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Zukunftsperspektiven des Wattenmeeres - Möglichkeiten zur Sicherung eines Ökosystems

Title: Zukunftsperspektiven des Wattenmeeres - Möglichkeiten zur Sicherung eines Ökosystems

Diploma Thesis , 2004 , 143 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Corinna Amenda (Author)

Engineering - Civil Engineering
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Mit dem Wattenmeer liegt in der südöstlichen Nordsee eines der wertvollsten, vielfältigsten und einzigartigsten Gebiete der Erde. Seine Einzigartigkeit spiegelt sich vor allem in seiner hohen Dynamik und großen Produktivität wider. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts traten die menschlichen Nutzungen des Wattenmeeres immer mehr in den Vordergrund und ließen eine nachhaltige Vorgehensweise anfangs außer Acht. Die Bedeutung, die das Ökosystem vor allem für die Natur, aber auch für den Menschen einnimmt, wird auch heute noch durch die stetige Zunahme der anthropogenen Einflüsse in ihrer Position gefährdet. Durch die verstärkte Entwicklung eines umweltbewussten Denkens und Handelns und der Erkenntnis, dass das Wattenmeer für die Zukunft zu erhalten und zu schützen ist, wurden sowohl in der Vergangenheit und werden auch heute noch Regelungen festgesetzt, die den Zustand des Ökosystems verbessern und für eine zukünftige Sicherung des Gebietes sorgen sollen.

Diese Regelungen wurden in Form von Konventionen, Richtlinien und Beschlüssen auf zahlreichen Konferenzen und Treffen, sowohl auf internationaler als auch europäischer Ebene, vereinbart und verabschiedet. Richtungsweisende Beispiele sind hierbei die Internationalen Nordseeschutzkonferenzen sowie im Besonderen die Trilaterale Wattenmeerkooperation zwischen den Niederlanden, Deutschland und Dänemark, die sich an folgendem Leitsatz orientiert:

„The Guiding Principle of the trilateral Wadden Sea policy as agreed at the Esbjerg Conference in 1991 is to achieve, as far as possible, a natural and sustainable ecosystem in which natural processes proceed in an undisturbed way.”

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ökosystem Wattenmeer

2.1 Beschreibung des Wattenmeeres

2.2 Verschiedene Wattarten

2.3 Fauna und Flora

2.3.1 Vögel

2.3.2 Fische

2.3.3 Meeressäuger

2.3.4 Pflanzen

3 Internationaler Meeresschutz

3.1 Notwendigkeit von Maßnahmen durch anthropogene Einflüsse

3.1.1 Stoffeinträge

3.1.1.1 Nährstoffe und Eutrophierung

3.1.1.2 Schadstoffe

3.1.2 Schifffahrt

3.1.2.1 Entwicklung des Schiffsverkehrs

3.1.2.2 Meeresverschmutzung durch Schiffe

3.1.3 Fischerei

3.1.3.1 Garnelenfischerei

3.1.3.2 Miesmuschelfischerei

3.1.3.3 Auswirkungen auf Fischbestände

3.1.4 Küstenschutz

3.1.5 Ressourcennutzungen

3.1.5.1 Windenergie

3.1.5.2 Rohstoffförderung

3.1.5.3 Rohrleitungen und Kabel

3.1.6 Tourismus

3.1.7 Militärische Aktivitäten

3.1.8 Baggergutverklappungen

3.2 Internationale Konventionen zum Schutz des Wattenmeeres

3.2.1 MARPOL-Übereinkommen

3.2.2 OSPAR-Konvention

3.3 Internationale Nordseeschutzkonferenzen

3.4 Maßnahmen der EU

4 Trilaterale Wattenmeerkooperation

4.1 Trilaterale Wattenmeerkonferenzen und ihre Beschlüsse

4.2 Funktionsweise der Kooperation

4.3 Effektivität des Wattenmeerschutzes

5 Möglichkeiten einer interdisziplinären, unabhängigen Expertengruppe als Kontrolleinrichtung

5.1 Notwendigkeit der verbesserten Kooperation

5.2 Die Expertengruppe

5.3 Fundamentale Modifikationen der zukünftigen Kooperation

5.4 Struktur der Ressorts

5.4.1 Ressort I: Fishery

5.4.2 Ressort II: Representation of the Resident Population and their Interests

5.4.3 Ressort III: Coastal Defence & Dumping

5.4.4 Ressort IV: Military Affairs

5.4.5 Ressort V: Nature Protection & Environmental Protection

5.4.6 Ressort VI: Governmental Representation

5.4.7 Ressort VII: Use of Resources

5.4.8 Ressort VIII: Shipping

5.4.9 Ressort IX: Tourism & Recreational Activities

6 Kritische Betrachtung

7 Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Schwächen der derzeitigen trilateralen Wattenmeerpolitik und schlägt die Etablierung einer interdisziplinären, unabhängigen Expertengruppe als wirksame Kontrolleinrichtung vor, um einen effektiven und rechtsverbindlichen Schutz des Ökosystems zu gewährleisten.

  • Analyse anthropogener Einflüsse und deren Folgen für das Wattenmeer
  • Evaluierung bestehender internationaler und europäischer Meeresschutzabkommen
  • Untersuchung der Struktur und Effektivität der trilateralen Wattenmeerkooperation
  • Konzeption einer unabhängigen Expertengruppe mit spezifischen Kontrollbefugnissen
  • Diskussion über die Notwendigkeit rechtsverbindlicher Kooperationsstrukturen

Auszug aus dem Buch

3.1.1.1 Nährstoffe und Eutrophierung

Das Wattenmeer verfügt von Natur aus über einen hohen Gehalt an Nährstoffen, welcher für den Nahrungsreichtum in diesem Gebiet verantwortlich ist und somit auch sehr bedeutend für Fauna und Flora ist. Vor allem die organischen Verbindungen Stickstoff und Phosphor sind für eine „Überdüngung“, die so genannte Eutrophierung, des Meerwassers verantwortlich. Durch sie kommt es zu einer verstärkten Produktion von Biomasse, die wiederum eine übernatürliche Algenblüte, also das Wachstum von Plankton oder ganzen Algenmatten, hervorruft. Diese sorgen durch ihr erhöhtes Vorkommen im Wasser für eine zusätzliche Trübung, was zur Folge hat, dass der Benthos nicht ausreichend mit Sonnenlicht versorgt werden kann.

