Die Seminararbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob ungarische Jugendliche im Alter zwischen 17-26 eine pessimistische Weltanschauung haben. Zur Untersuchung des Themas gliedert sich die Arbeit in 5 Abschnitte. Nach einer kurzen Einführung in diesem Abschnitt folgt im zweiten Abschnitt die Beschreibung theoretischer Grundlagen, unter anderem die Erläuterung der Forschungsarbeit von Geert Hofstede. Bei dem dritten Abschnitt handelt es sich um den praktischen Teil dieser Arbeit. In diesem Teil wird die Methodik und Verlauf der Befragung näher beschrieben; die ermittelten Daten werden ausgewertet und zusammengefasst dargestellt. Der vierte Abschnitt widmet sich der Problematik, die bei der Analyse verschiedener Kulturen auftaucht. Die vorliegende Arbeit schließt mit dem Punkt 5, der einen zusammenfassenden Überblick über die Ergebnisse dieser Arbeit präsentiert.
Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Forschungsergebnisse der von Geert Hofstede entwickelten Kulturdimension „Indulgence versus Restraint” in Bezug auf Ungarn zu überprüfen. Unterziel ist es, dementsprechend die Anwendbarkeit und Gültigkeit des Hofstedeschen Ansatzes zu prüfen, sowie mehr über die ungarische Kultur, besonders über die Lebensauffassung der Mitglieder dieser Kultur zu erfahren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aufbau und Zielsetzung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Forschung von Geert Hofstede
2.1.1 1. und 2. Erhebungsrunde
2.1.2 3. Erhebungsrunde (Chinese Value Survey)
2.1.3 Die sechste Kulturdimension
3 Studie
3.1 Methodik und Aufbau
3.2 Verlauf der Befragung
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Untersuchung
4 Problematik
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob bei ungarischen Jugendlichen im Alter von 17 bis 26 Jahren eine pessimistische Weltanschauung vorliegt, indem sie die von Geert Hofstede entwickelte Kulturdimension „Indulgence versus Restraint“ auf den ungarischen Kontext anwendet und kritisch überprüft.
- Empirische Überprüfung der Kulturdimension „Indulgence versus Restraint“ in Bezug auf Ungarn.
- Analyse der Anwendbarkeit und Gültigkeit des Hofstedeschen Ansatzes für die heutige Jugend.
- Untersuchung der Wahrnehmung von Kontrolle über das eigene Leben bei jungen Ungarn.
- Erforschung von Einstellungen zu staatlichen Rahmenbedingungen und beruflichen Zukunftsperspektiven.
- Kritische Reflexion über die Repräsentativität interkultureller Dimensionen auf individueller Ebene.
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Forschung von Geert Hofstede
Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts formulieren amerikanische Anthropologen Margaret Mead und Ruth Benedict Hypothesen über die Existenz sich ähnelnder Grundprobleme in allen Gesellschaften. Die Forscher nehmen weiterhin an, dass Kulturen sich durch ihre individuellen Lösungswege unterscheiden. Die zwei Amerikaner, der Soziologe Alex Inkeles und der Psychologe Daniel Levinson, sind - aufgrund ihrer ausführlichen Untersuchungen - der Ansicht, dass die folgenden Punkte als weltweit gemeinsame Grundprobleme in Frage kommen:
1. Verhältnis zur Autorität
2. Selbstverständnis, insbesondere:
- die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft, und
- die Vorstellung des Individuums von Maskulinität und Femininität
3. Die Art und Weise, mit Konflikten umzugehen, einschließlich der Kontrolle von Aggression und des Ausdrückens von Gefühlen (vgl. Hofstede 2001b: 28).
Diese Probleme können Folgen für das Funktionieren von Gesellschaften, von Gruppen innerhalb dieser Gesellschaften und von einzelne Individuen innerhalb der Gruppen haben.
Diese Theorie bildet den Ursprung umfangreicher sozialwissenschaftlicher Kulturforschung sowie auch des Ansatzes von Geert Hofstede (vgl. Müller/Gelbrich 2004: 107). Hofstede sieht nicht die Grundannahmen als Kern einer Kultur an, sondern die Werte. Seine Forschung richtet sich deshalb auf die Analyse von Kulturwerten, als Basis für Verhaltens- und Denkmuster von Kulturen. Das Ziel seiner Forschung ist die Eruierung von Dimensionen zur Analyse von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen einzelnen Nationen. Die Forschungen von Hofstede begannen vor mehr als 30 Jahren und wurden in der Zwischenzeit mehrfach erweitert und aktualisiert. Sie stellen bis heute die anerkannteste Grundlage für weltweite interkulturelle Vergleiche dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die Zielsetzung hinsichtlich der Überprüfung der Hofstedeschen Kulturdimension in Ungarn.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen durch die Vorstellung der interkulturellen Forschung von Geert Hofstede und beschreibt insbesondere die Entwicklung der Kulturdimensionen, inklusive der später hinzugefügten Dimension „Indulgence versus Restraint“.
3 Studie: Der praktische Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise, den Verlauf der webbasierten Befragung und fasst die erhobenen Daten sowie die Ergebnisse der Untersuchung unter den ungarischen Teilnehmern zusammen.
4 Problematik: Hier werden die Grenzen des Modells der Kulturdimensionen kritisch diskutiert und aufgezeigt, dass diese lediglich als Orientierungshilfe dienen, aber individuelle Persönlichkeitsfaktoren nicht vollständig erfassen können.
5 Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz aus den Ergebnissen, stellt den Widerspruch zur Theorie dar und schlussfolgert, dass eine pauschale Bestätigung einer pessimistischen Weltanschauung bei der Zielgruppe nicht möglich ist.
Schlüsselwörter
Ungarn, Jugendliche, Weltanschauung, Geert Hofstede, Kulturdimension, Indulgence versus Restraint, interkulturelle Forschung, Web-Survey, empirische Sozialforschung, Lebensauffassung, Zukunftschancen, Sozialwissenschaft, Kontrolle, Werteanalyse, Pessimismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Fragestellung, ob ungarische Jugendliche im Alter zwischen 17 und 26 Jahren eine pessimistische Weltanschauung aufweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die interkulturelle Forschung von Geert Hofstede, die Anwendung der Kulturdimension „Indulgence versus Restraint“ sowie die Analyse von Lebensauffassungen und Zukunftserwartungen junger Menschen in Ungarn.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Hauptziel ist die Überprüfung der Forschungsergebnisse von Geert Hofstede auf ihre Anwendbarkeit und Gültigkeit im aktuellen ungarischen Kontext.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin führt eine empirische, internetgestützte Befragung (Web-Survey) mit 44 ungarischen Jugendlichen durch, um deren Meinungen und Einstellungen zu erfassen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kulturdimensionen und einen praktischen Teil, der die Durchführung, den Verlauf und die Auswertung der quantitativen Befragung dokumentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Ungarn, Kulturdimensionen, Geert Hofstede, Indulgence versus Restraint, Jugend, Pessimismus und empirische Sozialforschung.
Inwiefern beeinflusst der Staat nach Ansicht der Befragten ihr Leben?
Die Mehrheit der Teilnehmer gab an, dass sie sich durch staatliche Maßnahmen, etwa im Bildungswesen, in ihrer Zukunftswahl eingeschränkt fühlen.
Warum konnte keine eindeutige Antwort auf die Ausgangsfrage gegeben werden?
Die Diskrepanz zwischen den theoretischen Modellen und den individuellen Umfrageergebnissen zeigte, dass die analysierten Merkmale nicht pauschal auf jedes Individuum zutreffen, was eine abschließende Kategorisierung unmöglich machte.
- Arbeit zitieren
- Evelyn Walter (Autor:in), 2014, Haben ungarische Jugendliche im Alter zwischen 17-26 eine pessimistische Weltanschauung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333760