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Importsubstitution als binnenmarktorientierte Entwicklungsstrategie am Beispiel Brasiliens

Title: Importsubstitution als binnenmarktorientierte Entwicklungsstrategie am Beispiel Brasiliens

Seminar Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nils Kompe (Author)

Business economics - Economic Policy
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„Seine Uranvorkommen sind die sechstgrößten der Welt. Bisher wird brasilianisches Natur – Uran in Kanada und Europa aufgearbeitet und angereichert, bevor es als Brennstoff nach Brasilien zurückkommt. Diese Schritte in eigener Regie zu übernehmen würde dem Land jährlich elf Millionen Dollar Devisen sparen.“

Die Eingliederung der unterentwickelten Länder in die weltwirtschaftliche Arbeitsteilung wird entscheidend von der Außenhandelspolitik dieser Länder selbst und von jener der Industrieländer beeinflusst. Das Problem der unterentwickelten Länder besteht jedoch darin die geeignete Strategie zu finden. Die Politik der Importsubstitution ist dabei nur eines von zahlreichen Entwicklungskonzepten. Und, wie der Bericht in der Frankfurter Rundschau beweist, immer noch ein wichtiges wirtschaftspolitisches Instrument zur Verbesserung der Handelsbilanz. Denn in vielen Ländern ist das größte Entwicklungshemmnis die Devisenknappheit. Nach Raul Prebisch, Direktor der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) und Hans Singer war die weitgehende Abkopplung der unterentwickelten Länder vom Weltmarkt die aussichtsreichste Entwicklungsstrategie für Lateinamerika. In Zeiten sich verschlechternder Handelsbilanzen, war eine der Kernaussagen der Prebisch-Singer-These, dass aufgrund sich verschlechternder Austauschrelationen zwischen den Gütern der Entwicklungs- und Industrieländer, den sogenannten terms of trade, sich der Staat stärker vom Welthandel ausschließen und die Entwicklung des Binnenmarktes forcieren sollte. Hiervon erhoffte man sich vor allem eine Verbesserung der Zahlungsbilanz, eine Erhöhung des Volkseinkommen und eine Verbesserung der terms of trade.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Begriff der Importsubstitutionspolitik

2.1 Absolute und relative Importsubstitution im weiteren Sinn

2.2 Ursache und Erfassungsprobleme der Importsubstitution

3 Versagen der klassischen Außenhandelstheorie

3.1 Strukturelle Einwände

3.2 Infant industry Argument

4 Instrumente der Importsubstitutionspolitik

4.1 Indikative Maßnahmen

4.2 Politik der Investitionsanreize

4.3 Wechselkurspolitik

4.4 Protektionspolitik

4.4.1 Tarifäre Handelshemmnisse

4.4.2 Nicht tarifäre Handelshemmnisse

5 Importsubstitution industrieller Produkte in Brasilien im Zeitraum 1947 – 1961

5.1 Zeit der Importlizenzen und Devisenbewirtschaftung von 1947 bis 1953

5.2 System der multiplen Wechselkurse von 1953 - 1957

5.3 Zollregime von 1957 – 1961

5.4 Industrieförderung

5.5 Ergebnis der Importsubstitutionspolitik

5.6 Die Zeit nach 1961 im Kurzabriss

6 Ergebnisse

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Strategie der Importsubstitutionspolitik als Instrument der Entwicklungsökonomie. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen kritisch zu beleuchten und anhand des historischen Fallbeispiels Brasilien im Zeitraum von 1947 bis 1961 zu analysieren, welche Maßnahmen ergriffen wurden, welche Auswirkungen diese auf die industrielle Entwicklung hatten und aus welchen Gründen die Strategie langfristig an ihre Grenzen stieß.

  • Theoretische Auseinandersetzung mit den Defiziten der klassischen Außenhandelstheorie
  • Analyse instrumenteller Ansätze der Importsubstitutionspolitik (Protektionismus, Devisenbewirtschaftung)
  • Detaillierte Untersuchung der brasilianischen Wirtschaftspolitik in der Nachkriegszeit
  • Bewertung der ökonomischen Konsequenzen wie Wachstumsraten und Handelsbilanzentwicklungen

