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Der Fall Tuğçe Albayrak. Eine Konfliktanalyse

Title: Der Fall Tuğçe Albayrak. Eine Konfliktanalyse

Research Paper (undergraduate) , 2016 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michael Hubert (Author)

Psychology - Social Psychology
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Der 15. November 2014 war ein schwarzer Tag für Offenbach. Zwei junge Menschen, Sanel M. und Tuğçe Albayrak, geraten aneinander. Es beginnt ein Streit, der für Tuğçe Albayrak tödlich endet. Die vorliegende Studienarbeit versucht diesen Konflikt näher zu beleuchten und zu analysieren. Die Arbeit gliedert sich hierbei in zwei Teile. Der erste beschreibt den Fall beziehungsweise den Konflikt anhand eines ausführlichen Artikels von Timo Frasch aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.).

Ausgehend von der Fallbeschreibung soll im zweiten Teil, dem Hauptteil, die Konfliktanalyse vorgenommen werden. Dazu wird im ersten Abschnitt eine Begriffsbestimmung vorgenommen. Der zweite Abschnitt analysiert nachfolgend den Konflikt auf drei Ebenen: die Konfliktvorstufe, die Analyse des eigentlichen Konflikts sowie die Konfliktregulation bzw. -bearbeitung. Hierbei wurde versucht, die gewonnen Erkenntnisse in der jeweilig anschließenden Ebene zu verarbeiten und in Beziehung zum Fall zu setzen. Die Schlussbetrachtung fasst abschließend die gewonnen Erkenntnisse zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fallbeschreibung nach Frasch (F.A.Z.)

3 Analyse

3.1 Begriffsbestimmungen

3.1.1 Konflikt

3.1.2 Aggression, Aggressivität und Gewalt

3.2 Konfliktanalyse

3.2.1 Ebene 1: Konflikt- und gewaltaffine Vorstufen

3.2.2 Ebene 2: Analyse der Konfliktarena mit Konfliktartikulation bzw. Konfliktausbruch

3.2.3 Ebene 3: Konfliktregulation/Konfliktbearbeitung

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den tödlichen Konflikt zwischen Sanel M. und Tuğçe Albayrak mithilfe konflikttheoretischer Ansätze und einer strukturierten Konfliktanalyse zu untersuchen, um tieferliegende Ursachen und Eskalationsmechanismen zu verstehen.

  • Analyse der Konfliktvorstufen (biografische und soziale Faktoren)
  • Anwendung des Eskalationsmodells nach Glasl auf den Fall
  • Untersuchung von Gewaltentstehung und Aggressionsmustern
  • Rolle von geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen in Konflikten
  • Bewertung von Interventionsmöglichkeiten und Konfliktregulation

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Ebene 1: Konflikt- und gewaltaffine Vorstufen

Soziale Konflikte und Gewalt entstehen aus dem Zusammenspiel verschiedener Einflussfaktoren, z. B. psychische, soziale und gesellschaftliche. Diese Einflussfaktoren können in einem Zusammenhang und in Wechselwirkung stehen. Dabei werden die Ursachen von Gewaltentstehung häufig mit bspw. sozialer Deprivation bzw. Ausgrenzung, Armut, Arbeitslosigkeit, kultureller Traditionsbindung, einem „falschen Freundeskreis“, Gruppenzwang, etc. erklärt. Nach Wolfgang Sofsky reichen diese Erklärungsansätze für sich alleine jedoch nicht aus, da die Umstände per se keine Ursache für das Handeln darstellen. Sie können jedoch Gewalthandlungen begünstigen oder hemmen.

Die eben gemachten Ausführungen machen deutlich, dass es nicht die Ursache für Gewalt gibt. Sie entsteht aufgrund individueller Dispositionen, die durch verschiedene Aspekte etwa im psychischen, sozialen oder gesellschaftlichen Kontext geprägt werden. Diese Faktoren begünstigen oder hemmen eine Gewaltaffinität, hinzukommen noch situationsspezifische Auslöser für Gewalttätigkeit und Aggressionen. Im Folgenden soll versucht werden, einige Theorieansätze für die Entstehung von Gewalt anhand der gegebenen Informationen aus dem Fallbeispiel an den maßgeblich beteiligten Konfliktakteuren abzugleichen.

