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Christian Wolff im Staatsdenken der deutschen Aufklärung

Title: Christian Wolff im Staatsdenken der deutschen Aufklärung

Seminar Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nils Kompe (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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„In der Geschichte der älteren deutschen Staatslehre hat kaum ein anderer Autor so unterschiedliche Beurteilungen erfahren wie Christian Wolff. Sein pervertiertes, korrumpiertes Naturrecht habe hauptsächlich die Aufgabe gehabt, den Staatszwang naturrechtlich zu rechtfertigen und die Gegebenheiten des aufgeklärten Despotismus mit aller Strenge zu deduzieren. Zumindest sei er der Systematiker der wohlwollenden Despotie. Demgegenüber wird Wolff als der frühe Verfechter des modernen freiheitlichen Rechtsstaat gefeiert.“

Christian Freiherr von Wolff war sicherlich einer der umstrittensten Philosophen der deutschen Frühaufklärung und die Frage, inwieweit Wolff überhaupt zur Aufklärung hinzuzurechnen ist, beschäftigt, wie das Zitat verdeutlicht, noch heute die Literatur. Unumstritten ist jedenfalls die Einzigartigkeit und die Vollkommenheit mit der Wolff versuchte ein in sich geschlossenes, zum Teil auf den Gedanken Leibniz basierend, Naturrecht zu schaffen. In den Bänden des Jus naturalae entwickelte Wolff der mathematischen Lehrart folgend eine systematische Darstellung des Staatswesen in all seinen Facetten. So wollte er jedoch keineswegs eine neue Philosophie schmieden, vielmehr wollte er die gegenwärtige verbessern und gelegentlich auf Dinge eingehen, die es nützlich zu berücksichtigen wäre. Wolff stand als Rationalist in der Tradition Leibniz` und nahm im Laufe seiner Schaffensperiode insbesondere auf ihn Bezug, weshalb seine Philosophie des öfteren auch als Leibniz-Wolffsche Philosophie tituliert wird.
Wolff hatte besonders starken Einfluss auf Friedrich II. von Preußen, den Philosophenkönig. Der auch Friedrich der Große genannte König von Preußen von 1740 – 1786 gilt neben Joseph II. als einer der bedeutsamsten Fürsten des aufgeklärten Absolutismus. Friedrich II. zeigte sich den Ideen der Aufklärung gegenüber sehr aufgeschlossen und unterhielt außer mit Wolff auch regen Kontakt mit Voltaire.
Ich möchte die Fragen klären inwieweit Wolff Einfluss auf Friedrich II. hatte und in welchem Rahmen Reformen im Sinne der Aufklärung umgesetzt wurden bzw. ob Absolutismus und Aufklärung zwei sich ausschließende Richtungen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Christian Wolff - eine kurze Biographie

2.1 1679 - 1723

2.2 1723 - 1740

2.3 1740 - 1754

3 Historischer Kontext der Wolff`schen Philosophie

3.1 Deutschland des 18. Jahrhunderts

3.2 Begriff des aufgeklärten Absolutismus

4 Staatsdenken bei Christian Wolff

4.1 Der Naturzustand

4.2 Der Staatszweck

4.3 Die Regierungsform

4.4 Kritische Würdigung

5 Weitere Staatstheoretiker des aufgeklärten Absolutismus

5.1 Gottfried Wilhelm Leibniz

5.2 Christian Thomasius

6 Friedrich der II. von Preußen

7 Ergebnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Staatsdenken von Christian Wolff im Kontext der deutschen Aufklärung und analysiert dabei insbesondere seinen Einfluss auf den preußischen König Friedrich II. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der Philosophie Wolffs und der praktischen Umsetzung aufklärerischer Reformen unter Friedrich II. zu beleuchten sowie die spannungsreiche Beziehung zwischen Absolutismus und den Idealen der Aufklärung kritisch zu hinterfragen.

  • Biografie und intellektuelle Entwicklung von Christian Wolff
  • Historische Rahmenbedingungen des 18. Jahrhunderts in Deutschland
  • Theorie des Naturzustands und Staatszwecks bei Wolff
  • Analyse des aufgeklärten Absolutismus am Beispiel von Friedrich II. von Preußen
  • Vergleich und Einordnung weiterer Staatstheoretiker (Leibniz, Thomasius)

Auszug aus dem Buch

4.2 Der Staatszweck

Zwischen den Herrschern und Untertanen besteht also ein Gesellschaftsvertrag. Der Staat hat hierbei die gleiche Aufgabe wie die Familien, nämlich für Wohlstand und Sicherheit zu sorgen. Unter Sicherheit versteht Wolff einmal die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Staat und des weiteren die Sicherung vor äußerer Bedrohung. Insbesondere die wohlfahrtsstaatliche Komponente steht bei Wolff im Vordergrund, so fordert er explizit gerechten Lohn, geregelte Arbeitszeit, ausreichende Nahrungsmittelversorgung oder ein öffentliches Schulwesen. Ein zentrales Naturrecht ist für Wolff der Schutz des Privateigentums. „Vielmehr ist es wahrscheinlich so, dass das Privateigentum vor der Staatsgewalt begonnen hat; entstanden ist es ja aus dem Recht an einer Sache, die man – um des notwendigen Gebrauchs willen – an sich gebracht hat; um dieses Eigentum zu schützen, wurden dann nach dem Vorbild der Kleingesellschaften Staaten gegründet.“

