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Das Spiel des Schachcomputers als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns

Title: Das Spiel des Schachcomputers als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 24 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Simon Dietze (Author)

Communications - Miscellaneous
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Robert Willis stellte die These auf, dass kein mechanischer Apparat, ganz gleich wie kompliziert er auch angelegt sei, von sich aus Schach spielen könne, da diese Fähigkeit „allein in das Reich des Geistes“ gehöre. Willis täuschte sich jedoch. Die zu jenem Zeitpunkt utopisch angesehenen Maschinen können inzwischen durch eigenes Denkvermögen ein Schachspiel simulieren. Doch inwiefern treten sie dabei in den geistigen Bereich ein? Bestehen dabei Parallelen zwischen dem menschlichen Gehirn und der Funktionsweise der Schachmaschine? Könnte man noch einen Schritt weiter gehen und den Schachautomaten als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns bezeichnen?

Um diese Fragen auffassen zu können, erkläre ich kurz die kybernetischen Ideen, die in die Entwicklung des Schachautomaten integriert wurden. Danach erläutere ich die Künstliche Intelligenz als Antrieb des Schachcomputers, ehe ich diesen als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns untersuche. Dabei vertiefe ich meine Ideen zum Defekt dieser Maschine sowie die Gedankenbildung innerhalb des Apparats. Bevor ich im Fazit die wichtigsten Erkenntnisse meiner Hausarbeit zusammenfasse, beschäftige ich mich mit der aktuellen Funktion des Schachautomaten als „Vermittler der Menschen“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom vermeintlichen Automaten zur Schach spielenden Maschine

3. Künstliche Intelligenz als Antrieb des Schachcomputers

4. Der Schachautomat als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns

4.1. Vom Defekt und Verstehen des Automaten

5. Die Gedankenbildung im Schachcomputer

6. Wenn der Schachcomputer nur zum Vermittler wird

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Funktion des Schachcomputers im Kontext der Kybernetik und der Künstlichen Intelligenz. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit der Schachautomat als eine Rekonstruktion des menschlichen Gehirns betrachtet werden kann und wie sich die Rolle der Maschine von einem kompetitiven Gegner hin zu einem Vermittler in zwischenmenschlichen Spielprozessen gewandelt hat.

  • Historische Einordnung von Schachautomaten von Kempelen bis Deep Blue.
  • Analyse der Funktionsweise Künstlicher Intelligenz als technischer Antrieb.
  • Vergleich der Informationsverarbeitung von Mensch und Maschine unter kybernetischen Gesichtspunkten.
  • Untersuchung des Konzepts von Gedächtnis, Lernen und Fehlern bei Schachcomputern.
  • Die Transformation des Schachcomputers vom Herausforderer zum Spielvermittler.

Auszug aus dem Buch

Der Schachautomat als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns

Da die Kybernetik bekanntlich einen Zusammenhang, besser eine Beziehung des geistigen Denkens und der technischen Steuerung (κυβερνητικός = “steuermännisch”) und Kommunikation untersucht, versucht diese auch gemeinsame Elemente der Funktionsweise automatischer Maschinen und des menschlichen Nervensystems theoretisch festzuhalten.22

Oft hört man den Satz, dass Maschinen immer nur so intelligent sein können, wie ihre Erfinder selbst. Sie arbeiten mit gespeichertem Material, den Algorithmen, welche aus Erfahrungen im Umgang mit dem Menschen vom Menschen berechnet und in das Gerät eingespeist werden. So kann der Schachcomputer in jeder Situation reagieren, weil er ein Teil des Wissens seines Erschaffers nutzen kann. Und obwohl eine Maschine angeblich immer nur so schlau wie der Mensch sein kann, schaffte es deep blue den unangefochtenen Weltmeister im Schach vom Thron zu stoßen.

Für Norbert Wiener ist es unumstritten, dass sich zwischen den höchstkomplexen Aktivitäten des menschlichen Gehirns und den Operatoren einer Maschine ein weites Feld erstreckt, auf dem sich Gehirn und Maschine überschneiden.22 So verfügen hochentwickelte Rechenmaschinen über ein Assoziationsvermögen, Gedächtnis sowie die Fähigkeit eine Wahl zu treffen, wie viele andere Gehirnfunktionen auch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung von Schachautomaten ein und stellt die Kernfrage nach der geistigen Entsprechung zwischen Maschine und menschlichem Gehirn.

2. Vom vermeintlichen Automaten zur Schach spielenden Maschine: Es wird die technologische Evolution von frühen mechanischen Rechenmaschinen bis hin zu komplexen, algorithmisch gesteuerten Schachcomputern nachgezeichnet.

3. Künstliche Intelligenz als Antrieb des Schachcomputers: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und deren Rolle als zielorientiertes Steuerungssystem innerhalb des Schachcomputers.

4. Der Schachautomat als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns: Hier werden kybernetische Parallelen zwischen menschlichen Nervensystemen und maschinellen Signalverarbeitungsprozessen untersucht.

4.1. Vom Defekt und Verstehen des Automaten: Die Analyse konzentriert sich auf die Unterschiede in der Fehleranfälligkeit, Reparaturfähigkeit und Informationsspeicherung zwischen menschlichem Geist und digitaler Architektur.

5. Die Gedankenbildung im Schachcomputer: Es wird analysiert, wie Schachcomputer durch mathematische Stochastik und Vorausberechnung menschliches, intuitives Spiel imitieren.

6. Wenn der Schachcomputer nur zum Vermittler wird: Das Kapitel beschreibt den Funktionswandel des Schachcomputers von einem eigenständigen Gegner hin zur bloßen Infrastruktur für menschliche Multiplayer-Spiele.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der die technologische Überlegenheit des Computers im Spiel der menschlichen Komplexität und Unbeständigkeit gegenübergestellt wird.

Schlüsselwörter

Schachcomputer, Kybernetik, Künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine-Interaktion, Deep Blue, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, Algorithmen, Turing-Test, Spieltheorie, Automatisierung, Kognitionswissenschaft, Rückkopplung, Schachgeschichte, Digitale Vermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische und technische Beziehung zwischen Schachautomaten und dem menschlichen Gehirn sowie die Entwicklung dieser Maschinen im Laufe der Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft die Geschichte der Schachautomaten mit kybernetischen Theorien, der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und soziotechnischen Aspekten der Mensch-Maschine-Interaktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob ein Schachcomputer als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns gelten kann und welche Grenzen diesem Vergleich in der Praxis gesetzt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung erfolgt durch eine theoretische Auseinandersetzung mit kybernetischen Grundlagentexten (u.a. von Norbert Wiener) und einer Analyse technischer Entwicklungsstufen von Schachprogrammen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise von KI, zieht Parallelen zwischen neuronalen Prozessen und elektronischen Schaltungen und beleuchtet den Wandel der Maschine vom Gegner zum Vermittler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kybernetik, Schachcomputer, Künstliche Intelligenz, Informationsverarbeitung und Mensch-Maschine-Interaktion.

Welche Bedeutung hat der „Turing-Test“ für die Argumentation des Autors?

Der Turing-Test dient als Referenzpunkt, um das Leistungsvermögen von Maschinen im Vergleich zum menschlichen Denken kritisch zu hinterfragen und die Grenze zur „künstlichen“ Intelligenz zu definieren.

Warum wird der Schachcomputer heute eher als „Vermittler“ denn als „Gegner“ gesehen?

Aufgrund der extremen Spielstärke moderner Programme bevorzugen Menschen den direkten Wettkampf mit anderen Menschen, während der Computer die Rolle der neutralen Kontrollinstanz übernimmt.

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Details

Title
Das Spiel des Schachcomputers als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns
College
University of Weimar  (Fakultät Medien)
Course
Mediale Welten: Kybernetik
Grade
1,8
Author
Simon Dietze (Author)
Publication Year
2014
Pages
24
Catalog Number
V334327
ISBN (eBook)
9783668239807
ISBN (Book)
9783668239814
Language
German
Tags
Schach Schachcomputer KI Künstliche Intelligenz Turing Turing-Maschine Rekonstruktion Gehirn Mensch Maschine Kybernetik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Dietze (Author), 2014, Das Spiel des Schachcomputers als Rekonstruktion des menschlichen Gehirns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334327
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