This work addresses to a new and somehow exotic kind of derivative instrument, which is – other than classical financial derivative instruments – applied to hedge and manage volumetric exposure induced by variations in the weather. Especially energy suppliers and producers are directly affected by changes in the weather, which could, in circumstances, lead to problems for the companies’ performances, cash flows and financial success and so on. In this context, the focus is on weather derivatives in contrast to ‘normal’ financial security instruments and insurances. On a theoretical basis, a special type of weather derivatives – degree day options – is described concerning the most important parameters, strategies and fields of application. In addition, some information from the daily work and business of a real existing energy supplier is added to have an eye on the risks that a company identifies for its electricity and gas business. Therefore, an approach of answering the question, if there were related risks for those fields of business and how those are (in this special case) hedged, is delivered. At least, the weather derivatives market’s volumes and development are discussed and focused, concerning the special handicaps in this market which are linked to the ‘exotic’ and special features which are typical for this kind of derivative instrument.
Inhaltsverzeichnis
Abstract
1 Einleitung
2 Abgrenzung: Finanz- und Wetterderivate, Versicherungen
2.1 Finanzderivate
2.2 Wetterderivate
2.3 Versicherungen
2.4 Der spezifische Kontext des Einsatzes von Wetterderivaten
3 Einsatz und Funktion von Wetterderivaten
3.1 Ziele des Einsatzes und Konstruktionen
3.1.1 Ziele des Einsatzes
Exkurs: Cross Hedge
3.1.2 Kontrakte und Indizes
3.1.3 Grundpositionen von Degree Day Optionen
3.1.4 Parameter von Degree Day Optionen
3.2 Fiktiver Kontrakt
4 Einsatz in (integrierten) Strom- und Gashandelsunternehmen
4.1 Risiken im Geschäftsfeld Strom
4.2 Risiken im Geschäftsfeld Gas
4.3 Zusammenwirken der Risiken des Gas- und Stromgeschäfts
4.4 Fazit
5 Der Markt für Wetterderivate: Probleme und Perspektiven
5.1 Entwicklung und Volumen des Wetterderivatehandels
5.2 Problemfeld I: Pricing von Wetterderivaten
5.3 Problemfeld II: Wetter als Risiko
5.4 Charakteristika des Wetterrisikos
5.4.1 Zahlreiche Wetterausprägungen und Messmethoden
5.4.2 Lokales geographisches Exposure
5.4.3 Unternehmensspezifisches Exposure
5.4.4 Daten
5.4.5 Prognosen
5.4.6 Kein physischer Markt für Wetter
5.4.7 Kein Moral Hazard
5.5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Wetterderivaten als modernes Risikomanagement-Instrument für Energieversorgungsunternehmen (EVU), um wetterbedingte Mengen- und Absatzrisiken in einem liberalisierten Marktumfeld effektiv abzusichern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der theoretischen Fundierung von Degree Day Optionen, deren praktischer Anwendung sowie der Analyse der aktuellen Marktstruktur und den damit verbundenen Herausforderungen.
- Grundlagen und Abgrenzung von Wetterderivaten zu klassischen Finanzderivaten
- Theoretische Konstruktion und Funktionsweise von Degree Day Optionen
- Analyse des Wetterrisikos im Strom- und Gasgeschäft von Energieversorgern
- Praxisbezogene Evaluation von Risikomanagement-Strategien (z.B. Cross Hedge)
- Diskussion der Marktproblematik, insbesondere hinsichtlich Pricing und Liquidität
Auszug aus dem Buch
3.2 Fiktiver Kontrakt
Das Unternehmen Avacon kauft eine Put-Option von der Investmentbank CashCollect.
Im Unternehmen Avacon wurde festgestellt, dass bei einem Temperaturanstieg um 1°C der Stromabsatz um 400 MWh pro Tag zurückgeht. Bei einem Durchschnittspreis von 18 € / MWh führt dies zu Umsatzeinbußen i. H. v. 7.200 € pro Tag und Grad; 223.200 € pro Monat und Grad.
Die durchschnittliche Heizgradtageszahl für Januar betrug in den letzten dreißig Jahren 686 (korrespondierend mit einer Durchschnittstemperatur von ca. -4,1°C), wobei in mehr als der Hälfte der Jahre die HDD-Zahl unter 500 lag (˜ +1,9°C). Gegen den damit verbundenen Absatzrückgang sichert sich die Avacon mittels Put-Option ab (Long-Position).
