Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Psychologie - Beratung und Therapie

Das Psychodrama-Bindungstypen-Interview (PDBI). Ein szenisches Verfahren als Instrument der psychotherapeutischen Diagnostik

Aufbau, Anwendung und erste Ergebnisse

Titel: Das Psychodrama-Bindungstypen-Interview (PDBI). Ein szenisches Verfahren als Instrument der psychotherapeutischen Diagnostik

Doktorarbeit / Dissertation , 2015 , 15 Seiten

Autor:in: MSc MEd Helene Bader (Autor:in)

Psychologie - Beratung und Therapie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das zentrale Interesse in diesem Artikel richtet sich auf die Entwicklung eines psychodramatischen Diagnoseinstruments, wobei in einem standardisiertem Psychodrama-Spiel körperliche Impulse dazu anregen sollen, die Gefühle zu den Interaktionsmustern zu benennen. Aus diesen Informationen, die tiefenpsychologisch als Übertragungsphänomene und auf der psychodramatischen Betrachtungsweise als Spiegelungsergebnisse angesehen werden können, werden die PatientInnen gebeten, ihre Empfindungen auf „plus“ und „minus“ zu reduzieren. Durch die Auswertung dieser Sichtweisen gelingt die Zuordnung der Bindungstypen. Es werden in der Folge erste Ergebnisse präsentiert. Das Verfahren kann als szenisches Interview angesehen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Diagnostik in der psychodramatischen Psychotherapie

1.2 Grundlagen der Bindungstheorie

2. Entwicklung und Konstruktion des PDBI

2.1 Leitziele der Verfahrensentwicklung

2.2 Vorüberlegungen zur Entwicklung eines standardisierten psychodramatischen Bindungstypeninterviews

2.3 Durchführung des diagnostischen Interviews – Das „Einrichten der Szene“

2.4 Auswertung und Interpretation des szenischen Interviews

2.5 Anwendungsbeispiel

2.6 Schematische Darstellung des Untersuchungsablaufs

3. Ergebnis

3.1 Testtheoretische Befunde

3.1.1 Voruntersuchung zur Validität mit dem Adult Attachment Interview AAI

3.1.2 Deskriptive Daten zum Szenischen Interview

3.1.3 Analyse der deskriptiven Ergebnisse der Vorstudie

4. Diskussion

4.1 Die Anwendung in der psychotherapeutischen Praxis

4.2 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt auf die Entwicklung und Validierung eines ökonomischen, psychodramatischen Diagnoseinstruments (PDBI) ab, das auf körperorientierten Impulsen basiert, um Bindungstypen bei PatientInnen standardisiert zu erfassen und in der psychotherapeutischen Praxis nutzbar zu machen.

  • Entwicklung eines szenischen Bindungs-Diagnoseinstruments (PDBI)
  • Körperorientierte Exploration von Bindungs- und Interaktionsmustern
  • Integration der Bindungstheorie in die psychodramatische Praxis
  • Methodische Validierung durch Vergleich mit dem Adult Attachment Interview (AAI)
  • Förderung einer wertschätzenden, ressourcenorientierten Beziehungsdiagnostik

Auszug aus dem Buch

Durchführung des diagnostischen Interviews – Das „Einrichten der Szene“

Die Vorarbeit für mein szenisches Interview war die Entwicklung von vier Bewegungsimpulsen für die Untersuchungssituation, angeregt von den Bowlby-Ainsworth-Bindungstypen. Dazu habe ich nach Vorversuchen vier unterschiedliche Elterntypen ausgewählt. In der Durchführung des Interviews lade ich meine PatientInnen ein, mit mir auf die Bühne zu kommen und bitte diese sich vorzustellen, wie es war, als sie etwa drei Monate jung waren. Nach dem individuellen Bedürfnis der untersuchten Person gebe ich Zeit, um sich in diese Imagination hineinzuversetzen. Dabei erkundige ich mich, ob es Fotos von diesem Lebensabschnitt gibt. Anschließend frage ich meine KlientInnen, ob ich durch Berühren („Anstupsen“) am Oberarm verschiedene Wiegeimpulse durchführen dürfe. Es ist mir auch sehr wichtig zu erklären, dass nun vier verschiedene Typen von „Impulsen“ kommen werden und bitte meine ProtagonistInnen, sich ausschließlich auf ihr Gefühl zu konzentrieren, weil ich im Anschluss gerne wissen möchte, wie sie es erlebt haben. Wenn dies bejaht wird, beginne ich mit „Elterntyp 1“, um dann mit „Elterntyp 2“ fortzusetzen und „Elterntyp 3“ und „Elterntyp 4“ folgen zu lassen.

