Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Psychologie - Entwicklungspsychologie

Gedanken zur Empathiegenese. Ein Überblick über verschiedene Theorien und Sichtweisen

Titel: Gedanken zur Empathiegenese. Ein Überblick über verschiedene Theorien und Sichtweisen

Hausarbeit , 2016 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B. Sc. Matthias Baum (Autor:in), Philipp Pander (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, unterschiedliche Perspektiven der Empathiegenese zu beleuchten und gegenüberzustellen. Dabei wird nach einer kurzen Definition des Begriffes Empathie auf einzelne Theorien aus akademischer Psychologie und Psychoanalyse sowie auf neurologische Faktoren eingegangen und ihr möglicher Zusammenhang diskutiert.

Abschließend wird versucht, einen Ausblick auf eine mögliche integrative Sichtweise zugeben. Hierbei wird der Empathiebegriff nach Bischof-Köhler, aufgrund seiner hohen Differenziertheit und Kompatibilität mit Ansätzen aus anderen Schulen, als Ausgangspunkt gewählt. Bindungstheoretische Einflüsse auf die Empathiegenese und der Einfluss von Spiegelneuronen werden dargestellt und diskutiert. Aus der psychoanalytischen Tradition wird besonders auf eine objektbeziehungs-theoretische Perspektive eingegangen. Auch die möglichen Vorteile und Schwierigkeiten einer integrativen Sicht auf die Empathiegenese werden kurz diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen von Empathie

3 Empathie und Gefühlsansteckung

4 Empathie und Selbstobjektivierung

5 Ausdrucksvermittelte Empathie vs. Situationsvermittelte Empathie

6 Empathie und Selbstkonzept

7 (Nicht-)Zusammenhang von Empathie und Spiegelneuronen

8 Empathie und Bindung

9 Psychoanalytische Überlegungen und eine objektbeziehungstheoretische Perspektive der Empathie

9.1 Empathie als projektiv-identifikatorischer Prozess

9.2 Empathie und das Konzept der Mentalisierung

9.3 Ein möglicher Ansatz zur Integration verschiedener Perspektiven der Empathiegenese?

10 Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, verschiedene Perspektiven der Empathiegenese aus der akademischen Psychologie und der Psychoanalyse zu beleuchten, gegenüberzustellen und in einer integrativen Sichtweise zu vereinen. Dabei wird untersucht, wie sich die Fähigkeit zur Empathie im Laufe der Entwicklung konstituiert und welche Faktoren – von neurologischen Grundlagen bis hin zu bindungstheoretischen Einflüssen – dabei eine Rolle spielen.

  • Definition und historische Entwicklung des Empathiebegriffs
  • Die Rolle von Spiegelneuronen und Gefühlsansteckung
  • Selbstobjektivierung und Selbstkonzept als Voraussetzungen
  • Bindungstheoretische Einflüsse auf die Empathiefähigkeit
  • Objektbeziehungstheoretische Ansätze und Mentalisierung

Auszug aus dem Buch

Exkurs: Freud und die Einfühlung

„Das Wort Einfühlung bedeutet mal dieses, mal jenes, bis es schließlich jegliche Bedeutung verliert“ (Reik, 1983, S. 356 f.)

Aus den Briefen an Fließ vom 26. August und 27. September 1898 wird Freud’s Rezeption von und Vertrautheit mit Theodor Lipps’ Werk deutlich. Lipps (1906) gebraucht den Einfühlungsbegriff später in seiner Ästhetik sehr ausführlich, was Freud in den genannten Briefen bereits vermutet hatte, allerdings in einem allgemeinen Sinn als ästhetische Erfahrung, die darin besteht, in ästhetische Gegenstände menschliche Regungen (hinein) zu projizieren. Also auch unbelebte Dinge könnten in dieser romantischen Auffassung sozusagen mit Leben und Leidenschaft gefüllt werden. Neben Lipps haben auch weitere von der Romantik beeinflusste Philosophen die Grundlage künstlerischer Schöpfung im Hineinversetzen des Subjekts in das - wenn auch leblose - Objekt gesehen. Nur durch dieses Hineinversetzen des Künstlers und seines Emotionserlebens, könne z. B. ein lebloses Objekt in ein Kunstwerk verwandelt werden.

Freud gebraucht den Begriff jedoch nicht im Sinne ästhetischer Einfühlung, sondern im Sinne zwischenmenschlichen Verstehens. Für ihn ist Einfühlung ein Vorgang, bei dem man sich bewusst oder unbewusst in die Lage eines anderen versetzt. Für Freud ist die Einfühlung geradezu eine sine qua non Bedingung und wird als notwendig zur Herstellung positiver Übertragung angesehen, die erst die Grundlage für eine Deutung schafft, die schließlich durch das erworbene Vertrauen des Patienten angenommen werden sowie erfolgreich sein kann (Bolognini, 2012).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Popularität des Empathiebegriffs ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit, verschiedene psychologische und psychoanalytische Theorien zur Empathiegenese zu vergleichen.

2 Definitionen von Empathie: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Begriffs von der ästhetischen „Einfühlung“ bis hin zu modernen kognitiven und affektiven Definitionen in der Psychologie.

3 Empathie und Gefühlsansteckung: Hier wird die notwendige Differenzierung zwischen dem frühkindlichen Mechanismus der Gefühlsansteckung und dem komplexen, kognitiv moderierten Empathieprozess herausgearbeitet.

4 Empathie und Selbstobjektivierung: Das Kapitel thematisiert die Fähigkeit zur Ich-Andere-Unterscheidung als essenzielle Bedingung für die Entwicklung von Empathie im zweiten Lebensjahr.

5 Ausdrucksvermittelte Empathie vs. Situationsvermittelte Empathie: Es erfolgt eine Unterscheidung zwischen Empathie, die durch direktes Ausdrucksverhalten induziert wird, und solcher, die durch das situative Verständnis des Gegenübers entsteht.

6 Empathie und Selbstkonzept: Dieses Kapitel erläutert, dass eine synchrone Identifikation mit dem anderen erst auf Basis eines ausgebildeten Selbstkonzepts möglich wird.

7 (Nicht-)Zusammenhang von Empathie und Spiegelneuronen: Es wird diskutiert, warum Spiegelneuronen als neuronale Basis für Empathie zwar relevant sind, aber den komplexen Prozess der Empathie nicht allein erklären können.

8 Empathie und Bindung: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen frühkindlicher Bindungsqualität und der späteren Empathiefähigkeit, wobei die Rolle der Emotionsregulation hervorgehoben wird.

9 Psychoanalytische Überlegungen und eine objektbeziehungstheoretische Perspektive der Empathie: Dieser Abschnitt integriert psychoanalytische Konzepte wie projektive Identifizierung und Mentalisierung in das Verständnis der Empathiegenese.

9.1 Empathie als projektiv-identifikatorischer Prozess: Diskussion der Identifikationsprozesse unter Berücksichtigung früher Abwehrmechanismen und der paranoid-schizoiden bzw. depressiven Grundposition.

9.2 Empathie und das Konzept der Mentalisierung: Vorstellung der Mentalisierung als Fähigkeit, eigene und fremde mentale Zustände zu repräsentieren, mit Bezug zur Bindungsforschung.

9.3 Ein möglicher Ansatz zur Integration verschiedener Perspektiven der Empathiegenese?: Zusammenführung der verschiedenen Theorierahmen zu einer umfassenden Sichtweise auf die Entwicklung der Empathie.

10 Diskussion: Abschließende Reflexion über die Komplexität des Konstrukts Empathie und das Potenzial einer schulenübergreifenden, integrativen Forschung.

Schlüsselwörter

Empathie, Empathiegenese, Einfühlung, Psychologie, Psychoanalyse, Bindungstheorie, Spiegelneuronen, Selbstobjektivierung, Selbstkonzept, Mentalisierung, projektive Identifizierung, Entwicklung, soziale Kognition, Affektregulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Genese der Empathie, also ihrer Entstehung und Entwicklung, und versucht, verschiedene theoretische Ansätze aus der akademischen Psychologie und der Psychoanalyse zu vergleichen und zu integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Empathie zu verwandten Konzepten wie Gefühlsansteckung, die Rolle neurologischer Grundlagen wie Spiegelneuronen, die Bedeutung des Selbstkonzepts und der Bindung sowie spezifisch psychoanalytische Konzepte wie Mentalisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Unschärfe des Empathiebegriffs zu fokussieren und eine integrative Sichtweise auf die Entstehung der Empathie zu entwickeln, die sowohl biologisch-evolutionäre als auch psychoanalytische und entwicklungspsychologische Erkenntnisse berücksichtigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-wissenschaftliche Arbeit, die bestehende Forschungsliteratur, klinische Theorien und empirische Studien (z. B. zur Bindung und Spiegelneuronen) analysiert und miteinander in einen theoretischen Dialog bringt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse von Definitionsansätzen, die Untersuchung der Rolle von Spiegelneuronen und Bindung sowie die Diskussion objektbeziehungstheoretischer Konzepte zur Empathieentwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Empathiegenese, Psychoanalyse, Bindungstheorie, Mentalisierung, Selbstobjektivierung und soziale Kognition.

Warum spielt das Konzept der Mentalisierung eine so wichtige Rolle in der Arbeit?

Das Konzept der Mentalisierung wird als besonders wertvoll erachtet, da es eine solide empirische Basis besitzt und klassische psychoanalytische Aspekte mit Erkenntnissen aus der Bindungsforschung und Neurobiologie verbindet.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Empathie und Gefühlsansteckung?

Die Arbeit betont, dass Gefühlsansteckung ein instinktiver, oft unbewusster Prozess ist, der keine klare Trennung zwischen Selbst und Objekt erfordert, während echte Empathie eine kognitive und psychische Abgrenzung der Gefühlslage des anderen voraussetzt.

Welchen Stellenwert räumen die Autoren den Spiegelneuronen ein?

Sie werden als notwendige neuronale Grundlage für basale Interaktionsvorgänge gesehen, jedoch warnt die Arbeit davor, Empathie rein reduktionistisch mit der Aktivierung dieser Neuronen gleichzusetzen.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gedanken zur Empathiegenese. Ein Überblick über verschiedene Theorien und Sichtweisen
Note
1,0
Autoren
B. Sc. Matthias Baum (Autor:in), Philipp Pander (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
31
Katalognummer
V334369
ISBN (eBook)
9783668241305
ISBN (Buch)
9783668241312
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Empathie Psychoanalyse Einfühlung Empathiegenese
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B. Sc. Matthias Baum (Autor:in), Philipp Pander (Autor:in), 2016, Gedanken zur Empathiegenese. Ein Überblick über verschiedene Theorien und Sichtweisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334369
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum