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Sprachkontakt im Elsass

Title: Sprachkontakt im Elsass

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 22 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Ann-Katrin Kutzner (Author)

French Studies - Culture
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In der vorliegenden Arbeit soll die sprachliche Situation der Region des Elsass untersucht werden. Dies erfolgt in erster Linie in Anlehnung an die Untersuchungen und Ausführungen Johanna Maurers in ihrer 2002 veröffentlichten Dissertation „Elsässisch und Französisch. Die Funktion ihrer Alternanz im Diskurs“. Im Elsass stehen sich laut Wolfgang Ladin zwei Sprachen, aber drei Sprachformen gegenüber: Französisch, Deutsch und der elsässische Dialekt, der eine deutsche Mundart ist.1 Hartweg formuliert dasselbe so: Der Elsässer sitzt noch immer zwischen drei Stühlen. Da aber das Hochdeutsche so gut wie wegfällt, „befinden wir uns in Wirklichkeit in einer asymmetrischen Diglossie - Situation, die eine expansive Komponente, das Französische, und eine in die Defensive gedrängte, die Mundart, aufweist, die noch für viele primäre Sprache bleibt, in der die Sozialisierungserfahrung geschieht.“2 Da das Hochdeutsche keine tragende Rolle mehr im Elsass spielt, handelt es sich bei dem zu untersuchenden Sprachkontakt im folegenden um das Französische oder genauer die französische Umgangssprache in Bezug auf den elsässischen Dialekt im alltäglichen mündlichen Sprachgebrauch und umgekehrt.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HINTERGRÜNDE

2.1. GEOGRAPHIE

2.2. GESCHICHTE

2.2.1. Exkurs - Ländervergleich

3. DIALEKT ELSÄSSISCH VS. NATIONALSPRACHE FRANZÖSISCH

4. ALTERNIERENDER SPRACHGEBRAUCH

4.1 CODE-SWITCHING

4.1.1. code-mixing

4.2 TRANSFER

4.3. INTERFERENZ

4.3.1. Feste Integrate

4.4 ENTLEHNUNGEN

4.5 REDUNDANZ

5. WAHL DER SPRACHFORM

6. DIALEKT ELSÄSSISCH VS. URSPRUNGSSPRACHE DEUTSCH

6.1 EXKURS - SPRACHE UND IDENTITÄT

7. SCHLUSSBETRACHTUNG

7.1. VORHANDENSEIN EINER MISCHSPRACHE?

7.2. GEFAHR DER VERDRÄNGUNG DES DIALEKTS?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle sprachliche Situation im Elsass mit dem Ziel, die Regelmäßigkeiten im Sprachkontakt zwischen dem elsässischen Dialekt und dem Französischen zu analysieren und der Hypothese einer eigenständigen, hybriden Mischsprache nachzugehen.

  • Analyse des Sprachkontakts zwischen Dialekt und Nationalsprache
  • Untersuchung von Phänomenen wie Code-Switching, Transfer und Interferenz
  • Einflussfaktoren auf die Wahl der Sprachform in sozialen Kontexten
  • Die Rolle von Sprache für die elsässische Identität und kulturelle Bewahrung
  • Diskussion über die mögliche Verdrängung des Dialekts durch das Französische

Auszug aus dem Buch

4.1.1. code-mixing

Code-mixing bezeichnet eine Form der Sprachmischung, die sich durch sehr häufiges und schnelles Alternieren auszeichnet, so dass das Gesprochene weder der einen noch der anderen Varietät klar zugeordnet werden kann. Dies kann auf der Ebene der Parole, d.h. der individuellen, momentanen Rede erfolgen, oder auf der Ebene der Langue. In letzterem Fall ist die Folge der Sprachmischung in diachroner Perspektive eine eigene Sprachform, eine Mischsprache.

Das Interpersonale code-mixing ist die Verwendung verschiedener Varietäten durch verschiedene Sprecher innerhalb ein und derselben sprachlichen Interaktion. Jeder Sprecher bleibt dabei bei der von ihm anfangs gewählten Sprachform. Das Intrapersonale code-mixing wird in seiner Anwendung meist mit dem Interpersonalen code-mixing verbunden. Es zeichnet sich aus durch eine schnelle und häufige Aufeinanderfolge von Alternieren in der Rede des einzelnen Sprechers, so dass eine Zuordnung zu einer der beiden Varietäten nicht mehr möglich ist. In diesen Fällen kann zu einer Veränderung der Sprachformen kommen, falls auch die Ebene der Langue mitbetroffen ist. Ansonsten, wenn es sich um ein Alternieren auf der Ebene der Parole handelt, sind die Äußerungen isoliert betrachtet immer einer der beiden Varietäten zuordenbar, so wie im Fall der Befragten im Rahmen der Dissertation Johanna Maurers. Abschließend ist zum code-mixing anzumerken, dass es nicht aus Defizitgründen, welcher Art auch immer entstehen muss, sondern es kann auch ganz bewusst und willentlich zur Spannungssteigerung einer Rede erfolgen. Oft wird es auch mechanisch und unabhängig von erkennbaren auslösenden Momenten eingesetzt.

Das code-mixing stellt im Sprechverhalten der Elsässer keine Verschmelzung der beiden Kontaktvarietäten zu einem neuen System dar. Die Strukturen der Kontaktvarietäten bleiben beim code-mixing im Elsass intakt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die sprachliche Situation des Elsass und Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich einer hybriden Sprachform.

2. HINTERGRÜNDE: Darlegung der geografischen und historischen Rahmenbedingungen, die die elsässische Identität und Sprachgeschichte geprägt haben.

3. DIALEKT ELSÄSSISCH VS. NATIONALSPRACHE FRANZÖSISCH: Analyse der Koexistenz und der ungleichen gesellschaftlichen Wertung der beiden Sprachvarietäten.

4. ALTERNIERENDER SPRACHGEBRAUCH: Detaillierte Betrachtung von Sprachkontaktphänomenen wie Code-Switching, Transfer und Interferenz sowie deren Funktionen.

5. WAHL DER SPRACHFORM: Erörterung der Faktoren, die die bewusste oder unbewusste Entscheidung für eine bestimmte Sprache im sozialen Austausch beeinflussen.

6. DIALEKT ELSÄSSISCH VS. URSPRUNGSSPRACHE DEUTSCH: Betrachtung des Verhältnisses zum Hochdeutschen und der Identitätsproblematik im Kontext der Mehrsprachigkeit.

7. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur Existenz einer Mischsprache und der Zukunftsaussichten des elsässischen Dialekts.

Schlüsselwörter

Sprachkontakt, Elsass, Elsässisch, Französisch, Dialekt, Mehrsprachigkeit, Code-Switching, Sprachmischung, Identität, Interferenz, Sprachgebrauch, Soziolinguistik, Sprachwandel, Diglossie, Polyglossie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die komplexe sprachliche Situation im Elsass, insbesondere das Zusammenspiel zwischen dem elsässischen Dialekt und dem Französischen im täglichen Sprachgebrauch.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Sprachkontaktphänomene, die Bedingungen für den Wechsel zwischen den Sprachen (Alternierung) sowie der Zusammenhang zwischen Sprache und regionaler Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Regelmäßigkeiten im Sprachverhalten zu finden und zu prüfen, ob sich eine eigenständige, hybride Mischsprache aus dem Elsässischen und dem Französischen gebildet hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die empirische Forschung von Johanna Maurer, die Gespräche aufnahm und analysierte, um den Sprachzustand wertfrei und objektiv darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Kontaktphänomene wie Code-Switching, Transfer, Interferenz und Redundanz sowie die sozialen Faktoren, die die individuelle Wahl der Sprachform beeinflussen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, Elsässisch, Französisch, Code-Switching und Identität beschreiben.

Existiert im Elsass tatsächlich eine einheitliche Mischsprache?

Nein, laut der Untersuchung konnte eine Verschmelzung der beiden Varietäten zu einem neuen System nicht nachgewiesen werden; die Strukturen der Einzelsprachen bleiben intakt.

Wie wirken sich Schule und Verwaltung auf den Dialekt aus?

Institutionen wie Schule und Verwaltung fördern das Französische als dominante Sprache, was den Dialekt oft in eine defensive Rolle drängt und den Bruch mit der Muttersprache begünstigen kann.

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Details

Title
Sprachkontakt im Elsass
College
University of Marburg
Course
Hauptseminar: Europäische Regionen: Elsass-Lothringen/ Alsace-Lorraine - Eine Kultur zwischen zwei Sprachen
Grade
1-
Author
Ann-Katrin Kutzner (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V33277
ISBN (eBook)
9783638337960
ISBN (Book)
9783638901901
Language
German
Tags
Sprachkontakt Elsass Hauptseminar Europäische Regionen Elsass-Lothringen/ Alsace-Lorraine Eine Kultur Sprachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Katrin Kutzner (Author), 2004, Sprachkontakt im Elsass, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33277
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