Der Begriff „Altes Aachener Steinkohlenrevier“ wird in der Literatur zumeist auf bestimmte Teile des Aachener Steinkohlenreviers angewendet. Beispielsweise bezeichnet man damit das Inde-Revier oder auch den südlichen Teil des Wurm-Reviers. In der folgenden Arbeit wird der Begriff auf das gesamte Aachener Steinkohlenrevier angewendet. Diese Verwendung des Begriffs erscheint berechtigt, da der Steinkohlenbergbau um Aachen im Jahre 1997 endgültig eingestellt worden ist, somit das ganze Steinkohlenrevier als „altes“ Revier angesehen werden kann.
Ferner sollte festgehalten werden, dass das Aachener Steinkohlenrevier deswegen nach Aachen benannt ist, weil es sich bei dieser Stadt sowohl um das wirtschaftliche als auch geistige Zentrum des Reviers handelt. Der eigentliche Steinkohlenbergbau fand kaum in Aachen selbst statt, sondern vielmehr in seiner Umgebung. Vor allem um und in Alsdorf wurde viel Steinkohle abgebaut, deswegen findet sich in der Literatur gelegentlich auch die Bezeichnung „Alsdorfer Revier“ für das Aachener Revier [Voppel 1965, S. 52]. In dieser Arbeit jedoch wird lediglich der Begriff „Altes Aachener Steinkohlenrevier“, beziehungsweise „Aachener Revier“, benutzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Begriff „Altes Aachener Steinkohlenrevier“
2. Geographie und Geologie des Aachener Steinkohlenreviers
2.1 Allgemeine Einordnung
2.2 Entstehung der Steinkohle
2.3 Besonderheiten des Inde- und Wurmreviers
2.4 Geologisch bedingte Schwierigkeiten des Steinkohlenabbaus
3. Geschichte des Aachener Steinkohlenreviers
Zusatzinfo: Das Grubenunglück auf Grube Anna
4. Bedeutung des Steinkohlenbergbaus für den Aachener Wirtschaftsraum
4.1 Geschichte des Eschweiler Bergwerks-Vereins (EBV)
4.2 Krisen des Steinkohlenbergbaus
Zusatzinfo: Die Situation des deutschen Steinkohlenbergbaus im Vergleich zum Ausland
4.3 Der Steinkohlenbergbau im Zusammenhang mit der Beschäftigungsstruktur, dem Siedlungswesen und dem Verkehrswesen in der Aachener Region
4.3.1 Beschäftigungsstruktur
4.3.2 Siedlungswesen
4.3.3 Verkehrswesen
5. Nach der Kohlezeit: Nachfolgenutzung ehemaliger Bergbauflächen und Umstrukturierung des Aachener Wirtschaftsraumes
5.1 Nachfolgenutzung ehemaliger Steinkohlenbergbauflächen
5.2 Umstrukturierung des Aachener Wirtschaftsraumes
6. Zusammenfassende Betrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Bedeutung des Steinkohlenbergbaus für den Aachener Wirtschaftsraum, analysiert die geologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die zum schrittweisen Niedergang führten, und beleuchtet die darauffolgenden Umstrukturierungsprozesse sowie die Nachfolgenutzung der ehemaligen Bergbauareale.
- Geographische und geologische Rahmenbedingungen des Aachener Steinkohlenreviers.
- Historische Entwicklung des Bergbaus und des Eschweiler Bergwerks-Vereins (EBV).
- Sozioökonomische Auswirkungen des Strukturwandels auf Beschäftigung und Siedlungswesen.
- Strategien zur wirtschaftlichen Umstrukturierung durch Technologie- und Innovationszentren (AGIT).
Auszug aus dem Buch
2.2 Entstehung der Steinkohle
Bevor im Folgenden auf die geographischen und geologischen Einzelheiten des Aachener Steinkohlenreviers eingegangen wird, soll im Vorfeld geklärt werden, wie die Steinkohle im Aachener Raum entstanden ist und so zur Grundlage für den hier über Jahrzehnte betriebenen Steinkohlenbergbau werden konnte.
