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Christian Krachts Roman 'Faserland' - populär und subversiv zugleich

Title: Christian Krachts Roman 'Faserland' - populär und subversiv zugleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Meyer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Als Christian Krachts Roman Faserland 1995 erschien, rief er eine hohe Anzahl skeptische bis ablehnende und selten positive Rezensionen hervor. Während die Frankfurter Neue Presse diesem „das Zeug zum deutschen Kultbuch der 90er“ zusprach und der Stern sich endlich über „ein Buch über das Deutschland spricht“ freute, empfand die Mehrzahl der Kritiker das Werk als handlungsarm und langweilig. Sie bezeichneten es als „plattes Zeitgequatsche“, welches an Banalität und Oberflächlichkeit kaum zu überbieten sei. Man warf Kracht vor, „[...] keine gesellschaftspolitische Position zu beziehen [..] [und] sich ohne kritische Distanz in der Markenwelt [...] eingerichtet zu haben.“ Einige Jahre später wurde der Roman als „[...] Schlüsseltext einer neuen Strömung junger deutschsprachiger Liter atur, sogenannter Pop- Literatur [...]“, gehandelt. Doch auch diese Strömung, in der altbekannte popliterarische Themen mit Motiven des Neuen Erzählens und einem neokonservativen Selbstverständnis verknüpft werden, ist umstritten. Den Kritikern zufolge se i eine Literatur hervorgebracht worden, in der nur noch „[...] das gestylte und narzisstische Selbst [...]“ gefeiert werde, weiter nichts. Thomas Ernst vertritt die Ansicht, dass „[d]iese neue Popliteratur [..] nicht mehr wütender Protest gegen die Verhältnisse, sondern angenehmer Begleitsound zur Berliner Republik [ist].“ Für Johannes Ullmaier markiert Krachts Buch, als Vertreter dieses neuen popliterarischen Erzählens, „[...] die maximale Entfernung von allem wofür Pop einst stand und teils noch steht.“ Ernst ist der Auffassung, dass Kracht allein zeigt, „[...] wie man Fernseh- und Lifestyle-Sprache reproduziert und damit einfache Bücher schreibt, die sich gut verkaufen [...]“ Der subversive Charakter der Popliteratur alter Fassung fehle dem Roman vollkommen. Diese Kritik an Krachts Faserland wird in der folgenden Arbeit mit Hilfe einer werkimmanenten Analyse kritisch hinterfragt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mosaikbild ‚Popliteratur’

2.1 Versuch einer Begriffs- und Merkmalsbestimmung der literarischen Strömung ‚Popliteratur’

2.2 Die Entwicklung der deutschsprachigen Popliteratur nach Thomas Ernst

3. Faserland

3.1 Analyse von Christian Krachts Faserland

3.1.1 Struktur und Inhalt

3.1.2 Markenfetischismus und ‚Lifestyle’

3.1.2.1 Hasstiraden

3.1.3 Soziale Kontakte und die Kommunikationssituation

3.2.2.1 Freundschaften

3.2.2.2 Frauen

3.2.3 Die Schweiz – das Schlusskapitel

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Christian Krachts Roman Faserland im Kontext der deutschsprachigen Popliteratur, um die gegen das Werk vorgebrachte Kritik der Oberflächlichkeit und Anspruchslosigkeit anhand einer werkimmanenten Analyse zu hinterfragen. Ziel ist es zu klären, ob der Roman trotz oder gerade aufgrund seiner populären Elemente einen subversiven Charakter besitzt.

  • Merkmale und historische Entwicklung der literarischen Strömung ‚Popliteratur’.
  • Strukturanalyse des Romans unter Berücksichtigung der Identitätssuche des Protagonisten.
  • Untersuchung der Bedeutung von Markenfetischismus, Lifestyle und Konsumkultur.
  • Analyse der zwischenmenschlichen Kommunikationsproblematik und der sozialen Kontakte.
  • Kritische Reflexion der Rolle der Schweiz als Kontrastfolie zum deutschen „Fatherland“.

Auszug aus dem Buch

Markenfetischismus und ‚Lifestyle’

Will man Faserland der Popliteratur zurechnen und damit auch als populär ausweisen, dann ist die Frage nach dem Rückgriff Krachts auf die Popkultur im Werk essentiell.

Betrachtet man zunächst die Oberflächenstruktur des Textes, ist das wiederholte Labledropping, der Markenfetischismus, als eines der auffälligsten Merkmale des Romans, von Anfang evident. Bereits der erste Satz führt in die Marken- und Warenwelt ein: „Also es fängt damit an, daß ich bei Fisch-Gosch in List auf Sylt stehe und ein Jever aus der Flasche trinke.“ (13) Christian Kracht setzt, ganz im Zeichen der Popliteratur, auf realistische Details der Popkultur und den Wiedererkennungswert beim Leser. Dies geschieht neben dem Rückgriff auf Markennamen auch durch die zahlreichen Nennungen bekannter Persönlichkeiten, die zumeist aus populären Bereichen wie Mode, Fernsehen, Politik, Unterhaltungsliteratur, Kino und Popmusik stammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der kontroversen Rezeption des Romans und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise einer werkimmanenten Analyse.

2. Mosaikbild ‚Popliteratur’: Definition der literarischen Strömung und Skizzierung ihrer historischen Entwicklung im deutschsprachigen Raum unter Einbeziehung von Einflüssen wie Dadaismus und Beatniks.

3. Faserland: Detaillierte werkimmanente Untersuchung der Struktur, der Konsumkritik, der sozialen Kommunikationsdefizite sowie der symbolischen Bedeutung der Reise durch Deutschland und des Schlusskapitels in der Schweiz.

4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, die den Roman als subversiven Schlüsseltext gegen die Vorwürfe der Oberflächlichkeit verteidigen, und Aufzeigen weiterer Forschungsfelder.

Schlüsselwörter

Popliteratur, Christian Kracht, Faserland, Markenfetischismus, Konsumkritik, Identitätslosigkeit, Subversion, deutsche Gegenwartsliteratur, Kommunikation, Lifestyle, Flaneur, Popkultur, Oberflächlichkeit, In-Group, Out-Group.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Roman Faserland von Christian Kracht, um die zeitgenössische Kritik, das Werk sei oberflächlich und banal, zu hinterfragen und die zugrundeliegende Subversion aufzudecken.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Merkmale der Popliteratur, das Phänomen des Markenfetischismus, die soziale Isolation des Ich-Erzählers sowie das Fehlen echter Kommunikation und Identität in einer konsumorientierten Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, ob Faserland erfolgreich als ein populäres und zugleich subversives Werk der deutschen Gegenwartsliteratur charakterisiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine werkimmanente literarische Analyse des Textes unter Rückgriff auf fachliterarische Einführungen, insbesondere von Thomas Ernst.

Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse des Reiseverlaufs des Protagonisten, seine sozialen Interaktionen, den Umgang mit Konsumgütern und die symbolische Bedeutung der verschiedenen Stationen, bis hin zum Schlusskapitel in der Schweiz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Popliteratur, Faserland, Konsumkritik, Identitätslosigkeit, Subversion, Kommunikation und die gesellschaftliche Rolle der sogenannten In-Group.

Welche Rolle spielt die Barbourjacke für den Protagonisten?

Die Barbourjacke dient als Statussymbol der Zugehörigkeit zur In-Group und gleichzeitig als schützende Fassade, die jedoch laut Analyse symbolhaft für das Fehlen eines eigenständigen Ich-Konzepts steht.

Wie ist das Ende des Romans in der Arbeit interpretiert?

Im Gegensatz zu einer Deutung als „offenes Ende“ interpretiert die Arbeit das Schlusskapitel aufgrund intertextueller Bezüge zu Goethe als endgültigen Selbstmord des Protagonisten, der als logische Konsequenz seiner leeren Existenz verstanden wird.

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Details

Title
Christian Krachts Roman 'Faserland' - populär und subversiv zugleich
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Postmoderne
Grade
1,0
Author
Nina Meyer (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V33339
ISBN (eBook)
9783638338370
Language
German
Tags
Christian Krachts Roman Faserland Postmoderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Meyer (Author), 2004, Christian Krachts Roman 'Faserland' - populär und subversiv zugleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33339
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