Der Handstand. Methodische Reihe zum Erlernen des Handstands unter Berücksichtigung allgemeiner methodischer Prinzipien


Hausarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Methodik im Turnen
2.1 Methodische Reihen
2.2 Leistungsvoraussetzungen und Anforderungen
2.3 Stufen des methodischen Vorgehens
2.4 Methodische Prinzipien

3 Technik und Methodik des Handstandes
3.1 Zielposition
3.2 Haltungsmerkmale
3.3 Voraussetzungen
3.4 Eine Methodische Reihe des Handstandes
3.4.1 Allgemeine vorbereitende Vorübungen
3.4.2 Spezifisch vorbereitende Übungen
3.4.3 Zielübung grobkoordiniert
3.4.4 Zielübung feinkoordiniert
3.4.5 Festigung und Leistungssteigerung

4 Ausblick

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung1: Zielübung: Aufschwung in den Handstand und Absenken (Gerling 1999, S.69)

Abbildung 2: Zielposition (haui 2015)

Abbildung 3: Rückenlage (haui 2015)

Abbildung 4: Bauchlage (haui 2015)

Abbildung 5: Stütz ventral schräg (haui 2015)

Abbildung 6: Stütz ventral: Liegestütz (morgenpost 2015)

Abbildung 7: Stütz ventral waagerecht (mobilesport 2015)

Abbildung 8: Stütz ventral schräg, Kopfüber (mobilesport 2015)

Abbildung 9: Stütz dorsal schräg (quagga-illustrations 2015)

Abbildung 10: Kopfstand (haui 2015)

Abbildung 11: Hockstütz (Gerling 1999)

1 Einleitung

Turnen ist schon seit Generationen Bestandteil der deutschen Lehrpläne an Schulen und auch in der Freizeit ist dieser Sport beliebt. Gerade für Kinder ist Turnen eine gute Möglichkeit, die Entwicklung positiv zu beeinflussen. So kann durch die Ausübung die Körperwahrnehmung verbessert, die Koordination geschult und gute Voraussetzungen im Bereich der Kraft und Beweglichkeit geschaffen werden. Die gesamte motorische Entwicklung kann durch gezieltes Bewegungslernen vorangebracht werden. Ein weiterer großer Anlass zu turnen ist sicher auch die Freude an Bewegung, das Miteinander und der Spaß, welche das Turnen zu einem positiven Erlebnis werden lässt.

Zum Turnen gehören das Geräteturnen sowie das Bodenturnen. Ein Bestandteil des Bodenturnens und Voraussetzung für viele weitere Übungen in diesem Bereich ist das kontrollierte Stehen auf den Händen, der sogenannte Handstand. So ist das Aufschwingen in den Handstand eine Elementarbewegung für einbeinige Bewegungsabläufe wie sie im Rad, der Radwende und dem Handstandüberschlag gebraucht werden (vgl. 4teachers 2014). Die methodischen Hintergründe zum Erlernen des Handstandes werden in dieser Arbeit aufgezeigt und Beispielhaft vorgestellt.

Im Kapitel zwei wird dazu zunächst auf die allgemeine Methodik im Turnen eingegangen. Es wird Bezug auf methodische Reihen genommen, mit deren Hilfe man eine Technik erlernen kann. Dazu müssen zunächst gewisse Voraussetzungen gegeben sein, die allgemein auf das Turnen bezogen dargestellt werden. Zum methodischen Vorgehen an sich gibt es verschiedene Stufen, die durchlaufen werden können sowie Prinzipien, die bei dem Aufbau der vermittelten Technik beachtet werden sollten. Diese werden zunächst allgemein betrachtet.

In Kapitel drei geht es darum, die vorgestellte Methodik nun auf den Handstand zu beziehen. Es wird zunächst der Handstand mit seiner Charakteristik genau beschrieben sowie die speziellen Voraussetzungen, die ein Turner entwickeln muss, bevor er in der Lage ist, den Handstand zu erlernen. In Anlehnung an die in Kapitel zwei dargestellt Methodik, wird eine methodische Reihe vorgestellt, mit deren Hilfe der Handstand erlernt werden kann.

Die Übungen sind so ausgewählt, dass sie von Kindern mit den entsprechenden Voraussetzungen durchgeführt werden können. Auch Erwachsenen können Gebrauch von der Übungssammlung machen. Mit allen personellen Ansprachen sind immer männliche sowie weilbliche Personen gemeint, auch wenn der Einfachheit halber nur die männliche Variante formuliert wurde.

2 Methodik im Turnen

2.1 Methodische Reihen

Um eine neue Übung (Zielübung) oder eine Fertigkeit neu zu erlernen, ist es sinnvoll, systematisch vorzugehen. Im Sport allgemein, wie auch im Turnen, wird eine geplante Vorgehensweise zum Erlernen neuer Elemente methodisches Vorgehen oder die Anwendung methodischer Reihen genannt. Es geht dabei darum, eine schwierige oder noch nicht der Leistung entsprechende Zielübung unter erleichterten Bedingungen zu turnen (Gerstenberger & Hentschel 2006, S. 8). Diese Erleichterungen gilt es sukzessiv, nach bestimmten methodischen Prinzipien, abzubauen. Ziel des Vorgehens ist es, die lernenden Kinder auf möglichst kurzem Weg an die zu bewältigende Übung heranzuführen (Boddien 1986, S. 34). Gleichzeitig soll dabei das nötige Feingefühl und die weiterführende Anforderung im Sinne von Leistungssteigerungen entwickelt und herausgebildet werden (Boddien 1986, S.34). Die methodischen Erleichterungen ermöglichen einen optimierten Lehr- und Lernprozess sowie einen vielseitigen Unterrichtsverlauf (Gerstenberger et al 2006, S.8). Ebenfalls können die Kinder so mehr Erfolgserlebnisse verzeichnen, die für die Motivation und den Spaß wichtig sind. Somit kann das Interesse am Erlernen neuer Übungen gefördert werden (Gerstenberger et al 2006, S.8). Weiterhin eröffnet das Üben unter einfachen Bedingungen die Möglichkeit des gegenseitigen Helfens und des Miteinander-Übens (Gerstenberger et al 2006, S.8).

2.2 Leistungsvoraussetzungen und Anforderungen

Um einen sicheren Erfolg, welcher zum einen aus schnellem Lernen und zum anderen aus einer guten Qualität resultiert, beim Erlernen neuer Elemente zu sichern, ist die Anwendung methodischer Reihen von besonderer Bedeutung ( Boddien 1986, S. 34). Für die Planung und Umsetzung einer Methodischen Reihe ist es wichtig, die bisherigen Leistungsvoraussetzungen zu prüfen (Boddien 1986, S. 34). Dazu gehören insbesondere im Turnen konditionelle und koordinative Anforderungen sowie bisher erlebte psychische und motorische Erfahrungen und erlernte Fertigkeiten. Diese setzen sich zusammen aus (vgl. Gerling 1999, S.37; Weineck 2004, S. 21):

– Konditionelle Anforderungen wie Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit
– Koordinative Anforderungen wie Reaktionsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit und Rhythmisierungsfähigkeit (...)
– Technische Anforderungen wie koordinative Fähigkeiten und Bewegungsfertigkeiten
– Psychische Fähigkeiten wie Mut und Überwindung
– spezielle, turnerische Anforderungen wie Körperspannung und soziale Fähigkeiten
– Berücksichtigung der pädagogisch-organisatorischen Bedingungen (Boddien 1986, S. 34)

Dies sind die Bereiche, aus denen sich die individuell unterschiedlichen und verschieden stark gewichteten Anforderungen für ein zu erlernendes Element, vorrangig aus dem Bereich Turnen, zusammensetzen.

Für das Erlernen einer neuen Übung ist es wichtig, dass die Leistungsvoraussetzungen und -anforderungen bekannt sind. Wenn nicht, müssen sie durch eine Überprüfung herausgefunden werden. Die gegebenen Ausgangsbedingungen müssen dann mit den Anforderungen abgeglichen werden. Je nach Situation kann nun über die methodische Vorgehensweise entschieden werden. Folglich ist es möglich, abzuleiten, welche Maßnahmen, Vorübungen, Lernschritte und Trainingsmittel angewendet werden sollen, um schrittweise das Lernziel zu erreichen (Boddien 19986, S. 34). Die Zielerreichung ist umso schneller und besser, je genauer die Abstimmung der Lernschritte und Teilziele stattgefunden hat (Boddien 19986, S. 35). Dies sichert die vorherige Analyse der Anforderungen und Voraussetzungen, aber auch die stetige Überprüfung der gesetzten Teilziele und Fortschritte. Die methodischen Reihen zum Erlernen von Übungen sind nicht als standardisiertes Vorgehen zu betrachten. Es müssen immer die individuellen Bedingungen und Fortschritte berücksichtigt werden. So soll die Analyse der Voraussetzungen den Leitungsstand abfragen. Neben dem Stand der Gruppe müssen auch Unterscheide zwischen den Kindern beachtet und die Übungsformen darauf abgestimmt werden.

2.3 Stufen des methodischen Vorgehens

Das methodische Vorgehen in methodischen Reihen kann vereinfacht in Stufen unterteilt werden. Jede Stufe kann mehrere Übungen beinhalten und baut auf die vorherige auf. Die Aufteilung erfolgt in Anlehnung an Boddien (1986, S. 38) und Gerling (1999, S. 36):

1. Allgemeine vorbereitende Vorübungen

Ziel: Erarbeitung und Überprüfung der allg. Lernvoraussetzungen und Leistungsanforderungen (siehe oben).

Inhalt: Grundlegende Voraussetzungen schaffen. Vor allem an konditionellen Bedingungen arbeiten.

2. Spezifisch vorbereitende Übungen

Ziel: Erarbeitung der speziellen Lernvoraussetzungen und Leistungsanforderungen der zu lernenden Übung (vgl. Kapitel 2.2) .

Inhalt: Grundübungen, um spezifische Voraussetzungen schaffen. Übungen mit strukturell ähnlichem Gesamtablauf unter erleichterten Bedingungen (Ganzlernmethode) oder einzelnen Phasen (Analytisch-synthetische Methode). Gegebenen Falls Kenntnisse für Umgang mit Geräten vermitteln.

3. Zielübung grobkoordiniert

Ziel: Grobform aneignen

I nhalt: Übung mit und ohne Erleichterungen zum Gelingen bringen.

Entscheidende, wesentliche Merkmale der Übung herausarbeiten.

4. Zielübung feinkoordiniert

Ziel: Feinkoordination aneignen.

Inhalt: Technik optimieren, alle Bewegungsmerkmale optimieren bzw. maximieren. Formen der Leitungssteigerung anwenden.

5. Festigung und Leistungssteigerung

Ziel: Automatisierung, Stabilisierung und variable Verfügbarkeit. Anpassen an Wettkampfbedingungen.

Inhalt: Anwendung in Bewegungsverbindungen, -erschwerungen und -veränderungen, Wettkämpfen, Vorführungen, Gestaltungen und in der Freizeit.

Die Übergänge der Stufen sind fließend und die Dauer sollte vom jeweiligen Fortschritt abhängig gemacht werden. Dabei ist vor allem die Qualität der Übung wichtig. Alter und Leistungsstand sollten berücksichtigt werden (Boddien 1986, S.42). Das Durchlaufen der Stufen, gerade der beiden ersten, dient auch gleichzeitig der Überprüfung der Anforderungen. Sind diese erfüllt, muss nicht weiter auf der Stufe verweilt werden.

Gerade in der Stufe 4 sind ständige Korrekturen wichtig, die erst nach und nach durch wiederholtes Üben umgesetzt werden können. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass sich keine Fehler durch mehrfaches Wiederholen festigen. Gerade im Stadium der Grobkoordination sind die Abweichungen von der geplanten Übung meist noch recht groß, so dass hier erhebliche Korrekturen notwendig sind (Boddien 1986, S.42). Erst durch kontinuierliches Üben, Analysieren und Korrigieren geschieht schrittweise der Übergang von der Grobkoordination zur Feinkoordination (Boddien 1986, S.42).

2.4 Methodische Prinzipien

Um die Übungen für eine methodische Reihe sinnvoll aufeinander aufzubauen, ist die Beachtung der oben genannten Stufeneinteilung wichtig. Diese begründen sich auf folgenden methodischen Prinzipien, die hier der Verdeutlichung und Klarheit wegen noch einmal präzise aufgeführt werden und ebenfalls bei der Übungsauswahl berücksichtigt werden sollten. Diese lauten (vgl. Gerling 1999, S.38f.):

– vom Einfachen zum Schweren
– vom Bekannten zum Unbekannten
– vom Langsamen zum Schnellen
– von der Grobform zur Feinform
– vom Können zur variablem Verfügbarkeit

Die Berücksichtigung möglichst vieler Prinzipien in der Übungsauswahl sorgt für einen optimalen Aufbau und somit für maximalen Lernerfolg.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der Handstand. Methodische Reihe zum Erlernen des Handstands unter Berücksichtigung allgemeiner methodischer Prinzipien
Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst)
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V334233
ISBN (eBook)
9783668244115
ISBN (Buch)
9783668244122
Dateigröße
1179 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handstand, Sport, Unterricht, turnen, methodisches lernen, Bodenturnen
Arbeit zitieren
Eva Pieper (Autor), 2015, Der Handstand. Methodische Reihe zum Erlernen des Handstands unter Berücksichtigung allgemeiner methodischer Prinzipien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334233

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