Die Steinkohle entstand vor ca. 300 Millionen Jahren im Oberkarbon. Grundlage für ihre Entstehung waren die mangrovenartigen Urwälder, die sich damals im Raum um Aachen ansiedelten. Sie lieferten die organische Substanz, die das Ausgangsmaterial der Steinkohle war. Aufgrund der variszischen Gebirgsbildung senkte sich damals der Untergrund um Aachen, während sich im Süden ein Gebirge heraushob. So kam es im Bereich der Urwälder zur Sedimentation von Sanden und Tonen, die aus dem Gebirge abgetragen wurden und die organische Substanz überdeckten. Diese Sand- und Tonschichten wurden von einem marinen Horizont überdeckt. Zu seiner Ausbildung kam es durch das Meer, das sich damals von Großbritannien bis in den Eifelraum erstreckte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Begriff „Altes Aachener Steinkohlenrevier“: Definition und räumliche Abgrenzung des Reviers im Kontext der historischen Bergbaugeschichte.
2. Geographie und Geologie des Aachener Steinkohlenreviers: Beschreibung der naturräumlichen Voraussetzungen und der geologischen Hindernisse, die den Abbau erschwerten.
3. Geschichte des Aachener Steinkohlenreviers: Ein Überblick über die zeitliche Entwicklung vom mittelalterlichen Bergbau bis zum großindustriellen Kohleabbau des 19. und 20. Jahrhunderts.
4. Bedeutung des Steinkohlenbergbaus für den Aachener Wirtschaftsraum: Analyse des Einflusses der Bergbaukonzerne, der wirtschaftlichen Krisen sowie der Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Siedlungs- und Verkehrswesen.
5. Nach der Kohlezeit: Nachfolgenutzung ehemaliger Bergbauflächen und Umstrukturierung des Aachener Wirtschaftsraumes: Darstellung der Herausforderungen bei der Flächenkonversion und der erfolgreichen regionalen Wirtschaftsförderung durch Technologiezentren.
6. Zusammenfassende Betrachtung: Reflektion über den Strukturwandel als Erneuerungsprozess und die langfristige Anpassungsfähigkeit der Aachener Wirtschaftsregion.
Schlüsselwörter
Aachener Steinkohlenrevier, Eschweiler Bergwerks-Verein, Bergbau, Strukturwandel, Geologie, Karbon, Industrielle Revolution, Wirtschaftsförderung, AGIT, Technologiezentrum Aachen, Beschäftigungsstruktur, Siedlungswesen, Haldennachnutzung, Umstrukturierung, Kohlekrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Geschichte, die geologischen Besonderheiten und die sozioökonomische Bedeutung des Steinkohlenbergbaus für den Aachener Raum sowie dessen Transformationsprozesse nach der Einstellung des Abbaus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geologie, der Unternehmensgeschichte des EBV, den Krisen der Montanindustrie sowie den nachfolgenden Strategien zur wirtschaftlichen Neuausrichtung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Region den Übergang von einer durch Kohle geprägten Montanregion zu einem innovativen Wirtschafts- und Technologiestandort bewältigt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse geographischer und wirtschaftshistorischer Daten, ergänzt durch eine Auswertung regionalstatistischer Quellen und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der geologischen Rahmenbedingungen, die historische Entwicklung, die ökonomischen Folgen für Beschäftigung und Siedlung sowie die konkreten Maßnahmen zur wirtschaftlichen Umstrukturierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Aachener Steinkohlenrevier, Strukturwandel, AGIT, Bergbaufolgelandschaft und regionale Innovationsförderung.
Welche Rolle spielte die geologische Tektonik für den Bergbau in Aachen?
Die starke Falten- und Bruchtektonik im Aachener Raum erschwerte den maschinellen Abbau erheblich, verursachte hohe Kosten und machte den Aachener Kohlebergbau im Vergleich zu anderen Revieren weniger wettbewerbsfähig.
Warum wurde die AGIT als zentrale Instanz für den Strukturwandel gegründet?
Die AGIT sollte nach dem Wegfall der Arbeitsplätze durch die Zechenschließungen neue, technologieorientierte Arbeitsplätze schaffen und Existenzgründern durch ein Technologiezentrum den Einstieg in den Markt erleichtern.
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- M.A. Marga Marczyk (Author), 2001, Altes Aachener Steinkohlerevier, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33092