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Struktur und Wandel der Familie in Deutschland

Title: Struktur und Wandel der Familie in Deutschland

Term Paper , 2003 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andrea Anschütz (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Eine genauere Analyse der Struktur und eines möglichen Wandels der Familie beruht zunächst auf einer klaren Definition des Begriffes. Lange Zeit wurde diese gekennzeichnet durch den Typus der modernen Klein- oder Kernfamilie nach Parsons. Im Vordergrund der typischen Familienform in modernen Industriegesellschaften steht dabei das Zusammenleben von Vater, Mutter und einem oder mehreren leiblichen Kindern. Ein weiteres Merkmal der so genannten „Normalfamilie“ ist die klare Aufgaben- und Rollenverteilung zwischen den Ehepartnern.
Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war das Modell der Klein- bzw. Kernfamilie unumstritten. Der stetige Wandel verdeutlicht jedoch, dass dieser enge Familienbegriff der aktuellen Situation nicht mehr gerecht wird. „Da gibt es schockierende Entwicklungen: Wilde Ehen, Ehen ohne Trauschein, Zunahme der Einpersonenhaushalte im Quadrat, Alleinerziehende, allein herumirrende Elternteile…“, erklärte Beck in seinem Eröffnungsvortrag auf dem 25. deutschen Soziologentag. Spätestens hier wird klar, dass eine breitere Definition des Begriffs ‚Familie’ zum Tragen kommen muss. Nave-Herz zeigt auf, dass die Institution Familie vor allem durch folgende drei Merkmale und Funktionen gekennzeichnet wird:
a) Eine biologisch- soziale Doppelnatur, die durch die Reproduktions- und Sozialisationsfunktion zum Ausdruck kommt.
b) Ein besonderes Kooperations- und Solidaritätsverhältnis mit spezifischen Rollenstrukturen, -definitionen und -bezeichnungen.
c) Die Generationsdifferenzierung wie zum Beispiel Vater- Kind- Verhältnis, Mutter- Kind- Verhältnis und Eltern- Kind- Verhältnis.
Fragt man nun nach der aktuellen Situation der Familien in Deutschland kommen zunächst demographische und binnenfamiliale Veränderungen, sowie Veränderungen im Familienzyklus zum Tragen, die in den folgenden Abschnitten näher erläutern werden. In den Erklärungen zur Struktur der Familie setzt sich die Theorie der Differenzierung privater Lebensformen immer mehr durch. Dies soll anhand von Beispielen näher erklärt und beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Demographische Veränderungen

2.1. Geburtenrückgang

2.2. Abnahme der Eheschließungen und verändertes Eheverhalten

2.3 Zunahme von Scheidungen

2.4 Veränderungen in der Familiengröße

3. Binnenfamiliale Veränderungen

4. Veränderungen im Familienzyklus

5. Differenzierung privater Lebensformen

5.1. Alleinlebende

5.2. Alleinerziehende

5.3. Nichteheliche Lebensgemeinschaften

5.4. Kinderlose Ehen

Zielsetzung und thematische Ausrichtung

Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Strukturwandel der Familie in Deutschland und analysiert die Ursachen sowie die soziologischen Auswirkungen dieses Wandels auf das Zusammenleben. Die Arbeit stellt die Forschungsfrage, wie sich die Institution Familie unter den Bedingungen moderner Industriegesellschaften verändert hat und welche neuen Lebensformen an die Stelle des traditionellen Modells getreten sind.

  • Analyse demographischer Einflussfaktoren wie Geburtenrückgang und Eheverhalten
  • Untersuchung der binnenfamilialen Rollen- und Aufgabenverteilungen
  • Betrachtung der Verschiebung innerhalb des Familienzyklus
  • Darstellung der zunehmenden Differenzierung privater Lebensformen
  • Diskussion der soziologischen Hintergründe für den Wandel der Institution Familie

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Eine genauere Analyse der Struktur und eines möglichen Wandels der Familie beruht zunächst auf einer klaren Definition des Begriffes. Lange Zeit wurde diese gekennzeichnet durch den Typus der modernen Klein- oder Kernfamilie nach Parsons (Parsons, S.128). Im Vordergrund der typischen Familienform in modernen Industriegesellschaften steht dabei das Zusammenleben von Vater, Mutter und einem oder mehreren leiblichen Kindern. Ein weiteres Merkmal der so genannten „Normalfamilie“ ist die klare Aufgaben- und Rollenverteilung zwischen den Ehepartnern.

Dem Vater werden vor allem die externen Aufgaben wie zum Beispiel ökonomische Sicherheit zugeschrieben. Erwünscht ist ein instrumentelles Verhalten des männlichen Familienmitgliedes, das dadurch die Bezeichnung als „Haupt“ oder „Ernährer“ der Familie erhält (Geißler, S.403). Die Mutter übernimmt im Gegensatz dazu eine innerhäusliche Stellung ein. Mit ihrem expressiven Verhalten ist sie an erster Stelle dem Haushalt, der Familie und damit der Erziehung der Kinder zugewiesen.

Nach 1950 verbreitete sich dieses bürgerliche Ehe- und Familienideal durch alle Schichten der Bevölkerung und wird zu einer „kulturellen Selbstverständlichkeit“ (Geißler, S.403). Dies führte im Weiteren zu einer Abwertung von Ledigen und zur Aufwertung von Verheirateten, weil die Mehrheit der Bevölkerung diese Lebensform „als die einzig gesellschaftlich richtige und rechtlich legitimierte“ ansah (Geißler, S.403). Es ergaben sich aus dieser Entwicklung aber auch eine zunehmende Emotionalisierung und Intimisierung der Familienmitglieder untereinander. Die Anerkennung der romantischen Liebe als einziger Heiratsgrund zeigt dies sehr deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Familienbegriff und skizziert den historischen Wandel vom klassischen Kernfamilienmodell hin zu einer breiteren soziologischen Definition.

2. Demographische Veränderungen: Dieses Kapitel behandelt quantitative Trends, darunter den Geburtenrückgang, veränderte Ehe- und Scheidungsraten sowie die schrumpfende Familiengröße.

3. Binnenfamiliale Veränderungen: Hier wird der Wandel der Rollenverteilung zwischen den Partnern sowie die Auswirkungen der zunehmenden Erwerbstätigkeit von Müttern auf das Familienleben analysiert.

4. Veränderungen im Familienzyklus: Das Kapitel beschreibt, wie sich die zeitliche Dauer der verschiedenen Familienphasen durch gestiegene Lebenserwartung und verzögerte Familiengründungen verschoben hat.

5. Differenzierung privater Lebensformen: Der Fokus liegt auf der Vielfalt moderner Lebensformen, wie Alleinlebende, Alleinerziehende, nichteheliche Lebensgemeinschaften und kinderlose Ehen.

Schlüsselwörter

Familienstruktur, Sozialer Wandel, Kernfamilie, Demographie, Geburtenrückgang, Eheschließung, Scheidungsrate, Familienzyklus, Alleinerziehende, Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Kinderlosigkeit, Rollenverteilung, Industrialisierung, Lebensform, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Familienstrukturen in Deutschland und untersucht, wie sich die Definition der Familie von einem traditionellen Kernfamilienmodell hin zu einer Vielzahl privater Lebensformen entwickelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen demographische Kennzahlen wie Geburten- und Scheidungsraten, binnenfamiliale Rollenmuster, die Dynamik des Familienzyklus sowie die Analyse alternativer Lebensformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die soziologischen Ursachen und Auswirkungen der sich verändernden Familienkonstellationen aufzuzeigen und zu erklären, warum das traditionelle Familienmodell heute nicht mehr als alleinige Norm dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische und empirische Literaturanalyse, um den Strukturwandel der Familie durch soziologische Studien und demographische Daten zu belegen und zu kontextualisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche demographischer Wandel, Veränderungen der Rollenverteilung innerhalb der Familie, die zeitliche Struktur von Familienphasen und die Differenzierung privater Lebensformen im modernen Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Familienstruktur, Strukturwandel, Demographie, Rollenverteilung, Familienzyklus, Alleinerziehende und gesellschaftliche Akzeptanz geprägt.

Wie hat sich die Rolle des Vaters im Vergleich zur traditionellen Familienform verändert?

Während der Vater früher primär als Ernährer und Außenrepräsentant galt, nehmen Männer heute stärker an Erziehungsprozessen teil, zeigen emotionaleres Verhalten gegenüber Kindern und nutzen zunehmend rechtliche Möglichkeiten wie den Erziehungsurlaub.

Welche Auswirkungen hat die Verschiebung des Familienzyklus auf Frauen?

Da die Familienphase (Erziehung der Kinder) zeitlich kürzer ist als früher, haben Frauen mehr Lebenszeit außerhalb der reinen Mutterrolle, was eine "Doppelorientierung" von Beruf und Familie erst ermöglicht und notwendig macht.

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Details

Title
Struktur und Wandel der Familie in Deutschland
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Soziologie)
Course
Die Sozialstruktur Deutschlands
Grade
1,7
Author
Andrea Anschütz (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V33314
ISBN (eBook)
9783638338172
ISBN (Book)
9783638652025
Language
German
Tags
Struktur Wandel Familie Deutschland Sozialstruktur Deutschlands
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Anschütz (Author), 2003, Struktur und Wandel der Familie in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33314
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