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Die Konzeption einer Werkstatt für behinderte Menschen

Title: Die Konzeption einer Werkstatt für behinderte Menschen

Intermediate Examination Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: ohne Note

Autor:in: Saskia Schumann (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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In diesem Buch wird sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsanpassung an die individuelle Situation des einzelnen Behinderten unter Betrachtung des wirtschaftlichen und pädagogischen Aspektes auseinandergesetzt. Die Motivation zu dieser Arbeit begründet sich darin, dass die Autorin selber im Werkstattbereich tätig war und aufgrund der Diskrepanz zwischen den ökonomischen und pädagogischen Zielen diese Arbeit nicht mehr weiter ausführen wollte. In diesem Werk wird zuerst darauf eingegangen, welche Bedeutung Arbeit hat. Danach gibt es einen Einblick in die Arbeit behinderter Menschen. Hierbei bezieht sich die Autorin auf die Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen, wobei persönlich Eindrücke und Gedanken mitverarbeitet werden. Mit einem Blick auf die momentane Wirtschaftslage und die eventuellen Folgen, die daraus für die Beschäftigten besagter Werkstätten entstehen können endet die Ausführung...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung von Arbeit für den erwachsenen Menschen

3. Bedeutung von Arbeit für den geistig behinderten Erwachsenen

4. Definition Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

5. Die Werkstatt zwischen Ökonomie und Pädagogik

6. Konzeption der Werkstatt für behinderte Menschen

7. Möglichkeiten und Grenzen der Anpassung der Arbeitsanforderungen an die individuelle Situation des einzelnen Behinderten

8. Eigene Beobachtungen zum Verhalten der Arbeitnehmer

9. Stellungnahme

10. Literaturangabe

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsanpassung an die individuelle Situation geistig behinderter Menschen, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Anforderungen und pädagogischen Zielsetzungen analysiert wird. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Arbeit trotz wirtschaftlichen Drucks zur Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftlichen Integration beitragen kann.

  • Bedeutung von Arbeit für die psychische und soziale Entwicklung des Menschen
  • Rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
  • Konfliktpotenzial zwischen wirtschaftlicher Verwertbarkeit und pädagogischem Auftrag
  • Praktische Ansätze zur individuellen Arbeitsplatzgestaltung
  • Bedeutung von Partizipation und Selbstbestimmung am Arbeitsplatz

Auszug aus dem Buch

Möglichkeiten und Grenzen der Anpassung der Arbeitsanforderung an die individuelle Situation des einzelnen Behinderten

Eines Tages war es so, dass wir einen neuen Auftrag bekamen, der von den Gruppenleitern vorgefertigt werden musste. Es musste ein transparenter Schlauch mit einer Maschine auf ein bestimmtes Maß geschnitten, und dann in der Mitte auf einer bestimmten Länge mit Spiralband umwickelt werden. Das Spiralband wurde an beiden Enden mit Klebeband fixiert. Ich bereitete den Schlauch soweit vor, dass ich ihn an den Stellen markierte, an denen das Spiralband einen beginnen und ein enden sollte, und fixierte das Band am Anfang mit einem Klebestreifen. Nun musste noch der Rest des Spiralbandes um den Schlauch gewickelt werden. Ich dachte mir, dass ich einigen Beschäftigten anbieten würde sich daran auszuprobieren, aber dann kam diese oben beschriebene Beschäftigte auf mich zu, fragte was ich mache und was das werden solle. Ich erklärte es ihr und sie fragte mich, ob sie es einmal ausprobieren dürfte. Natürlich durfte sie, und wer hätte es gedacht, sie entwickelte sofort eine ganz spezielle Technik um den Schlauch halten zu können. Sie presste ihn mit der einen Hand auf ihr Bein und mit der anderen zog sie das Spiralband irgendwie herum, bis es auf dem Schlauch platziert war.

Sie war also in der Lage eine Arbeit zu erledigen, die sogar von unseren „Leistungsstarken“ abgelehnt worden war, da sie für zu schwierig oder zu anstrengend gehalten wurde. Das war ihre Arbeit. Voller Begeisterung begann sie das Spiralband um die vorgefertigten Schläuche zu wickeln. Sie blieb den ganzen Tag an dieser Arbeit dran und es schien ihr sichtlich Freude zu machen. Am nächsten Tag begann sie gleich nach Ankunft wieder mit dem Wickeln und es durfte ihr keiner auch nur einen Schlauch wegnehmen. Als ich sie bei einem Toilettengang am Vormittag begleitete, sah ich jedoch, dass ihr Bein, auf den sie den Schlauch presste ganz wundgescheuert war und Blasen aufwies. Auch an ihren Fingern waren Rötungen und Blasen zu erkennen. So konnte sie diese Arbeit also nicht mehr weitermachen, da sie sich dadurch verletzte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für die Arbeit, die auf persönlichen Erfahrungen im Werkstattbereich und dem Ziel beruht, die Diskrepanz zwischen ökonomischen und pädagogischen Anforderungen zu beleuchten.