Auszug aus dem Buch

3.2 Infant industry Argument

Das klassische Argument der Importsubstitution, das sowohl für unterentwickelte Länder als auch für neue hochentwickelte Industriesektoren angeführt wird, ist der Erziehungszoll nach List. Dieser beruht auf der Annahme sogenannter Lerneffekte in Form von z.B. technischem Know-how, Organisationskenntnissen oder Humankapital die bei aufwendigen Produktionsprozessen auftreten können. „In diesem Fall hängen die Durchschnittskosten negativ von der Anzahl der bisher gefertigten Mengen ab.“ Mit Hilfe von Protektionismus soll insbesondere die bis dato international nicht konkurrenzfähige Industrie gefördert werden, die sonst „...nie errichtet worden wäre und somit ihre Konkurrenzfähigkeit nie hätte nachweisen können.“ Nach List wäre freier Außenhandel zwischen zwei Ländern nur dann sinnvoll, sofern diese auf gleicher Entwicklungsstufe stünden. „Zentral bei dieser Argumentation ist, dass komparative Kostenvorteile keine feststehende, sondern vielmehr endogene Größen sind, die von Zufall und Geschichte abhängen und prinzipiell durch Außenwirtschaftspolitik beeinflusst werden können.“ An Darstellung 1 soll der Erziehungszollgedanke erläutert werden. Dieses Modell nimmt Bezug auf spezifische Industrien. In der Grafik sieht man die Durchschnittskosten der einheimischen (D) und der weltweiten (W) Produktion. Zum Zeitpunkt t0 kann die einheimische Industrie nicht mit dem Weltmarkt konkurrieren. Die Produzenten bieten erst ab einem Zoll in Höhe von t an. Im Laufe der Zeit können durch Lerneffekte die Produktionskosten abgebaut werden. „But the tariffs should be only temporary.“ Der Zoll soll kontinuierlich parallel zur Kostendegression der geschützten Industrien zurückgeführt werden, bis er bei t* vollständig wegfällt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problematik unterentwickelter Länder und Einführung in die Relevanz der Importsubstitutionsstrategie unter Bezugnahme auf die Prebisch-Singer-These.

2 Zum Begriff der Importsubstitutionspolitik: Definition der Importsubstitution und Abgrenzung zwischen absoluten und relativen Formen sowie der Ursachen für deren Entstehung.

3 Versagen der klassischen Außenhandelstheorie: Analyse struktureller Einwände gegen den freien Handel und Erläuterung des Infant-Industry-Arguments als theoretische Rechtfertigung für Protektionismus.

4 Instrumente der Importsubstitutionspolitik: Darstellung der administrativen, monetären und protektionistischen Maßnahmen, inklusive der Analyse von tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen.

5 Importsubstitution industrieller Produkte in Brasilien im Zeitraum 1947 – 1961: Empirische Untersuchung der verschiedenen Phasen der brasilianischen Wirtschaftspolitik, von Lizenzsystemen über multiple Wechselkurse bis hin zum Zollregime.

6 Ergebnisse: Synthese der ökonomischen Erfolge und Misserfolge der brasilianischen Strategie sowie Diskussion der Gründe für das Scheitern in den 1960er Jahren.

Schlüsselwörter

Importsubstitution, Brasilien, Außenhandelstheorie, Protektionismus, Infant-Industry-Argument, Devisenbewirtschaftung, Industrialisierung, Handelsbilanz, Prebisch-Singer-These, Wirtschaftswachstum, Zollpolitik, Wirtschaftsgeschichte, Lateinamerika.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Importsubstitutionspolitik als entwicklungspolitisches Instrument, das darauf abzielt, importierte Industriegüter durch eine inländische Produktion zu ersetzen, um die Abhängigkeit vom Weltmarkt zu reduzieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die theoretischen Defizite des Freihandels, die verschiedenen Instrumente staatlicher Protektion sowie die historische Anwendung dieser Strategie in Brasilien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Erfolg bzw. das Scheitern der importsubstituierenden Industrialisierung in Brasilien zwischen 1947 und 1961 kritisch zu bewerten und die ökonomischen sowie politischen Gründe dafür aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie eine empirische Untersuchung der brasilianischen Wirtschaftsdaten unter Nutzung historischer Statistiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert zunächst theoretische Konzepte und Instrumente, bevor er den spezifischen brasilianischen Kontext in verschiedenen Zeitphasen – von Devisenbewirtschaftung bis hin zu Zollreformen – detailliert darlegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Importsubstitution, Protektionismus, Brasilien, Infant-Industry-Argument und Handelsbilanz.

Welche Rolle spielte der "Erziehungszoll" in der brasilianischen Strategie?

Der Erziehungszoll diente als theoretisches Fundament, um junge, noch nicht wettbewerbsfähige Industrien vor internationaler Konkurrenz zu schützen, bis sie durch Lerneffekte effizient produzieren konnten.

Warum scheiterte die Importsubstitution in Brasilien letztlich?

Das Scheitern wurde durch einen zu späten Übergang zur Exportdiversifizierung, enorme Staatsverschuldung, hohe Inflationsraten und eine einseitige Bevorzugung bestimmter Interessengruppen begünstigt.

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Details

Title
Importsubstitution als binnenmarktorientierte Entwicklungsstrategie am Beispiel Brasiliens
College
University of Hamburg  (IWI)
Course
WS 04/05
Grade
1,7
Author
Nils Kompe (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V33086
ISBN (eBook)
9783638336543
Language
German
Tags
Importsubstitution Entwicklungsstrategie Beispiel Brasiliens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Kompe (Author), 2004, Importsubstitution als binnenmarktorientierte Entwicklungsstrategie am Beispiel Brasiliens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33086
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