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Enforcement in Österreich. Eine Analyse des ersten Prüfungsjahres 2014

Title: Enforcement in Österreich. Eine Analyse des ersten Prüfungsjahres 2014

Master's Thesis , 2016 , 117 Pages

Autor:in: Kerstin Kitir (Author)

Law - Tax / Fiscal Law
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die ersten Erfahrungen mit dem Enforcement in Österreich anhand einer empirischen Untersuchung näher zu durchleuchten. Dabei wird der Schwerpunkt auf der bisherigen Tätigkeit der österreichischen Enforcement-Stelle und den bereits veröffentlichten Fehlern des ersten Prüfungsjahres 2014 liegen. In manchen Bereichen sollen darüber hinaus erste Vergleiche mit dem deutschen Enforcement-System angestellt werden.

Als ein Verbund zahlreicher Länder bedarf die Europäische Union einer Einrichtung, die eine einheitliche Auslegung der Rechnungslegungsfragen in allen EU-Mitgliedstaaten gewährleistet und Jahresabschlüsse untereinander vergleichbar macht. Dieses Ziel zu erreichen war in der Vergangenheit nicht immer möglich, da die Länder innerhalb der EU ihre Bilanzen nach eigenen nationalen Vorschriften aufstellten. Mit zunehmender Internationalisierung des Bilanzrechts und der immer öfters auftretenden Bilanzskandale in den USA und Europa wurde der Ruf der Investoren nach einer einheitlichen Rechnungslegung und einer damit einhergehenden zusätzlichen Kontrolle neben der Abschlussprüfung immer lauter. Die ersten Schritte in die Richtung einer besseren Vergleichbarkeit wurden im Jahr 2002 mit der verpflichtenden Anwendung der IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen ab dem Jahr 2005 gesetzt. Damit die richtige Anwendung dieser Standards auch gesichert werde konnte, wurden die Mitgliedstaaten ein paar Jahre später zusätzlich dazu angehalten eine Überprüfungsbehörde einzurichten, die im Falle fehlerhafter Abschlüsse den Unternehmen Strafen auferlegt. Konkrete Vorgaben, in welcher Struktur ein derartiges Enforcement von den einzelnen Ländern umzusetzen ist und welche Sanktionen für Fehler vorzusehen sind, gab es dafür nicht. Jedenfalls notwendig war jedoch die Umsetzung bis zum 20.01.2007. Österreich hat diese zeitliche Vorgabe als einziger Mitgliedstaat der EU bei weitem verfehlt und eine Enforcement-Behörde mit Inkrafttreten des Rechnungslegungs-Kontrollgesetzes am 01.07.2013 mehr als sechs Jahre zu spät eingeführt. Natürlich blieb Österreich in den Jahren zuvor nicht untätig, denn die ersten Pläne zur Umsetzung der EU Vorgaben stammen aus dem Jahr 2006. Diese Überlegungen wurden jedoch aufgrund heftiger Kritik verworfen und ein paar Jahre später mit dem Entwurf des RL-KG zum Teil erneut aufgegriffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Aufbau der Arbeit

2. Was ist Enforcement und warum ist es notwendig?

2.1. Ziele des Enforcements

2.2. Historische Entwicklung

2.3. Leitlinien für das Enforcement-Verfahren

2.4. Unterschiedliche Enforcement-Modelle

2.4.1. Rein staatliches Enforcement

2.4.2. Rein privatrechtliches Enforcement

2.4.3. Mischformen

2.5. Das deutsche und österreichische Enforcement

2.5.1. Entstehung

2.5.2. Aufbau

2.5.3. Home-Country Prinzip vs Listing Prinzip

2.5.4. Name and Shame-Prinzip

2.5.5. Finanzierung

3. Das Prüfverfahren

3.1. Stichprobenprüfung

3.2. Anlassprüfung

3.3. Gegenstand der Prüfung

3.4. Pre-Clearance

3.5. Durchführung der Prüfung

3.6. Prüfungsergebnis

4. Stand der Forschung

5. Empirische Untersuchung

5.1. Gang der Untersuchung

5.2. Erwartungen an das österreichische Enforcement-Verfahren

5.3. Analyse aller unter das Enforcement fallenden Unternehmen

5.3.1. Analyse der Grundgesamtheit

5.3.2. Durchschnittliche Kosten für die Implementierung des Enforcements

5.3.3. Unternehmenssitze der österreichischen Unternehmen

5.3.4. Branchen

5.3.5. Abschlussprüfer

5.3.6. Abweichendes Wirtschaftsjahr

5.4. Analyse der bisher geprüften Unternehmen

5.4.1. Stichprobenprüfungen

5.4.2. Anlassprüfungen

5.4.3. Beginn der inhaltlichen Prüfungstätigkeit

5.4.4. Prüfungsdauer

5.4.5. Prüfungskosten

5.5. Analyse der Unternehmen mit Fehlerfeststellungen

5.5.1. Fehlerquote

5.5.2. Fehlerakzeptanz

5.5.3. Rechnungslegungsnorm

5.5.4. Anzahl der Fehler pro Unternehmen

5.5.5. Branchen

5.5.6. Abschlussprüfer

5.6. Analyse der bisherigen Fehlerfeststellungen

5.6.1. Fundstellen

5.6.2. Fehlerhafte Rechnungslegungsstandards

5.6.3. Ansatz-, Ausweis- und Bewertungsvorschriften

5.6.4. Fehlerveröffentlichungen

6. Kritische Würdigung

7. Anhang

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die ersten Erfahrungen mit dem Enforcement in Österreich im Rahmen des Rechnungslegungs-Kontrollgesetzes durch eine empirische Analyse der Daten des ersten Prüfungsjahres (2014) zu untersuchen und kritisch zu durchleuchten.

  • Analyse der Grundgesamtheit der Enforcement-pflichtigen Unternehmen.
  • Untersuchung der tatsächlichen Durchführung, Dauer und Kosten der Enforcement-Prüfungen.
  • Analyse der Fehlerfeststellungen im ersten Jahr der Prüfungstätigkeit.
  • Vergleich der österreichischen Erfahrungen mit dem Enforcement-System in Deutschland.

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Rein staatliches Enforcement

Ein rein staatliches Enforcement zeichnet sich durch die Übertragung der Enforcement-Kompetenz an eine hoheitliche Verwaltungsbehörde aus, die regelmäßig über vielfältige Sanktions- und Durchsetzungsbefugnisse verfügt. Beispiele für derartige Systeme sind die Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA und die Autorité des Marchés Financiers (AMF) in Frankreich.

Im Unterschied zu den meisten anderen Enforcement-Modellen nimmt die AMF keine Fehlerveröffentlichung vor. Dadurch kann die Strenge der Enforcement-Stelle, was die Fehlerfeststellung von wesentlichen Rechnungslegungsfehlern betrifft, kaum beurteilt werden. Obwohl die französische Behörde mit ihrem rein staatlichen Aufbau dem Kapitalmarkt nur wenige Informationen liefert, stehen ihr weitreichende Sanktionsmechanismen zur Verfügung. Die Sanktionen reichen von Verwarnungen, Berufsverboten und Geldstrafen bis zu Verbotsanordnungen für das gesamte oder teilweise Dienstleistungsspektrum des Unternehmens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer Überwachungsbehörde für Rechnungslegungsfragen in der EU und stellt die Einführung des Enforcement-Systems in Österreich dar.

2. Was ist Enforcement und warum ist es notwendig?: Dieses Kapitel erläutert die Ziele, die historische Entwicklung und verschiedene Enforcement-Modelle, wobei das deutsche "Drei-Säulen-Modell" als Vorbild für das österreichische System analysiert wird.

3. Das Prüfverfahren: Hier werden die prozessualen Abläufe, von der Auswahl der Unternehmen bis hin zur Durchführung der Prüfung und dem Verfahren zur Fehlerbehandlung, detailliert beschrieben.

4. Stand der Forschung: Dieser Abschnitt fasst relevante empirische Studien zusammen, die sich mit der Auswirkung der Enforcement-Tätigkeit auf die Qualität der Finanzberichterstattung und die Kapitalmärkte befassen.

5. Empirische Untersuchung: Das Kernkapitel analysiert das erste Jahr der Enforcement-Tätigkeit in Österreich, einschließlich der Grundgesamtheit, der Prüfungsdauer, der Kosten sowie der Art und Häufigkeit der festgestellten Fehler.

6. Kritische Würdigung: Die Arbeit endet mit einer Reflexion der gewonnenen Erfahrungen und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und dem Verbesserungspotenzial des österreichischen Systems.

Schlüsselwörter

Enforcement, Rechnungslegungs-Kontrollgesetz, OePR, FMA, Bilanzpolizei, IFRS, UGB, Prüfverfahren, Abschlussprüfung, Fehlerveröffentlichung, Kapitalmarktaufsicht, Konsolidierung, Transparenzrichtlinie, Jahresabschluss, Wirtschaftsprüfer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einführung und die ersten praktischen Erfahrungen mit dem österreichischen Enforcement-System zur Überwachung der Rechnungslegung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen im Jahr 2014.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Enforcements, der Aufbau des österreichischen zweistufigen Modells (OePR und FMA) sowie die empirische Auswertung der ersten Prüfungsaktivitäten und Fehlerfeststellungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine empirische Untersuchung der Daten des Jahres 2014 die bisherige Effektivität des österreichischen Systems zu beleuchten und Vergleiche zum deutschen Vorbild zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, die auf öffentlich zugänglichen Informationen, Jahresabschlüssen, Berichten der FMA sowie relevanten Literaturquellen und regulatorischen Vorgaben basiert.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Grundgesamtheit der geprüften Unternehmen, der Dauer und den Kosten der Prüfungen sowie einer qualitativen Analyse der aufgedeckten Verstöße gegen Rechnungslegungsstandards.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Enforcement, Rechnungslegungs-Kontrollgesetz, OePR, FMA, Fehlerfeststellungen sowie die Rechnungslegungsnormen IFRS und UGB.

Wie gehen OePR und FMA bei der Prüfung vor?

Das österreichische Modell sieht ein zweistufiges Verfahren vor: Die OePR agiert als privatrechtliche Prüfstelle erster Instanz, während die staatliche FMA als zweite Instanz bei Verweigerung der Mitwirkung oder bei begründeten Zweifeln an den Ergebnissen der OePR tätig wird.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zu den Fehlerfeststellungen?

Die Analyse zeigt eine im Vergleich zu Deutschland hohe Fehlerquote im ersten Jahr, wobei besonders Verstöße bei der Konsolidierung und im Bereich der Finanzinstrumente (IAS 39) häufig auftraten, was oft auf komplexe Bewertungsunsicherheiten zurückzuführen ist.

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Details

Title
Enforcement in Österreich. Eine Analyse des ersten Prüfungsjahres 2014
College
Vienna University of Economics and Business
Author
Kerstin Kitir (Author)
Publication Year
2016
Pages
117
Catalog Number
V334430
ISBN (eBook)
9783668245532
ISBN (Book)
9783668245549
Language
German
Tags
enforcement RL-KG Bilanzpolizei Rechnungslegungs-Kontrollgesetz OePR FMA Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung Finanzmarktaufsicht DPR Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung BaFin Bundesfinanzanstalt für Finanzdienstleistungen Prüfung Revision Enforcement-Behörde Stichprobenprüfung Anlassprüfung Pre-Clearance Listig Prinzip Home-Country Prinzip Heimatlandprinzip Rechnungslegungskontrolle name and shame ESMA Fehlerveröffentlichung AMF CESR; European Securites and Markets Authority FRRP Financial Reporting Review Panel IAS Bilanzskandale Prüfungsjahr 2014 Überprüfungsbehörde deutsches Enforcement Durchsetzung der Rechnungslegung Transparenzrichtlinie IAS-Verordnung staatliches Enforcement privatrechtliches Enforcement hybrides Enforcement Bilanzkontrollgesetz prüfungspflichtige Unternehmen Wiener Zeitung Prüfstellenfinanzierung Prüfplan ESMA-Leitlinie Prüfungsschwerpunkte IFRS Prüfungsdauer börsennotiert ÖNACE Brancheneinteilung Abschlussprüfer BIG4 Prüfungskosten Fehlerfeststellungen Enforcement-System Fehlerquote
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Kitir (Author), 2016, Enforcement in Österreich. Eine Analyse des ersten Prüfungsjahres 2014, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334430
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