Im Rahmen der Diskussion um kollaborative Szenarien der Geschäftsabwicklung werden Web Services seit geraumer Zeit als Allzweckwerkzeug für die Internet basierte Anbahnung und Abwicklung von Geschäftsprozessen propagiert. Die folgende Arbeit stellt dar, was Web Services sind und welche heutigen und zukünftigen Einsatzmöglichkeiten bestehen bzw. denkbar sind. Insbesondere wird dabei auf den Aspekt der Standardisierung von Web Services eingegangen. Denn nur wo Standards definiert sind, kann die unternehmensübergreifende Kommunikation formalisiert und elektronisch abgebildet werden.
Dabei wird verdeutlicht, dass die Entwicklung technischer Standards wie XML, SOAP, WSDL und UDDI mittlerweile recht weit fortgeschritten ist. Die Standardisierung semantischer Formate, die eine zwingende Voraussetzung für die praktische Kollaboration von Unternehmen darstellt, ist bislang hinter der technischen zurückgeblieben. Entsprechende, semantische Ansätze, wie sie z.B. durch OASIS und diverse weitere Organisationen vorangetrieben werden, könnten dieses Defizit in Zukunft beseitigen. Aus den im EDI Bereich gewonnen Erfahrungen heraus ist jedoch nicht zu erwarten, dass sich kurzfristig branchenweite oder gar –übergreifende Standards am Markt etablieren werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Kollaborative Geschäftsprozesse
2 Web Services
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Funktionsweise
3 Web Services Standards
3.1 Technische Standards
3.1.1 XML
3.1.2 SOAP
3.1.3 UDDI
3.1.4 WSDL
3.2 ebXML – Mehrwert durch Semantik
3.3 Sicherheitsaspekte bei Web Services
4 Einsatzmöglichkeiten für Web Services
4.1 Einsatzfelder
4.1.1 Enterprise Application Integration (EAI)
4.1.2 Business to Business (B2B) Integration
4.1.3 Business to Consumer (B2C) Interaktion
4.2 Praxisbeispiel Impuls-Schuh-AG
5 Status Quo und Perspektiven
5.1 Status Quo
5.2 Perspektiven
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den aktuellen Status und die zukünftigen Potenziale von Web Services als technologische Basis für kollaborative Geschäftsprozesse im E-Commerce. Das primäre Ziel besteht darin, die für Interoperabilität notwendigen technischen Standards zu analysieren, deren Grenzen aufzuzeigen und Anwendungsszenarien sowie Sicherheitsaspekte kritisch zu bewerten.
- Grundlagen und Definition von Web Services
- Analyse der technischen Standards (XML, SOAP, WSDL, UDDI)
- Bedeutung semantischer Standards (ebXML) für die Prozessintegration
- Einsatzszenarien in EAI und B2B-Szenarien anhand des Praxisbeispiels Impuls-Schuh-AG
- Bewertung von Sicherheitsaspekten und Standardisierungsherausforderungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsbestimmung
Web Services sind, wie der Name vermuten lässt, Dienste, die über das Internet (bzw. Internettechnologien) angeboten werden können. Sie beinhalten gekapselte Funktionalitäten mit definierten und im Idealfall standardisierten Schnittstellen, welche die Interoperabilität, d.h. die Zusammenarbeit mit anderen Web Services, ermöglichen. Web Services sind plattform- und programmiersprachenunabhängig [HMD2003a] und können so zusammenarbeiten, unabhängig davon, auf welchem Server sie sich befinden und auf welcher Plattform sie implementiert wurden.
Technische und semantische Standards, die den Web Services zugrunde liegen, werden von nahezu allen IT- und Softwareherstellern unterstützt. Dies war bei anderen Komponentenmodellen, mit ähnlichen Zielsetzungen hinsichtlich Interoperabilität und Plattformunabhängigkeit, wie DCE (Distributed Computing Environment), CORBA (Common Object Request Broker Architecture), DCOM (Distributed Component Object Model) oder EJBs (Enterprise Java Beans) nicht oder nicht in dem Ausmaß der Fall. Darüber hinaus ist das den Web Services zugrunde liegende Kommunikationsprotokoll SOAP (Standard Object Access Protocol) wesentlich weniger komplex und so einfacher zu beherrschen. In der Praxis bringen DCE-, DCOM- oder CORBA-Implementierungen eine Reihe weiterer Nachteile mit sich, da sie die Verwendung von Sprachen und Werkzeugen teilweise stark einschränken und praktisch nur in Intranet Umgebungen funktionieren [Knut2002, S. 14].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Kollaborative Geschäftsprozesse: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit flexibler IT-Architekturen zur Unterstützung unternehmensübergreifender Wertschöpfungsketten.
2 Web Services: Es erfolgt eine definitorische Einordnung von Web Services und die Abgrenzung zu klassischen Komponentenmodellen.
3 Web Services Standards: Eine detaillierte Untersuchung der technischen Protokolle XML, SOAP, UDDI und WSDL sowie eine Einführung in ebXML und Sicherheitsfragen.
4 Einsatzmöglichkeiten für Web Services: Analyse praktischer Anwendungsszenarien in den Bereichen EAI, B2B und B2C sowie eine Fallstudie zur Impuls-Schuh-AG.
5 Status Quo und Perspektiven: Abschließende Bewertung der aktuellen Marktrelevanz und zukünftiger Entwicklungspfade der Standardisierung und Sicherheit.
Schlüsselwörter
Web Services, E-Commerce, XML, SOAP, WSDL, UDDI, ebXML, EAI, B2B, Integration, Interoperabilität, Geschäftsprozesse, Sicherheit, Standardisierung, Impuls-Schuh-AG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz von Web Services als technologische Basis für die Anbahnung und Abwicklung von Geschäftsprozessen im E-Commerce.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die technischen Standards für Web Services, semantische Integrationsansätze, Sicherheitsaspekte und die praktische Anwendung in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Stand der Technik von Web Services zu beleuchten, deren Eignung für kollaborative Geschäftsprozesse zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Standardanalyse, ergänzt um die Anwendung der theoretischen Ergebnisse auf das Praxisbeispiel der Impuls-Schuh-AG.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die technischen Basisstandards, den Mehrwert semantischer Ansätze wie ebXML, Sicherheitsarchitekturen sowie konkrete Einsatzszenarien in EAI und B2B.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Web Services, SOAP, XML, WSDL, UDDI, Interoperabilität, Geschäftsprozessintegration und Standardisierung.
Warum ist ebXML für Web Services relevant?
ebXML ergänzt die rein technischen Standards durch eine semantische Ebene, um Geschäftsprozesse und -nachrichten präziser definieren zu können.
Welche Rolle spielt die Impuls-Schuh-AG im Dokument?
Sie dient als Praxisbeispiel, um die Anwendung von Web Services in EAI- und B2B-Szenarien sowie die strategische Implementierung in eine bestehende IT-Landschaft zu illustrieren.
- Quote paper
- Martin Schädler (Author), 2004, Einsatz von Web Services im E-Commerce, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33180