2. Bedeutung von Arbeit für den erwachsenen Menschen: Es werden volkswirtschaftliche und soziale Definitionen von Arbeit dargestellt, um deren Stellenwert für den Lebensunterhalt, die gesellschaftliche Integration und die persönliche Entfaltung zu verdeutlichen.

3. Bedeutung von Arbeit für den geistig behinderten Erwachsenen: Das Kapitel differenziert zwischen Arbeitsplätzen und Tätigkeiten für behinderte Menschen und hebt die Funktionen der Lebensfristung, Lebensbereicherung und Lebenserweiterung hervor.

4. Definition Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM): Anhand gesetzlicher Grundlagen des Sozialgesetzbuches wird der Auftrag der Werkstätten als Einrichtung zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur beruflichen Bildung definiert.

5. Die Werkstatt zwischen Ökonomie und Pädagogik: Der Autor beschreibt das Spannungsfeld zwischen dem wirtschaftlichen Zwang, rentabel zu arbeiten, und dem pädagogischen Auftrag, individuelle Bedürfnisse der Beschäftigten zu berücksichtigen.

6. Konzeption der Werkstatt für behinderte Menschen: Am Beispiel der Baunataler Werkstätten wird aufgezeigt, wie durch verschiedene Förderbereiche eine ganzheitliche Integration in das Arbeitsleben angestrebt wird.

7. Möglichkeiten und Grenzen der Anpassung der Arbeitsanforderungen an die individuelle Situation des einzelnen Behinderten: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit individueller Arbeitsplatzgestaltung und illustriert dies anhand eines Fallbeispiels einer behinderten Mitarbeiterin.

8. Eigene Beobachtungen zum Verhalten der Arbeitnehmer: Basierend auf praktischen Erfahrungen wird das unterschiedliche Arbeitsverhalten der Beschäftigten analysiert und die Rolle des Gruppenleiters bei der Motivation thematisiert.

9. Stellungnahme: Der Autor reflektiert abschließend die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Leistungsdruck und dem pädagogischen Ansatz, den Menschen in den Vordergrund zu stellen.

Schlüsselwörter

Werkstatt für behinderte Menschen, WfbM, geistige Behinderung, berufliche Bildung, Teilhabe, Arbeitsethik, Leistungsfähigkeit, Pädagogik, Ökonomie, Arbeitsanpassung, individuelle Förderung, Inklusion, Arbeitsplatzgestaltung, soziale Integration, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Menschen mit Behinderung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und untersucht, wie man den Spagat zwischen wirtschaftlichen Anforderungen und pädagogischer Betreuung bewältigen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Bedeutung von Arbeit für den Menschen, der rechtliche Status der WfbM, das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Pädagogik sowie die praktische Anpassung von Arbeitsabläufen an individuelle Fähigkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arbeitsanforderungen individuell angepasst werden können, um behinderten Menschen eine sinnstiftende Beschäftigung zu ermöglichen, ohne dabei den Menschen als Individuum hinter rein wirtschaftlichen Kennzahlen zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen (Gesetze, Definitionen) mit dem Erfahrungswissen des Autors, der als Mitarbeiter in Werkstätten tätig war, und nutzt Fallbeispiele zur Veranschaulichung der theoretischen Thesen.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert den pädagogischen Auftrag der WfbM, die gesetzliche Definition der Teilhabe am Arbeitsleben sowie die methodischen Möglichkeiten, durch gezielte Anpassungen von Arbeitsplätzen die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu steigern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind: Werkstatt für behinderte Menschen, Teilhabe am Arbeitsleben, individuelle Anpassung, pädagogischer Auftrag, Selbstbestimmung und Arbeitsentgelt.

Warum ist die "individuelle Anpassung" der Arbeit so entscheidend für die Beschäftigten?

Wie das Fallbeispiel der Mitarbeiterin mit Muskelerkrankung zeigt, kann eine auf die spezifischen Einschränkungen angepasste Tätigkeit das Selbstwertgefühl massiv steigern, da der Beschäftigte den Sinn seiner Arbeit erkennt und nicht mehr nur als "Leistungsempfänger" wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt der Gruppenleiter in diesem Kontext?

Der Gruppenleiter fungiert als zentrale Instanz, die nicht nur wirtschaftliche Abläufe koordiniert, sondern durch motivierendes Handeln und die individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes entscheidend dazu beiträgt, dass behinderte Menschen ihre Fähigkeiten entwickeln und Freude an der Arbeit finden können.

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Details

Title
Die Konzeption einer Werkstatt für behinderte Menschen
College
University of Kassel
Grade
ohne Note
Author
Saskia Schumann (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V33133
ISBN (eBook)
9783638336857
ISBN (Book)
9783638761475
Language
German
Tags
Konzeption Werkstatt Menschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Saskia Schumann (Author), 2004, Die Konzeption einer Werkstatt für behinderte Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33133
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