Die lerntheoretischen Erklärungsansätze für Gewalt und Aggressionen gehen davon aus, dass diese – Gewalt und Aggressionen – erlernbar, jedoch auch wieder verlernbar sind. Dabei werden zwischen zwei Lernformen unterschieden. Zum einen das Lernen über Verstärkung, zum anderen das Lernen am Modell. Beim Lernen über Verstärkung kann differenziert werden zwischen positiver und negativer Verstärkung sowie Duldung im Sinne einer heimlichen Zustimmung. Das Lernen am Modell ist hingegen dadurch gekennzeichnet, dass sich der Akteur am vorgelebten Verhalten von Erwachsenen, Gleichaltrigen, etc. orientiert. Innerhalb komplexer Strukturen kann dabei das Verhalten durch stellvertretende Erfahrung und Verstärkung übernommen werden und muss nicht – im Vergleich zum Verstärkungslernen – in einzelnen Teilschritten erlernt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Fall Tuğçe Albayrak vor und skizziert das methodische Vorgehen der Studienarbeit, die sich in eine Fallbeschreibung und eine analytische Konfliktuntersuchung gliedert.

2 Fallbeschreibung nach Frasch (F.A.Z.): Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die beteiligten Akteure und das belastete Umfeld des Täters Sanel M. auf Basis des journalistischen Artikels von Timo Frasch.

3 Analyse: Die Analyse bildet das Herzstück der Arbeit und unterteilt sich in die Klärung zentraler Fachbegriffe sowie die Anwendung eines dreistufigen Konfliktanalysemodells auf den Fall.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die methodischen Grenzen durch die Quellenlage und diskutiert die mediale Berichterstattung unter dem Aspekt des Labeling Approach.

Schlüsselwörter

Konfliktanalyse, Tuğçe Albayrak, Sanel M., Eskalationsmodell, Friedrich Glasl, Gewaltprävention, Aggression, Sozialisation, Rollenerwartungen, Konfliktmanagement, Machteingriff, Jugendliche, Interpersonelle Konflikte, Gewaltentstehung, Lernformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer wissenschaftlichen Konfliktanalyse des Falls Tuğçe Albayrak, bei dem ein Streit zwischen zwei jungen Menschen in Offenbach im Jahr 2014 tödlich endete.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Konflikten und Gewalt, die Analyse von Eskalationsprozessen nach Friedrich Glasl sowie die Untersuchung sozialisatorischer und psychologischer Einflüsse auf gewalttätiges Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Anwendung konflikttheoretischer Modelle besser zu verstehen, wie und warum die Situation eskalierte, um Erkenntnisse für die Praxis des Konfliktmanagements zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung (Begriffsbestimmungen, Lerntheorien, soziologische Ansätze) und wendet diese in einer dreistufigen Konfliktanalyse auf das Fallbeispiel an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsbestimmungen (Konflikt, Aggression, Gewalt) und die Analyse auf drei Ebenen: Konfliktvorstufen, Konfliktverlauf mit Eskalationsdynamik sowie Möglichkeiten der Konfliktregulation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Konfliktanalyse, Eskalationsmodell nach Glasl, Gewaltprävention, Sozialisation, Aggression und Rollenerwartungen.

Warum ist das Eskalationsmodell nach Glasl für diesen Fall relevant?

Das Modell ermöglicht es, die Eskalation vom bloßen Streit bis hin zum Gewaltausbruch in nachvollziehbare Stufen zu unterteilen und die entsprechenden Wendepunkte („Points of no return“) zu identifizieren.

Welche Rolle spielen die "gewaltaffinen Vorstufen" laut der Arbeit?

Sie sind essenziell, um zu verstehen, welche individuellen und sozialen Hintergründe (wie familiäre Erfahrungen oder Gruppenzugehörigkeit) die Schwelle für Gewaltanwendung bei den beteiligten Personen bereits im Vorfeld herabgesetzt haben könnten.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rolle der Medien?

Der Autor kritisiert, dass eine empathielose oder undifferenzierte Berichterstattung dazu beitragen kann, stereotype Rollenbilder und deviante Verhaltensmuster bei bestimmten Milieus zu verfestigen.

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Details

Title
Der Fall Tuğçe Albayrak. Eine Konfliktanalyse
College
Mannheim University of Applied Sciences  (Fakultät für Sozialwesen)
Grade
1,7
Author
Michael Hubert (Author)
Publication Year
2016
Pages
26
Catalog Number
V333801
ISBN (eBook)
9783668243453
ISBN (Book)
9783668243460
Language
German
Tags
Konfliktmanagement Tuğçe Albayrak Gewaltprävention Friedrich Glasl Eskalationsstufen Konflikt Eskalationsgrade Aggression Aggressivität Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Hubert (Author), 2016, Der Fall Tuğçe Albayrak. Eine Konfliktanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333801
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