Die Aufgabe des Staates geht aber um die reine Eigentumsbewahrung hinaus. So spricht Wolff dem Staat explizit die Aufgabe zu, nicht nur für den Körper, sondern insbesondere für Glückseligkeit und Vollkommenheit zu sorgen. Für Wolff ist eine Uhr, deren Zahnräder so aufeinander abgestimmt sind, das diese die exakte Uhrzeit angeben können, vollkommen. Ein Staat sollte also die Handlungen in eine Richtung lenken, „...auf die auch die natürlichen Handlungen zustreben.“ So gibt Wolff zwar ein Ziel für Staatshandeln vor, verweigert jedoch genau Inhalte oder setzt diese voraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Forschungsthemas und der Leitfrage nach dem Einfluss Wolffs auf Friedrich II.

2 Christian Wolff - eine kurze Biographie: Überblick über das Leben von Christian Wolff in drei chronologischen Abschnitten.

3 Historischer Kontext der Wolff`schen Philosophie: Einordnung der Philosophie in die Zeit des 18. Jahrhunderts und den Begriff des aufgeklärten Absolutismus.

4 Staatsdenken bei Christian Wolff: Analyse der theoretischen Grundlagen von Naturzustand, Staatszweck und Regierungsform bei Wolff.

5 Weitere Staatstheoretiker des aufgeklärten Absolutismus: Darstellung der Beiträge von Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian Thomasius zur damaligen Staatstheorie.

6 Friedrich der II. von Preußen: Untersuchung der praktischen Umsetzung aufklärerischer Ideen durch den preußischen Monarchen.

7 Ergebnis: Zusammenfassende Bewertung von Wolffs Einfluss und der Grenzen des aufgeklärten Absolutismus.

Schlüsselwörter

Christian Wolff, Aufklärung, aufgeklärter Absolutismus, Staatsdenken, Naturrecht, Friedrich II., Preußen, Gesellschaftsvertrag, Staatszweck, Leibniz, Thomasius, Philosophie, politische Theorie, Rechtswesen, Vernunftstaat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Philosophie von Christian Wolff und deren Rolle im Kontext der deutschen Aufklärung sowie mit deren Auswirkungen auf die Herrschaftspraxis von Friedrich II. von Preußen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Biografie Wolffs, den historischen Kontext des 18. Jahrhunderts, die Staatstheorie im aufgeklärten Absolutismus und die tatsächliche Reformpolitik Friedrichs II.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, zu klären, inwieweit Wolff das politische Denken Friedrichs II. beeinflusste und ob Aufklärung und Absolutismus als widersprüchliche Konzepte zu sehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und der Schriften von Christian Wolff basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Wolffs Philosophie (Naturzustand, Staatszweck, Regierungsformen), den Vergleich mit anderen Denkern wie Leibniz und Thomasius sowie die Analyse der Reformen Friedrichs II.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie aufgeklärter Absolutismus, Naturrecht, Gesellschaftsvertrag und Vernunftstaat charakterisiert.

Warum wird Wolff oft als „Systematiker der wohlwollenden Despotie“ bezeichnet?

Diese Zuschreibung stammt aus der Literaturdebatte; sie kritisiert, dass Wolff durch seine Naturrechtslehre den Staatszwang zwar rationalisierte, jedoch den Gegebenheiten des aufgeklärten Absolutismus eine theoretische Basis verlieh.

Inwieweit stand Friedrich II. unter dem Einfluss von Christian Wolff?

Friedrich II. schätzte Wolffs Ansätze zur Rechtfertigung der monarchischen Gewalt durch das Naturrecht und holte ihn an die Universität Halle, wobei er jedoch spezifische rechtsphilosophische Ansätze Wolffs auch kritisch oder pragmatisch modifizierte.

Wie bewertet der Autor die Reformen Friedrichs II.?

Der Autor erkennt Friedrichs Leistungen, besonders im Rechtswesen, an, weist aber darauf hin, dass die Reformen bei machtpolitischen oder ständischen Interessen oft an Grenzen stießen, weshalb der König eher am Ende des monarchischen Absolutismus steht als an dessen revolutionärem Beginn.

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Details

Title
Christian Wolff im Staatsdenken der deutschen Aufklärung
College
University of Hamburg
Course
Historisches Seminar WS 04/05
Grade
1,3
Author
Nils Kompe (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V33087
ISBN (eBook)
9783638336550
Language
German
Tags
Christian Wolff Staatsdenken Aufklärung Historisches Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Kompe (Author), 2004, Christian Wolff im Staatsdenken der deutschen Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33087
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