Mittels dieser Parameter kann das Risikoprofil erstellt werden (Abbildung 2). Ab 500 HDD (+1,9°C) beginnt die Option an Wert zu gewinnen bis bei ca. 483 HDD (+2,4°C) die Gewinnzone erreicht wird. Die Maximale Auszahlung beträgt auf Grund der Limitierung netto 600.000 €.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtung der neuen Marktstruktur durch Liberalisierung und die Notwendigkeit von Instrumenten zum Management von Mengenrisiken durch Wetterabhängigkeit.
2 Abgrenzung: Finanz- und Wetterderivate, Versicherungen: Differenzierung von Wetterderivaten gegenüber klassischen Finanzinstrumenten und Versicherungen unter besonderer Betrachtung des Underlyings.
3 Einsatz und Funktion von Wetterderivaten: Theoretische Erläuterung der Konstruktion von Wetterderivaten, insbesondere der Degree Day Optionen, sowie Einführung des Cross Hedge Konzepts.
4 Einsatz in (integrierten) Strom- und Gashandelsunternehmen: Analyse der spezifischen Risikostrukturen bei Strom und Gas in der Praxis und die Bedeutung von Wetterderivaten für den Geschäftserfolg.
5 Der Markt für Wetterderivate: Probleme und Perspektiven: Untersuchung des aktuellen Handelsvolumens sowie kritische Diskussion der Hürden wie Pricing, Datenqualität und Liquidität.
Schlüsselwörter
Wetterderivate, Energieversorgungsunternehmen, Risikomanagement, Degree Day Optionen, Mengenrisiko, Volatilität, Hedging, Gasgeschäft, Stromgeschäft, Marktentwicklung, Pricing, Wetterrisiko, Liberalisierung, Finanzderivate, Börsenhandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von Wetterderivaten als spezielles Finanzinstrument, mit dem Energieversorgungsunternehmen ihr wetterbedingtes Absatzrisiko absichern können, das durch den Wegfall staatlicher Regulierung in den Fokus des Risikomanagements gerückt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Modellierung von Temperatur-Optionen, die Gegenüberstellung zu klassischen Finanzderivaten, die Analyse der Risikostrukturen von Gas- und Stromanbietern sowie die Diskussion der aktuellen Marktbedingungen für Wetterderivate.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Wetterderivaten verständlich zu machen, den spezifischen Kontext ihres Einsatzes bei Energieversorgern abzugrenzen und aufzuzeigen, wie diese Instrumente zur Stabilisierung des Cash Flows beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Erläuterung derivativer Instrumente, ergänzt durch Fallbeispiele und qualitative Auswertungen von Unternehmenserfahrungen (insbesondere eines Hannoveraner Energieversorgers), um die Anwendung in der Praxis zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konstruktion von Degree Day Optionen, deren Konfiguration anhand fiktiver Kontrakte und die detaillierte Untersuchung der spezifischen Risiken in den Geschäftsfeldern Strom und Gas.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Wetterderivate, Risikomanagement für Energieversorger, Mengenrisiko, Absicherungsstrategien, Degree Day Optionen und Marktentwicklung.
Wie genau funktioniert die Absicherung eines Gasabsatzrückgangs durch Wetterderivate?
Durch den Kauf einer Put-Option auf einen HDD-Index erhält das Unternehmen eine Ausgleichszahlung, wenn die Temperaturen den vordefinierten Strike-Wert übersteigen (also zu warm sind), was den durch die geringere Nachfrage entstandenen Umsatzausfall kompensiert.
Warum ist das Wetterrisiko für Energieversorger heute kritischer als früher?
Früher konnten Energieversorger wetterbedingte Umsatzausfälle durch staatlich genehmigte Preiserhöhungen kompensieren. In dem heute liberalisierten, wettbewerbsorientierten Marktumfeld ist dies nicht mehr möglich, weshalb Unternehmen gezwungen sind, diese Risiken eigenverantwortlich über den Markt abzusichern.
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- Florian Lüdeke (Author), Axel Bornbusch (Author), Jan Werner (Author), 2004, Funktion und Bedeutung von Wetterderivaten fuer Energieversorgungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33422