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Smoke (Paul Auster und Wayne Wang 1994) - Fotografie im Film - Zufall und Zeit - ein Lob auf die Langsamkeit

Title: Smoke (Paul Auster und Wayne Wang 1994) - Fotografie im Film - Zufall und Zeit - ein Lob auf die Langsamkeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 27 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ann-Katrin Kutzner (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

In Wayne Wangs und Paul Austers Verfilmung von „Smoke“ (die ursprüngliche Geschichte verfasste Auster zunächst für eine Weihnachtsausgabe der „New York Times“) fotografiert der Tabakverkäufer Auggie Wren (Harvey Keitel) die Straßenkreuzung vor seinem Tabakladen in Brooklyn jeden Tag um dieselbe Uhrzeit stets aus der gleichen Perspektive.1 Die Hauptfigur ist kein berufsmäßiger Fotograf. Auggies Fotografieren ist rein privater Natur und die Aufnahmen sind Gegenstände seines Alltags. Die Dokumentation dessen, was sich innerhalb des eigenen kleinen Lebensumfeldes abspielt, ist die Hauptfunktion von Auggies fotografischer Tätigkeit. Er nimmt die kleinen, ja oft fast unmerklichen Veränderungen auf, die der Lauf der Zeit mit sich bringt, wozu z.B. auch der schlichte Wechsel der Jahreszeiten gehört. Der Zufall spielt dabei eine große Rolle - wobei nach Siegfried Kracauer das fotografische Bild generell dazu tendiere das Zufällige aufzunehmen. 2 Die fotografische Beschäftigung Auggies in „Smoke“ ist jedoch nur vordergründig dafür ausschlaggebend, dass Paul Austers und Wayne Wangs 1994 gedrehter Spielfilm in die Seminarfilmreihe „Fotografen im Kino“ aufgenommen und im Rahmen des Hauptseminars von Prof. Karl Prümm besprochen wurde. Im Folgenden sollen weiterführende Gesichtspunkte, Besonderheiten und Merkmale des Films „Smoke“, in denen fotografische Elemente eine Rolle spielen, aufgezeigt und behandelt werden. Dabei wird das Zusammenspiel und Ineinandergreifen beider Medien, dem Film und der Fotografie eine Rolle spielen, hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten wie auch ihrer Unterschiede.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 FILM UND FOTOGRAFIE

2. FOTOGRAFIE

3. FOTOGRAFIE UND ZEIT

3.1 PAUL

3.2 AUGGIE

4. DIE ZEIT

4.1 DER ZUFALL DER ZEIT

4.2 DIE SYMBOLE DER ZEIT

4.3 DIE ZEIT IM MEDIENDISKURS

5. ZEIT FÜR GESCHICHTEN

5.1 DIE GESCHICHTE DES FOTOGRAFISCHEN TODES

6. FILM UND ZEIT

6.1 DIE KAMERA - FILMBILDER VS. FOTOGRAFISCHE BILDER

6.2 DIE KAMERA - RAUMKONZEPTE

6.3 DIE KAMERA - EINSTELLUNGSGRÖßEN

6.4 DIE KAMERA - RAUM- UND PERSONENAUFTEILUNG IM BILD

6.5 DIE KAMERA - EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE

7. OBJEKTIVITÄT?

7.1 OBJEKTIVITÄT DES FOTOGRAFISCHEN BILDES?

7.2 OBJEKTIVITÄT DES FILMBILDES?

8. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Fotografie und Film in Wayne Wangs und Paul Austers Werk „Smoke“. Das primäre Ziel ist es, die filmästhetischen Besonderheiten sowie die Rolle fotografischer Elemente bei der narrativen Gestaltung und der Reflexion über Zeit und Vergänglichkeit zu analysieren und die methodischen Gemeinsamkeiten beider Medien kritisch zu hinterfragen.

  • Die ästhetische und strukturelle Bedeutung der Fotografie innerhalb des Films
  • Die medientheoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Zeit
  • Die Analyse von Kameraführung, Raumkonzepten und Einstellungsgrößen als Erzählmittel
  • Das Spannungsfeld zwischen fotografischer Authentizität und filmischer Konstruktion
  • Die Bedeutung von Mündlichkeit und Geschichtenerzählen für die Identitätsfindung der Protagonisten

Auszug aus dem Buch

3. Fotografie und Zeit

Paul, dem Auggie einen Einblick in seine Fotosammlung gewährt, ist in vorangehend beschriebener Szene zunächst amüsiert und scheint das ganze eher unbegreiflich und lächerlich zu finden. Er blättert anfangs mehr höflich als interessiert in den Alben und scheint gleichzeitig überrascht und verwundert zu sein. (Roland Barthes: „Ein Foto wird 'überraschend', sobald man nicht weiß, warum es aufgenommen wurde.“) Auf Pauls Bemerkung: „Das ist irgendwie überwältigend“ reagiert Auggie mit einem Hinweis bezüglich der Art und Weise des Betrachtens und besseren Verstehens der Aufnahmen: „Du kommst nie dahinter, wenn du nicht langsamer machst, mein Freund. Du bist zu schnell. Du siehst dir die Fotos nicht richtig an.“ Nur auf den ersten Blick scheinen alle Aufnahmen gleich zu sein, zeigen doch alle das selbe Motiv: Auggies Tabakladen. Doch die Fotos sind nicht etwa bloße Wiederholungen, sondern weisen unzählige Möglichkeiten von Variation auf. Kein Foto ist wie das andere: Wechselndes Wetter, unterschiedliche Lichtverhältnisse, vergehende Zeit und variierende Personen machen aus jedem einzelnen Foto ein kleines Zeitdokument.

Paul: „Also langsamer, hm.“ Auggie: „Ja, das würde ich dir empfehlen. Du weißt ja, wie das ist: Morgen und morgen und wieder morgen. So schleicht in kleinem Schritt die Zeit voran.“ Das Foto ist immer ein „überwältigendes Zeichen des Abwesenden“ und so verlangen Fotografien ihren Betrachtern stets die Zurückversetzung in eine bereits vergangene Zeit ab. Beim Anblick von fotografischen Aufnahmen, liegt stets eine Kopräsenz von Zeiten und Räumen vor – die durch die Anwesenheit einer Fotografie im Filmbild noch verdoppelt wird. Innerhalb des unaufhaltsamen Fortschreitens eines jeden Films, gibt es, besonders in „Smoke“, verstärkt und bedingt durch das Element der Fotografie, immer wieder Momente des Innehaltens und Verweilens: Während Paul beispielsweise in den Fotoalben Auggies blättert, breitet sich, unterstützt durch sanfte, melodische Musikuntermalung, eine Ruhe aus, die einzig durch die sehr spärliche und gleichzeitig so aussagekräftige Kommunikation der beiden unterbrochen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik des Films „Smoke“ und Darstellung des medialen Zusammenspiels von Fotografie und Film.

2. FOTOGRAFIE: Analyse der fotografischen Praxis Auggies als dokumentarisches Projekt und Ausdruck seiner Persönlichkeit.

3. FOTOGRAFIE UND ZEIT: Untersuchung der zeitlichen Dimension in Fotografien und deren Wirkung auf die Wahrnehmung der Filmfiguren.

4. DIE ZEIT: Erörterung der Rolle des Zufalls, zeitlicher Symbole und des Mediendiskurses über Zeit im Film.

5. ZEIT FÜR GESCHICHTEN: Analyse der Bedeutung des Geschichtenerzählens für die Heilung und Annäherung der Protagonisten.

6. FILM UND ZEIT: Untersuchung filmischer Stilmittel wie Kameraeinstellungen und Raumkonzepte in Relation zum fotografischen Blick.

7. OBJEKTIVITÄT?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Wahrheitsgehalt und der vermeintlichen Objektivität von Fotografie und Film.

8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenführende Reflexion über die „Lektion in Langsamkeit“ und die künstlerische Konstitution des Films.

Schlüsselwörter

Smoke, Paul Auster, Wayne Wang, Fotografie, Film, Zeit, Zeitlichkeit, Vergänglichkeit, Zufall, Kamera, Raumkonzept, Erzählen, Medientheorie, Authentizität, Bildästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die filmischen und medientheoretischen Aspekte von „Smoke“ unter besonderer Berücksichtigung der Beziehung zwischen Fotografie und Film.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Schwerpunkte sind die Darstellung von Zeit und Vergänglichkeit, die mediale Reflexion über das Erzählen sowie die ästhetische Gestaltung von Bildraum und Kameraführung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie fotografische Elemente in die narrative Struktur von „Smoke“ eingebettet sind und wie sie das Verständnis der Charaktere von Welt und Zeit beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die medientheoretische Ansätze (u.a. von Siegfried Kracauer, Roland Barthes und Susan Sontag) auf die konkreten filmischen Bilder anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die fotografische Praxis Auggies, das Konzept der Zeit, die Rolle der Kamera und die Frage nach der Objektivität von Bildmedien detailliert erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Medialität, Zeit, Fotografie, Bildkonzeption, Narrativität und die Interaktion zwischen statischem und bewegtem Bild definieren.

Welche Bedeutung kommt der Weihnachtsgeschichte im Film zu?

Sie fungiert als erzählerischer Schlüssel, der über die Bedeutung von Zwischenmenschlichkeit und die heilende Kraft des Erzählens reflektiert und Auggies Motivation für die Fotografie erklärt.

Inwiefern beeinflusst die Kamera den Zuschauer in „Smoke“?

Durch den gezielten Einsatz langer, statischer Einstellungen wird der Zuschauer dazu motiviert, Details im Bild selbstständig zu entdecken, anstatt einer schnellen Schnittfolge zu folgen, was eine „Lektion in Langsamkeit“ vermittelt.

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Details

Title
Smoke (Paul Auster und Wayne Wang 1994) - Fotografie im Film - Zufall und Zeit - ein Lob auf die Langsamkeit
College
University of Marburg  (Medienwissenschaften)
Grade
1
Author
Ann-Katrin Kutzner (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V33278
ISBN (eBook)
9783638337977
ISBN (Book)
9783638901918
Language
German
Tags
Smoke Auster Wayne Wang Fotografie Film Zufall Zeit Langsamkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Katrin Kutzner (Author), 2004, Smoke (Paul Auster und Wayne Wang 1994) - Fotografie im Film - Zufall und Zeit - ein Lob auf die Langsamkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33278
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