Bezugsperson 1 („Elterntyp 1“) betreut mit gleichbleibender Intensität verlässlich, kalkulierbar, in mittlerer Stärke ihr Kind; dies erreiche ich mit gleichbleibendem Anstupsen mit mittlerem Kraftaufwand. Bezugsperson 2 („Elterntyp 2“) versorgt mit „letzter Kraft“ bzw. in einem zeitlich sehr knappen Horizont ihr Kind, weil die Mutter möglicherweise krank ist oder viele Verpflichtungen innehat. Dies setze ich mit wenigen, ganz leichten, Anstups-Bewegungen um. Bezugsperson 3 („Elterntyp 3“) kümmert sich einmal sehr intensiv und dann wieder ganz wenig, dies allerdings mit einer gewissen Regelmäßigkeit, weil die Mutter selbst sehr unausgeglichen ist. Das übersetze ich in Körperwahrnehmung, indem ich abwechselnd stark und schwach anstupse. Bezugsperson 4 („Elterntyp 4“) ist völlig unberechenbar in der Betreuungspflicht, möglicherweise selbst nicht wirklich erwachsen oder mit den Herausforderungen des Lebens völlig überlastet. Diesem Bindungsverhalten habe ich ein unruhiges und abwechselnd intensives wie zartes Anstupsen zugeordnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Bindungsdiagnostik im psychodramatischen Kontext und legt die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby dar.

2. Entwicklung und Konstruktion des PDBI: Hier werden die Leitziele, die theoretischen Vorüberlegungen zur körperbezogenen Diagnostik sowie die konkrete praktische Durchführung und Auswertung des szenischen Interviews beschrieben.

3. Ergebnis: Dieser Abschnitt präsentiert die testtheoretischen Befunde aus der Voruntersuchung im Vergleich zum AAI sowie die deskriptive statistische Analyse der Vorstudie.

4. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die praktische Anwendung des Verfahrens in der Psychotherapie, erörtert die Ökonomie der Methode und zieht ein zusammenfassendes Resümee über den Nutzen für die diagnostische Praxis.

Schlüsselwörter

Psychodrama, Bindungstheorie, Szenisches Interview, Bindungstypen, Psychotherapeutische Diagnostik, Körperbild, Körperschema, Interaktionsmuster, Bowlby-Ainsworth-Typen, Salutogenese, Ressourcenorientierung, Soziometrie, Rollentheorie, Verhaltensanalyse, Objektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines neuen, szenischen Diagnoseinstruments für die psychotherapeutische Praxis, um Bindungstypen von PatientInnen mittels körperbezogener Impulse zu erfassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die psychodramatische Psychotherapie, die Bindungstheorie, die körperorientierte Diagnostik und die Evaluation von Interaktionsmustern.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist die Etablierung eines standardisierten, ökonomischen Verfahrens, das durch eine wertschätzende Typologie die therapeutische Beziehung und Diagnostik verbessert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine szenische Methode (PDBI), die auf körperlichen Impulsen basiert, kombiniert mit soziometrischen Rangreihen und vergleicht diese Ergebnisse mit dem etablierten Adult Attachment Interview (AAI).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beschreibt die Konstruktion des Interviews, das „Einrichten der Szene“, die spezifischen Bewegungsimpulse für verschiedene Bindungstypen und deren Auswertung durch die Patienten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Psychodrama, Bindungstheorie, Szenisches Interview, Diagnostik, Körperwahrnehmung und Interaktionsmuster sind die prägenden Begriffe.

Warum verwendet die Autorin positive Bezeichnungen für Bindungstypen?

Um die PatientInnen wertschätzend abzuholen, eine positive therapeutische Basis zu schaffen und weg von einer rein defizitorientierten Betrachtung hin zur Ressourcenorientierung zu gelangen.

Wie unterscheidet sich das PDBI in Bezug auf die Ökonomie vom AAI?

Während ein AAI etwa eine Stunde in Anspruch nimmt, dauert das szenische Interview nur ca. fünf Minuten, was eine deutliche Zeitersparnis für die Praxis bedeutet.

Was bedeutet das „Anstupsen“ in diesem diagnostischen Kontext?

Es dient als psychosomatische Intervention, um unbewusste Erinnerungen an frühe Interaktionsmuster der Kindheit zu aktivieren und durch die subjektive Bewertung der Patienten für die Therapie nutzbar zu machen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Psychodrama-Bindungstypen-Interview (PDBI). Ein szenisches Verfahren als Instrument der psychotherapeutischen Diagnostik
Untertitel
Aufbau, Anwendung und erste Ergebnisse
Hochschule
Interuniversitäres Kolleg für Gesundheit und Entwicklung Graz; Schloss Seggau
Autor
MSc MEd Helene Bader (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V334370
ISBN (eBook)
9783668244597
ISBN (Buch)
9783668244603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bindungstypen positive Bezeichnung der Bindungstypen szenisches Interview kalkulierbar vorsichtig lebhaft flexibel Diagnose Ermittlung der abgespaltenen Anteile
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MSc MEd Helene Bader (Autor:in), 2015, Das Psychodrama-Bindungstypen-Interview (PDBI). Ein szenisches Verfahren als Instrument der psychotherapeutischen Diagnostik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334370
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  15  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum