durch die Theorie bestimmt, die mit den Erfahrungen aus der Praxis nichts mehr zu tun haben.
Dies kann eine Erklärung dafür sein, dass Kinder keinen Spaß mehr am Schreiben empfinden oder die das alles nicht interessiert. Denn ihre Interessen und Bedürfnisse werden in aller Regel ja auch nicht berücksichtigt. Verursacher sind dafür nach G. Sennlaub Lehrer, Schulaufsichtsbeamte und die Gesetzgeber.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Kurze thematische Hinführung zu den Inhalten des Buches von Gerhard Sennlaub.
II. Der Autor: Vorstellung von Gerhard Sennlaub als Lehrer und Schulaufsichtsbeamter.
III. Inhalt: Gegenüberstellung von traditionellen Lehren und der Fokussierung auf kindliche Bedürfnisse im Aufsatzunterricht.
IV. Kapitel 1: Freude: Analyse der Lehrerzentrierung und des Mangels an echter Kinderzentriertheit im heutigen Schulalltag.
V. Kapitel 2: Erlebnis: Erörterung der Frage, wie durch das Einbeziehen persönlicher Erlebnisse und Wahlfreiheit echtes Interesse am Schreiben geweckt werden kann.
VI. Kapitel 3: Theoretiker: Auseinandersetzung mit historischen Reformpädagogen und der Kritik an gebundenen Aufsatzformen als Erziehungsmittel.
VII. Kapitel 4: Erstes Schreiben: Untersuchung der zeitlichen und methodischen Voraussetzungen, unter denen Kinder beginnen, eigene Texte zu verfassen.
Schlüsselwörter
Aufsatzerziehung, Schreiben lernen, Schülerzentriertheit, Lehrerzentrierung, Reformpädagogik, Schreibfreude, Interesse, Bedürfnisse, Stundenplanzwänge, Erstes Schreiben, Rechtschreiberziehung, Aufsatzunterricht, Motivation, Sprachunterricht, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der vergleichenden Analyse zwischen traditionellen Methoden der Aufsatzerziehung und Ansätzen, die das Interesse und die Bedürfnisse des Kindes in den Mittelpunkt stellen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Kritik an lehrerzentrierten Lehrplänen, die Bedeutung von Erlebnissen für den Schreibprozess, die Flexibilisierung von Unterrichtszeiten und der Einfluss von Rechtschreibanforderungen auf die Schreibmotivation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ergründen, warum Kinder oft den Spaß am Schreiben verlieren und wie eine schülerorientierte Methode diesen Prozess durch Selbstbestimmung und Freude am Ausdruck korrigieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, indem sie die Thesen von Gerhard Sennlaub sowie historische Ansätze von Reformpädagogen wie Fritz Gansberg kritisch gegenüberstellt und auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Kapitel, die die Probleme lehrerzentrierter Ansätze, die Rolle von persönlichen Erlebnissen, die historische Perspektive auf Theoretiker sowie die praktischen Ansätze für den Beginn des Schreibens detailliert untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Aufsatzerziehung, Schülerzentriertheit, Schreibmotivation, Reformpädagogik und die Überwindung starrer Unterrichtskonstrukte.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Lehrers?
Die Arbeit kritisiert, dass Lehrer oft zu stark durch Lehrpläne gesteuert werden und das Kind als Objekt betrachten, anstatt dessen natürliche Sprech- und Schreibfreude durch individuelle Förderung zu unterstützen.
Welche Position vertritt die Arbeit zur Rechtschreibung im Kontext des freien Schreibens?
Die Arbeit warnt davor, dass ein zu früher und starrer Fokus auf Rechtschreibung die kindliche Schreibfreude ersticken kann, plädiert aber dennoch für regelmäßige Übung, ohne den Drang zum eigenen Ausdruck zu unterdrücken.
- Quote paper
- Julia Becker (Author), 2003, Schreiben lernen, aber wie? Vergleichende Analyse des traditionellen Schreibenlernens und der Methode des "Lesen durch Schreiben", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33069