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Gestalttherapie - Gestaltberatung, Einsatzmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis

Title: Gestalttherapie - Gestaltberatung, Einsatzmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis

Diploma Thesis , 2004 , 127 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Petra Wittmann (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Intention der vorliegenden Diplomarbeit ist die Darstellung und Reflexion der Gestalttherapie. Es wird der Frage nachgegangen, ob die Ideen des Konzepts für die Soziale Arbeit/Sozialpädagogik relevant und einsatzfähig sind, und wie dieser Ansatz in einem speziellen Arbeitsfeld, nämlich der Beratung, angewendet wird. Nach einer kurzen Erläuterung der Geschichte und Entwicklung der Gestalttherapie gehe ich im ersten Teil meiner Arbeit auf die theoretischen Wurzeln des humanistischen Psychotherapieverfahrens ein. Anschließend stelle ich das Therapiekonzept mit seinen Hauptzielen Steigerung der Bewusstheit, Persönlichkeitssentwicklung und Wachstum sowie Übernahme von Verantwortung vor, beschreibe schließlich einige Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik, in denen die Gestalttherapie ihre Anwendung findet, und zeige auf, wo meiner Meinung nach ihre Grenzen liegen.

Im zweiten Teil mache ich auf die wesentlichen Merkmale von Beratungsprozessen in der Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik aufmerksam und versuche, Beratung von Therapie zu differenzieren. Schließlich präsentiere ich das Konzept der Gestaltberatung und gehe dann auf die Notwendigkeit der Supervision ein. Die Fragestellungen werden auf der Grundlage der aktuellen Fachliteratur diskutiert. Als Ergebnis wird deutlich, dass die Gestalttherapie nicht vollständig auf die Soziale Arbeit/Sozialpädagogik übertragbar ist, und sich das Konzept in der Praxis nur teilweise durchgesetzt hat. Zu begrüßen wäre vor allem der verstärkte Einsatz der Gestaltberatung in sozialpädagigischen und anderen psychosozialen Arbeitsfeldern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Erster Teil: Gestalttherapie

1. Geschichte und Entwicklung

2. Theoretische Wurzeln

2.1 Psychoanalyse

2.2 Feldtheorie

2.3 Existenzialismus

2.3.1 Phänomenologie

2.3.2 Die dialogische Beziehung

2.3.3 Schöpferische Indifferenz

2.4 Psychodrama

2.5 Zen-Buddhismus

2.6 Gestaltpsychologie

3. Das Therapiekonzept

3.1 Zum Begriff „Gestalt“

3.2 Zielsetzung

3.3 Gestaltprinzipien und die Bedeutung der Wahrnehmung

3.3.1 Die holistische Doktrin

3.3.2 Figur und Grund

3.3.3 Die Tendenz zur Bildung guter Gestalten

3.3.3.1 Die Tendenz zur Geschlossenheit

3.3.3.2 Das Prägnanzprinzip

3.3.3.3 Das Kontinuitätsprinzip

3.3.3.4 Das Homöostaseprinzip

3.4 Zentrale Konzepte der Gestalttherapie

3.4.1 Bewusstheit (Awareness)

3.4.1.1 Interne Awareness

3.4.1.2 Externe Awareness

3.4.1.3 Mediative Awareness

3.4.1.4 Das Bewusstheitskontinuum

3.4.2 Das Jetzt-Prinzip

3.5 Kontakt und Kontaktgrenze

3.6 Das Kontaktmodell

3.6.1 Vorkontakt

3.6.2 Kontaktnehmen

3.6.3 Kontaktvollzug

3.6.4 Nachkontakt

3.7 Anwendung des Phasenmodells

3.7.1 Reflexionshilfe

3.7.2 Planungsinstrument für Lehr- und Lernsituationen

3.7.3 Struktur für die Entwicklung von Konzepten

3.8 Kontaktstörungen

3.8.1 Introjektion

3.8.2 Projektion

3.8.3 Retroflexion

3.8.4 Konfluenz

3.9 Diagnostik

3.10 Die Entstehung einer Neurose

3.11 Die fünf Schichten der Neurose

3.11.1 Das Klischeestadium

3.11.2 Die Rollenspielphase

3.11.3 Ausweglosigkeit (Impasse)

3.11.4 Implosion

3.11.5 Explosion

3.12 Transkript einer Gruppengestaltsitzung

3.13 Ergänzende Methoden und Techniken

3.13.1 Integration von Polaritäten

3.13.2 Frustrationen

3.13.3 Arbeit mit Träumen

3.13.4 Kreative Methoden

3.14 Die Haltung des Therapeuten

3.14.1 Übertragung und Gegenübertragung

3.14.2 Das Paradox der Veränderung

3.15 Für wen sich Gestalttherapie eignet

4. Gestalttherapie und Soziale Arbeit/Sozialpädagogik

4.1 Gestalttherapie mit geistig behinderten Menschen

4.2 Gestalttherapie mit Drogensüchtigen

4.3 Gestalttherapie mit Kindern und Jugendlichen

4.4 Gestalttherapie mit Familien

Zweiter Teil: Gestaltberatung

5. Beratung in der Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik

6. Beratung versus Therapie

7. Das Gestaltberatungskonzept

7.1 Indikation und Diagnostik

7.2 Die Beziehung zwischen Berater und Klient

7.3 Kompetenzen des Beraters

7.4 Beratungsziele

7.5 Der Beratungsprozess

7.5.1 Orientierung

7.5.2 Bestandsaufnahme (Commitment)

7.5.3 Bedeutung

7.5.3.1 Aktuelle Bedeutungsebene

7.5.3.2 Lebensgeschichtliche Bedeutungsebene

7.5.3.3.Sozio-kulturelle und institutionelle Bedeutungsebene

7.5.3.4 Existenzielle Bedeutungsebene

7.5.4 Perspektive

7.6 Checkliste für Konfliktklärung

7.7 Methoden und Interventionsmöglichkeiten

7.7.1 Die Klientenzentrierte Gesprächsführung

7.7.2 „Sherlock Holmes“ und „Inspektor Columbo“

7.7.3 Bewusstheitssteigernde Methoden

7.7.4 Verantwortungs- und entscheidungsfördernde Methoden

8. Supervision

9. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit reflektiert die Anwendbarkeit der Gestalttherapie im Kontext der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik. Dabei wird untersucht, inwieweit die theoretischen Konzepte der Gestalttherapie für sozialpädagogische Arbeitsfelder, insbesondere im Bereich der Beratung, relevant und praktisch umsetzbar sind, wobei eine klare Differenzierung zwischen Therapie und Beratung vorgenommen wird.

  • Theoretische Wurzeln der humanistischen Gestalttherapie
  • Methoden und Interventionsmöglichkeiten des Gestaltansatzes
  • Abgrenzung von Beratungsprozessen gegenüber therapeutischen Settings
  • Gestaltberatung als ressourcenorientierte Unterstützung in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.14.2 Das Paradox der Veränderung

In dem Augenblick, in dem eine Person eine Veränderung erzwingen will, wird eine Gegenkraft in ihr erzeugt, die sie davon abhält. Nach gestalttherapeutischer Auffassung geschieht eine Veränderung dann, „wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist. Veränderung ergibt sich nicht aus einem Versuch des Individuums (...), seine Veränderung zu erzwingen, aber sie findet statt, wenn man sich die Zeit nimmt und die Mühe macht, zu sein, was man ist; und das heißt, sich voll und ganz auf sein gegenwärtiges Sein einzulassen. Indem der Gestalttherapeut es ablehnt, die Rolle dessen zu übernehmen, der Veränderung ‚herstellt‘, schafft er die Voraussetzung für sinnvolle und geordnete Veränderung. Der Gestalttherapeut verweigert die Rolle des ‚Veränderers‘, weil seine Strategie darin besteht, den Klienten zu ermutigen, (...) dass er sein möge, wie und was er ist. Er glaubt, dass Veränderung nicht durch Bemühen, Zwang, Überzeugung, Einsicht, Interpretation oder ähnliche Mittel zu bewirken ist. Vielmehr entsteht Veränderung, wenn der Klient – zumindest für einen Moment - aufgibt, anders werden zu wollen, und statt dessen versucht zu sein, was er ist. Dies beruht auf der Prämisse, dass man festen Boden unter den Füßen braucht, um einen Schritt vorwärts zu machen, und dass es sehr schwierig oder sogar unmöglich ist, sich ohne diesen Boden fortzubewegen.“ (BOECK, www.gestalt.de/bock_beisser_paradox.html, 11.04.2004, 2)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichte und Entwicklung: Überblicksartige Darstellung der Entstehungsgeschichte der Gestalttherapie durch F. Perls, L. Perls und P. Goodman sowie deren Entwicklung in den USA und Europa.

