Im ersten Teil dieser Arbeit werden verschiedene Definitionen höfischer Liebe vorgestellt.
Es folgt die Darstellung des stereotypischen erotic pattern unter Berücksichtigung der Auswirkungen unerwiderter Liebe auf Geist und Körper.
Im zweiten Teil der Arbeit soll die Figur des Squires in Chaucers Canterbury Tales auf die erarbeiteten Elemente höfischer Liebe hin betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundelemente der höfischen Liebe in der mittelalterlichen Literatur
2.1 Definitionen höfischer Liebe
2.2 Das erotic pattern
2.3 Auswirkungen der höfischen Liebe auf Geist und Körper
3 Die Figur des Squires: Höfische Liebe
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der höfischen Liebe im Mittelalter und analysiert deren Anwendung sowie Repräsentation anhand der Figur des Squires in Geoffrey Chaucers Canterbury Tales.
- Historische Herkunft und Entwicklung der höfischen Liebe
- Strukturelle Merkmale und das "erotic pattern"
- Pathologische Auswirkungen unerwiderter Liebe auf Körper und Geist
- Die literarische Gestaltung der Figur des Squires als höfischer Liebhaber
- Spannungsfelder zwischen Idealbild und menschlicher Erfahrung
Auszug aus dem Buch
2.2 Das erotic pattern
Das erotic pattern bezeichnete den idealtypischen Entwicklungsablauf leidenschaftlicher Liebe („amor hereos“) im Mittelalter und umfasste die folgenden Phasen: visio – emanatio – meditatio continua – passio corporis – [dementia]
„Die Liebe entsteht durch die Betrachtung [visio] körperlicher Schönheit, deren Wirkung auf den Betrachter entweder durch den Bezug auf die Emanation [emanatio] der Seele (Strahlen der Augen) oder durch die helle Ausstrahlung der schönen Gestalt der geschauten Person unterstrichen wird; eine Kombination beider Wirkungen ist möglich.“
Die wahrscheinlich wichtigste Rolle in den ersten beiden Phasen des erotic pattern spielte der sogenannte „Schönheitskatalog“ der geliebten Person, der wie folgt aussah: „The lady is regularly represented as perfect in all her attributes […] Her hair is blond or golden; her eyes beautiful; her complexion fresh and clear, her mouth rosy and smiling; her flesh white, soft, and smooth; her body slender, well formed, and without blemish.“
Das wichtigste Charakteristikum der emanatio war der Glanz, wobei nicht die Augenfarbe entscheidend war, sondern die Leuchtkraft der Augen, die den Betrachter ins Herz traf. Die Emanation verursachte zusammen mit dem äußeren Erscheinungsbild der Frau eine Verwundung im Herzen des Betrachters.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entstehung der höfischen Liebe ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Figur des Squires in Chaucers Werk zu analysieren.
2 Grundelemente der höfischen Liebe in der mittelalterlichen Literatur: Dieses Kapitel definiert die Regeln der höfischen Liebe und beschreibt den Prozess des "erotic pattern" sowie die psychophysischen Auswirkungen der Liebeskrankheit.
3 Die Figur des Squires: Höfische Liebe: Der Hauptteil untersucht den Squire aus den Canterbury Tales als literarische Verkörperung des höfischen Liebhabers und seiner sozialen und emotionalen Kontexte.
4 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die starre Reglementierung der höfischen Liebe und reflektiert deren paradoxe Wirkung auf den modernen Leser.
Schlüsselwörter
Höfische Liebe, courtly love, erotic pattern, amor hereos, mittelalterliche Literatur, Chaucer, Canterbury Tales, Squire, Liebeskrankheit, Emanation, Literaturgeschichte, Tugend, Leidenschaft, Mittelalter, Tradition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Konzepten der mittelalterlichen höfischen Liebe und ihrer literarischen Darstellung am Beispiel von Chaucers Squire.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die Definitionen der Liebe im Mittelalter, das standardisierte Entwicklungsmodell "erotic pattern" und die krankhaften Auswirkungen unerwiderter Leidenschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu prüfen, inwieweit der Squire in den Canterbury Tales die erarbeiteten Elemente und Ideale der höfischen Liebe widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung zeitgenössischer Primärquellen und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der höfischen Liebeskonzepte und die spezifische Textanalyse des Squires unter Berücksichtigung von Alter, Status und Verhaltensmustern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Höfische Liebe, courtly love, erotic pattern, amor hereos, Squire und Canterbury Tales.
Warum wird der Squire als "junger Knappe" in den Kontext der höfischen Liebe gestellt?
Der Squire verkörpert die höfische Jugend und dient Chaucer als ideale Figur, um sowohl militärische Tugenden als auch die Unterordnung unter die Regeln der Liebe zu demonstrieren.
Inwiefern beeinflusst der Begriff "amor hereos" die Interpretation der Arbeit?
Er dient als medizinisch-theoretischer Rahmen, um die körperliche und psychische Leidensgeschichte eines Liebhabers im Mittelalter als "Krankheit" zu verstehen, der bestimmte Symptome folgen.
- Arbeit zitieren
- Angelika Felser (Autor:in), 1993, Höfische Liebe in Chaucers "Canterbury Tales". Die Figur des Squires, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333868