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Romantik im Netz. Online Dating und Partnerschaften als Spiegel des Wertewandels in der modernen kapitalistischen Gesellschaft

Titel: Romantik im Netz. Online Dating und Partnerschaften als Spiegel des Wertewandels in der modernen kapitalistischen Gesellschaft

Hausarbeit , 2016 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christine Fairweather (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im soziologischen Diskurs werden Modernität und Modernisierung meist als ein Prozess der Rationalisierung beschrieben, der sich von einem anderen Abgrenzt und sich wiederum zu diesem in ein Verhältnis setzten muss. Eva Illouz fragt in diesem Zusammenhang nach dem spezifischen Verhältnis von Emotionalität und Rationalität in unser heutigen Gesellschaft, wobei sie auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche schaut. Das sind Lebensbereiche wie die Familie, Arbeitswelt, Partnerschaft und virtuelle Räume, auf die Illouz einen besonderen Blick wirft. Dabei dürfen die Bereiche außerhalb des Internets nicht unberücksichtigt gelassen werden, denn nur durch den Hintergrund der Emotionen kann der gesamte gesellschaftliche Zusammenhang verstanden werden.

Durch diese Arbeit soll das Thema, wie Romantik im Netz entsteht, und die Frage, wie es zu einer immer beliebteren und gesellschaftlich akzeptierten Form der Partnerschaftssuche geworden ist, behandelt werden. Dabei stellt die Soziologin Eva Illouz, die in ihrem Buch "Gefühle in Zeiten des Kapitalismus" umfangreich erörtert, wie Romantik im Netz entsteht, den Hauptbezug dar. Um einen besseren Überblick über aktuelle partnerschaftliche Beziehungen zu erhalten, findet zunächst ein Exkurs über das Zustandekommen von Partnerschaften in der früheren Geschichte statt und wie sich ein Wertewandel der romantischen Beziehung ab dem 18. Jahrhunderts vollzogen hat. Der Hauptteil besteht aus Illouz' Aussagen über die Entstehung der romantischen Liebe über das Netz und den Ausführungen über die Vermarktung des eigenen Selbst und den daraus resultierenden Konsequenzen.

Im Fazit soll hiernach zusammenfassend eine Einschätzung abgegeben werden, inwieweit das Online-Dating tatsächlich eine Alternative zum bisherigen Verlauf der Partnersuche darstellt und welche Gefahren durch das neuartige Kommunikationsmittel „Internet“ entstehen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wertewandel

2.1 Am Beispiel des 18. bis 20. Jahrhunderts

3. Romantik im Netze

3.1. Der Emotionale Kapitalismus

3.2. Emotionale, aber nicht Psychische Existenz

4. Boom der Online-Partnersuchdienste

4.1. Wieso meldet man sich an?

4.2. Aus drei Prozessen entstehen vier Konsequenzen

5. Diskussion/Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht auf Basis der soziologischen Ansätze von Eva Illouz, wie Online-Dating die moderne Partnersuche transformiert und welche Auswirkungen die Digitalisierung der Liebe auf die menschliche Identität und romantische Interaktionen hat.

  • Historischer Wertewandel von Partnerschaftsbeziehungen.
  • Das Konzept des "Emotionalen Kapitalismus".
  • Psychologische Dynamiken der Online-Selbstdarstellung.
  • Kommerzialisierung und Instrumentalisierung der Partnersuche.
  • Folgen der Entkörperung und algorithmischen Auswahlprozesse.

Auszug aus dem Buch

3.2. Emotionale, aber nicht Psychische Existenz

„Wie können romantische Beziehungen (…) in dieser scheinbar unbelebten und unpersönlichen globalen Matrix von Computern entstehen?“

Um eine Antwort darauf zu finden, bezieht sich Illouz auf den Film „E-Mail für dich“, in dem die beiden Hauptprotagonisten sich über das Internet kennenlernen und ineinander verlieben, sich aber im wahren Leben nicht ausstehen können. Der Clou: Beide wissen nicht, dass es sich um dieselbe Person handelt.

An diesem Beispiel will Illouz zeigen, dass die Romanze im Netz inkompatibel überlegen gegenüber der Beziehungen im echten Leben ist, da sie durch das auslöschen des physischen Körpers einen scheinbar vollständigeren Ausdruck des eigenen „echten“ Selbst ermöglicht.

Der Film beruht daher auf der Idee, sich Selbst echter und besser offenbaren zu können, wenn die physische Gestalt nicht im Vordergrund steht. Das Internet wird als eine Form der positiven Entkörperung angesehen, denn in dieser Internet Kultur wird der eigene Körper eher als ein Erschwernis für das Vergnügen der Kommunikation mit dem Computer betrachtet.

Deborah Lupton ist der Meinung, dass im Bereich des Cyber-Schreibens, man sich häufig auf den Körper als Fleisch bezieht - genauer - , als totes Fleisch, das den aktiven Geist innehält und aus dem das authentische Selbst besteht. Daher, ermöglicht dieser "fehlende Körper“ aber auch, Emotionen aus seinem echten Selbst hervorzubringen, um so Authentischer als man Selbst zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die soziologische Fragestellung ein, wie Rationalität und Emotionalität in modernen, digital geprägten Gesellschaften ineinandergreifen.

2. Wertewandel: Es wird skizziert, wie sich Partnerschaftsmodelle von der ökonomisch orientierten vorindustriellen Ehe hin zur heutigen individualisierten Partnerwahl gewandelt haben.

3. Romantik im Netze: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des "Emotionalen Kapitalismus" und die paradoxe Entkörperung des Selbst im digitalen Raum.

4. Boom der Online-Partnersuchdienste: Hier wird die Kommerzialisierung der Partnersuche durch Dating-Plattformen und die daraus resultierende notwendige Selbstreflexion und Kategorisierung des eigenen Ichs analysiert.

5. Diskussion/Fazit: Das Fazit kritisiert die drohende Entzauberung der Romantik, die durch die effizienzorientierte und teils enttäuschende Logik des Online-Datings entsteht.

Schlüsselwörter

Online-Dating, Romantik, Eva Illouz, Emotionaler Kapitalismus, Partnersuche, Wertewandel, Selbstdarstellung, Entkörperung, Digitalisierung, Konsumkultur, Identität, Soziologie, Partnerschaft, Moderne Gesellschaft, Algorithmus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen Veränderungen von Liebe und Partnersuche durch die Nutzung von Online-Dating-Plattformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören der historische Wertewandel der Liebe, die Auswirkungen des digitalen Raums auf die Emotionen und die Ökonomisierung von zwischenmenschlichen Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Online-Dating als gesellschaftlich akzeptierte Praxis entstanden ist und welche Konsequenzen dies für das Selbstbild der Individuen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, insbesondere unter Rückgriff auf die soziologischen Thesen von Eva Illouz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung romantischer Liebe im Netz, den psychologischen Kategorisierungsprozessen bei der Profilerstellung und den Folgen der Online-Partnersuche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Online-Dating, Emotionaler Kapitalismus, Konsumkultur, Entkörperung und der Wandel der romantischen Liebe.

Warum spielt die "Entkörperung" im Netz eine solch wichtige Rolle?

Die Autorin argumentiert, dass das Fehlen des physischen Körpers einerseits als Freiheit zur Selbstentfaltung wahrgenommen wird, aber soziologisch problematisch ist, da Emotionen eng an den Körper gebunden sind.

Wie verändert die Online-Partnersuche die romantische Erwartungshaltung?

Durch die schier unendliche Auswahl an Kandidaten und die "Skriptisierung" von Dates besteht laut Arbeit die Gefahr einer zunehmenden Entzauberung und Desillusionierung.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Romantik im Netz. Online Dating und Partnerschaften als Spiegel des Wertewandels in der modernen kapitalistischen Gesellschaft
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,7
Autor
Christine Fairweather (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V333782
ISBN (eBook)
9783668235540
ISBN (Buch)
9783668235557
Sprache
Deutsch
Schlagworte
romantik netz online dating partnerschaften spiegel wertewandels gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christine Fairweather (Autor:in), 2016, Romantik im Netz. Online Dating und Partnerschaften als Spiegel des Wertewandels in der modernen kapitalistischen Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333782
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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