So kann es unter anderem zu einem fortschreitenden Absterben von Seegraswiesen infolge eines flächendeckenden Massenvorkommen von Grünalgenmatten, welche stark von dem erhöhten Nährstoffangebot profitieren, kommen. Ferner können sich die Algenmatten beispielsweise über Miesmuschelbänke legen und diese dadurch „ersticken“. Das Absterben des Planktons verursacht außerdem einen höheren Bedarf an Sauerstoff als unter natürlichen Umständen vorhanden ist, so dass es vermehrt zur Entstehung von Reduktionsschichten an der Oberfläche kommt, den so genannten Schwarzen Flecken. Der dabei entstehende Schwefelwasserstoff ist giftig und sorgt somit für ein weiteres Absterben des Benthos. Dieses auftretende Phänomen des Sauerstoffmangels hat sich im Laufe der Zeit zunehmend verstärkt. Abbildung 5 bietet einen Überblick über den Verlauf der Eutrophierungsprozesse.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die Bedeutung des Wattenmeeres als einzigartiges Ökosystem, das trotz internationaler Schutzbemühungen zunehmend unter anthropogenem Druck steht.

2 Ökosystem Wattenmeer: Liefert eine detaillierte Darstellung der physikalischen Gegebenheiten, der verschiedenen Wattarten sowie der komplexen Fauna und Flora des Gebietes.

3 Internationaler Meeresschutz: Analysiert kritisch die diversen menschlichen Eingriffe sowie die bestehenden internationalen Konventionen und EU-Richtlinien zum Schutz des Wattenmeeres.

4 Trilaterale Wattenmeerkooperation: Untersucht die Struktur, Funktionsweise und Effektivität der bestehenden trilateralen Zusammenarbeit zwischen den Anrainerstaaten.

5 Möglichkeiten einer interdisziplinären, unabhängigen Expertengruppe als Kontrolleinrichtung: Entwirft ein neues Modell für eine unabhängige Expertengruppe zur effektiven Überwachung und Durchsetzung von Schutzmaßnahmen.

6 Kritische Betrachtung: Reflektiert die Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Neustrukturierung und diskutiert die notwendige Bereitschaft zur Kompromissbildung.

7 Schlusswort: Führt die Argumente zusammen und betont die Dringlichkeit, die trilaterale Kooperation auf eine rechtsverbindliche Basis zu stellen.

Schlüsselwörter

Wattenmeer, Ökosystem, Meeresschutz, trilaterale Kooperation, Anthropogene Einflüsse, Eutrophierung, Schadstoffe, Fischerei, Küstenschutz, Expertengruppe, Rechtsverbindlichkeit, Biodiversität, Monitoring, Nachhaltigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Zukunftsperspektiven des Wattenmeeres und untersucht, wie ein wirksamer Schutz dieses gefährdeten Ökosystems durch eine verbesserte trilaterale Kooperation realisiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die ökologische Analyse des Wattenmeeres, die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten wie Schifffahrt und Fischerei sowie die Bewertung bestehender politischer Schutzkonzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung eines Modells für eine interdisziplinäre, unabhängige Expertengruppe, die als effektive Kontrolleinrichtung fungiert, um die Schwächen der aktuellen, nicht rechtsverbindlichen Wattenmeerpolitik zu beheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Auswertung bestehender Monitoringdaten und internationaler Abkommen, um ein strukturelles Reformmodell für die trilaterale Kooperation abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökologische Charakterisierung des Wattenmeeres, eine detaillierte Analyse der anthropogenen Gefährdungen sowie eine umfangreiche Untersuchung der internationalen und trilateralen Steuerungsinstrumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wattenmeer-Schutz, trilaterale Kooperation, Eutrophierung, anthropogene Einflüsse, maritime Umweltpolitik und Rechtsverbindlichkeit.

Warum wird eine "Trilateral Group of Experts" vorgeschlagen?

Die aktuelle Kooperation basiert primär auf unverbindlichen Absichtserklärungen; eine Expertengruppe soll mit Befugnissen ausgestattet werden, um die Umsetzung von Beschlüssen zu kontrollieren und bei Verstößen sanktionierend einzugreifen.

Welche Rolle spielt der Tourismus in diesem Kontext?

Tourismus wird als bedeutende wirtschaftliche Kraft identifiziert, die jedoch durch Störungen der Fauna und Flora ökologische Konflikte erzeugt, was ein integratives Management innerhalb der vorgeschlagenen Expertenressorts notwendig macht.

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Details

Title
Zukunftsperspektiven des Wattenmeeres - Möglichkeiten zur Sicherung eines Ökosystems
College
University of Applied Sciences Bremen
Grade
2,7
Author
Corinna Amenda (Author)
Publication Year
2004
Pages
143
Catalog Number
V33127
ISBN (eBook)
9783638336826
ISBN (Book)
9783656567905
Language
German
Tags
Zukunftsperspektiven Wattenmeeres Möglichkeiten Sicherung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Amenda (Author), 2004, Zukunftsperspektiven des Wattenmeeres - Möglichkeiten zur Sicherung eines Ökosystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33127
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