2. Theoretische Wurzeln: Zusammenfassung wesentlicher philosophischer und psychologischer Einflüsse, darunter Psychoanalyse, Feldtheorie, Existenzialismus, Psychodrama, Zen-Buddhismus und Gestaltpsychologie.

3. Das Therapiekonzept: Detaillierte Erläuterung der gestalttherapeutischen Prinzipien, Ziele, Kontaktmodelle sowie der therapeutischen Haltung.

4. Gestalttherapie und Soziale Arbeit/Sozialpädagogik: Reflexion der Relevanz des Ansatzes für Arbeitsfelder wie Behindertenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.

5. Beratung in der Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik: Einordnung von Beratung als zentrale Handlungsorientierung im sozialen Arbeitsfeld und Erläuterung ihrer Merkmale.

6. Beratung versus Therapie: Abgrenzung der beiden Handlungsformen hinsichtlich Zielsetzung, Intensität und Einbindung in soziale Netzwerke.

7. Das Gestaltberatungskonzept: Konkretisierung des Gestaltansatzes im Beratungskontext, inklusive Indikation, Prozessphasen, Methoden und Konfliktklärung.

8. Supervision: Erläuterung der Bedeutung von Supervision als Reflexionsverfahren zur Qualitätssicherung in der psychosozialen Praxis.

9. Schlusswort: Zusammenfassende Reflexion über das Potential und die Grenzen des Gestaltkonzepts in der sozialpädagogischen Praxis.

Schlüsselwörter

Gestalttherapie, Gestaltberatung, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Bewusstheit, Awareness, Kontaktmodell, Feldtheorie, Persönlichkeitsentwicklung, Beratungsprozess, Paradox der Veränderung, Supervision, Klientenzentrierte Gesprächsführung, Kontaktstörungen, Interaktiver Zyklus des Erlebens.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten der Gestalttherapie und des daraus abgeleiteten Gestaltberatungskonzepts im Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung der Gestalttherapie, ihre spezifischen Methoden (wie das Bewusstseinstraining und Kontaktmodelle) sowie deren Adaption in beratenden Kontexten innerhalb sozialer Institutionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Ideen der Gestalttherapie für die Soziale Arbeit relevant sind und wie der Ansatz effektiv in Beratungsprozessen eingesetzt werden kann, wobei auch die Grenzen dieser Übertragbarkeit aufgezeigt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und Diskussion aktueller Fachkonzepte, ergänzt durch Fallbeispiele und Reflexionen zur Praxis der Gestaltberatung und Supervision.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorie der Gestalttherapie, deren Anwendung in spezifischen Arbeitsfeldern (z. B. Drogenhilfe, Arbeit mit behinderten Menschen), die Abgrenzung von Beratung zu Therapie sowie die Ausarbeitung eines konkreten Gestaltberatungskonzepts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Gestalttherapie, Soziale Arbeit, Bewusstheit (Awareness), Beratungsprozess, Kontaktmodell, Paradox der Veränderung und Supervision.

Warum ist das "Paradox der Veränderung" für die Gestaltberatung so wichtig?

Es dient als Orientierungshilfe für Berater, um den Klienten in seinem aktuellen So-Sein zu akzeptieren, statt ihn unter Druck zu setzen, was langfristig die Voraussetzung für echte, tiefgreifende Entwicklung schafft.

Welche Herausforderungen nennt die Verfasserin bei der praktischen Umsetzung des Gestaltkonzepts in sozialen Einrichtungen?

Als Haupthindernisse werden der Mangel an Bekanntheit des Ansatzes in der sozialpädagogischen Ausbildung, die hohen Kosten für die notwendige Zusatzausbildung sowie knappe finanzielle Ressourcen der Einrichtungen für externe Supervision genannt.

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Details

Title
Gestalttherapie - Gestaltberatung, Einsatzmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis
College
University of Applied Sciences Nuremberg
Grade
1,3
Author
Petra Wittmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
127
Catalog Number
V33070
ISBN (eBook)
9783638336444
Language
German
Tags
Gestalttherapie Gestaltberatung Einsatzmöglichkeiten Praxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Wittmann (Author), 2004, Gestalttherapie - Gestaltberatung, Einsatzmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33070
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